Meiner Mutter ihr Auto temporär in der Schweiz fahren

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    • Meiner Mutter ihr Auto temporär in der Schweiz fahren

      Hallo,

      Ich fahre recht häufig zu meinen Eltern nach Deutschland, bin aber in der Schweiz gemeldet. Da meine Mutter ihr Auto nicht immer braucht, hatte ich mir überlegt ihr Auto auszuleihen und das anstelle des Zuges zu verwenden um zwischen Deutschland und der Schweiz zu fahren. Es wäre nur für einige Monate, da ich zu Corona Zeiten Züge vermeiden möchte.
      Das Auto wäre also nicht mein eigenes. Ist so etwas grundsätzlich möglich?
      Weis jemand ob ich das Auto beim Zoll anmelden muss, bzw wie genau? Und gibt es eine Möglichkeit das Auto in der Schweiz zu fahren, ohne es ummelden zu müssen?

      Vielen Dank für eure Hilfe
    • Ich finde diese Regelung vollkommen überzogen und unnötig einschränkend.
      Der Sinn und Zweck dahinter kann ja nur der sein, den illegalen Autoschiebern das Leben etwas schwerer zu machen. So wie diese Banden organisiert sind, ist dieses "Hindernis" aber lächerlich leicht zu umgehen. Man braucht nur ein paar Schieber, die in den verschiedenen Ländern wohnhaft sind und schon ist der Tiger zahnlos.

      Die Kehrseite ist eine echt große Einschränkung im täglichen Leben von Grenzgängern bzw. in der Grenzregion lebenden Personen. Warum soll ich als in CH wohnender nicht mal den VW-Bus von meinem Bruder, wohnhaft in D, ausleihen dürfen, z.B. für einen Umzug? Oder das Wohnmobil von meinem Vater (auch wohnhaft in D) für einen Urlaub im eigenen Lande, wie es in diesen Zeiten ja offiziell empfohlen wird. Wenn sogar der Nachname gleich lautet, auf den das Auto registriert ist, sollten die Umstände ja klar sein und der Verdacht der Autoschieberei sich nicht erhärten.
      Bei Zollangelegenheiten gilt "unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist" wohl scheinbar nicht.

      Kennt sich jemand aus, wie das diesbezüglich juristisch aussieht? Würde hier vielleicht eine Petition / Initiative, etc. Sinn machen?
    • Der Sinn dieser Regelung liegt darin, dass Steuern und Versicherung auch in der Schweiz bezahlt werden sollten, wenn man schon die niedrigeren Steuersätze hier geniesst.
      Auch die Verzollung macht Sinn.

      Beispiel:
      Autoversicherung + Steuern CH = CHF '500.- pro Jahr
      Autoversicherung + Steuern DE = 700€ pro Jahr

      Mit anderen Ländern kenne ich mich nicht aus, aber ich denke da geht es noch etwas günstiger bzgl Steuern und Versicherung.

      Was man auch nicht vergessen sollte: die Schweiz ist nicht die EU. Das scheinen viele zu vergessen in Zeiten von Schengen und Co.
      Einfach mal zwei Schritte zurück machen und froh sein darüber, dass wir in der Schweiz sehr gut verdienen, in einem sehr sicheren Land leben und die Natur traumhaft schön ist :CH:


      VG basileus
    • Ich verstehe, dass du diese Regeln überzogen empfindest. Die Schweiz ist aber ein eigenständiger Staat und nicht Mitglied der EU. Es geht auch nicht nur um Schieberbanden, sondern generell um Steuern und Abgaben. Für ein Auto was in Deutschland zugelassen ist, werden Steuern und Abgaben nur in Deutschland entrichtet. Die Schweiz sieht davon gar nichts, ausser vielleicht die Vignette. Daher sind die Regeln aus Schweizer Sicht generell richtig, wenn auch für manchen sehr unpraktisch.

