Einwilligungserklärung, um Daten für das Bewerbungverfahren verarbeiten dürfen

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    • Einwilligungserklärung, um Daten für das Bewerbungverfahren verarbeiten dürfen



      Hallo zusammen!


      Eigentlich bin ich Italiener aus Verona, aber ich hatte schon einen Gesprächstermin in der Deustchschweiz und spreche fließend Deutsch.
      Ich habe erfahren, dass es viele Unterschiede zwischen verschiedene Länder in Bereich Bewerbung gibt. Ich möchte ihr um eine Bestätigung bitten. Müssen EU Bewerber in der Schweiz eine Einwilligungserklärung abgeben, damit Arbeitgeber ihre Daten für das Bewerbungverfahren verarbeiten dürfen?
      Vielen Dank im Voraus!
      :)
    • Hallo Cristian

      Die Schweiz ist hier sehr pragmatisch. Mit der Bewerbung auf eine Stelle gibst Du Deine (konkludente) Einwilligung zur Datenverarbeitung. Man geht davon aus, dass Du als Bewerber die Unterlagen in dem Wissen gibst, dass diese auch weiterverwendet werden. Und das ist IMHO auch sinnvoll.

      Das betrifft mitunter auch Personaldienstleister, die die notwendigen Daten auch an Dritte weitergeben dürfen. Bei Personaldienstleistern gibt es hier jedoch noch weitere Prüfungen, auf die ich hier nicht näher eingehe.

      Alles darf natürlich nicht gespeichert werden, vgl. Art. 4 Abs. 3 DSG sowie in Art. 328b OR:

      Schweizerische Eidgenossenschaft schrieb:

      Der Arbeitgeber darf Daten über den Arbeitnehmer nur bearbeiten, soweit sie dessen Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen oder zur Durchführung des Arbeitsvertrages erforderlich sind. Im Übrigen gelten die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz.
      Die "Durchführung des Arbeitsvertrages" umfasst hierbei auch das Zustandekommen eines solchen.
      Besonders schützenswerte Daten (früher nannte man die "personenbezogene Daten") bedürfen hingegen der ausdrücklichen Zustimmung. In der Praxis wird das zum Glück nicht übermässig streng gehandhabt, weil das dann wirklich problematisch werden könnte. Oftmals werden eben diese "besonders schützenswerten Daten" nämlich dem Arbeitgeber gegeben, weil sich der Arbeitnehmer Rücksichtnahme wünscht - bspw. wegen einer Krankheit oder ähnlichem. Das diese Informationen dann auch irgendwo gespeichert werden müssen (bspw. weil die Person nicht mehr als 10kg heben darf) versteht sich dann eigentlich von selbst. Aber streng genommen müsste in genau diesem Fall eine schriftliche Zustimmung gegeben werden. Genau dieser Teil ist eben nicht konkludent regelbar.

      Wenn Du etwas spezielles Wissen möchtest, müsstest du das konkretisieren. Ich halte auch regelmässig Vorträge zu diesen Themen und war 10 Jahre im Vorstand des grössten Schweizer Informationssicherheitsvereins. Da bin ich recht fit.

      Gruss,
      Jan