Einbürgerung - der Papierkrieg für's Leben

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    • Einbürgerung - der Papierkrieg für's Leben

      Hallo zusammen

      Ich bin gerade nach Hause gekommen und dachte: Da wäre die Zusicherung des kantonalen Bürgerrechts im Briefkasten. Beim Öffnen dann die Ernüchterung...

      Folgende Dokumente muss ich neu einreichen, weil sie veraltet sind:
      • Bestätigung über die Bezahlung der Steuern
      • Bestätigung des Sozialdienstes
      Das kann ja was werden. Erst brauchen die 9 Monate, um das Dossier zu öffnen, und dann wundern sie sich, dass einige Dokumente älter als 12 Monate sind. Wahrscheinlich muss ich mich nun beeilen, damit nicht noch mehr Dokumente zu alt werden. Wirklich mühsamer Papierkrieg. Vor allem haben sie doch die Genehmigung erhalten, dass sie alle Behörden kontaktieren dürfen. Naja: Wollen wohl lieber, dass ich das mache...

      Hopp :CH:
    • Hab's heute morgen um 7 Uhr schon bei der Gemeindeschreiberin (einer 1000-Seelen Gemeinde) abgegeben und die kümmert sich drum. Das ist das tolle auf dem Land...

      Anders sieht es mit dem Steuer-gezahlt-Wisch aus. Die sind in der Metropole Bern und für ihre "Kunden" erst ab 12 Uhr erreichbar...
    • Die Einbürgerung ist bei kleinen Gemeinden aber immer etwas schwieriger. Zumindest nachdem was ich mitbekommen habe. Bin gespannt, wie bei dir der weitere Verlauf ist und ob es in der Gemeinde abgestimmt wird. 9 Monate um den Antrag anzuschauen, finde ich für ein Schweizer Amt sehr lang. Aber irgendwo her muss die lange Bearbeitungszeit für die Einbürgerung schliesslich kommen.
    • Hallo Maik

      Da muss ich allen Vorurteilen Widersprechen - vor allem, weil ich das auch immer weider höre: Ich war im Oktober 2018 bei der Gemeinde, um mich zu informieren. Das war noch alles ganz unverbindlich. Direkt vor Weihnachten habe ich den Einbürgerungstest (Kanton Bern) gemacht. Also rund 2 Monate später. Bis hierhin hat die Gemeinde noch nichts gemacht. Ich habe dann alle Unterlagen eingesammelt (ein Familienstammbuch hatte ich schon, da mein Sohn in der CH geboren war) und habe das im Januar 2019 eingereicht. 2 Wochen später wurde ich zum Einbürgerungsgespräch eingeladen. Der Termin war im Februar. Wir haben 7 (in Worten: Sieben) Gemeinderäte, davon 7 (in Worten: Sieben) bei der SVP. Alles überhaupt gar kein Problem. Als ich zum Einbürgerungsgespräch kam wurde mir gleich beim reinkommen gesagt: "Ist ja alles eine klar Sache, aber dieses Gespräch ist Pflicht. Also lernen wir uns etwas kennen." Und viel lockerer hätte es nicht sein können. Im März 2019 wurde mir dann schriftlich mitgeteilt, dass der Gesamtgemeinderat die Einbürgerungszusicherung für das Gemeindebürgerrecht erteilt hat. Und es kam die Rechnung (Kantons- und Gemeindegebühren). Beim Nationalfeiertag haben mich einige mir nicht bekannte Schweizer schon als "Schweizer" begrüsst und verzweifelt versucht mir den Schweizer Psalm mitzumachen (als sie mich singen gehört haben, haben sie direkt aufgehört ;) )

      Das heisst die Seite 1 des magischen Verfahrensablaufs war innert 2 Monaten durch. Ab dann ging das Dossier zum Kanton Bern und da dauert es recht lange. Sowohl Gemeinde als auch Kanton haben 12 Monate Zeit. Die Gemeinde hat sich noch entschuldigt, weil man bei verschiedenen Dingen Rücksprache mit dem Bezirk (Bern Seeland) halten musste, um sich abzusichern. Haben direkt eingeräumt: Mangelnde Erfahrung, weil das nicht ihr Tagesgeschäft sei.

      Man hat mir aber direkt beim Einbürgerungsgespräch gesagt, dass eine Einbürgerung nicht vor den Wahlen (die sind ja nun schon durch) erfolgen wird. Darauf habe der Kanton direkt hingewiesen. Ist also denke ich noch alles im Plan.

      Also: Auch in einer konservativen geprägten Gemeinde ist die Einbürgerung überhaupt kein Problem. Lasst euch da nicht wild machen. Und auch wenn ich die politische Einstellung meines Gemeinderats nicht teile (und das wissen sie): Die waren immer komplett fair zu mir. So wie es eben sein sollte. Und dass die wenigen negativen Fälle hohe Wellen schlagen, ist ja auch normal. Aber das ist nicht die Regel.

      Gruss,
      Jan
    • Ich hatte gestern bereits die Bestätigung über die Zahlung der Steuern in der Post (hatte vorgestern per Mail nachgefragt). Heute kam dann noch die Bestätigung des Sozialdienstes (Angefragt via Gemeindeverwaltung). Da haben die sich tatsächlich einen Werktag Zeit gelassen. Typisch Staatsangestellte... :CH:

      Achja: Gebühren 0 CHF
    • Das geht explizit nicht. Alle Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wenn der Antrag gestellt wird. Und wenn die Voraussetzungen zwischendurch nicht mehr erfüllt sind, musst du aktiv informieren. Sonst können sie Jahre nach der Einbürgerung noch alles wieder für nichtig erklären.
    • Ich wurde heute inoffiziell darüber informiert, dass man die Bundesbewilligung erhalten habe. Es erfolge nun eine letzte strafrechtliche Überprüfung durch den Kanton - das machen sie offenbar gerne und repetitiv alle paar Wochen nochmal. Da in den letzten Wochen (die letzte Prüfung war im Februar) keine Einträge entstanden sein sollten, sollte das wohl klappen.

      Gemäss dieser inoffizieller Informationen soll ich mich darauf vorbereiten, dass ich im April in der Gemeindeverwaltung vorbeikommen soll und eingebürgert werde. Was soll ich sagen: Ein komplexer Vorgang eine solche CH-Einbürgerung, aber alle super freundlich, keine Probleme und es scheint alles klappen. Einfach nicht die ganzen Horrorgeschichten glauben, die man so hört. Meine Gemeinde ist echt super und fair.

      :CH:
    • Hallo Jan,

      ich glaube nicht, dass die Behörden etwas Schlimmes gefunden haben. Es sei denn du hast noch irgendwo drei Ehefrauen und zehn Kinder versteckt ;)
      Im Ernst: wir warten auch schon seit Mitte/Ende März auf eine Rückmeldung der Basler Behörden. Die gleiche Angelegenheit hat in der Vergangenheit ein paar Tage bis max. zwei Wochen gedauert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es an Corona liegt. Die Behörden haben aktuell einfach andere Prioritäten.

      Ausserdem wären die Eidgenossen schön blöd, wenn Sie dich nicht einbürgern würden!


      VG basileus