Dumme Frage: Vollständige Erstattung der Quellensteuer?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Dumme Frage: Vollständige Erstattung der Quellensteuer?

      Hallo zusammen,

      wenn ich in ein paar Monaten 100%iger Vollzeitarbeitnehmer mit Wohnort (Zürich) in der Schweiz mit Bewilligung B bin und mit einem Jahreseinkommen >120,000 CHF habe, kann ich ja über eine nachträgliche Steuererklärung die Quellensteuer zurückholen. Soweit habe ich das verstanden.

      Nun meine Frage:


      Nehmen wir der einfachheithalber an, dass pro Monat 1000 CHF (also 12,000 CHF p.a.) Quellensteuer einbehalten wurde. Bekomme ich diese 12,000 komplett zurück weil ich >120k verdiene oder nur einen Teil abzgl. zulässiger Werbungskosten wenn ich eine nachträgliche Steuererklärung/veranlagung mache?
      Ich konnte die Antwort nach einigem googlen nicht finden. Da stand nur "zurückfordern" etc.

      Bonusfrage: Ich habe auch gelesen, dass die Erstattung in Zürich auch mal 18 Monate dauern kann? =O Stimmt das?
    • Hoi,

      du kannst keine Quellensteuer zurückholen, sondern die schon abgeführte Quellensteuer wird mit deiner regulären Steuererklärung verrechnet.
      Das Prinzip ist dabei das gleiche wie in Deutschland: jeden Monat wird Lohnsteuer abgeführt, und im nächsten Jahr bekommst du evtl Geld zurück.
      Du bekommst also nur den Teil zurück, den du zu viel vorausgezahlt hast.

      Mach dir aber keine Gedanken darüber. Wenn du direkt in Zürich wohnst, wird deine reguläre Steuer höher sein als die vorausgezahlte Quellensteuer. Das liegt am deutlich höheren Steuerfuss der Stadt Zürich.

      18 Monate wäre toll. Ich kenne Fälle, die heute noch auf ihre Veranlagung von 2017 warten.


      VG basileus
    • @basileus Danke für die schnelle Antwort.

      Dann habe ich doch noch einige Verständnisfragen, da ich das System anscheinend doch nicht komplett verstanden habe:

      basileus schrieb:



      Mach dir aber keine Gedanken darüber. Wenn du direkt in Zürich wohnst, wird deine reguläre Steuer höher sein als die vorausgezahlte Quellensteuer. Das liegt am deutlich höheren Steuerfuss der Stadt Zürich.
      Mir war nicht bewusst, dass ich noch eine Steuer bezahlen muss. Ich dachte mit der Quellensteuer hat es sich für mich erledigt, außer wenn ich zusätzlich richtig viel Dividenden oder andere Einkommen hätte.

      1. Mit wieviel mehr oder obendrauf muss man denn rechnen? 1.000, 10.000?

      Ich hab mal bei comparis.ch den Nettolohn (als Bsp. brutto 120k) von lohncomputer.ch eingegeben (Ergebnis: 7.417),




      diesen auf das Jahr umgerechnet (Ergebnis: 89.004) und bei comparis Steuerberechnung eingegeben.



      Eingaben: keine Kinder, keine Religion, Nettovermögen (100k ums einfach zu machen), Abzüge für Säule 3a: 3k

      Ich komme dann auf 11.591, wobei ich in diesem Bsp. bereits 1.122x12 (also im Jahr: 13.464) Quellensteuer gezahlt habe. D.h. ich würde was zurück bekommen? Oder mache ich irgendetwas falsch.




      2.) Was wäre grundsätzlich besser um eine möglichst hohe Sparrate zu erzielen? Bern oder Zürich? Ich weiß in Bern sind die Wohnungen günstiger (600-650 vs. 1200-1500 in ZH), aber die Steuern höher. Nehmen wir einfach an, dass mir eine 1-1,5 Zimmerwohnung reicht und ich ansonsten ziemlich sparsam bin. Mir ist bewusst das es immer darauf ankommt, aber hier reicht mir eine sehr pauschale Antwort aus bzw. eine grober Richtwert.

      3. Eine letzte Vertändnisfrage: Nehmen wir zum Vergleich einen Schweizer und einen Ausländer mit B-Bewilligung, die völlig identische Lebensstile haben. Die verdienen gleich (>120k), wohnen am gleichen Ort, Haus etc.: Ist es dann richtig, dass beide steuerlich genauso viel zahlen und steuerlich behandelt werden, außer dass der Ausländer die Steuer direkt vom Gehalt abgezogen bekommt? Oder zahlt der Schweizer nur den Steuerfuss bzw. seine Steuern am Jahresende oder hat der Schweizer steuerliche Vorteile?


      Sorry, wenn ich so doofe Fragen stelle, aber ich will das grob verstehen. Es kommt mir nicht genau auf den EUR oder CHF an, will aber größere Beträge nicht unterschätzen.
    • neuerschweizer schrieb:

      Hab' das falsch in Erinnerung gehabt sind 750-800 : )
      Selbst 800.- pro Monat halte ich für eher unrealistisch, es sei denn du hast wirklich keine Ansprüche an irgendwas. 800.- sind eher so die Kosten für ein WG-Zimmer

      neuerschweizer schrieb:

      Ich komme dann auf 11.591

      neuerschweizer schrieb:

      D.h. ich würde was zurück bekommen? Oder mache ich irgendetwas falsch.
      Ja, du machst etwas falsch. Bein Nettoeinkommen darfst du deine Quellensteuer nicht mit abziehen. D.h. du kommst auf 8269.- mtl bzw 99'228.- im Jahr.
      Mit deinen Daten komme ich dann auf CHF 14'196.- Steuern pro Jahr, d.h. du musst nachzahlen.

      neuerschweizer schrieb:

      Was wäre grundsätzlich besser um eine möglichst hohe Sparrate zu erzielen? Bern oder Zürich?
      Das lässt sich pauschal sehr schwer beantworten. In Zürich gibt es mehr Firmen, die im Vergleich oft auch mehr zahlen. Dafür sind die Lebenshaltungskosten höher (Essen, Miete, Freizeit).
      Generell würde ich mich an deiner Stelle aber von dem Gedanken verabschieden, nur in die Schweiz zu ziehen um hier möglichst viel zu sparen. Ich hatte das in einem anderen Thread bereits erwähnt, aber mach dir Gedanken was dich sonst noch antreibt. Leben wie ein Asket ist auf Dauer nicht zufriedenstellend.


      neuerschweizer schrieb:

      Ist es dann richtig, dass beide steuerlich genauso viel zahlen und steuerlich behandelt werden, außer dass der Ausländer die Steuer direkt vom Gehalt abgezogen bekommt? Oder zahlt der Schweizer nur den Steuerfuss bzw. seine Steuern am Jahresende oder hat der Schweizer steuerliche Vorteile?
      Beide werden steuerlich gleich behandelt. Wäre auch komisch, wenn es nicht so wäre. Der Schweizer muss halt übers Jahr dafür sorgen, dass er genug Geld beiseite legt um seine Steuern zu bezahlen.
      Er kann aber auch freiwillig Vorauszahlungen leisten.


      VG basileus
    • Was ich total abwegig finde ist: Kein gesunder Mensch zieht doch nur zum Sparen von Züri nach Bern. Wenn ich sowas lese, bekomme ich Schluckauf.

      Das sind +2h Zugfahrt pro Bürotag (geht, aber ist Zeit), kostet dich ein GA und vor allem: zwischen Bern und Zürich sind Orte, die steuerlich und kostenmässig günstiger sind.

      Und: wenn Züri bei den lohnunabhängigen Fixkosten (bspw. Miete + KK) teurer als Bern ist, Bern aber teuer bei den Steuern ist, dann wird wahrscheinlich jeder erkennen, dass man eine solche Frage nur dann beantworten kann, wenn man genaue Aussagen über deinen Lohn und die Fixkosten hat. Für sehr hohe Löhne ist Bern definitiv teuer.

      Und noch ein Tipp von mir: investiere heute und spare später. Heute sind 100k CHF für dich vermutlich sehr sehr viel Geld. Investiere in Ausbildung, soziale Anlässe, Weiterbildungen, Familie (ja: mein Ernst) und was weiss ich. Spare nicht auf Teufel komm raus. Dann kommt auf Dauer erheblich mehr als heute an Kohle rein und das Geld bleibt automatisch übrig.
    • basileus schrieb:

      neuerschweizer schrieb:

      Hab' das falsch in Erinnerung gehabt sind 750-800 : )
      Selbst 800.- pro Monat halte ich für eher unrealistisch, es sei denn du hast wirklich keine Ansprüche an irgendwas. 800.- sind eher so die Kosten für ein WG-Zimmer

      neuerschweizer schrieb:

      Ich komme dann auf 11.591

      neuerschweizer schrieb:

      D.h. ich würde was zurück bekommen? Oder mache ich irgendetwas falsch.
      Ja, du machst etwas falsch. Bein Nettoeinkommen darfst du deine Quellensteuer nicht mit abziehen. D.h. du kommst auf 8269.- mtl bzw 99'228.- im Jahr.Mit deinen Daten komme ich dann auf CHF 14'196.- Steuern pro Jahr, d.h. du musst nachzahlen.

      Danke für den Hinweis! Dann komme ich auf ca. 700 CHF Nachzahlung. Hatte ich deutlich schlimmer erwartet.

      neuerschweizer schrieb:

      Was wäre grundsätzlich besser um eine möglichst hohe Sparrate zu erzielen? Bern oder Zürich?
      Das lässt sich pauschal sehr schwer beantworten. In Zürich gibt es mehr Firmen, die im Vergleich oft auch mehr zahlen. Dafür sind die Lebenshaltungskosten höher (Essen, Miete, Freizeit).Generell würde ich mich an deiner Stelle aber von dem Gedanken verabschieden, nur in die Schweiz zu ziehen um hier möglichst viel zu sparen. Ich hatte das in einem anderen Thread bereits erwähnt, aber mach dir Gedanken was dich sonst noch antreibt. Leben wie ein Asket ist auf Dauer nicht zufriedenstellend.

      Die Sparquote ist deshalb so wichtig, da Sie mir genau das Investieren in die Zukunft erlaubt. Auto, Luxusgüter oder Status brauche und will ich nicht. Ich verurteile auch keinen der das haben will. Und ich gönne mir schon ab und an was. Ein Knäckebrot z.B.
    • Schau einfach hier im Forum in anderen Threads nach: ich hatte das hier schon mal überschlagen. Ansonsten gibt es auch noch Erfahrungswerte von anderen Usern: hier und hier


      Für mich ist das alles sehr auf Kante gerechnet.

      jan82 schrieb:

      Und noch ein Tipp von mir: investiere heute und spare später.
      Nimm dir diesen Tip von Jan zu Herzen. D.h. nicht, dass du alles verjubeln sollst, aber so wie du die Sache angehst, wirst du auf Dauer damit nicht glücklich.

      neuerschweizer schrieb:

      Und ich gönne mir schon ab und an was. Ein Knäckebrot z.B.
      Das war sicherlich lustig gemeint, aber bei solchen Aussagen überlege ich mir ernsthaft, ob ich dir nochmal antworte
    • Hallo

      Du hast eine wichtige Sache vergessen: Die Krankenversicherung und die Franchise, die du aufbringen musst jeden Monat... je nach Wohnkanton nicht so wenig.

      Ausserdem Fahrkosten - auch nicht so günstig, je nachdem wohin es geht. Dann noch Serafe - Deutschland GEZ ähnlich.

      Es kommt dann doch noch ein bisschen zusammen.....

      Viel Spass beim Rechnen

      LG Kerstin