Verhalten im Bewerbungsgespräch - Schweiz

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    • Verhalten im Bewerbungsgespräch - Schweiz

      So Leute zu meiner Überraschung hat sich ein Schweizer Pharmaunternehmen gemeldet . Am Telefon habe ich dann noch einmal klargestellt das ich von weiter weg bin, zu meiner Überraschung wusste das Unternehmen bescheid und bezahlt mir sogar das Hotel =O kannte ich bis hierhin so nicht die meisten haben bis jetz leider genau aus dem Grund abgewunken.

      Nun gut Donnerstag morgen ist es schon soweit und da die Schweizer wohl anders ticken wollte ich hier Fragen wie ich mich Verhalten soll oder würde gerne die Unterschiede wissen.

      Ich besetzte keine hohe Stelle, wie siehts mit dem Outfit aus? reicht ein Hemd mit Jeans? Ich fühle mich auf dieser Ebene mit Anzug ein wenig overdressed auch ,weil es ja mit einem gewöhnlichen Arbeiter zu vergleichen ist.


      sonstiges worauf ich mich gefasst machen sollte?
    • Guten Morgen, bei Versicherung oder Bank, Finanzsektor, da würde ich einen Anzug anziehen. In Wien wurde ich mal bei einem Vorstellungsgespräch bissig auf meine lockere Kleidung angesprochen. Bei Dir im Pharmasektor und dann nicht auf irgendwelchen Hochland-Ebenen, ich würde mich locker anziehen. Wenn der Einsteller meint, der Hausmeister habe sich mit einem Anzug vorzustellen, soll er den beim Bäcker beauftragen. Ob es in der Schweiz sprachlich möglich ist sich bei Erstkontakt nicht vorzustellen sondern bekannt zu machen, kann ich Dir nicht sagen. Falls Du, wie Du schreibst, buchhalterisch als "Arbeiter" beschrieben bist, also vielleicht irgendwas im Labor mit Kittel, oder Produktionsstraße, auch mit Kittel :P Wäre Anzug Quatsch und man bedenke das Wetter, sommerlich elegant schick, teste es aus, was der Schweizer gut findet und unterschreibt. Viel Erfolg :)

      Und wenn Dir der Pharmaladen sogar das Hotel bezahlt, dann wissen "die" wohl viel mehr von Dir. :P Und achte auf Deine Hände und übernehme die Hygiene-Abläufe von denen. Diese ganzen Kontakte zwischen Menschen auf allen Fremdkontaktebenen müssen sich neu ausrichten durch den pandemiebedingten Hygiene Sprung. Wenn Dein Gegenüber eine Maske trägt, trage sie auch, wenn nicht, frage aufmerksam nach dem Hygiene Konzept dieser Firma, Masken/Abstand, auf was musst Du achten. Das kann Dir Pluspunkte bringen. Auch mal zu sagen "das haben sie gut gelöst" bezogen auf das Hygienekonzept-Detail, bringt Punkte. "Klug der Schweizer" im Nachsatz (falls ein geschäftlich flapsiges Gespräch stattfindet).

      Und bezogen auf Dein Verhalten "wie führt man/frau ein Bewerbungsgespräch" Es ist nicht empfehlenswert dem Einsteller zu sagen, "können Sie kein richtiges Deutsch sprechen?" :D :D "Ganz schön teuer Euer Land hier". :D

      Du schaffst das schon :)
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      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • Ein ordentliches Hemd (aber nicht kurzärmlig - ausser du bewirbst dich bei einem Busbetrieb ;) ) und eine ordentliche Jeans sowie ordentliche Schuhe gehen sicherlich klar.

      Ansonsten: Gegenüber ausreden lassen, nicht mit Überheblichkeit reingehen, glaubhaft darstellen warum die in der Schweiz arbeiten willst (Kultur, Landschaft usw.).
    • Ich würde keine blaue Jeans anziehen, sondern eher schwarze oder eine Stoffhose oder eine helle Chino. Ansonsten dran denken nicht die Hand zu geben (wie Amadeus schon meinte), ausser sie wird Dir angeboten. Weiterhin Offen ehrlich und respektvoll sein, aber nicht zu direkt.

      lieberjott schrieb:

      glaubhaft darstellen warum die in der Schweiz arbeiten willst (Kultur, Landschaft usw.).
      Als ich das gefragt wurde, war meine Antwort "Ich ziehe nicht in das Land, sondern zum Job. Wenn es dieselbe Stelle in Belgien oder den USA gibt, gehe ich auch dorthin". Das schien den Directing Manager überrascht zu haben, hat aber geklappt :D
    • MotU schrieb:

      Als ich das gefragt wurde, war meine Antwort "Ich ziehe nicht in das Land, sondern zum Job. Wenn es dieselbe Stelle in Belgien oder den USA gibt, gehe ich auch dorthin". Das schien den Directing Manager überrascht zu haben, hat aber geklappt :D
      Hätte mich ebenso überrascht. Mir erklären bei Bewerbungsgesprächen immer ganz viele, dass sie in der Vergangenheit unglaublich viele Überstunden geleistet haben, weil Sie für die Arbeit leben (das geht ja grob in die selbe Richtung der "Aufopferung"). Ich antworte dann meist sinngemäss, dass einige für die Arbeit leben müssen, weil sie ihre Arbeit in der vorgesehenen Zeit einfach nicht schaffen - und dass das ja eher schlecht sei, weil so auf Dauer ja nur die wenigsten leben möchten.

      Ich wäre mit solchen Aussagen daher immer vorsichtig - wenngleich das ja offensichtlich bei Dir auf gut ankommen kann. In nun vielen Jahren KMU habe ich viele Jahre extrem hart arbeiten müssen (typische 80+ Stunden pro Woche). Das ist eben so und geht zu Beginn ohne Familie, wenn man für sich selber arbeitet und einem die Arbeit Spass macht. Meine Angestellten würde ich diese Work-Life Balance aber niemals antun wollen. Heute käme das für mich auch nur noch in Ausnahmefällen in Frage. Es gibt wichtigeres als die Arbeit. Und wenn ich dann bei den grossen Beratungsgesellschaften bin und diese "Business first" Motivationsbilder sehe (für all jene, die um 2 Uhr Nachts noch im Büro sitzen und in den ersten 5 Jahren nach der Uni verheizt werden) bekomme ich automatisch Schnappatmung: Das ist doch nicht nachhaltig.

      Ausgeglichenen Mitarbeiter mit intaktem Sozialleben kommen gerne zur Arbeit und arbeiten auch produktiv. Wer sich in seiner neuen Heimat nicht wohlfühlt (das Problem habe ich tatsächlich auch mit vielen Ostschweizern, die nach Bern kommen), wird auf Dauer nicht motiviert arbeiten können. Und unglückliche Mitarbeiter (dazu gehört auch Heimweh) kann ein gutes Team ein wenig auffangen, aber die Grundzufriedenheit muss von den Mitarbeitern selber kommen. Ich kann mittlerweile mit einer erschreckenden Genauigkeit nach einem Monat sagen, ob der zugezogenene Mitarbeiter nach einem Jahr noch in/um Bern ist oder nicht. Die ersten 2-3 Wochen sind immer super - da gibt es so viel neues. Danach ist dann aber der erste Schwung schon wieder weg und die Arbeit beginnt so langsam. Und ein lächeln eines Mitarbeiters morgens auf dem Parkplatz sagt Dir da mehr als jede Mitarbeiterbefragung.

      Und nun zur Kleidung: Trage das was du später auch bei der Arbeit tragen würdest. Du bewirbst Dich ja eben auf die Stellung und willst zeigen, dass du auf diese Stelle passt. Sprich etwas langsamer als gewohnt (durch die Hektik bist Du dann wieder knapp über Normaltempo), biete das "Abschlagen per Ellenbogen" an (das finden auch immer alle lustig und damit ist die Stimmung schon locker), verzichte sofern Du nicht direkt gefragt wirst auf Vergleiche mit Deutschland und sei du selbst: Dann wird das schon passen.
    • jan82 schrieb:

      Hätte mich ebenso überrascht. Mir erklären bei Bewerbungsgesprächen immer ganz viele, dass sie in der Vergangenheit unglaublich viele Überstunden geleistet haben, weil Sie für die Arbeit leben (das geht ja grob in die selbe Richtung der "Aufopferung"). Ich antworte dann meist sinngemäss, dass einige für die Arbeit leben müssen, weil sie ihre Arbeit in der vorgesehenen Zeit einfach nicht schaffen - und dass das ja eher schlecht sei, weil so auf Dauer ja nur die wenigsten leben möchten.
      Nanana, so war das nicht von mir gemeint ;) Ich habe nur versucht meinen Standpunkt in einem Satz zu formulieren. Aber meine Situation war, dass ich frisch mit der Uni fertig war, davor hatte ich bereits in Frankreich und USA gelebt und somit war ich bereit in jedes Land zu ziehen solange die Stelle interessant ist, was hier der Fall war, denn liebst Du Deinen Job arbeitest Du nicht einen einzigen Tag. Ich wollte nicht auf Teufel komm raus in die Schweiz. Das war mein Standpunkt und meine Erklärung. Das hat mir auch die Tür geöffnet zu erwähnen, dass ich in weiteren Bewerbungsverfahren in Deutschland und Belgien im Finale stecke, die alle Interesse an mir hatten.
      Am Ende hatte ich sogar den Luxus mehrere Verträge vor mir zu haben und ich bereue noch keinen Tag, das ich den aus der Schweiz unterschrieben habe :CH: ^^
    • also vielen dank schonmal für die Hilfe!

      Ich werde mich dann wohl in ein schickes Hemd und in eine Jeans oder Chino zeigen. Kurze Hose unterlasse ich in diesem Fall mal auch wenn es etwas wärmer ist und krempel höchstens das Hemd hoch.

      Direkt nach der Uni macht man solche Aussagen noch, mir ist jedoch in den letzten 10 jahren auch wenn ich erst 25 bin eines klar geworden. ICH GEHE NICHT ZUM SPASS ARBEITEN :D deswegen bleibe ich authenthisch und ich komme nicht wegen der Bezahlung sondern , weil ich die Schweiz als meine neue Wunschheimat ausgesucht habe. Ich habe einmal einem Arbeitgeber das Gefühl gegeben das ich alles für ihn mache , nie wieder ....
    • So Leute lief sehr gut, wurde zwar 4 Stunden in die Zwickmühle genommen und musste einen unangekündigten Test schreiben aber ansonsten alles gut. Bei dem Test hab ich in Allgemeinwissen welcher hauptsächlich Schweizer als Allgemeinwissen betiteln mies reingehauen aber alles andere un die Gespräche hab ich ziemlich gut gemeistert :) Habe am ende Broschüren bekommen zwecks Grenzgänger oder Aufenthaltsgenehmigungen usw( Interpretiere ich als gutes Zeichen). Solch ein "Interview" und hartes Vorstellungsgespräch hatte ich noch nie.

      Habe mit vielen Schweizer offen geredet und bin ziemlich überrascht wie gut ich diese dann doch verstehe und wie freundlich diese sind. :CH:
    • OgelDerEchte schrieb:

      4 Stunden in die Zwickmühle genommen
      WOW lange, andererseits, Du hattest eine lange Anreise und sogar Hotelaufenthalt. Mit dem Test finde ich interessant "bedauerlicherweise müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir nur Menschen einstellen, die mit Namen und Höhenangabe die 10 höchsten Berge der Schweiz benennen können" :P :P Nein sicher nicht, und mit den Broschüren interpretiere ich wie Du.

      OgelDerEchte schrieb:

      Solch ein "Interview" und hartes Vorstellungsgespräch hatte ich noch nie.
      Nun ja, nun könnte man mit grobem Betrachtungsfilter vielleicht sagen, so sind sie die Schweizer. Aber sicher ist das kein Alleinstellungsmerkmal. Kann Dir überall passieren. Das Krasseste, was ich mal gelesen habe, Goldman & Sachs USA hat Bewerber 6-8 Std. warten lassen und wer dann noch da war, der hatte die erste Stufe des "Einstellungsrituals" bestanden; respektlos und dämlich dem Bewerber gegenüber.

      Ok, dann wünsche ich Dir viel Glück, mögest Du Deinen Job in der Schweiz gefunden haben, :) Aber erst werden die Berge auswendig gelernt :P :D
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      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • Hoi,

      Glückwunsch, dass es gut gelaufen ist. Ich hatte eine ähnliche Erfahrung mit meiner Bewerbung in Belgien. Es gab 5 Stufen, die ich bestehen musste. Eine davon war auch ein tatsächlicher Test, in dem ich programmieren musste. Allerdings war das bei mir nicht alles an einem Stück, sondern per Skype und quasi jede Woche eine Stunde.

      So etwas hatte ich zu dem Zeitpunkt auch noch nicht erlebt/ gehört...
    • MotU schrieb:

      Es gab 5 Stufen
      Interessant :) jedes Bewerbungsgespräch hat seine Spezifikation, habe auch noch keines im Leben durchlaufen, welches ident mit einem anderen war. Welchem Arbeitnehmer/in kann ich vertrauen, dass die Person regelmäßig zur Arbeit kommt, sich für das Unternehmen mit Herzblut einsetzt, eine Person die es "wert" ist in der Rubrik Human-Kapital, als Arbeitgeber in Weiterbildung und "Firmensoziales" zu investieren. Wobei ich dabei denke, in der Schweiz sollte man als Deutscher schon gewisse Vorteile haben. Eines der wenigen Vorteile als Deutscher, neben dem deutschen Pass und einer fasst uneingeschränkten Reisemöglichkeit (Im Weltranking ist DE vor Singapore auf Platz 2) und diesen Attributen Pünktlichkeit, Fleißig, penibel, genau. In Wien hatte ich seinerzeit nur durch meine DE-Nationalität Jobs als Büroleiter einer Spedition und Controller und Vertriebsleiter einer Radiatoren-Fabrik. Auf meiner Farm hatte ich das "Shaolin-Programm" eingeführt, was meine Frau seinerzeit als Farmleiterin leider aufweichte. Ein Bewerber musste die erste 2 Monate erstmal Basisarbeit leisten, Wald putzen, Schilfbereiche freilegen, usw. Dieses Programm habe ich nun hier in den örtlichen Betrieben in der Seestadt eingeführt, nachdem ich selbst sicher 5x das eigene Programm durchlief :P
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    • MotU schrieb:

      Hoi,

      Glückwunsch, dass es gut gelaufen ist. Ich hatte eine ähnliche Erfahrung mit meiner Bewerbung in Belgien. Es gab 5 Stufen, die ich bestehen musste. Eine davon war auch ein tatsächlicher Test, in dem ich programmieren musste. Allerdings war das bei mir nicht alles an einem Stück, sondern per Skype und quasi jede Woche eine Stunde.

      So etwas hatte ich zu dem Zeitpunkt auch noch nicht erlebt/ gehört...
      So ungefähr ging es mir nur das ich nicht damit gerechnet habe und bewusst in eine Stresssituation gebracht wurde

      Vielen dank für das Video Amadeus!

      Ich habe heute einen Anruf bekommen und solle zur Arbeitsprobe kommen :CH: :CH: :CH: dazu aber ein neuer Thread heut Abend