Grenzgänger oder nicht?

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    • Grenzgänger oder nicht?

      Hallo zusammen,

      ich hoffe es kann mir jemand weiterhelfen. Mein Mann war die letzten 3 Jahre Grenzgänger. Wohnhaft in Lindau, gearbeitet in St. Gallen. Zum Pendeln war das ok (ca 45 Minuten). Nun zieht leider sein Arbeitgeber nach Zug um. Von Zug nach Lindau fährt man 2 Std. (167km). Nachdem wir erst vor kurzem ein Haus in Lindau gekauft haben und wir die Kinder nicht schon wieder aus ihrem gewohnten Umfeld etc nehmen wollen, haben wir beschlossen dass mein Mann alleine nach Zug umzieht und uns am WE immer besucht. Mein Mann hat bereits eine Wohnung in Zug gemietet und die B Bewilligung beantragt.
      Jetzt kam per Post die Nachricht dass er sich nicht für die B Bewilligung qualifiziert, weil sein Haus in Deutschland nur 167km entfernt ist und sein Lebensmittelpunkt ja in Deutschland läge. Wir hatten angegeben dass mein Mann uns nur jedes 2. Wochenende besuchen wird.

      Kann man da nochmal nachhaken oder ist da nichts mehr zu machen? Für uns ist die Entscheidung nicht ganz nachvollziehbar.

      Vielen Dank für Eure Hilfe!
    • Pavlou schrieb:

      Kann man da nochmal nachhaken oder ist da nichts mehr zu machen? Für uns ist die Entscheidung nicht ganz nachvollziehbar.
      Probieren kann man es. Wenn er aber in Zug eine Einzimmerwohnung hat und in Deutschland eine 600m2 Villa mit Pool, Familie und Gärtner (man beachte die Reihenfolge :D) könnte es schwer werden damit durchzukommen.

      Was bieten Sie euch denn genau an? Grenzgänger oder internationaler Wochenaufenthalt (Wochengrenzgänger)? Vermutlich doch letzteres, oder? Ich schätze mal auf 150km pro Strecke und rund 2h kommt auch hin. Fände ich jetzt nicht gerade schlimm ;)
    • Vielen dank für deine Antwort! Den Begriff Wochengrenzgänger kannten wir noch gar nicht Sie haben uns das Formular G1 zugeschickt und die Dame vom Migrationsoffice hat geschrieben, dass er sich dann als Wochenaufenthalter in Zug (mit Zweitwohnsitz) anmelden kann.

      Jetzt haben wir gerade ein bisschen Research gemacht. Verstehen wir das richtig, dass er als Wochengrenzgänger dann auch gleich sofort in der Schweiz seine Steuern bezahlt und dies nicht via der 60 Tage Regelung einfordern muss? Das wäre dann natürlich wirklich nicht so schlecht Vielen lieben Dank für Eure Hilfe!
    • Als internationaler Wochenaufenthalter (dieser Begriff ist geläufig, auch wenn es ihn nicht offiziell gibt) wird er ermässigte Quellensteuer (4.5%) bezahlen.

      Da sich sein Lebensmittelpunkt aber weiterhin in Deutschland befindet (Frau und Kinder plus Haus in Lindau), wird er mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit in Deutschland besteuert werden. Der Ober (Lebensmittelpunkt) sticht somit den Unter (60-Tage Regel).

      Such einfach im Forum nach 60-Tage Regel und Wochenaufenthalt. Es gibt diverse Themen dazu.


      VG basileus
    • Wir haben heute mit dem Migrationsamt und der Steuerbehörde in Zug gesprochen. Die haben bestätigt dass es zwei Arten von Grenzgänger gibt. Die normalen Grenzgänger die täglich pendeln und andere, die unter der Woche in der Schweiz arbeiten und wohnen und nur am Wochenende nach Deutschland fahren. Wir fallen eben unter den Wochengrenzgänger. Die Steuerbehörde hat bestätigt dass mein Mann die komplette Steuer in der Schweiz zahlt und dies sofort von seinem Gehalt abgezogen wird. Er ist also in der Schweiz steuerpflichtig und nicht in Deutschland.
    • Pavlou schrieb:

      Die Steuerbehörde hat bestätigt dass mein Mann die komplette Steuer in der Schweiz zahlt und dies sofort von seinem Gehalt abgezogen wird. Er ist also in der Schweiz steuerpflichtig und nicht in Deutschland.
      An eurer Stelle würde ich mir diese Aussage a) schriftlich geben lassen und b) auch vom deutschen Finanzamt bestätigen lassen.
      Ich zweifle stark an, dass das deutsche Finanzamt dies genau so sieht. Die Steuerverwaltung in Zug kann alleine keine rechtsverbindlichen Aussagen treffen. Dies muss immer in Zusammenarbeit mit dem zuständigen deutschen Finanzamt geklärt werden.
    • Ok, aber ich kann nicht ganz nachvollziehen wieso du dies anzweifelst?

      Mein Mann hat eine Wohnung in der Schweiz. Nach Deutschland zum Pendeln sind es ja definitiv zuviele km (167). Das wäre nicht zumutbar.

      Er wohnt und arbeitet in Zug. Da liegt es doch auf der Hand dass er in der Schweiz steuerpflichtig ist. Die Dame war sich da sehr sicher. Es sei denn er hätte ein weiteres Einkommen in Deutschland (was er nicht hat).

      Und mit der 60 Tage Regelung, müsste er doch ganz sicher die Steuern in der Schweiz bezahlen, weil er die 60 Tage ja locker hinbekommt. Gibt es hier noch eine Ausnahmeregelung die ich verpasst habe? Bitte erklär mir das mal noch Vielen lieben Dank!
    • Schau einfach meinen Post im anderen Thread an: hier

      Pavlou schrieb:

      Und mit der 60 Tage Regelung, müsste er doch ganz sicher die Steuern in der Schweiz bezahlen
      Siehe oben nochmal lesen: Lebensmittelpunkt ist in diesem Fall höhergestellt als die 60 Tage Regel.

      Und bitte nicht falsch verstehen: wenn es bei euch so klappt, ist alles gut. Allerdings ist die Aussage der Dame von der Zuger Steuerverwaltung etwas voreilig. Sie kann nicht alleine (ohne Absprache mit dem zuständigen deutschen Finanzamt) darüber entscheiden, wo dein Mann die Steuern zahlt

      PS: warum ich da so drauf rumhacke: ich hatte bereits die unschöne Erfahrung mit dem deutschen Finanzamt und einer (unberechtigten) Forderung zur Nachzahlung eines fünfstelligen Betrages. Das war weder schön noch nervenschonend. Deshalb weisse ich gerne darauf hin, dass man solche Abklärungen am besten schriftlich vom Finanzamt bekommt bzw einen Steuerberater einschaltet :)