Wohnsitz D und CH Immobilienfinanzierung

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    • Hallo,
      vielleicht kannst du mir noch mal helfen.
      Problem bei der Finanzierung ist nun, dass uns bisher keine Bank einen Renditeobjekt-Kredit mit Aussicht auf Ferienwohnungsvermietung geben will. Die wollen für ein Renditeobjekt zwingend einen bereits bestehenden Jahresmietvertrag sehen - wir müssten also einen Mieter mitkaufen. Da das Objekt jedoch bisher nicht vermietet war, können wir mit diesem nicht dienen.

      Wir überlegen nun, ob wir das Ganze dann als Erstwohnsitz laufen lassen, uns also in der Schweiz anmelden und nach drei Monaten wieder abmelden (dann ziehen wir halt wieder aus).
      Fragen dazu:
      1. Was für Nachweise will die Bank für einen Kredit als Erstwohnsitz sehen? Reicht bereits die formulierte Absicht, in die Schweiz zu ziehen?
      2. Sollten wir uns tatsächlich anmelden (müssen) - habe ich irgendetwas übersehen, was in dieser Hinsicht problematisch werden könnte (natürlich werden keinerlei Leistungen o.ä. beantragen)?

      Guten Rutsch allerseits!
    • Hallo riff

      Der Bank musste ich zumindest keine Anmeldung vorlegen. Bei mir gibt es aber drei Gründe, die theoretisch dazu geführt haben könnten, dass das nicht notwendig war:

      1. Meine Frau hat "nur" mit Ausländerausweis gekauft. Ein Kauf als Zweitwohnsitz wäre in Zug gar nicht möglich gewesen. In diesem Fall hätten wir ohnehin auf den Deckel bekommen.
      2. Ich habe eine BVG Police verpfändet. Dieser Vorgang fällt ja bereits unter der WEF Regeln, womit sich eine separate Prüfung durch die Bank ja erübrigen würde. Die Pensionskasse (die in meinem Fall zu der Gruppe des Hypothekarbank gehört), wollte die Ummeldung sehen.
      3. Wir haben bei der Gruppe so ziemlich alles: Fahrzeugversicherungen, Haftpflicht, 3. Säule, KTG, UVG, Lebensversicherungen, BVG... Und das seit 13 Jahren. Die kennen uns ein wenig. Das ist vermutlich etwas anders als bei einem Neukunden.
      Das Problem ist einfach, dass sie euch vermutlich relativ grosse Probleme machen können, wenn ihr da zu viel trickst. Und meistens passieren irgendwelche Überprüfungen ja nicht gerade in den günstigsten Momenten. Ich würde das Risiko nicht gehen wollen und dann eher eine Anmeldung in der Schweiz ins Auge fassen - mit allen steuerrechtlichen Problemen, die sich daraus ergeben könnten. Aber das scheint mir noch immer ein kleineres Risiko als Ärger mit der Bank zu riskieren.

      Der AIA sollte in Deinem Fall keine Probleme machen - häufig ist das ja auch noch ein Thema.

      Alles natürlich meine persönliche Meinung.

      Jan
    • Was für Probleme könnte uns die Bank konkret machen? (Vielleicht ist das eine blöde Frage, aber ich habe da keine Vorstellung. Und die Bank kann ich ja nun nicht fragen. ;-))

      Steuerrechtliches Problem bei Anmeldung wäre die Vermeidung der Doppelbesteuerung. Da könnte ich als Selbstständiger mit ausschließlich deutschen Kunden usw. doch sicher ganz gut glaubhaft machen, dass ich in D steuerpflichtig bin? (Außer natürlich die Einnahmen aus der Ferienwohnungsvernietung.) Gibt es sonst noch steuerliche Fallstricke bei vorübergehender Anmeldung?

      Oder andere Punkte, die ich nicht bedacht habe?
      KV könnte die in D als äquivalent geltend gemacht werden, denke ich?
      Führerschein müsste erst nach einem Jahr getauscht werden, da wären wir schon längst wieder abgemeldet.
      Sonst etwas?

      Danke fürs Mitdenken.
    • Ich weiss nicht, ob vorübergehend reicht. Wenn du dich abmeldest, könnten sie eine Umfinanzierung wünschen.

      In der Schweiz wirst du wegen der Vermietung bestimmt beschränkt steuerpflichtig. Krankenkasse wird mehr als spannend. Mit Aufenthaltsbewilligung fällst Du unters KVG...
    • Tatsächlich? Sie könnten uns zur Umfinanzierung zwingen, selbst wenn wir die Raten pünktlich zahlen?

      Ja, aber das betrifft dann ja nur die Vermietung und nicht mein Einkommen als Selbstständiger.

      Beim Anruf bei der Kommune hieß es, dass eine ausländische KV ginge, sofern sie anerkannt wird und ein Antrag auf Befreiung gestellt würde.
    • Schau mal hier:

      "Verlegen Sie Ihren Wohnsitz in die Schweiz, beziehen aber Ihren Lohn ausschliesslich aus dem EU-/EFTA-Ausland?
      Wenn Sie in die Schweiz ziehen, aber weiterhin in einem EU-/EFTA-Land arbeiten, sind Sie aufgrund des Erwerbsortprinzips im Land Ihres Arbeitgebers versicherungspflichtig. Dies gilt grundsätzlich auch für eine selbstständige Erwerbstätigkeit. Der Abschluss einer Krankenversicherung in der Schweiz ist in diesem Fall nicht möglich."

      helsana.ch/de/private/wissen/k…sicherung/zugezogene.html

      Daran würde ja auch die Vermietung nichts ändern, nehme ich mal an.
    • Wenn es dann KEINE Mieteinnahmen gibt, könnte das tatsächlich mit der Krankenversicherung passen.

      Und in der Regel kann die Bank die Hypothek kündigen. Das passiert ja vielen Rentnern, die pünktlich zahlen, bei denen aber die Tragbarkeit kalkulatorisch nicht mehr gegeben ist.
    • Hallo Jan,

      wir haben jetzt eine Bank gefunden, die uns die Wohnung als Zweitwohnsitz finanziert (EK 25 %). Gibt es hier noch irgendetwas, das ich beachten sollte?

      Ich habe mich mit deutschen Ferienhausbesitzern in der Schweiz unterhalten und die Info bekommen, dass sie doppelt Steuern zahlen (in der Schweiz auf alle Einkünfte aus CH und D und in Deutschland auf alle Einkünfte aus CH und D).
      Soll das Doppelbesteuerungabkommen nicht genau das verhindern?
    • Hallo Riff

      Vermutlich musst Du nicht mehr beachten als jeder andere auch - so viel anders ist das ja nicht (ausser, dass Du Deinen Wohnsitz irgendwo anders hast).

      Lass es Dir am besten mal im Detail von Deinen bekannten erklären. In Deutschland spricht man hier in der Regel von Progressionsvorbehalt - in der Schweiz von "satzbestimmenden Einkommen". Ist im Grunde recht einfach.

      Gruss,
      Jan
    • Jetzt bin ich bei meinen Recherchen über die Besteuerung über den Hinweis gestolpert:

      "1.4 Fallstricke und Optimierungsmöglichkeiten
      Die Schuldzinsen werden nach Lage der Aktiven verteilt. Es kann also durchaus sein, dass Schuldzinsen einer Schweizer Hypothek steuerlich anteilig ins Leere fallen. Beim Kauf einer Liegenschaft als Kapitalanlage könnte geprüft werden, ob diese allenfalls via Immobiliengesellschaft erworben werden soll, damit die Schuldzinsen vollständig geltend gemacht werden können."

      handelskammerjournal.ch/de/gre…eitender-immobilienbesitz

      Klingt sinnvoll für mich - hat damit jemand Erfahrung?