      Edit und Nachtrag: basileus ist da etwas schneller gewesen. Bläst aber ins gleiche Horn. ;)
    • Als Ehemann einer Schweizerin und von der Bodensee Region stammend, kann ich behaupten zu wissen, dass die Schweiz nicht in der EU ist. Das müsst ihr mir nicht erklären ;)
      Und das Argument mit dem froh sein, dass wir in der Schweiz so viel verdienen, zählt bei mir auch nicht ganz.
      Ich bin umgekehrter Grenzgänger (Arbeit in D, wohne in CH). Ja auch das gibt es ;)

      Eure Argumente verstehe ich nicht ganz. Natürlich löse ich mein Auto in der Schweiz ein. Wie soll ich ein Auto in D zulassen, wenn ich dort gar keinen Wohnsitz habe? Das ganze dauerhaft über ein Familienmitglied zu lösen (z.B. zugelassen auf Bruder in D) kann spätestens dann, wenn es um Versicherungsangelegenheiten geht, ganz arg nach hinten losgehen. Denn wenn die Versicherung rausfindet, dass ein Auto dauerhaft im Ausland steht und gefahren wird und das noch von einer anderen Person als der Hauptversicherten kann ich mir schon vorstellen, dass es im Fall der Fälle mindestens zu einer sehr ausgiebigen Diskussion kommen wird.

      Das Beispiel mit dem Auto in CH zulassen und in D fahren und damit Versicherungskosten sparen musst du mir erstmal erklären. Wie soll ein in D wohnender ohne Wohnsitz in CH sein Auto dort zulassen? Zumal er es vermutlich eh in D gekauft hat und dann erstmal verzollen müsste usw.?

      Eure Beispiele hören sich für mich sehr konstruiert an, bzw. sehr praxisfern. Aber gerne könnt ihr mir erklären, wenn ich sie falsch verstanden/interpretiert habe. Denn schließlich dürfte ich ja ein Auto mit dem Kennzeichen des anderen Landes fahren, wenn es auf mich zugelassen ist. Das ist ja eine der Ausnahmen bei dieser Regelung. Tu ich zur Zeit sogar, weil ich erst vor kurzem umgezogen bin, darf ich noch mein Auto mit deutschem Kennzeichen fahren und habe gleichzeitig schon ein neues in CH gekauft und hier eingelöst.

      @basileus: Wieso sollte ich überhaupt mein Auto in D zulassen, wenn es laut deinem Beispiel ja sogar teurer ist dort?


      Ich bleibe dabei, für mich ist es eine unnötige Einschränkung, denn es geht hier wohlgemerkt um vorübergehende Fahrten und nicht um eine dauerhafte Überführung. Ich darf nicht das Auto meines Bruders ausleihen und vorübergehend fahren, nur weil es in D gemeldet ist. Und der einzige für mich erkennbare Grund ist der, dass man verzweifelt versucht, die illegale Einfuhr von Autos zu erschweren, dabei aber dem normalen Bürger das Leben schwer macht. Will ich jetzt mit dem VW-Bus von meinem Bruder mit D-Kennzeichen Urlaub machen, darf ich das nicht in der Schweiz. Müsste also meinen Bruder bitten mit dem Bus zu mir zu fahren, dort dann den Bus für einen Urlaub packen und dann mit ihm zusammen aus der Schweiz rausfahren. Wie absurd ist das denn?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jaykob ()

    • Ich erachte die Einschränkungen auch als nicht mehr zeitgemäss. Aber kurzfristig wird sich daran wenig ändern.

      Das gilt übrigens nicht nur für die Schweiz - ich dürfte auch meine Firmenwagen mit CH-Zulassung nicht mehr in Polen fahren, weil ich dort einen Wohnsitz habe. Und diesen Wohnsitz muss ich wiederum haben, um zeichnungsberechtigt für die polnische AG zu sein. Ich habe dann irgendwann die polnische MWSt für die EInfuhr eines Fahrzeugs gezahlt und mir das bestätigen lassen. Beim Verkauf des Fahrzeugs kann ich das Fahrzeug vorher "ausführen" und fertig. Ist also so ein 0% Kredit an den polnischen Staat. Ich trage es mit Fassung :D

      Sinn und zweck dieser Regelungen war es aber bestimmt den Franken im eigenen Land zu halten: Vom Autokauf über die Versicherung bis zur Zulassung.

      An der polnischen Grenze werden übrigens mehr und mehr ausländische Fahreuge kontrolliert - ich musste mir jetzt selber sogar eine Vollmacht ausstellen und unterschreiben, dass ich das Fahrzeug in Polen fahren darf :D
    • Ich bin noch auf etwas interessantes (in meinem Fall) gestoßen. Folgendes lese ich im Art. 115 VZV (admin.ch/opc/de/classified-com…/19760247/index.html#a115)


      admin.ch schrieb:

      6 Bei der Erteilung der schweizerischen Fahrzeugausweise und Kontrollschilder sind die ausländischen Ausweise und Kontrollschilder einzuziehen. Die kantonale Behörde annulliert die Ausweise und vernichtet oder entwertet die Kontrollschilder. Sie sendet die Ausweise an die Zulassungsbehörde unter Hinweis auf die schweizerische Zulassung und die Vernichtung oder Entwertung der Kontrollschilder. Der Halter kann verlangen, dass ihm entwertete Kontrollschilder zurückgegeben werden oder die Vernichtung bestätigt wird.
      7 Absatz 6 gilt nicht, wenn ausländische Fahrzeuge nur vorübergehend mit schweizerischem Ausweis und Kontrollschildern zugelassen werden oder wenn eine Doppelimmatrikulation erforderlich ist, weil:
      a.der Halter Wohnsitz in der Schweiz hat, sein Arbeitsort sich aber im Ausland befindet;
      b.ein ausländisches Fahrzeug auch für Binnentransporte in der Schweiz verwendet wird; oder
      c.der Standort des Fahrzeuges sich abwechslungsweise für ungefähr die gleiche Dauer in der Schweiz und im Ausland befindet.
      Punkt a. würde also auf mich zutreffen. Heißt das, dass mein dt. Führerschein nicht eingezogen werden dürfte? Das lese ich aber zum ersten mal und dann hätte ich ja 2 Führerscheine? ?(
    • Jaykob schrieb:

      Als Ehemann einer Schweizerin und von der Bodensee Region stammend, kann ich behaupten zu wissen, dass die Schweiz nicht in der EU ist.
      Als Neuling im Forum und ohne Vorstellung kann das leider keiner wissen :)


      Jaykob schrieb:

      Das Beispiel mit dem Auto in CH zulassen und in D fahren und damit Versicherungskosten sparen musst du mir erstmal erklären. Wie soll ein in D wohnender ohne Wohnsitz in CH sein Auto dort zulassen? Zumal er es vermutlich eh in D gekauft hat und dann erstmal verzollen müsste usw.?

      Jaykob schrieb:

      Wieso sollte ich überhaupt mein Auto in D zulassen, wenn es laut deinem Beispiel ja sogar teurer ist dort?
      Irgendwie reden wir aneinander vorbei. Du hast in deinem Post die Frage gestellt, warum du nicht mit dem Auto deines Bruders bzw mit dem Wohnmobil deines Vaters (beide in DE lebend) in der Schweiz fahren darfst.
      Das haben Maik und ich dir beantwortet.


      Jaykob schrieb:

      denn es geht hier wohlgemerkt um vorübergehende Fahrten und nicht um eine dauerhafte Überführung
      Wie willst du nachweisen, dass es nur eine vorübergehende Fahrt war? DAS ist doch genau der Punkt an der ganzen Sache. Sonst kann sich jeder rausreden bei einer Polizeikontrolle in der Schweiz. "Ähm, ja..., klar, läuft auf meine Mama. Aber hab es nur heute ausgeliehen"


      Jaykob schrieb:

      Eure Beispiele hören sich für mich sehr konstruiert an, bzw. sehr praxisfern
      Ich kenne persönlich einen Fall, das hat also nichts mit konstruiert oder praxisfern zu tun. Die Schweizer verstehen da keinen Spass.
      Aber reich von mir aus gerne eine Petition ein...