Hilfe! Entsendung in die Schweiz

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    • Hilfe! Entsendung in die Schweiz

      Hallo aus Hamburg,
      ich habe eine Frage. Mein Chef hatte die grandiose Idee mich mit der Aufgabe zu betrauen, für einen Kollegen die Entsendung in die Schweiz zu koordinieren.

      Vor mir türmen sich gerade die schweizer Alpen auf ;)

      Hat das von euch schon einmal jemand gemacht oder eine Agentur beauftragt? Der Kollege bleibt wahrscheinlich länger in der Schweiz, um ein Projekt zu beenden. Ich steige jetzt schon nicht durch die Fristen, etc. durch. Darf er einfach einreisen oder muss vorher alles geklärt sein?

      Ich soll meinem Chef ungefähr sagen, wie viel ihn das kosten würde und ich kann das null einschätzen. Weiß jemand wie teuer das ungefähr werden kann?

      Habt ihr einen Tipp, an wen ich mich wenden kann? Irgendwelche Empfehlungen?

      Vielen Dank!

      Hannes
    • Ich versuche mich daran zu erinnern wie das bei mir ablief.

      Zunächst mal ist es problemlos möglich für Workshops, Meetings usw. sich tage- bis wochenweise in der Schweiz aufzuhalten, hier wird ausgegangen dass man im Wesentlichen für den deutschen Arbeitgeber beschäftigt ist. Die Gesamtdauer darf eigentlich 90 Tage im Jahr nicht überschreiten, ich vermute aber mal dass das niemand wirklich kontrolliert, ich habe insgesamt bei meinen Einreisen mit Zug vielleicht 2 oder 3 mal überhaupt Zoll-, bzw. Grenschutzbeamte gesehen und habe noch nie einen Ausweis oder Reisepass vorzeigen müssen. Trotzdem muss man sich natürlich an die Gesetze und Vorschriften halten ;-).
      Ist man nach Arbeitnehmerüberlassungs- oder Entsendegesetz beschäftigt "Bodyleasing ;-)", so benötigt man von der deutschen Rentenversicherung eine A1 Bescheinigung für die avisierten Aufenthalte, die kann leider nicht pauschal ausgestellt werden und muss eigentlich immer wieder neu beantragt werden. Auch diese musste ich bisher noch nie vorzeigen. Die A1 Bescheinigung weisst eigentlich nur nach dass man in Deutschland versicherungspflichtig beschäftigt ist und in der Schweiz keinerlei Ansprüche auf irgendetwas hat oder gar erwirbt ;)
      Bisher bin ich immer unter der 90 Tage Grenze geblieben, ich vermute aber dass es dann deutlich komplizierter wird.
      Aber hier kann auch sicherlich die Schweizer Firme zu der entsendet wird weiterhelfen.

      Diesen Link kennst du bestimmt schon? entsendung.admin.ch/cms/content/info/faq
    • Guten Morgen, das erinnert mich an Südamerika, da existiert ein lebhafter 90-Tage-Tourismus, eine kleine Reisebüro-Industrie zwischen Ländern wie zum Beispiel Chile und Argentinien. Immer für ein Tag aus dem Land und schon beginnen die 90 Tage von Anfang. Bolivien bildet die Ausnahme. Als ich noch kein Aufenthaltsrecht dort hatte, bin ich auch alle 90 Tage ausgereist, entweder nach Buenos Aires im Hotel in die Badewanne, weil sowas gab es auf der Farm nicht, oder nach Lima.

      Die Schweiz hat zur Vermeidung dieser Art Tourismus wohl einen "Puffer" eingebaut.
      Du schreibt von einem Jahr, die Seiten vom CH-Infodienst schreiben;

      Sie haben die Möglichkeit, die Gesamtdauer Ihrer Aufenthalte im Schengenraum, die gesamthaft maximal 90 Tage innerhalb von 180 Tagen betragen darf, mit dem Aufenthaltsrechner zu berechnen.
      eda.admin.ch/eda/de/home/einre…inreiseundaufenthalt.html

      Das Programm dient zur Berechnung des kurzfristigen Aufenthalts von höchstens 90 Tagen je Bezugszeitraum von 180 Tagen von visumpflichtigen und visumbefreiten Drittstaatsangehörigen im Schengen-Raum.
      sem.admin.ch/content/sem/de/ho…e/aufenthaltsrechner.html

      Könnte aber auch problematisch werden, wenn man ohne Arbeitsvertrag zum Bleiben in die Schweiz einreist. Generell ist der Gedanke sogar verlockend, 3 Monate Schweiz, dann Tapetenwechsel in einem anderen Land für 3 Monate und dann geht es wieder in die Schweiz. So ein Frischemodell hatte ich mal innerhalb eines Landes zwischen zwei Städten mit 300km Distanz. Es stört mich der zeitliche Druck, wie lange war Anja ohne Job, 8 Monate? Jedenfalls länger als 3 Monate und ich habe keine Ahnung, was mich jobtechnisch in CH erwartet.

      @Hannes, meine Zeilen bringen Dich als Übersiedlungs-Koordinator nicht wirklich weiter, :/ ich war schlichtweg im *Schock* als ich diese 90 Tage Regel heute offensichtlich erstmal richtig wahrgenommen habe, viel Erfolg mit Deiner "grandiosen" Aufgabe. :)
      ***************
      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • Hoi Hannes

      HannesWurst schrieb:

      Mein Chef hatte die grandiose Idee mich mit der Aufgabe zu betrauen
      Hast du so etwas schon mal gemacht? Bzw in welchem Bereich bist du denn tätig? HR?

      Der Link von fillg1 ist schon mal richtig gut. Ich habe noch das hier (klick) gefunden. Hättest du aber auch bei Google gefunden.

      Ein paar Sachen fallen mir spontan ein:
      - Arbeitserlaubnis muss eingeholt werden von den Schweizer Behörden. Ich habe das schon mehrfach bei Kunden erlebt, als Spezialisten aus Deutschland vor Ort kommen mussten. Die Einholung der Erlaubnis hat meistens 1 bis 2 Wochen gedauert, wobei wir hier von global tätigen Unternehmen sprechen. Dort weiss HR im Normalfall, wie man so etwas beantragt.
      - Die Dauer der Entsendung ist wichtig, wie Amadeus und fillg1 schon richtig geschrieben haben. Geht es um einen Monat, drei Monate, ein Jahr?
      - Ein ganz entscheidender Punkt ist das Salär (deutsch: Gehalt). Dort sollte man die Mindestlöhne beachten bzw die übliche Lohnspanne einhalten (in einem Bereich ohne Mindestlohn).

      Da du keinen Angaben gemacht hast, in welchem Bereich du tätig bist, kann ich dir leider nicht mehr Informationen geben.
      Falls du das nebenbei aufs Auge gedrückt bekommen hast von deinem Chef und eigentlich gar nichts mit HR/Administrativem zu tun hast: schicke es dankend wieder zurück an den Absender...


      VG basileus
    • Das ist alles ganz easy. Unser Lieferanten gehen auf

      meweb.admin.ch/meldeverfahren/

      und melden das (diese URL kommunizieren wir denen). Ging meist problemlos, sofern die Lieferanten nicht "negativ bekannt" sind (das hatten wir leider schon und dann hast du fast keine Chance). Und natürlich bekommen die Mitarbeiter für die Zeit in der Schweiz einen Schweizer Lohn sowie das Hotelzimmer und den Transfer gezahlt (das lassen wir uns vertraglich zusichern, weil sonst der Zoll bei uns auf der Matte steht - und das stand er schon einmal, aber es war alles gut). Zudem zahlen wir auch Schweizer Preise an die Lieferanten - das ist also nur fair.

      Wenn es super eilig ist, haben wir auch schon Kontakt mit eu_immigration@sem.admin.ch aufgenommen (für den Lieferanten) und die haben das gebührenpflichtig beschleunigt. Aus eigener Erfahrung sollte man das ganze aber eher als "lieben Wunsch" statt als "umzusetzende Forderung" formulieren. Wir hatten da einen etwas ungünstigen Start mit denen, weil ein Mitarbeiter den auf ihm lastenden Druck (der nicht zuletzt auf Grund seiner Planungsqualitäten aufgekommen ist), direkt versucht hat an die Behörde weiterzugeben. Das ist menschlich aber natürlich nicht gut. Ist aber nichts, was eine Schachtel Pralinen und ein lieber Anruf nicht wieder in den Griff bekommen. Achja: Und die Pralinen schickt man erst nachdem der Vorgang abgeschlossen ist :saint: