Aus 4 mach 7

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    • Hallo zusammen,
      ich bin alleinerziehend mit 3 Kindern und lebe und arbeite in D. Mein Lebensgefährte (auch Deutscher) hat auch 2 Kinder und arbeitet seit vielen Jahren in der Schweiz.
      Nun haben wir uns entschlossen gemeinsam in der Schweiz leben zu wollen. Das Ganze mutiert zu einem Großprojekt und ich bin mir noch nicht annähernd sicher, ob ich tatsächlich den kompletten Umfang überblicke. Schon eine Großfamilie zu "basteln" ist ein Schritt, aber den gleich mit einer Auswanderug zu kombinieren erscheint mir gerade als ausgewachsener Berg.
      Ein Haus mieten oder kaufen?
      Wie ländlich wollen/können wir leben?
      Welche Regelungen müssen wir beachten?
      und, und, und....
      Mir raucht der Kopf! ?(
      Zeitlich ist das alles auch gar nicht so einfach. Ich bin Leherin und werde vorerst weiterhin in D arbeiten. Allerdigs wird über meine Versetzung frühestens Mitte Mai entschieden. Das macht es zeitlich schwierig, weil ich mein Haus hier verkaufen und in der Schweiz etwas neues Passendes finden muss. Ein wenig Eingewöhnungzeit sollten meine Kinder auch haben, da die Schule ja schin Mitte August wieder beginnt. Ich hoffe, das alles endet nicht im Chaos :/

      Gibt es hier Eltern, die mir etwas über die Schulen sagen können? Ein wenig habe ich mich eingelesen und es gefällt mir insgesamt recht gut. Erfahrungsberichte sind aber immer sehr wertvoll.
      Mich würde konkret interessieren, wie das mit Französisch ist. Das wird ja an vielen Schulen ab der 3. Klasse unterrichtet. Meine beiden Großen sind aktuell in Klasse 4 und 7. Gibt es da Regelungen, wie diese Kinder den versäumten Stoff nacharbeiten können? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, falls ihr mit älteren Kindern ausgewandert seid?

      Ich hoffe, das alles klingt nicht zu negativ. Ich finde es spannend und es wird sicher schön.....aber mir fehlt gerade einfach etwas die Orientierung.

      Vielen Dank und ich bin schon sehr gespannt, mich hier weiter durch´s Forum zu lesen.

      Liebe Grüße
      Thala
    • Hoi Thala,

      Mein erster Tipp ist ganz klar eine Rechnung anzustellen. Kinder zu haben, vor allem kleine, ist in der Schweiz verdammt teuer!!! Gerade, wenn Ihr einen Hort/ KiTa benötigt, der mal locker 1700-2000CHF pro Monat kosten kann.

      Wir haben ein 160% Einkommen und mit zwei Kleinen (0 und 4) reicht es gerade dafür, uns keine Sorgen machen zu müssen.
    • Hallo ihr beiden,
      danke für den Hinweis. Das werde ich im Hinterkopf behalten.
      Wir versuchen das so zu handhaben, dass ich nur 3 Vormittage arbeite und somit über die Schule/Kindergarten hinaus keine Betreuung notwendig ist. Da in der Regel Ganztagesunterricht ist, müsste das hinkommen. Meine KInder sind auch schon so groß und selbstständig, dass sie auch mal 1-2h alleine bleiben können. Aber das lässt sich alles erst sicher planen, wenn man konkrete Schulen/KIndergarten weiß und ich einen Stundenplan habe.

      Lieben Dank erstmal.

      Ach ja, gibt es in der Schweiz auch eine Masernimpflicht für KIndergarten- und Schulkinder?
    • Hallo Thala

      viel Erfolg für euer Vorhaben.

      So weit ich weiss erhalten die Kinder Unterstützung in Französisch, wenn sie später dazu kommen. Es gibt ja auch immer wieder Kinder, die ohne ein Wort Deutsch hier in die Schule kommen.

