Probleme mit B-Bewilligung und Wohnsitz in Deutschland?

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    • Probleme mit B-Bewilligung und Wohnsitz in Deutschland?

      Hallo liebe Foristen,

      mein Name ist Martin und ich trete ab dem nächsten Monat eine neue Stelle in der Schweiz an.Ich möchte meinen Wohnsitz in Deutschland (Hamburg) gerne behalten und wollte daher zuerst als Grenzgänger arbeiten.

      Bei einem Telefonat mit dem Migrationsamt wurde mir gesagt, dass ich dann aber jedes Wochenende nach Hause fahren müsste, war für mich nicht in Frage kommt (jedes Zweite wäre in Ordnung gewesen). Nun habe ich mich also entschieden, eine B-Bewilligung zu beantragen und trotzdem auch meinen Wohnsitz in Deutschland behalten.Ich hoffe jemand kann mir ein paar Fragen beantworten, oder hat sogar selbst Erfahrungen mit dieser Sachlage gemacht.
      1. Mein Steuerberater hat mir gesagt, dass mein Einkommen in der Schweiz (Schweizer Firma, Arbeitsplatz in der Schweiz) unter progressionsvorbehalt in Deutschland Steuerfrei ist.Also ich versteure mein Arbeitseinkommen ausschließlich in der Schweiz, für meine Einkünfte in Deutschland ist aber ein höherer Steuersatz fällig.Kann das Jemand von euch bestätigen, oder habt ihr mit dem Finanzamt andere gegenteilige Erfahrungen gemacht.Ich wohne weit genug von der Grenze entfernt, außerdem hat das Steuer- und das Ausländerrecht laut meinem Steuerberater nichts miteinander zu tun.Mit anderen Worten: Das Deutsche Finanzamt interessiert mein Status in der Schweiz (B- bzw. G-Bewilligung nicht.
      2. Hat jemand Erfahrungen, wie das mit der Kapitalertragssteuer gehandhabt wird? Ich besitze in Deutschland Wertpapiere und die Steuer wird ja direkt einbehalten. Jetzt muss ich die Gewinne aber natürlich auch in der Schweiz angeben. Wie wird hier eine Doppelbesteuerung vermieden?
      3. Wie habt ihr das mit dem KFZ bzw. eurem Führerschein/Führerausweis gemacht?Ich würde mein Auto natürlich gerne in Deutschland und der Schweiz nutzen, aber wie?Habt ihr das Auto in Deutschland angemeldet gelassen, oder in der Schweiz angemeldet?Auch hier wären konkrete Erfahrungen interessant, da es hier nach meinen Recherchen scheinbar rechtlich keine eindeutige Regelung gibt.
      4. Beim Umzug/Zügeln in die Schweiz soll ich am Zoll meinen Ausländerausweis vorlegen, welchen ich als EU-Bürger natürlich noch nicht habe. Für mich würde daher nach meinen Informationen gelten, dass ich meinen Arbeitsvertrag und die Abmeldebescheinigung meines alten Wohnorts dabei habe. Aber ich möchte mich ja nicht abmelden… Eine B-Bewilligung kann ich aber wohl auch erst beantragen, nachdem ich umgezogen/gezügelt bin.
      Gibt es vielleicht noch andere Probleme, die ich momentan noch nicht bedacht habe, wenn ich einen Wohnsitz in Deutschland und in der Schweiz habe?Ich bin für jede Hilfe wirklich sehr dankbar! :) :CH:
    • Hallo Martin

      1. Nicht ganz richtig. Die Bewilligung ist schon wichtig. Bei einer Grenzgängerbewilligung hättest du dein Schweizer Einkommen ebenso in Deutschland versteuern müssen. Dafür hättest du in diesem Fall einen reduzierten Quellensteuersatz in der Schweiz zahlen müssen, den die deutsche Steuerbehörde angerechnet hätte. Mit B-Bewilligung ist es genauso wie dein Steuerberater sagt. Das Einkommen wird vollständig in der Schweiz versteuert und zusätzliche Einkommen in Deutschland würden unter Berücksichtigung der Progression in Deutschland versteuert werden.

      2. Dazu kann ich leider nichts sagen. Eine Doppelbesteuerung wird es aber nicht geben, da die Schweiz und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen vereinbart haben. (Quelle)

      3. Das Auto und der Führerschein müssen innerhalb von einem Jahr umgemeldet werden, sofern nichts anderes beantragt ist. Am besten Zeitgleich, da mit einem Schweizer Führerausweis kein deutsches Auto mehr regelmässig gefahren werden darf.

      4. Ja dein Arbeitsvertrag und neuer Mietvertrag reichen dem Zoll völlig aus. Eine Abmeldebescheinigung oder Ausländerausweis ist nicht nötig.

      Mit einem Wohnsitz in Deutschland musst dafür Sorge tragen, dass die Post bei dir ankommt. Gerichtliche und behördliche Dokumente können an die deutsche Adresse geschickt werden und die Zustellung kann als bewirkt gezählt werden. Sofern du Kirchenmitglied bist, bist du mit deinem Wohnsitz in Deutschland weiterhin Kirchensteuerpflichtig. Pässe müsstest du in diesem Fall beim Einwohnermeldeamt deiner deutschen Wohngemeinde verlängern und beantragen und nicht beim Konsulat in der Schweiz.

      Schöne Grüsse
      Maik :)
    • Hallo Maik,

      vielen Dank für deine Antwort!
      Hier meine verspätete Rückmeldung hierzu.

      Bezüglich Punkt 1 ist es nach meinen Informationen tatsächlich so, dass ich nur in der Schweiz besteuert werde.
      Das von dir beschriebene Verfahren sollte nur für Grenzgänger gelten, die Grenzgängereigenschaft sollte bei mir aber entfallen und das Einkommen aus dem Schweizer Arbeitsverhältnis in Deutschland steuerfrei (unter Progressionsvorbehalt) sein.

      Beste Grüsse
      Martin