Mit Deutscher Freundin zusammenziehen

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    • Mit Deutscher Freundin zusammenziehen

      Hallo zusammen.

      Ich bin neu hier und froh dieses Forum gefunden zu haben.

      Ich habe folgende situation und finde nirgends passende antworten dazu:

      Ich bin Schweizer und wohne noch im Kanton Graubünden und meine Freundin ist Deutsche und wohnt noch in Deutschland in der nähe von Lörrach. Nun haben wir uns entschieden das wir in den nächsten Monaten in der Region Basel eine Wohnung suchen und zusammenziehen.

      Nun folgende Fragen:

      Meine Freundin hat einen Job in Deutschland und würde diesen gerne behalten. Kann sie in die Schweiz umziehen, mit mir zusammen eine Wohnung teilen und trotzdem 10km entfernt in Deutschland arbeiten? Ist es möglich so für sie eine Aufenthaltsbewilligung zu bekommen?

      Wie verhält es sich wenn sie den Job in Deutschland fürs erste behält, in die Schweiz zieht und in den folgenden Monaten erst (ungerne) in der Schweiz einen Job sucht?

      Wäre es einfacher wenn ich zu ihr nach Deutschland grenznahe Auswandere, aber mir einen Job nahe der grenze in der Schweiz suche und quasi als Schweizer in Deutschland lebe und als Grenzgänger in der Schweiz arbeite? Was würden mir so für Nachteile entstehen? Oder sogar Vorteile?

      Vielen dank für eure hilfe und tipps.
    • Hoi Steinbock,

      an sich kann sie "problemlos" in die Schweiz ziehen, solange ihr Gehalt ausreicht, um Ihren Lebensunterhalt alleine zu bestreiten. In dem Fall wird sie eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Falls es nicht ausreicht und ihr eine langfristige Perspektive habt, kannst Du auch eine schriftliche Verpflichtung zur Unterhaltssorge mit einreichen. Hier musst Du halt bedenken, dass falls es nicht klappt, Du trotzdem verpflichtet bist Ihr den Unterhalt in der Schweiz zu bezahlen.

      Hinzu kommen natürlich noch steuerliche Aspekte, da sich wahrscheinlich der Lebensmittelpunkt Deiner Freundin in die Schweiz verschiebt.

      Viel Glück!
    • Da gibt es tatsächlich ein paar Fallstricke...die Deutschen sind da sehr erfinderisch...

      Wenn die Freundin in die Schweiz zieht und ihre bisherige Stelle beim deutschen Arbeitgeber behält, wird sie es in Deutschland versteuern müssen. Dazu gibt es den Begriff der fiktiven Steuerpflicht in Deutschland. Eine "günstige" Quellensteuer gibt es nicht.

      Ziehst Du nach Deutschland, wirst Du dort ganz normal steuerpflichtig. Für den Fall einer (Grenzgänger-)Tätigkeit in der Schweiz greift dann wohl der (halbe) Quellensteuer-Satz, der kann in der deutschen Steuererklärung in Ansatz gebracht werden, aber es wird zu einer erheblichen Zahllast kommen. Sollten weitere Einnahmen z.B. Kapitalerträge in der Schweiz (oder anderswo) entstehen, müssen diese in Deutschland versteuert werden. Kapitalertragssteuer liegt bei 25% und ist keine Verrechnungssteuer. Andere Einnahmen (mit Ausnahme von Immobilienerträgen (die immer am Ort der Liegenschaft zu versteuern sind)) zum persönlichen Satz....bei einem "normalen" Gehalt in der Schweiz dürfte das meist der Spitzensteuersatz für die Zusatzeinnahmen sein, also 42%.

      Rein steuerlich dürften Vorteile immer nur mit der Verlagerung in die Schweiz entstehen, sowohl Wohnsitz als auch Arbeitsort. Erwerbseinkommen sind in Deutschland durch Steuern und Abgaben weltweit mit am höchsten belastet, da ergeben sich nur in ganz speziellen Fällen Vorteile.
    • Im Bezug auf ihre beruflichen Perspektiven, dass kommt auch sehr darauf an in welchem Bereich sie arbeitet und was sie gelernt hat. Nicht in allen Berufen sind die Möglichkeiten und Jobchancen besser als in Deutschland.
    • Sie ist gelernte Werkzeugmechanikerin (In der Schweiz Polymechaniker).

      Ich bin gelernter Logistiker (Lagerist) und arbeite zurzeit als Leidenschaftlicher LKW Fahrer.

      Also ich habe das Gefühl das ich in Deutschland auf keinen grünen Zweig kommen würde, aber ich denke sie in der Schweiz schon als Polymechaniker.
      Vor allem wenn es irgendwann mal Familie geben sollte und alles von meinem Einkommen abhängt denke ich würde es in Deutschland eng werden.
    • Hallo zusammen,

      Ich lese immer noch täglich hier im Forum mit und möchte euch nun mitteilen wie es aktuell bei uns steht, sobald wir das durchgezogen haben bin ich auch gerne bereit anderen Tipps zu geben und unsere Erfahrungen zu teilen.

