Anstellung Geschäftsführer in der Schweiz, wohnhaft in DE

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    • Anstellung Geschäftsführer in der Schweiz, wohnhaft in DE

      Hallo zusammen,

      Ich wühle mich schon seit einiger Zeit durch diverse Homepages und Seiten und versuche folgendes Thema zu klären.

      1. Eine Firma mit Sitz in CH möchte mich gerne einstellen (da freu ich mich ja schonmal)
      2. Ich bin derzeit in DE (weit weg von der Grenze) wohnhaft und habe auch zunächst nicht vor dies zu ändern
      3. Ich würde regelmässig zu wichtigen Meetings etc. zum Hauptsitz der Firma reisen, müsste aber auch international unterwegs sein. Werde also nicht wöchentlich in der Schweiz sein können.

      So nun zu meinen vielen Fragen;

      - Bin ich Grenzgänger? Wohl eher nicht
      - Wenn ich kein Grenzgänger bin und keinen Wohnung in CH habe wie und wo bezahle ich die Sozialabgaben (KV, ALV, etc.)?
      - Würde es etwas bringen mich in der Schweiz zu melden? Eine kleine Wohnung werde ich dort eh unterhalten.


      Gruß,
      Klaas
    • Wichtige Frage: Hast du vor, (viel) im Home Office in Deutschland zu arbeiten, oder wirst du dich, wenn du nicht auf Reisen bist, dann in deiner Wohnung in der Schweiz aufhalten?

      Wenn du mehr als 25% in deinem Wohnsitzstaat arbeitest, dann wärst du in Deutschland sozialversicherungspflichtig, da muss man aufpassen.

      Und je nachdem wärst du schon Grenzgänger. Ein Wohnsitz im Grenzgebiet ist für EU/EFTA-Bürger keine Voraussetzung.
      Auch wenn du mehr als 60 Tage in der Schweiz bist ("60-Tage-Regelung"), kannst du Grenzgänger sein und dann aber sogar in der Schweiz steuerpflichtig, was vorteilhaft wäre. Das ist allerdings ein schwieriges Thema, weil Auslandsreisen "schädliche" Tage im Sinne der Regelung sein könnten.
    • Jan und lieberjott haben das schon gut erklärt, d.h. ich gehe nicht nochmal darauf ein.

      Eine Anmerkung noch von mir: falls du Einzelzeichnungsberechtigung bekommen solltest und es keinen anderen Geschäftsführer gibt, musst du zwingend in der Schweiz wohnen (Art. 814 Abs. 3 OR, siehe hier)



      VG basileus
    • Hallo,

      vielen Dank erstmal für die Hilfe, finde ich schonmal super.

      @lieberjott; ja ich werde sicherlich im Homeoffice in DE arbeiten, dass lässt sich heutzutage ja generell nicht verhindern. Ob es 25% sind kann ich noch nicht sagen. Wie sieht es denn mit der 60 Tage Regel aus? Wenn ich mehr als 60 Rückkehrtage habe, muss ich doch "alles" in CH erledigen. Sprich Steuern, Sozialversicherung etc. Es ist echt erschreckend, welche Aussagen man von der KK, dem Finanzamt oder auch der Rentenversicherung bekommt. Das Finanzamt hat mir doch ernsthaft gesagt ich solle mir bitte einen Steuerberater suchen der sich damit auskennt, sie selber wüssten es nicht genau..... 8|

      Was meinst du mit "schädlichen Tagen", dachte die 60 Tage-Regel gilt für nicht(nach DE)rückkehr-tage?

      @basileus; Es gibt noch einen weiteren Geschäftsführer welcher in der Schweiz wohnt.
    • KlaasK schrieb:

      Das Finanzamt hat mir doch ernsthaft gesagt ich solle mir bitte einen Steuerberater suchen der sich damit auskennt, sie selber wüssten es nicht genau.....
      Ganz ehrlich: das ist eine wirklich gute Aussage von deinem deutschen Finanzamt. Ernst gemeint! Ich selber konnte erst nach mehreren Runden mit einem spezialisierten Steuerberater für internationales Steuerrecht überhaupt die Gesetze laut DBA durchsetzen. Von daher finde ich die Aussage nicht verkehrt.

      Schädliche Tage bei der 60-Tage Regelung sind Tage, welche im Ausland verbracht werden, z.B. bei Dienstreisen. Beispiel:
      • du übernachtest 100 Tage in der Schweiz -> 60-Tage Regel erfüllt
      • du reist innerhalb des Jahres nach Frankreich (5 Tage), Indien (10 Tage) sowie Spanien (15 Tage)
      Je nach Konstellation musst du dann für die 5 Tage Steuern in Frankreich, für 10 Tage Steuern in Indien und für 15 Tage Steuern in Spanien abführen.
      Deshalb ist die Empfehlung, sich einen guten Steuerberater zu suchen, nicht so verkehrt.