      Thala schrieb:



      Ach ja, gibt es in der Schweiz auch eine Masernimpflicht für KIndergarten- und Schulkinder?
      nein gibt es nicht.
    • Hallo und herzliches Willkommen hier im Forum auch von mir :CH:
      DOK - Die Schere – Der Graben zwischen Arm und ... - SRFwww.srf.ch
      Diese Doku zeigt 3 interessante Beispiele, sehenswert, auch die Kommentare.

      Viel Glück bei Eurem Projekt.
      Gruss Anja
    • Hallo Kerstin,
      Hallo Anja,
      vielen Dank. Ich bin sehr gespannt, was ich hier noch alles lerne.
      Aktuell habe ich das Gefühl, dass mich das Thema etwas überfordert und zu groß ist. Viele Alternativen, als es jetzt anzupacken und den Schritt zu wagen, gibt es aber leider nicht.
      Wenn man nur schon wüsste, wie es mal wird, wäre so vieles einfacher :D

      Lieben Gruß
      Thala
    • Guten Morgen Thala
      Manchmal hilft einfach auf Bauchgefühl hören und los legen ;)
      Zu viel Informationen einholen ist manchmal anstrengender als einfach los zu legen. Jedoch sollte man manche Dinge schon etwas näher betrachten und gut überlegen. Die Kinder würde ich auf jeden Fall in die Entscheidung mit einbeziehen, wenn sie alt genug sind. Letztendlich geht auch um ihre Zukunft!
      Die Tochter einer meiner ehemaligen Arbeitskolleginnen (Schweizerin), 15 Jahre, wird seit 3 Monaten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie "therapiert" mit Psychopharmaka... In der "Anstalt" gab und gibt es Vorkommnisse, welche wenn Sie den Eltern passiert wären, ihnen garantiert den KES (Kinder-und Erwachsenenschutz) ins Haus gebracht hätte.
      Solche Geschichten oder soll ich Drama dazu sagen, gehen mir als Mutter und inzwischen Oma zu Herzen. Machen mich ehrlich gesagt wütend...

      Seit nun bald 5 Jahren lebe ich in der Schweiz. Beisse mich alleine durch, bin nicht unglücklich, auch wenn ich beruflich noch nicht angekommen bin.
      Mein erwachsener Sohn mit seiner kleinen Familie und meine Eltern leben weiterhin in Deutschland, haben dort ihr Auskommen. Sie können nicht verstehen, dass es mir hier doch recht gut geht, egal wie viel oder wenig Geld ich verdiene oder zur Verfügung habe.
      Nur wenige Menschen verstehen, wenn ich sage ich lebe hier in der Schweiz 1:1 wie ich in Deutschland die letzten 4 Jahre gelebt habe, bevor ich ausgewandert bin. Damit meine ich meine Wohnverhältnisse, dass ich kein Auto habe, keine Schulden, nur das Nötigste an Nebenkosten. Prozentual gesehen bleiben am Monatsende von meinem Gehalt nach Abzug der Fixkosten genau 50% zum LEBEN ;) und etwas zur Seite legen.

      Viel Glück
    • Liebe Anja,
      herzlichen Dank für deine Antwort.
      Es ist ohnehin größtenteils eine Bauchsache.
      Das macht es für mich so schwierig. Mal schlägt es in die eine, mal in der andere Richtung aus.

      Ich habe nach der Trennung von meinem Exmann vor 4 Jahren sehr darum gekämpft, das Haus halten zu können. Ich habe hier viel Geld, Kraft, Zeit und vor allem Liebe hinein gesteckt. In der Nachbarschaft sind wir bekannt für unseren offenen Sitzplatz vor dem Haus für alle Vorbeikommenden, für unseren offenen Garten, in dem meist der größte Teil unserer Nachbarskinder herumtobt...neben unseren Hühnern und Katzen.
      Wir haben eine Nachbarschaft, wo die Kinder nachmittags alle auf der Straße spielen...eine richtige Idylle.

      Es war auf längere Sicht geplant....oder zumindest eine Überlegung, dass wir in ein paar Jahren Richtung Schweiz ziehen, weil mein ("neuer") Mann dort schon lange lebt und arbeitet und die Schweiz liebt. Mein Exmann arbeitet überraschend seit 6 Monaten auch in der Schweiz, was den Kontakt zu den Kindern vereinfachen würde. Aktuell müssen sie alle 2 Wochen 3,5 h zu ihm hin und auch wieder zurück fahren.
      Und Corona hat im letzten Jahr gewirkt wie ein Katalysator. Ich bin vollkommen entsetzt mit welchem verbitterten Ernst in D die Regelungen - teilweise übereifrig überzogen - in vorauseilendendem Gehorsam umgesetzt werden und wie jedes Nachfragen und geäußerte Kritik ignoriert oder verteufelt wird. Ich habe den Eindruck, dass die Menschen in unseren Nachbarländern, selbst bei strengen Regeln, für Kirche in Dorf lassen.

      Trotzdem ist es sehr schwer so einen großen Schritt wirklich zu gehen.
      Am besten würden wir in der Schweiz erstmal mieten....aber für eine 7-köpfige Familie gar nicht so einfach. Wir müssen ein wenig grenznah bleiben, da ich in D erstmal weiterhin arbeite. Und ich möchte meinen Kindern einen weiteren Wechsel gerne ersparen. Ich werde vermutlich hier alles verkaufen müssen, um in der Schweiz etwas zu kaufen.
      Vermutlich steht und fällt diese Entscheidung mit einem Objekt, bei dem mein Herz höher schlägt und ich mir ein Zuhause Ausmalen kann.


      Ich bin gespannt wo und wie ich in einem Jahr lebe.
    • Hallo Thala,
      Nachdem ein neuer Job für meine Frau im Februar vom Himmel fiel, dann Corona dazwischen kam und wir die Sommerferien 14 Tage im Juli zur intensiven Wohnungssuche genutzt haben, sind wir im August 2020 zum Schulbeginn von Berlin in die Nähe von Bern gezügelt.
      Unsere Kids waren da 14 (9. Klasse) und 16 (11.Klasse). Für die Große konnten wir schon in den Sommerferien ein Gymnasium suchen. Beim „Kleinen“ mussten wir warten, bis das mit der Wohnung klar war, denn bis zur 9. Klasse ist die obligatorische Schule in der Wohngemeinde zuständig.

      Beim Gymnasium hat man uns an 2 von 3 Gymnasien geraten, nicht direkt weiter zu gehen, sondern ein Jahr zu wiederholen. Unsere Tochter hat sich deswegen für das dritte Gymnasium entschieden und kommt damit auch sehr gut klar (liegt aber auch an ihrer persönlichen Motivation - sie war schon in Berlin eine gute Schülerin und hat das auch hier so weiter gemacht). Sie hatte Franz seit Klasse 6 und kommt bisher sehr gut mit (auch hier wieder ihrer Motivation und ihres Lernens geschuldet).

      Der Kleine war in Berlin in der 9. Klasse (und ein eher mittelmäßiger Schüler) und wir haben mit ihm zusammen besprochen, das er die 9. wiederholt, um in der Schweiz auch anzukommen und um danach eine Berufslehre zu machen. Er hatte Spanisch seit der 7. Klasse und noch kein Französisch. In unserer „Dorfschule“ wird er wunderbar betreut. Die Schule hat sich sehr intensiv bemüht, ihm einen guten Start zu ermöglichen. Wir sind am Donnerstag hier angekommen, am Freitag kam der Zügelwagen und wir hatten ein Vorstellungsgespräch in der Schule und am Montag ging das neue Schuljahr los.Die Klasse ist sehr klein (11 Neuntklässler) und er entwickelt sich sehr gut - hat einen regelrechten Push bekommen. Er erhält einen individuellen Französischunterricht mit eigenen Lernzielen. Mit der Lehrstelle ist es leider nichts geworden (auch weil der gewünschte Beruf sehr unter Corona leidet), aber wegen der guten Schulleistungen hat er eine Empfehlung für die Fachmittelschule bekommen (und, wenn er das gewünscht hätte, wäre auch Gymnasium möglich gewesen), obwohl ihm Französisch fehlt. Auch bei der Berufsberatung, die hier sehr groß geschrieben wird, können wir nur von engagierten Beraterinnen berichten.

      Nach Impfungen hat übrigens keiner gefragt.

      Nichtsdestotrotz fehlen unseren Kindern ihre Berliner Freunde sehr, auch wenn sie sich hier in den Schulen schon sehr gut eingelebt haben. Aber ich denke, das ist normal, wenn man Teenager „verpflanzt“.

      Dass dir wegen des Projektes alles mögliche durch den Kopf schwirrt, kann ich sehr gut nachvollziehen. Bei uns ist es der Job meiner Frau, der den Anker bildet, und der uns dazu veranlasst hat, zu springen (und das waren wirklich turbulente Monate im letzten Sommer). Und es gibt immer noch eine Menge zu klärender Dinge: z.B. jetzt die erste Steuererklärung in der Schweiz für das Rumpfjahr 2020. Es bleibt spannend, und das gute Gefühl, das gemacht zu haben, überwiegt bei uns immer noch, auch wenn es an anderen Stellen noch alles sehr irreal erscheint.

      Beste Grüsse

      tobi
    • Lieber Tobi,
      vielen herzlichen Dank für deine Nachricht. Sie hat mir sehr weiterholfen und beruhigt mich. Im Grunde dreht es sich hauptsächlich um die Kinder. Für die Tatsache, dass wir als Patchworkfamilie leben wollen, haben wir im Grunde die besten Vorrausetzungen - Gott sei Dank. Unsere Kinder lieben sich gegenseitig und auch den jeweils "fremden" Elternteil. Trotzdem ist gerade bei meinen Dreien nicht zu vernachlässigen, dass sie aus ihrem Leben grissen werden, wo sie sich sehr wohl fühlen. Ich möchte möglichst alles tun, um ihnen hier das Einleben so leicht wie möglich zu machen und es so gut vorzubereiten, dass nicht in 2-3 Jahren doch nochmal ein Umzug kommt, wenn sie hier gerade angekommen sind.
      Die Immobiliensuche gestaltet sich nicht so einfach. Ist etwas in passender Größe und einigermaßen erschwinglich - zack - ist es vom Markt. Das Immobiliengeschäft scheint auch so gut zu laufen, dass viele Makler gar keine Samstagtermine anbieten. Das Richtige wird schon kommen.

      Habt ihr euch in D komplett abgemeldet?
      Ich lese immer wieder davon, dass manche zusätzlich in D gemeldet bleiben.
      Da ich weiterhin in D arbeite, muss ich noch die Fragen nach den Versicherungen klären. Als Lehrerin sind meine KInder mit mir privat versichert und die Beihilfe trägt die restlichen Kosten.
      Erhält man dazu in den "Grenzgänger-Büros" die entsprechenenden Informationen?
      Mir fällt es leichter so etwas zu besprechen, als nur darüber nachzulesen.

      Einen schönen Sonntag euch allen und lieben Gruß
      Thala
    • Hallo Thala

      Ob du dich in Deutschland abmelden musst ist von deinem Wohnkanton/Gemeinde abhängig. Wir z.B. brauchten die Abmeldung aus Deutschland, um uns in unserer Gemeinde anmelden zu können.

      Als Grenzgänger ist es ja meistens andersrum, die Leute wohnen in Deutschland und arbeiten in der Schweiz. Die Sympany Krankenversicherung hat eine eigene Grenzgängerabteilung, dort kannst du dich umfassend beraten lassen.

      sympany.ch/de/privatkunden/wis…ationen/grenzgaenger.html


      Da ich in der Abteilung Schweiz/wohnhaft bin, kann ich dir in der Richtung nicht gross weiterhelfen.

      Da in der Schweiz jede Person als "Einzelperson" versichert wird, müssten dein Mann und die Kinder sich also dort versichern. Dazu kann ich euch gern beraten, wenn ihr möchtet.
      Melde dich gern bei mir.

      Liebe Grüsse
      Kerstin