      Also wir haben uns nun entschieden etwa auf Oktober hin in Rheinfelden Schweiz zusammenzuziehen. Meine Freundin hat sich nun entschieden das sie ihren Job als Werkzeugmechanikerin in Deutschland behalten will und als Grenzgängerin „Falschrum“ zu Arbeiten. Der Hauptgrund für ihren Entscheid ist das wir in wenigen Jahren gerne zusammen Kinder wollen und Deutschland den besseren Mutterschutz hat als die Schweiz, sowie mehr Ferien, Feieretage, attraktiveres Krankenkassensystem usw. sie meint das wir/sie so besser fahren, zwar nicht finanziell aber sonst mit den Rahmenbedingungen. Ich bin mir da nicht so sicher aber das ist ihr Entscheid wir haben ja nix zu verlieren und wenn das so gar nicht funktioniert kann sie später immer noch einen Job in der Schweiz suchen.

      Ich halte euch gerne weiterhin auf dem laufenden wie dieser eher spezielle Weg verläuft und nehme auch gerne eure Meinungen oder Tipps entgegen.
    • Eindeutig Elternzeit und natürlich Elterngeld. Da ist die Schweiz leider noch etwas hinterher.
      Während der Elternzeit (also wenn aie igren Job behält und in Elternzeit geht) kann deine Freundin weiterhin in DE gesetzlich versichert bleiben. Sie wird von der KVG von der schweizerischen Versicherungspflicht befreit, bekommt eine Versichertenkarte von der KVG und kann somit in der Schweiz immer Ärzte aufsuchen, diese rechnen dann mit der KVG und die wiederum mit der deutschen Versicherung ab.
      Eine Zusatzversicherung sollte trotzdem gemacht werden. Alleine schon wegen der Tatsache, dass es die Auslandskrankheitsfälle im Urlaub abdeckt. Ihr denkt, dass könnt ihr mit einer günstigen deutschen Auslandskrankenversicherung, die ihr evtl. sogar noch habt abdecken? Nein. Sobald der Wohnort ins Ausland verlegt wird, gelten ALLE in DE abgeschlossenen Auslandskrankenversicherungen nicht mehr. (Auch ADAC kann ohne Wohnsitz in DE keine Versicherung weiter ambieten). In der Schweiz würde nach jetzigem Stand auch nur die Helsanaals Zusatzversicherung in Frage kommen. Alle anderen Versicherungen setzen eine schweizer Grundversorgung voraus um eine Zusatzversicherung abschließen zu können. Aber das ist ja schon wieder ein anderes Thema.

      Also wenn es möglich ist und ihr in absehbarer Zukunft Kinder plant, sollte sie drüben bleiben.

      Wenn allerdings erst in .....5 Jahren oder so Familie geplant ist und sie nicht an ihrer beruflichen Ausübung hängt, würde ich in der Schweiz arbeiten, Geld beiseite sparen und nach der Entbindung halt riskieren, dass der AG sich nicht auf unbezahlten Urlaub einläsdt und sie sich dann eben nach 1-2 Jahren was neues sucht. Wenn sie den überhaupt nach Entbindung daheim bleiben will. Wenn sie nach 12 Wochen (ich glaube in der Schweiz sind es 12 Wochen) wieder arbeiten will....dann ab in die Schweiz.

      Kindergeld ist seit Januar 2020 in der Schweiz höher als in DE. Daher fällt der Papierkram mit Ausgleichszahlung weg.


      Wenn ihr noch Fragen dbzgl. habt....meldet euch. Hab das alles frisch durch :D
    • Also im Dokument der AHV vom 1. Januar 2020 (ahv-iv.ch/p/6.08.d) sind durchaus auch Kinderzulagen von nur 230 CHF gelistet (keine Ahnung, ob das stimmt). Der Bund hat IMHO die 200 CHF als Minimum definiert. Das war zumindest so, als ich den Kurs der AHV besuchen "durfte". Ist aber ein wenig her...
    • jan82 schrieb:

      Also im Dokument der AHV vom 1. Januar 2020 (ahv-iv.ch/p/6.08.d) sind durchaus auch Kinderzulagen von nur 230 CHF gelistet (keine Ahnung, ob das stimmt). Der Bund hat IMHO die 200 CHF als Minimum definiert. Das war zumindest so, als ich den Kurs der AHV besuchen "durfte". Ist aber ein wenig her...
      jaa schon....aber was ich meine....auch wenn es "nur" 230 CHF sind ...es ist immer noch mehr als in DE. Und 230 CHF sind es mindestens