      Such einfach im Forum nach anderen Threads von mir. Habe es schon öfter verlinkt (Steuerberater mit Fachrichtung internationales/transnationales Steuerrecht). Bin grad auf dem Sprung...


      VG basileus
    • @basileus
      Danke für die Antwort, habe gesucht aber leider gerade keinen Eintrag/Link zu deinem Steuerberater/Treuhänder gefunden. Generell wäre es interessant einen guten Treuhänder in Widnau oder Umgebung zu finden.

      Ahja, ich bin überrascht das Tage welche weder in DE noch in CH verbracht werden so behandelt werden. Ich dachte es geht lediglich um "Nichtrückkehr" Tage, sprich Tage die man nicht am Wohnort verbringt. Oh mann ich habe langsam keinen Lust mehr auf den ganzen Käse...


      lieberjott schrieb:

      Wichtige Frage: Hast du vor, (viel) im Home Office in Deutschland zu arbeiten, oder wirst du dich, wenn du nicht auf Reisen bist, dann in deiner Wohnung in der Schweiz aufhalten?

      Wenn du mehr als 25% in deinem Wohnsitzstaat arbeitest, dann wärst du in Deutschland sozialversicherungspflichtig, da muss man aufpassen.

      Und je nachdem wärst du schon Grenzgänger. Ein Wohnsitz im Grenzgebiet ist für EU/EFTA-Bürger keine Voraussetzung.
      Auch wenn du mehr als 60 Tage in der Schweiz bist ("60-Tage-Regelung"), kannst du Grenzgänger sein und dann aber sogar in der Schweiz steuerpflichtig, was vorteilhaft wäre. Das ist allerdings ein schwieriges Thema, weil Auslandsreisen "schädliche" Tage im Sinne der Regelung sein könnten.
      @lieberjott; zählt die Aussage auch noch wenn man Selbstständig ist?
    • KlaasK schrieb:

      habe gesucht aber leider gerade keinen Eintrag/Link zu deinem Steuerberater/Treuhänder gefunden
      Siehe dieser Post. Wenn du Interesse an meinem Kontakt hast, schreib mir einfach eine PN. Der Steuerberater sitzt allerdings in der Nähe von Freiburg.
      Generell würde ich in deiner Konstellation eher einen deutschen Steuerberater aufsuchen als einen Schweizer Treuhänder.

      Kleine Bemerkung am Rande: alle guten Steuerberater in Grenznähe können sich die Kunden aussuchen, d.h. eine Beschränkung auf "Widnau oder Umgebung" wird dir nicht viel bringen :)


      KlaasK schrieb:

      Oh mann ich habe langsam keinen Lust mehr auf den ganzen Käse...
      Du hast den Schweizer Käse noch nicht probiert :D Spass beiseite: das wird schon alles. Du hast ein gutes Angebot, und der Rest wird sich auch irgendwie klären.


      VG basileus
    • KlaasK schrieb:

      lieberjott schrieb:

      Wichtige Frage: Hast du vor, (viel) im Home Office in Deutschland zu arbeiten, oder wirst du dich, wenn du nicht auf Reisen bist, dann in deiner Wohnung in der Schweiz aufhalten?

      Wenn du mehr als 25% in deinem Wohnsitzstaat arbeitest, dann wärst du in Deutschland sozialversicherungspflichtig, da muss man aufpassen.

      Und je nachdem wärst du schon Grenzgänger. Ein Wohnsitz im Grenzgebiet ist für EU/EFTA-Bürger keine Voraussetzung.
      Auch wenn du mehr als 60 Tage in der Schweiz bist ("60-Tage-Regelung"), kannst du Grenzgänger sein und dann aber sogar in der Schweiz steuerpflichtig, was vorteilhaft wäre. Das ist allerdings ein schwieriges Thema, weil Auslandsreisen "schädliche" Tage im Sinne der Regelung sein könnten.
      @lieberjott; zählt die Aussage auch noch wenn man Selbstständig ist?
      Bei Selbständigkeit kann es möglicher Weise etwas anders aussehen, aber da habe ich keine Ahnung.
      Steuern und Sozialversicherungen sind auch gewissermassen zwei paar Schuhe die unterschiedlich behandelt werden.
    • Hey Zusammen ich freue mich euch und diese tolle Forum gefunden zu haben.

      Ich schließe mich hier mal mit meiner Frage an, da sie meiner Situation recht nah kommt.

      Folgendes:

      Ich habe ein Jobangebot als Business Developer für ein sehr spezielles Thema. Man könnte sagen ich bin "Spezialist" und deswegen muss ich diese Stelle besetzen. Das in Aussicht gestellte Gehalt mit 120.000 CHF ist nach meinem aktuellen Kenntnisstand für Schweizer Verhältnisse und meine Position eher Mittelmaß. Ich ernähre aktuell alleine eine vierköpfige Familie (Frau ohne Einkommen, Kinder <10 Jahre) und das soll auch so bleiben.

      So... zukünftig arbeite ich 90% in Deutschland. In einem eigenen Büro. Mein zukünftiger Kundenstamm ist DACH, aber die absolute Mehrheit sind Kunden in Deutschland. Ich werde also komplett aus dem Homeoffice arbeiten und circa 4 bis 5 Tage im Monat in der Schweiz. Es soll knapp unter die 60-Tage-Regelung fallen.

      Das heißt nach meinem aktuellen Informationsstand bin ich Sozialversicherungspflichtig in Deutschland und drücke zusätzlich 4,X% Quellsteuer an die Schweiz ab die ich beim deutschen Finanzamt geltend machen kann. Das ist für mich auch voll ok so. Check? Check!

      Ich kalkuliere also mein Brutto/Netto Gehalt mit einem Deutschen Lohnrecher? Und bleibe bei meiner aktuellen Krankenkasse Kunde. Meine Rentenkasse wird weiter bedient, mein Arbeitslosengeld und Pflegeversicherung von MEINEM Bruttogehalt abgeführt.

      Was ich allerdings NULL verstehe:

      Wer zahlt den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung? Das Schweizer Unternehmen? Ich kann mir das kaum vorstellen. Das würde mich doch total unattraktiv für den Arbeitgeber werden lassen oder was übersehe ich?
    • Moin,

      Also ich bin nur bedingt weiter gekommen mit meinem Sachverhalt....aber ich versuche mal dir zumindest das zu erzählen was ich gelernt habe.

      1. Sozialversicherungspflicht besteht in DE da du 25% oder mehr deiner Arbeitszeit in DE verbringst -- KORREKT. In meinem Fall wird es laut Arbeitsvertrag unter den 25% bleiben, ob die Deutsche SV da mitmacht werden wir sehen. Ich versichere mich jetzt zunächst in der Schweiz als Wochenaufhalter.
      2. 60 Tage Regel - Falls du 60 Berufsbedingte Übernachtungen in der Schweiz hast (muss belegbar sein) bist du Lohnsteuerpflichtig in der Schweiz, was je nach Kanton in dem die Firma liegt eine große oder kleine Ersparnis zur Deutschen LS bedeutet. Wieder in meinem Fall werde ich dafür sorgen das ich mindestens 60 Tage in der Schweiz arbeite, was auch angebracht ist, und wiederum darauf hoffen das DE das auch so sieht.

      Arbeitgeberanteil SV; dies ist in der Schweiz ja nur ein sehr geringer Teil. ca. 6-8% vom Brutto und keine KV daher wird dein Arbeitgeber nicht darüber begeistert sein es zu zahlen und ich bin mir auch nicht sicher ob er dazu verpflichtet werden kann. Ich würde hier das Gespräch mit der KV suchen und den Sachverhalt erläutern. Bei mir war meine KV sehr nett und auskunftsfreudig. Die RV ist da etwas schwieriger.

      Hast du mal darüber nachgedacht das als Freiberufler zu machen? Mit einem langfristigen Vertrag ist das Risiko auch relativ gering im Vergleich zum Kündigungsschutz in CH. Als Freiberufler/Selbstständiger kannst du selber über die Sozialversicherungen entscheiden.


      WEITERES:
      @lieberjott
      @basileus

      Ich habe mir die Mühe gemacht und die Deutsche Steuerbehörde um eine Verbindliche Antwort für meinen Sonderfall gebeten. Dazu sind Sie nämlich laut einer bestimmten Paragraphen verpflichtet.....die Antwort war sehr ausführlich und im Grundsatz stand drin...."wir werden es so kompliziert machen, dass Sie am Ende keine Antwort bekommen und uns damit in Ruhe lassen".....
    • Hallo Sonderfall ?( ....willkommen im Schweiz Forum :) Im Vorstellungs-Thread dieses Boards erhalten weibliche Neumitglieder einen virtuellen Blumengruß und derzeit situationsgedingt süße Katzenfotos, das bringt frische in den Thread :P :P ^^ Da Du ein Sonderfall bist, sein willst, keine Blumen, keine süßen Katzenfotos sondern von einem anderen Zeitgenossen, der seit ein paar Tagen über meinen Schreibtisch hoppelt. Fühl Dich wohl bei uns im Forum. Wenn ich Deine analytischen Zeilen lese, wird mir fasst schwindelig, Du bist aber wirklich gut in der Materie, mein Kompliment, ich bräuchte dafür einen Umsetzungs-Coach. :D







      sonderfall schrieb:

      Business Developer für ein sehr spezielles Thema
      Das hört sich erstmal hammermäßig an. Spezialist klingt nach Mission Impossible. :thumbsup:
      ***************
      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • Aus Oldenburg. Aber damals als ich in die Schweiz gekommen bin (2007) war das kein Problem: Ich bin zu 100% in die Schweiz. Unterdessen bin ich Schweizer und Deutscher und plane das nächste Projekt: Meine Frau möchte zurück nach Polen, um dort eine Ausbildung zu machen. Ich kämpfe also mit Polnischen und Schweizer Behörden - nicht mit Deutschen.

      Bei mir war das Thema "Steuerpflicht" seit rund 5 Jahren immer etwas kompliziert. Aus dem Kanton Bern kommend hat mir aber niemand unterstellt, dass ich Steuerflüchtling bin. Der Kanton Bern hat bei mir nun leider komplett dicht gemacht - da wollte man sich nicht aufs Glatteis trauen. Darum nehme ich jetzt einen Kantonswechsel vor (schmerzt mir extrem im Herzen, aber so weit ist es gekommen). Wie das Ganze ausgeht, kann ich Dir auch erst in rund 5 Jahren sagen - so lange dauert es in der Regel (Auskunft meiner unterschiedlichen Dienstleister) bis es teuer wird. Sie können 5 Jahre nachträglich veranlagen und warten in der Regel so lange es geht, damit sie möglichst viel "Munition" haben.
      Für mich heisst das: Ich werde rulen was geht (sieht gerade ganz gut aus), aber dieser Spass wird zunehmend teuer. Und dann muss man sich halt ab einem gewissen Punkt in der Risikobetrachtung sagen: Take it or leave it!

      Ich kann rein finanziell ohne weiteres die notwendigen Steuerrückstellungen bilden (bzw. hätte sie heute bereits), um später nachzuzahlen. Allerdings habe ich keine Lust auf riesige Strafen (und da kenne ich zwei gute Beispiele, die keinen Spass machen). Daher kommuniziere ich recht aktiv mit den Behörden (aber indirekt über Treuhänder) und regel alles so gut es irgendwie geht. Der Rest ist dann eben Risiko - die Nachzahlung. Aber die Vollkasko gibt es da nicht: Gesetze (und deren Verordnungen) können innert 5 Jahren ändern und auch das eigene Leben steht nicht still. Ich würde jedem, der es vermeiden kann, immer davon abraten "Deals" (Wohnsitz oder Einkommen) in unterschiedlichen Ländern parallel zu haben. Ist einfach mühsam. Bei mir geht es nun nicht anders und ich muss da durch.
    • Ha, ich komme Gebürtig aus Stade und Wohne jetzt in der Nähe von Bremerhaven. Ich kenne das leidige Thema als Grenzgänger aus dem FF. Habe bis vor 3 Jahren in Luxemburg gearbeitet mit Wohnsitz in DE, danach für eine Italienische Firma über eine Deutsche Hosting GmbH und jetzt final geht es in die Schweiz mit Wohnsitz in DE. Die Rente wird ein Spass....

      Ich habe mich jetzt auch entschieden es erstmal so aufzusetzen wie ich es mit einem Treuhänder zusammen verstanden habe, sprich 60 Tage Regel (wochenaufhalter)in CH, weniger als 25% Homeoffice in DE. Somit Sozialversicherung und Lohnsteuer in CH. Ich werde die 60 Tage gut dokumentieren, ebenson die Auslandsaufenthalte für die restliche Arbeitszeit und dann fleissig meine Steuererklärung in DE machen und Rücklagen bilden. Ich hoffe nicht das da eine Strafe kommt, weil ich wirklich alles versuche um vom DE FA eine vernünftige Auskunft zu bekommen. Leider ist dies nur sehr schwer möglich.

      PS. werde mir jetzt zusätzlich noch einen Steuerberater in DE suchen um das ganze nochmals abzusichern....
    • Vor der Rente musst du vermutlich am wenigsten Angst haben. Das halte ich alles für unkritisch.

      Aber das Steuersystem gehört dringend genauer spezifiziert und angepasst. Und vermutlich geht es auf Dauer kaum anders als beim Arbeitsort der Firma zu besteuern, dann aber vermehrt auf Betriebsstätten in den jeweiligen Ländern zu bestehen. Und hätte ich etwas zu sagen, würde ich den Home Office Anteil der Mitarbeiter einer Quellensteuer unterstellen, der die finanziellen Vorteile ausgleicht. Sonst wird das auf Dauer eng...