Regelungen während Probezeit in der Schweiz

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    • Regelungen während Probezeit in der Schweiz

      Hallo Zusammen!

      Mein Mann hat eine Anstellung in der Schweiz/ Zürich bekommen.
      Für die Zeit der Probezeit (3 Monate) bleiben meine Tochter und ich in Deutschland und mein Mann geht alleine nach Zürich. Wir wollen einen Antrag auf Grenzgänger stellen.
      Wir haben bezüglich der Regelungen während der Probezeit (bzw. als Grenzgänger/ Wochenaufenthalter) verschiedene Fragen und hoffen, dass uns hier jemand weiter helfen kann. Hier ein paar Beispiele:

      - Wie ist das mit der Krankenkasse? Bleibt er in Deutschland versichert und wie ist das mit der Familienversicherung, falls er sich schon für die Probezeit in der Schweiz versichern muss. Leider finden wir hier widersprüchliche Auskünfte. ?(

      - Ist es zutreffend, dass das Kindergeld (FaZ) von der Schweiz gezahlt werden muss, weil ich nur einen Minijob habe und dadurch keine Einkommenssteuer abführe?
      Obwohl mein Mann Grenzgänger wäre...

      - Hat jemand Erfahrungen mit der Meldeanschrift? Mein Mann hat eine AirBnB-Unterkunft gemietet und dadurch natürlich keinen herkömmlichen Mietvertrag, sondern lediglich eine Buchungsbestätigung für die Unterkunft. Weiß jemand ob das vom Schweizer Meldeamt akzeptiert wird?

      -Braucht man schon während der Probezeit ein Bankkonto in der Schweiz?

      :CH:

      Vielen Dank im Voraus!
      Liebe Grüße
      Sina
    • Hallo Frau Wenzel, anhand Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass Ihr Ehemann
      bei einer deutschen, gesetzlichen Krankenkasse versichert ist Und Sie und Ihre Tochter
      sind über Ihren Gatten zurzeit familienversichert.

      Das Beschäftigungsverhältnis Ihres Gatten in Zürich unterliegt jedenfalls auf keinen
      Fall dem deutschen Sozialversicherungsrecht. Vielmehr gilt schweizerisches Sozialversicherungs-
      recht. D.h., Ihr Gatte obliegt der obligatorischen Krankenversicherungspflicht in der Schweiz.
      Und entsprechende (obligatorische) Versicherungsverträge sollten auch für Sie und Ihre kleine Tochter in
      der Schweiz abzuschließen sein.

      Ihre Gatte und Sie haben aber die Möglichkeit, bei Ihrer bisherigen deutschen, gesetzlichen Krankenkasse
      Leistungsaushilfe durchführen zu lassen: Ihr Gatte hat dann am Wochenende - wenn er in Deutschland ist - und
      Sie beide permanent in Deutschland diesselben Leistungsansprüche, als wenn Sie immer noch in Deutschland versichert
      wären. Sie drei sollten dann auch jeweils eine spezielle Krankenversichertenkarte von der Ihrer bisherigen
      Krankenkasse erhalten, mit der Sie dann ganz "normal" in Deutschland zum Arzt/Zahnarzt gehen können -
      und auch weitere - reguläre - Leistungen, die der deutsche Krankenversicherungskatalog vorsieht, in Anspruch
      nehmen können.

      Die deutsche Krankenkasse holt sich dann sämtliche Kosten, die ihr im Rahmen der Leistungsaushilfe für sie Drei
      entstehen, vom zuständigen, schweizerischen Krankenversicherungsträger zurück.


      Es gäbe unter Umständen zwar noch andere Lösungen, die wären aber teurer. Das Durchführen der Leistungsaushilfe
      durch den deutschen Krankenversicherungsträger für Sie drei ist die sinnvollste Lösung.

      Theoretisch kann man sich der Schweiz auch von der obligatorischen Krankenversicherungspflicht befreien lassen,
      wenn im Ausland ein anderweitiger Versicherungsschutz, wie z.B. bei einer deutschen, gesetzlichen Kranken-
      versicherung besteht. Dies macht sicherlich aber nur dann Sinn, wenn Personen befristet in der Schweiz arbeiten
      und ihren Lebensmittelpunkt nicht in die Schweiz verlagern wollen.

      Bitte nehmen Sie in dieser Angelegenheit einmal Kontakt mit Ihrer Krankenkasse in Deutschland auf.

      Zu Ihren steuerlichen Fragen kann ich leider nichts sagen. In Bezug auf Probezeiten in der Schweiz im Allgemeinen
      - glaube ich -, dass die Bedeutung dieser von Deutschen tendenziell überbewertet wird: In der Schweiz existiert nach
      Beendigung der Probezeit keine Kündigungsschutz, wie er in Deutschland nach dem Kündigungsschutzgesetz existiert:

      Beschäftigungsverhältnisse jedweder Art können im Allgemeinen nach Ablauf der Probezeit mit einer Frist von 1 - 3
      Monaten gekündigt werden - je nach Dauer des Beschäftigungsverhältnisses. Sozialpunkte oder dergleichen, wie sie
      das deutsche Kündigungsschutzgesetz etwa im Falle betriebsbedingter Kündigungen vorsieht, gibt es in der Schweiz
      nicht: Es existieren nur die fristgerechte und die fristlose Kündigung.
    • Das sieht Steffen leider genau richtig. Die Probezeit ist in der Schweiz nicht so gewichtig, wie in Deutschland. In der Schweiz kann man jederzeit ohne Grund mit entsprechender Kündigungsfrist gekündigt werden.

      Die Buchungsbestätigung von AirBnB reicht völlig aus.

      Ja ich würde auch schon während der Probezeit ein Bankkonto eröffnen. Schon allein, damit der Schweizer Arbeitgeber dir auch Lohn überweisen kann.

      Schöne Grüsse
      Maik :)
    • Alternativ zu den privaten (obligatorischen) Krankenversicherungsverträgen für Sie und Ihre Tochter in der Schweiz
      wäre - vorübergehend - eine freiwillige Kranken- und Pflegeversicherung für Sie in Deutschland bei Ihrer bisherigen
      Krankenkasse günstiger: Dann wären Sie bei der deutschen, gesetzlichen Krankenkasse freiwillig kranken- und pflege-
      versichert - und Ihre Tochter über Sie familienversichert. Zur Kostenhöhe für Familienangehörige bei einer obligatorischen KV
      in der Schweiz (welche ja auch Pflegeleistungen umfasst) kann ich nichts sagen; eine beitragsfreie Familienversicherung
      für Familienangehörige - wie in Deutschland - gibt es in der Schweiz aber nicht. Andererseits würde es sich
      hierbei ja auch nur um eine Übergangslösung handeln: Denn wenn Sie beide dann auch alsbald in die Schweiz
      ziehen, würden Sie dann ja auch der obligatorischen Krankenversicherungspflicht in der Schweiz unterliegen -
      und dann sollte die freiwillige Kranken- und Pflegeversicherung in Deutschland auch gekündigt werden (denn sonst
      würden Sie ja "doppelt" zahlen !)
    • Ich habe dazu mit meiner KK un dem Finanzamt gesprochen.
      Solange in D der Hauptwohnsitz ist, reicht die KK in Deutschland mit dem Zusatz einer Auslandsreise-Krankenversicherung - aber (!!!) in dessen Tarif muss die Arbeitstätigkeit gestattet sein :!: :!: :!: Gilt 60 Tage und in dieser Zeit muss der Versicherungsnehmer nach Deutschland für mind. 24 Std. zurückkehren. Danach gelten wieder 60 Tage.
      Darauf muss man achten !
      Steuern als Grenzgänger gilt das Doppel-Besteuerungs-Abkommen. Der Schweizer AG führt die Quellensteuer ab. Dann gibt es eine schriftliche Bestätigung in wie weit der AN in der Schweiz beschäftigt war. > Prozentanteil. Alles darüber und egal wo in Europa gearbeitet erhebt dass deutsche Finanzamt die Steuerforderung.
      Auf zu neuen Ufern :CH: