Entscheidungshilfe

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    • Entscheidungshilfe

      Hallo zusammen,

      ich hadere immer mehr mit dem Gedanken in die schöne Schweiz auszuwandern. Wenn ich allerdings lese welche Hürden zu meistern sind, bekomme ich ein bisschen bammel.

      Vorab zu mir:

      Alter: 45, geschieden
      Beruf: Informatiker (mit vielen, vielen zusätzlichen "Scheinen")
      Partnerin: Medizintechnische Laborangestellte. Sie würde mitkommen.
      Ich komme Ursprünglich aus dem Schwarzwald nähe der Schweizer Grenze. Die Schweizer Sprache ist mir also geläufig. Aktuell lebe ich in FFM.

      Durch meinen aktuellen Job habe ich ab und an Kontakt in die Schweiz. Ich konnte schon oft heraushören, dass in der Schweiz IT Fachleute gesucht sind.
      Nun meine Fragen:

      - Werden wirklich ITler (Systemadmin) gesucht. Gehalt?
      - Wie schauts im medizinischen Bereich aus?
      - Wird man als "Ausländer" wirklich nur schwer akzeptiert? Ich würde mich schon auch wohlfühlen wollen :)
      - Welche ist die grösste Hürde, die es zu meistern gilt?

      Ich habe schon ein paar mal gelesen, dass sich der neue Arbeitgeber um eine Unterkunft kümmert. Ist das so üblich? Wenn nicht wirds schwer, oder? Ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit.

      Ich stehe ganz am Anfang meiner planung. Es wäre sensationell wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen würdet.

      Gruß, Sven
    • Hi Sven,

      ich persönlich sehe ehrlich gesagt gar keine Probleme ;)

      Bezüglich der IT Information, können andere mehr aussagen treffen @basileus. Allgemein höre ich immer wieder, dass sich die MEdizin-Branche über jeden freut, der hier arbeiten möchte.

      Bei der Akzeptanz habe ich auch keine Probleme, aber hier gibt es starke regionale Unterschiede (wie auch in Deutschland). Die Kantone Uri und Schwyz sollen nicht ganz so freundlich sein, aber in Aargau und Zürich hatte ich NIE Probleme. Ganz im Gegenteil sind mir Leute entgegengekommne, indem sie hochdeutsch geredet haben.
      Anfeindungen, Beleidungen, Stolpersteine aufgrund des Ausländer daseins habe ich persönlich noch nie erlebt.

      Die grösste Hürde.... mhhmmmm... die Kartons packen und den Umzug organisieren inklusive Auto-Ummeldung. Der ganze Rest läuft eigentlich fast von alleine ab.

      Mein Arbeitgeber hat nicht geholfen, ausser mir Links zu einschlägigen Wohnungsbörsen zu schicken. Aber auch hier gibt es keine Probleme. Erneut kommt es darauf an, wohin Du ziehen möchtest. In ländlichen Regionen ist es recht unkompliziert ein Domizil zu finden. Grossstädte wie Zürich sind da schon ein anderes Pflaster, aber auch hier klappt das (eigene Erfahrung ;))

      Wie Du auch in den Ratgebern hier findest, ist der Ablauf: Arbeitsvertrag -> Mietvertrag -> Umzug -> Aufehthaltstitel -> Versicherungen, Handy, Internet, Konto,.......


      Viel Erfolg
    • Hallo Sven

      Zu Deinen Fragen erlaube ich mir direkt zu antworten, da ich in Deiner Branche unterwegs bin:

      1. Ja, es werden viele ITler gersucht. Systemadmins natürlich auch. Einige Stellen werden aber auch ausgelagert - das gibt's aber in Deutschland auch. Das mit dem Gehalt kommt natürlich extrem darauf an. Ich würde da den Lohnrechner konsultieren (lohnrechner.ch/#calculator). Das passt meistens ganz gut. Ganz grob gehe ich mal von etwa 8.000 CHF pro Monat (x13) bei abgeschlossener Berufslehre ohne Kaderfunktion aus - im Kanton Bern. Wenn Du dann etwas Führungsverantwortung übernimmst, liegst du natürlich drüber. Lässt sich aber schwer pauschalisieren. Dazu kämen bei uns noch Zuschläge für Nachtmigrationen, Wochenenden und/oder Feiertage. Das übliche Spiel.
        Auf die "Scheine" lege ich bei Einstellungen übrigens nur dann Wert, wenn ich weiss, dass der Schein Subtanz hat. Wenn mir da jemand 20 Scheine auf Level "Einstieg" in unterschiedlichsten Bereichen vorlegt, sagt das für mich einfach wenig aus. Oder um es anders zu sagen: Eine Cloud Produkte Vertriebsschulung oder irgendein Projektmanagement Kurs werte ich da entschieden anders als einen Profi, der bspw. als Cisco Certified Architect um die Ecke kommt - auch wenn der nur einen Schein hat. Und alle Scheine ohne Prüfung oder nur mit Online Prüfung schaue ich mir nichtmal an.
      2. Naja, gesucht wird natürlich auch da. In Frauenfeld ist das Spital bspw. gerade neu eröffnet und die Suchen extrem - auch nach Informatikern. Wie es da aber in der Corona Krise mit Einstellungen aussieht: Keine Ahnung. Ich könnte da aber Kontakte herstellen, wenn Du Interesse hast. Du hast natürlich bei einer Anstellung im öffentlichen Bereich die üblichen Vor- und Nachteile.
      3. Da kommt es auf Dich an. Generell haben Schweizer einfach ihren Sensor etwas feiner eingestellt. Da Du aus dem Schwarzwald kommst, bist Du von der Mentalität ja schon näher dran als ich als Norddeutscher. Für mich war das durchaus eine Umstellung. Aber: Das ist alles machbar. Wer sich integrieren möchte, der wird sich integrieren. Wer jedes Wochenende damit verbringt zum Einkaufen und Freunde treffen über die Grenze zu fahren und den Schweizern versucht die Welt zu erklären: wahrscheinlich eher weniger. Eine Auswanderung heisst einfach Arbeit. Da muss man etwas Zeit und Mühe investieren, damit das gut kommt. Und eine Garantie gibt es natürlich nicht.
      4. Ich wüsste keine. Ich erachte die Schweiz auch nicht als besonders kompliziert für eine Auswanderung. Versuche einfach schnell Freunde zu finden - auch ausserhalb der Arbeit. Der Rest kommt dann schon gut. Wer sich heimisch fühlt ist meist auch Erfolgreich.


      Gruss,
      Jan

      PS: Bei der Wohnung würde ich nicht helfen, wenn es keine guten Gründe gibt.
    • Vielen Dank für die Antworten :)

      Das klingt ja erstmal alles nicht soooooo schlimm.

      Wie wertvoll meine Scheine (13 im Microsoftbereich; MSCA, MSCE, MCITP, MCT und einen Linux LPIC, diverse Firewall und Softwareschulungen speziell im Dentalen Umfeld, Röntgentechniker) in der Schweiz sind kann ich nicht beurteilen. In Deutschland waren sie bisher immer ein guter Türöffner.
      Natürlich gibt es eine Abgeschlossene Ausbildung (FiSi) und 20 Jahre Berufserfahrung.

      @jan82 gerne kann ein Kontakt hergestellt werden
    • cyberjojo schrieb:

      - Werden wirklich ITler (Systemadmin) gesucht. Gehalt?
      - Wie schauts im medizinischen Bereich aus?
      - Wird man als "Ausländer" wirklich nur schwer akzeptiert? Ich würde mich schon auch wohlfühlen wollen
      - Welche ist die grösste Hürde, die es zu meistern gilt?
      Hoi Sven,

      Jan hat dir schon viele Fragen beantwortet. Ich gebe nochmal meinen Senf dazu:
      - Gehalt ist schwierig einzuschätzen. Der Zertifikate deuten auf einen Windows-lastigen Sysadmin hin. Ich denke mit 100k Jahresgehalt kannst du in dem Bereich rechnen. Aktuell geht dort der Trend mittlerweile zu Azure, aber ich denke das weisst du schon.
      - Medizin kann ich dir leider nicht direkt sagen. Ich habe Kunden im Medizintechnik-Bereich, und die haben auch interne IT-Abteilungen. Allerdings geht der Trend dort vermehrt eher zu Outsourcing
      - Bzgl Ausländer sein: es kommt wie oft auf einen selber an. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Verkehrt ist es auf jeden Fall, die Schweiz als den kleinen Bruder Deutschlands mit nettem Akzent zu sehen. Offen sein für die Kultur, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und ein gesunde Portion Realität hilft auch in der Schweiz ungemein ;)
      - die grösste Hürde im Moment ist sicherlich Corona. Danach wird es für dich auf folgendes ankommen: mach dir klar, warum du in die Schweiz möchtest. Arbeitgeber hören gerne, dass man sich damit ausgehend beschäftigt hat und nicht nur das Geld eine Rolle spielt. Freunde in der Schweiz oder längere Urlaube hier sind sicherlich ein gutes Stichwort.

      Aus meiner eigenen Erfahrung als Manager kann ich dir sagen (und damit Jan bestätigen): eine Zertifizierung sagt oftmals nicht viel aus. Es kommt darauf an, was es für eine Zertifizierung ist. Ich hatte genügend Bewerber, die sich selber für die Krone der Schöpfung hielten (aber nicht mal 2+2 zusammen zählen konnten). Eine gewisse Demut über sein eigenes Können ist in der Schweiz auf jeden Fall nicht verkehrt.
      Das ist einer der Punkte, die ich schon öfter von Schweizern gehört habe über Deutsche: zu grossspurig, meinen sie können schon alles etc.
      Es gibt ein schönes Buch über die Auswanderung in die Schweiz. Evtl hat @Maik das schon irgendwo auf dem Blog verlinkt. Da ist gut erklärt, dass "der Schweizer" mitunter Minderwertigkeitskomplexe hat gegenüber "dem Deutschen", u.a. auch aufgrund der Sprache.

      So, dass erstmal auf die Schnelle...


      VG basileus
    • Vorweg: Ich lebe mein ganzes Leben in der Schweiz und hasse Schweizer, deshalb verzeih mir, wenn ich voreingenommen wirke:

      Ich habe schon ein paar mal gelesen, dass sich der neue Arbeitgeber um eine Unterkunft kümmert. Ist das so üblich? Wenn nicht wirds schwer, oder? Ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit.

      Vermittlungsbüros geben damit gerne an, ob das stimmt weiss ich nicht, aber du kannst eine Wohnung auch ohne Job finden. Normalerweise werden Wohnungen von den jeweiligen Verwaltungen online beworben => wenn du dich auf eine Wohnung bewirbst, dann prüfen die Verwaltungen deine Zahlungsmoral (Wirschaftskammer nachfragen ob offene Rechnungen da sind und einen Betreibungsregisterauszug). Bessere Chancen hast du bei Privaten (wo keine Verwaltung involviert ist).

      Werden wirklich ITler (Systemadmin) gesucht. Gehalt?


      Ich bin Programmierer, weshalb ich nicht viel über Systemadmins sagen kann, aber es war nie schwer einen Job zu finden (innerhalb eines Monats). Die meisten IT-Jobs sind im Raum Zürich angesiedelt.

      Wird man als "Ausländer" wirklich nur schwer akzeptiert? Ich würde mich schon auch wohlfühlen wollen


      Keine Ahnung: Ich verkehre nicht mit Schweizern: Mein Boss ist ein Deutscher; Meine Arbeitskollegen sind Deutsche. Meine Freunde sind meistens Deutsche oder Albaner. Ich hatte noch nie einen Schweizer Arbeitgeber.

      Ich empfehle dir einen Job bei einem Deutschen zu holen. Neben Deutschen einzuziehen.
    • Ziehe in die Schweiz...aber bleib unter deinesgleichen.
      .beruflich wie privat..
      ja..das heisst für mich bestimmt nicht...in die Schweiz ziehen lieber shvicer....dafür zieht man nicht unbedingt in ein anderes Land...oder? Wenn ich unter meiner Kultur bleiben möchte...ich gebe ja zu...es ist nicht leicht in regelmässigen Kontakt zu treten mit Schweizern...aber der Austausch ist doch eine tolle Herrausforderung....oder nicht?
    • basileus schrieb:

      Aus meiner eigenen Erfahrung als Manager kann ich dir sagen (und damit Jan bestätigen): eine Zertifizierung sagt oftmals nicht viel aus. Es kommt darauf an, was es für eine Zertifizierung ist. Ich hatte genügend Bewerber, die sich selber für die Krone der Schöpfung hielten (aber nicht mal 2+2 zusammen zählen konnten). Eine gewisse Demut über sein eigenes Können ist in der Schweiz auf jeden Fall nicht verkehrt.
      Das ist einer der Punkte, die ich schon öfter von Schweizern gehört habe über Deutsche: zu grossspurig, meinen sie können schon alles etc.
      Es gibt ein schönes Buch über die Auswanderung in die Schweiz. Evtl hat @Maik das schon irgendwo auf dem Blog verlinkt. Da ist gut erklärt, dass "der Schweizer" mitunter Minderwertigkeitskomplexe hat gegenüber "dem Deutschen", u.a. auch aufgrund der Sprache.

      Ja, da gibt es ein paar empfehlenswerte Bücher. Meine persönlichen Empfehlungen habe ich hier zusammengefasst: Buchtipps für die Auswanderung in die Schweiz. Besonders empfehlenswert in dem Kontext finde ich "Der feine Unterschied" und "Gebrauchsanweisung für die Schweiz". Vor allem ersteres ist fast ein Muss für jeden Schweizauswanderer, damit es nicht so rauskommt wie bei shvicer. Meine persönliche Meinung dazu: "Integration ist zwar keine Einbahnstrasse, aber die Initiative und die passende Einstellung muss vom Ausländer kommen. Man wird sich nie mit allen vertragen, aber das tut man auch nicht in der Heimat." Sorry musste mal wieder raus. ;)

      Schöne Grüsse
      Maik
    • shvicer schrieb:

      Vorweg: Ich lebe mein ganzes Leben in der Schweiz und hasse Schweizer,
      Verzeihen fällt mir da schwer. Ich fühle eher so eine Mischung aus Verwunderung, Entsetzen und auch ein klein wenig Mitleid bei einer solchen Aussage. Ich wünsche Dir aber aufrichtig, dass du vielleicht einmal bessere Erfahrungen mit Schweizern machen wirst.
    • Ziehe in die Schweiz...aber bleib unter deinesgleichen.

      Das ist nichts ungewöhnliches. Man hilft sich halt gegenseitig aus. Ich habe für einen Kollegen einen Portugiesen aufgenommen, der 2 Monate auf meinem Sofa geschlafen hat, bevor er eigenständig sich hier aufhalten konnte (=hatte einen Job, aber noch kein Geld für eine Wohnung).

      Ich hätte mich ev. klarer ausdrücken sollen: Das sollte als Sprungbrett dienen. Es ist auch leichter, wenn man anfangs jemanden hat, der die gleiche Sprache spricht. Naja, als Deutscher muss man nicht unbedingt Schweizerdeutsch können. Die Schweizer sprechen meistens relativ gut Hochdeutsch und notfalls kann man einfach Hochdeutsch sprechen und Schweizerdeutsch verstehen.

      Ich wünsche Dir aber aufrichtig, dass du vielleicht einmal bessere Erfahrungen mit Schweizern machen wirst.


      Hassen war wohl der falsche Ausdruck: Ich mag generell nicht den "typischen Schweizer". Selbstverständlich habe ich schweizer Kollegen und einige der besten Menschen, die ich je getroffen habe, waren Schweizer.


      Integration ist zwar keine Einbahnstrasse, aber die Initiative und die passende Einstellung muss vom Ausländer kommen. Man wird sich nie mit allen vertragen, aber das tut man auch nicht in der Heimat.

      Ich würde mich sogar als assimiliert bezeichnen. Sogar Schweizer selbst mögen keine Schweizer ;) Ohne meinen Ausweis, würde wohl niemand auf die Idee kommen, dass ich kein Schweizer bin.

      Vor allem ersteres ist fast ein Muss für jeden Schweizauswanderer, damit es nicht so rauskommt wie bei shvicer.


      Ich bin kein Deutscher und ich bin auch nicht aus Deutschland eingewandert. Ich bin erst "frisch" aus der Lehre und überlege mir eigentlich nach Deutschland oder in die USA umzuziehen.
    • Werden wirklich ITler (Systemadmin) gesucht. Gehalt?

      Ich habe vorhin vergessen den letzten Teil deiner Frage - bezüglich Gehalt - zu beantworten:

      Es ist sehr unterschiedlich. Deine Arbeitskollegen werden dir den Lohn nicht verraten. Es ist allgemein hier unüblich über sein Gehalt zu sprechen.
      Jedenfalls kommt es auch auf das Unternehmen an: Einige Unternehmen haben Lohnmodelle => Sie berechnen deinen Lohn anhand deiner Ausbildung, Alter, Kinder etc. pp.
      Bei anderen Unternehmen ist es Verhandlungssache => Dein Arbeitgeber wird versuchen, dir das "minimum" zu geben, damit du zufrieden bist (ich glaube das ist überall so).

      Ich kann nur über mich selbst sprechen: Ich bin 25; 2 Jahre Berufserfahrung (7 mit der Lehre zusammengerechnet) und mein Gehalt ist leider ziemlich sch..lecht. (8000chf * 13 + 300chf * 12 im Jahr).

      i.imgur.com/FGSiEoV.png

      Und das im Raum Zürich! Ein Kollege von mir (gleiche Bedingungen) verdient in Luzern, was nicht so reich ist wie Zürich, bereits 9700chf * 13.

      Einige Unternehmen geben auch einen Bonus (meistens 1-6 Monatslöhne) je nachdem ob du deine Ziele für das Jahr erreicht hast.
    • shvicer schrieb:

      Ich bin 25; 2 Jahre Berufserfahrung (7 mit der Lehre zusammengerechnet) und mein Gehalt ist leider ziemlich sch..lecht. (8000chf * 13 + 300chf * 12 im Jahr).
      Du verdienst mit 25 Jahren CHF 107'600.- pro Jahr und bezeichnest das als schlecht??? Sorry, mir ist grad das Weggli aus der Hand gefallen beim Lesen...
      Von diesem Gehalt können viele andere nur träumen. Vermutlich hast du bisher keine Familie o.ä. Mit über 100k Jahresgehalt solltest du wohl problemlos mit dem Geld über die Runden kommen.

      Der Rest deines Posts spricht übrigens auch Bände. Ausser im Sales-Bereich gibt es wohl kaum Beruf, in denen 6 Monate Bonus ausgezahlt werden. Und selbst dort ist das in keinem Fall die Regel.
      Zu deinem Kollegen:
      - es gibt nie (!) gleiche Bedingungen. Vielleicht ist die Firma kleiner oder grösser, evtl kann dein Kollege etwas was in unentbehrlich macht etc
      - LU vs ZH: du vergleichst Äpfel mit Birnen. Wenn deine Aussagen stimmen würde, dann dürften in Zürich alle Leute nur mit Mercedes/BMW rumfahren und jeder hat eine 4-Zimmer Wohnung an der Goldküste.
      - mit deinen 107k gehörst du bereits zu den sehr gut verdienenden in deinem Alter. Würdest du bei einem der beiden grossen Einzelhandelsfirmen der Schweiz arbeiten, könntest du von dem Gehalt nur träumen
      - wenn er so viel mehr verdient als du: frag dich erstmal warum das so ist? Und wenn wirklich alles gleich ist: warum bewirbst du dich nicht in seiner Firma? Gute ITler sind immer gesucht.

      Um das Ganze noch etwas mehr ins Verhältnis zu setzen: in Deutschland würdest du mit deinem Alter vermutlich keine 50'000€ verdienen. Nur um dir mal klare Bilder zu verschaffen...


      VG basileus
    • Ich habe beide Bücher, Gebrauchsanweisung für die Schweiz und Der feine Unterschied vor meiner Auswanderung gelesen, sehr zu empfehlen.

      Für die Jobsuche im Gesundheitsbereich ist hospitaljobs.ch, praxisstellen.ch hilfreich, dort werden ab und zu auch Labormitarbeiter gesucht. Unilabs, Labor Team W, Viollier fallen mir als Grosslabore ein.

      Viel Glück bei Eurem Projekt, in dieser nicht so einfachen Zeit.
    • shvicer schrieb:

      Vorweg: Ich lebe mein ganzes Leben in der Schweiz und hasse Schweizer, deshalb verzeih mir, wenn ich voreingenommen wirke:

      Ich habe schon ein paar mal gelesen, dass sich der neue Arbeitgeber um eine Unterkunft kümmert. Ist das so üblich? Wenn nicht wirds schwer, oder? Ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit.

      Vermittlungsbüros geben damit gerne an, ob das stimmt weiss ich nicht, aber du kannst eine Wohnung auch ohne Job finden. Normalerweise werden Wohnungen von den jeweiligen Verwaltungen online beworben => wenn du dich auf eine Wohnung bewirbst, dann prüfen die Verwaltungen deine Zahlungsmoral (Wirschaftskammer nachfragen ob offene Rechnungen da sind und einen Betreibungsregisterauszug). Bessere Chancen hast du bei Privaten (wo keine Verwaltung involviert ist).

      Werden wirklich ITler (Systemadmin) gesucht. Gehalt?


      Ich bin Programmierer, weshalb ich nicht viel über Systemadmins sagen kann, aber es war nie schwer einen Job zu finden (innerhalb eines Monats). Die meisten IT-Jobs sind im Raum Zürich angesiedelt.

      Wird man als "Ausländer" wirklich nur schwer akzeptiert? Ich würde mich schon auch wohlfühlen wollen


      Keine Ahnung: Ich verkehre nicht mit Schweizern: Mein Boss ist ein Deutscher; Meine Arbeitskollegen sind Deutsche. Meine Freunde sind meistens Deutsche oder Albaner. Ich hatte noch nie einen Schweizer Arbeitgeber.

      Ich empfehle dir einen Job bei einem Deutschen zu holen. Neben Deutschen einzuziehen.
      Haß und auch noch pauschalisierend ist häßlich, dumm und verletzend! und auch noch widersinnig in dem Land der "verhaßten Menschen " Ansprüche auf Wohlstand geltend zu machen! Bleiben sie doch in Deutschland, ist für sie bestimmt viiiieeeel besser! Es gibt überall solche und solche Menschen, aber Vorurteile und Haß sind keine guten Begleiter........
    • honigbiene111 schrieb:

      ich bin 43..
      das bist Du vielleicht in 15 Jahren :P :D

      Eine ganze Nation zu hassen ist falsch, obwohl man schnell auf diesem Pfad gelandet ist. Ich hatte mehrere Jahre einen ZBV, (zur besonderen Verfügung), er war Argentinier und ich habe schlechte Erfahrungen mit ihm gemacht und es gab eine eher traurige Trennung des Arbeitsverhältnisses. Er ist der einzige Argentinier, mit dem ich im Leben näher zutun hatte und seitdem mag ich keine Argentinier mehr. Das ist verrückt und erstaunt mich selbst, gerade bei meiner sehr liberalen Denke.
      ***************
      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • Bei meinem letzten Arbeitgeber war ich in Recruiting-Prozesse einbezogen und hatte einige Dossiers von 45-55-Jährigen Bewerbern vorliegen, meist aus mittleren bis grossen Firmen/Konzernen/Banken/Versicherungen kommend, die ihre IT-Abteilungen "verschlankt" haben. Das war vor einem reichlichen Jahr und mag jetzt anders ausschauen. Ganz so rosig klang das damals nicht.

      Was Dich aber nicht davon abhalten sollte, mal auf einschlägigen Jobportalen (oder via Crawler wie jobagent.ch) zu schauen, denn da kannst du das Angebot eher mit Deinem Profil abgleichen.

      Salärfragen sind immer schwer zu beantworten, und auch der Blick in Vergleichsrechner ist heikel, denn es ist immer von der Region und dem Arbeitgeber abhängig. Auch sollte man sich nicht verleiten lassen, die EUR Zahl direkt mit der CHF Zahl zu vergleichen. Es geht dann leicht vergessen, dass der deutsche Arbeitgeber einen Anteil an der KV-Prämie beisteuert, sich die Wochenarbeitszeit oder die Ferientage unterscheiden, Kündigungsfristen & Abfindungen, hingegen aber auch die berufliche Vorsorge usw.

      Ich habe den Schritt jedoch nicht bereut. Sah & sehe aber auch weniger die Hürden, als vielmehr die Herausforderungen & Chancen, und sage mir immer, dass die Türen hinter mir nicht verschlossen sind, also ich auch immer wieder zurück (oder weiter gehen) könnte. Viele Menschen anderer Nationalität haben nicht solchen Luxus ...

      PS: und ja, man wird immer "Ausländer" bleiben, so wie der Hamburger auch in München :) Ich hatte keine merklichen Probleme damit, bestreite meine Herkunft auch nicht. Und bei manchen (z.B. politischen EU) Themen hab ich mir einen gewisse Schutzhülle zugelegt, dass ich gewisse Diskussionen an mir abperlen lasse und nicht persönlich nehme.