Hilfe ich hab großes Heimweh

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    • Hilfe ich hab großes Heimweh

      So jemand gibts wohl hier nicht?
      Ausser Lebensmittel scheint hier ja niemand etwas aus der Heimat zu vermissen.

      Ich vermisse meine Freunde und zwar sehr. Telefonieren reicht mir nicht.
      Die sind so weit weg und haben ja auch ihr eigenes Leben.
      Meiner dreiJährigen Tochter habe ich auch die Freunde weggenommen und das macht mir ein schlechtes Gewissen.
      Ihr geht es aber ganz gut.
      Ich tümpel so vor mich hin und denk, ich schaffe es nicht. Bin mit meiner Tochter seit Februar hier bei Zürich.
      Das wir jetzt in einer Kleinstadt leben finde ich sehr gut und landschaftlich ist es auch wirklich schön hier.
      Aber mir fehlen vor allem meine Freunde die auch Kinder haben. Die, die ich auch oft gesehen habe.

      Falls sich doch wer findet, dem es ähnlich geht: Was machst du damit?

      Kummervolle Grüße
    • Hallo Evelin,

      da kann ich ja aus einer anderen Relation mitfühlen. Aber du bist ja demnach gerade in der Phase, wo die ersten großen Neuigkeiten durchlebt sind und langsam die "graue" Normaltage einkehren. Und plötzlicht fehlt da einiges...
      Keine Angst, mehr oder weniger macht es jeder durch. Mit deinem Tochter bist du ja noch in einer guten Lage, weil ein Kind eigentlich ziemlich schnell, ohne "Anstrengung" Kontakte bringt. Denk mal an den Spielplatz, wo du nur mit Gleichgesinnten umgeben bist und selbst wenn man selber ein wenig kontaktscheu ist, knüpft das Kind meistens sehr schnell Kontakte, du mußt dich nur dranhängen... Oder Kiga, nachher Schule, usw. Und in einer Kleinstadt geht es nochmal viel schneller, als in einem Großstadtdschungel.
      Man darf sich nur nicht verkrampfen, lass dich einfach mitgehen, du wirst sehen, dass diese Phase sehr schnell auch wieder weg ist.
      Wir sind vor Jahren aus Ungarn nach D gezogen, und weder meine Frau, noch mein Sohn konnten außer ein paar Brocken kein Deutsch. Der Sohnemann hat nach wenigen Wochen nur noch geheult: "Ich will nach Hause...", aber nach einem halben Jahr war Ungarn, die alte Schule, die Schulfreunde fast vergessen, es gab ja neue Freunde. Und er mußte auch noch die sprachliche Barrieren hart bekämpfen. ;( Bei meiner Frau hat es länger gedauert, mit 40 lernt man eine Fremdsprache ja nicht mehr so schnell. Und die Sprache ist ja bei euch doch nicht so eine Hürde...
      Also, Kopf hoch, es wird sich ja richten... :thumbup: :thumbsup:
      :PCH
    • Hallo zusammen,

      das kann ich gut nachvollziehen. Bin nun seit vier Monaten alleine hier. Es ist nicht einfach Freunde/Bekannte zu finden, aber mir hat der Beitritt in einen Verein schon einiges gebracht. Man lernt neue Leute kennen und man spricht/hört die Sprache.

      Was sagen denn deine Arbeitskollegen? Die siehst du nun ja häufig und das waren natürlich auch meine ersten Kontakte in der Schweiz mit denen ich am Wochenende etwas machte. Ich musste natürlich auf sie zugehen. Von allein kommen sie nicht ;)
    • Haloo,
      tja, Arbeitskollegen habe ich noch keine. Bin mit meiner Tochter noch zu hause.
      Auch müssen wir nochmal umziehen, leider. Aus der Wohnung unter uns steigt ein ekelhafter Geruch hoch an allen Fenstern und auf dem Balkon kann man auch nicht sitzen weils stinkt. Auch rauchen die sehr stark. Das stresst etwas und bedeutet auch Aufwand für uns. Nun werden wir weiter aufs Land ziehen.

      Gleichgesinnte auf dem Spielplatz ist ja alles schön und gut, aber tauscht ihr denn eure Freunde einfach aus?
      Freundschaft muss auch wachsen und dass braucht Zeit. Finde ich jedenfalls.
      Nur weil ich von Leuten umgeben bin, heisst das ja nicht gleich, dass diese meine Freunde sind.

      Obwohl die Sprache nicht das Problem ist, habe ich mich ertappt, wie ich mich freue, wenn hier jemand Hochdeutsch spricht wie ich.
      Naja, ich bin noch nicht überzeugt. Vll bringt es ja die Zeit.
      Liebe Grüße
    • Huhu Evelina,

      Kopf hoch! Warum freunde austauschen? Man kann ja nicht nur eine bestimmte Anzahl an Freunden haben.... Gewinne neue dazu die in deiner nähe jetzt sind und die alten vergesse nicht! Gute Freundschaften halten auch viele Kilometer Entfernung aus....
      Hauptsache ist doch du hast jemand in der nähe der dich ab und an stärkt und womit du das Gefühl Hast das du richtig bist...!
      Für die neue Wohnung wünsch ich euch alles gute! Und mach dir keinen allzu großen Kopf. Einfach ist sowas nie aber möglich ist alles;)

      Ich selber habe jetzt schon ab und an einen faden Geschmack im Mund, wenn ich daran denke hier vielleicht demnächst alles stehen und liegen zu lassen. Und die Menschen hierzulassen die bisher alles bedeutet haben. Aber wie du schon sagst, sie haben auch ihr eigenes Leben. Und ich eben auch.
      Der Berg ruft die Stille herbei
    • Ja, die Freunde aus der alten Heimat wird man leider immer vermissen. Das Gefühl kann man nicht leugnen. Wie schon geschrieben wurde, kann aber auch auf die Entfernung die Freundschaft bestehen bleiben, wenn sie denn von beiden Seiten weiter gepflegt wird.

      Das man sich wirklich angekommen fühlt, lässt sich nur lösen, wenn man neue Freunde hinzu gewinnt und das ist im Ausland leider nicht immer so einfach. Vereine und die Berufswelt sind immer eine grosse Hilfe. Aber auch durch die Kinder kann man gute Möglichkeiten bekommen. Spielgruppen, MuKi-Turnen usw. Aber alles braucht natürlich vor allem eines, Zeit, auch wenn es schwer fällt. Wie lang bist du bereits da?
    • Hallo zusammen,
      dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Ich bin 2012 in die Schweiz nach Döttingen gezogen und hatte am Anfang auch sehr großes Heimweh. Aber mit der Zeit habe ich immer mehr Leute kennengelernt und fühle mich sehr sehr wohl.

      Vielleicht hilft es dir wenn du deine Freunde mal besuchen fahrst in deine Heimat oder wenn sie dich besuchen kommen und die schöne Schweiz kennenlernen.

      LG
      Und Herze, willst du ganz genesen,
      sei selber wahr, sei selber rein!
      Was wir in Welt und Menschen lesen,
      ist nur der eigne Widerschein.
      Theodor Fontane (1819 - 1898), dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker
    • also ich finden in einen Verein eintreten eine super Idee und ich glaube Deiner Tochter gehts besser als Du glaubst.Versuch für Dich einen Weg zu finden.Du tauscht keine Freunde aus, sondern gewinnst nur neue dazu...Ich bin erlich...ich habe kaum jemand neues reelles dazugewonnen.Alles läuft über meinen Freund.
      Ganz viel Kraft.
      Honigbiene
    • hoppschwiiz123 schrieb:

      und hatte am Anfang auch sehr großes Heimweh
      @hoppschwiiz123 , was für einen lustigen Nick Du für unsere DE-Schweiz-Community hier gewählt hast. Ich habe in jungen Jahren den lateinischen Satz gehört und mir gemerkt: "ubi bene ibi patria", übersetzt von Google: "wo es mir gut geht, da ist mein Vaterland" und als ehemaliger Fan der TV-Serie Raumschiff Voyager habe ich den Satz bis heute in kritischer Erinnerung: "Zuhause ist dort, wo man gerade ist." Heimweh würde ich spüren, wenn ich auf dem Mars leben müsste. Vor 2-3 Jahren gab es diese medienwirksame TV-Aktion, dass Menschen sich für ein "niemals komm zurück Programm" beworben hatten. Auf zum Mars mit Elon Mask und nie wieder zurückkommen können, technisch bedingt. Ich bin mir sicher, wenn das Projekt realisiert wird, dann benötigen diese Menschen auf dem Mars ab dem 2-3-4 Jahr Psychopharmaka, weil nie wieder einen Fluss, einen Wald, ein Tal, einen grünen Berg, den blauen Himmel, was auch immer sehen, erleben zu können, ist problematischer, als sich das ein Mensch für gewöhnlich vorstellt. (Ich spreche da aus persönlich Erlebtem, ohne auf dem Mars gewesen zu sein.)

      Wir leben im Zeitalter der TOTALEN Vernetzung, wer seinen Heimatort verlässt, um zum Beispiel in die Schweiz zu zügeln, der ist zwar materiell von seiner Heimat, von seinen Freunden und Bekannten, Familie und wer auch immer getrennt, aber durch die Medien ist man omnipräsent. Und durch die Ereignisse in 2020 haben wir eh gelernt, lernen müssen, dass Virtualität nicht schlechter ist, als jemanden in den Arm zu nehmen. Da gibt es zwar noch Unterschiede in der emotionalen Nachhaltigkeit, aber wir leben nicht auf dem Mars mit ONE-WAY Ticket, die Pandemie wird Ihren Zeitraum haben, wie wir das in 2020 gesehen haben und zwischen diesen künftigen Zeiträumen ist dann auch die Gelegenheit des materiellen Berührens.

      Ich hatte nie Heimweh, da bin ich ganz froh drüber. Niemand braucht Heimweh zu haben. Bevor es Elektronik gab, hat man/frau sich Briefe geschrieben und die Menschen haben damit auch emotional ausgeglichen gelebt :)

      Schön von Dir zu Lesen hier im Forum, bleibe dauerhaft bei uns. <3
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      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.