Stundung von Zulagen bei Riesterrentenvertrag sinnvoll?

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    • Stundung von Zulagen bei Riesterrentenvertrag sinnvoll?

      Hallo zusammen

      Ich bin vor etwa 3 Jahren in die Schweiz gezogen. Ich habe für die bereits erhaltenen Zulagen und Steuervergünstigungen meines Riesterrentenvertrages eine Stundung beantragt. Die Stundungszinsen liegen bei 0,5% (!!!) pro Monat, d.h. im Vergleich zu den aktuellen Renditen exorbitant hoch, auch wenn meine Riesterersparnisse in einem Aktiensparplan angelegt werden.

      In meinem Fall wären dies 16,50 EUR pro Monat bei einem Betrag von 3.300 EUR. In 25 Jahren kämen 4.950 EUR an Stundungszinsen zusammen, die ich zusammen mit den 3.300 EUR zurückzahlen müsste.

      Bei mir ist komplett unklar wie lange ich in der Schweiz bleibe, ob ich jemals nach Deutschland/EU zurückkehre oder in ein anderes Land auswandere, etc. Ich überlege, ob ich nicht besser sofort die erhaltenen Zulagen und Steuervergünstigungen zurückzahlen sollte, um diese hohen Stundungszinsen zu vermeiden soweit dies überhaupt noch möglich ist.

      Wenn ihr einen Riestervertrag habt, wie handhabt ihr diesen Fall? Habt ihr eine Tipp hierzu?

      Danke vielmals.

      Philip
    • Hoi Philip,

      kurz und bündig: kündige den Vertrag. Bei der Riesterrente verdient hauptsächlich der Anbieter. Die 0,5% pro Monat sind wohl tatsächlich üblich (siehe hier).
      Da waren die Raubritter im Mittelalter noch Waisenknaben dagegen.

      Ich würde an deiner Stelle in eine Verbraucherzentrale gehen und schauen, wie man den Vertrag am besten abwickeln kann. Stell dich aber schon mal darauf ein, dass du nur einen Bruchteil des Geld zurückbekommen wirst. Der Rest ist schon für die Verwaltung draufgegangen.

      Die Berechnung der Stundungszinsen ist aus meiner Sicht verkehrt: die 0,5% pro Monat bezahlt man auf das eingezahlte Kapitel, d.h. am Jahresende sollten die Zinsen vom Betrag abgezogen werden. Im nächsten Jahr wären dann 6% von 3'102€ fällig, also 185.12€. Sonst zahlt man mehr Stundungszinsen als man initial eingezahlt hat.


      VG basileus
    • Interessanterweise stand ich diese Woche vor dem gleichen Problem. Meiner Meinung nach macht eine Stundung höchstens Sinn wenn man vor hat in absehbarer Zeit nach Deutschland zurückzukehren und dort dann wieder steuerpflichtig zu arbeiten. Ich habe jetzt meinen Vertrag gekündigt, eigentlich sollte der Anbieter schon bei der Adressänderung hellhörig werden
    • Hi Basileus,

      die Zinsen werden nicht jährlich abgezogen, sondern müssen bei Rentenbeginn zusammen mit dem gestundeten Betrag zurückgezahlt werden, wenn man nicht zulagenberechtigt ist. Daher können die Zinsen durchaus höher sein als die Zulagen, die man erhalten hat. Die Zinseszinsen hatte ich in meiner Berechnung gar nicht mit berücksichtigt. Das ist ja so irrsinnig, obwohl die marktüblichen Zinssätze aktuell unter 2% liegen.

      Kündigen wollte ich den Vertrag nicht, aber vielleicht lässt sich der Stundungsbetrag vorzeitig zurückzahlen und damit das ganze vermeiden.

      Schönen Abend,

      Philip
    • Hoi Philip,

      das ist ja noch viel übler als ohnehin schon. Man zahlt also mehr Stundungszinsen als man überhaupt Kapital hat.

      Ich weiss nicht, wie hoch deine Einzahlungen bisher sind, von daher kann ich nur eine Empfehlung aus meiner Sicht abgeben. Ich würde das Ding kündigen und das Geld stattdessen selber anlegen.
      Ein paar Hintergrundinfos: hier, hier und hier. Überleg einfach, wie hoch die zu zahlenden Kosten (Zinsen plus Zulagen = 8.250€) im Vergleich zu deinen schon eingezahlten Beiträgen sind. Falls das mehr als 5% sind, würde ich(!) das Ding so schnell wie möglich loswerden.


      Wirf schlechtem Geld nicht noch gutes hinterher. Stichwort 'Sunken Cost Fallacy'.



      VG basileus