Zurück nach Deutschland - so genervt von täglicher Ausgrenzung

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    • Zurück nach Deutschland - so genervt von täglicher Ausgrenzung

      Hallo,

      ich wollte fragen, ob das einigen von euch auch so geht: eigentlich ist hier "alles schön", die Natur, die Infrastruktur, die Sauberkeit. Nur die Leute verhalten sich so bescheiden, teils untereinander, aber zumeist uns gegenüber, sobald klar wird, dass wir Deutsche sind. Am Anfang dachten wir noch, mit der Gewöhnung (schließlich wohnen hier nur 13 000 Leute) würde sich das geben, aber da tut sich nicht viel. Egal wie freundlich wir sind (dann eher noch schlimmer), wir werden wirklich behandelt, als seien wir immer noch "die Besatzungsmacht". Dabei wollen wir hier nur Menschen unter Menschen sein, verhalten uns freundlich, rücksichtsvoll, leise, geben nicht an oder rüpeln rum usw. (was man tatsächlich hier auffällig oft von deutschen Touristen erlebt *fremdschäm*). Aber egal was wir tun, wir bleiben "die Tütschen". Langsam reicht es mir wirklich, wir wollten hier leben, wir haben dafür alles aufgegeben, sind mit Sack und Pack hergezogen, haben uns durch wirklich sehr sehr sehr viel Sch*** hier gekämpft (Wohnungswechsel vonnöten, furchtbare Vermieter etc.) - und nun, wo wir endlich eine schöne Wohnung haben, auch ansonsten langsam hier ankommen, immer noch, so gut wie jeden Tag (außer sie haben mal einen wirklich guten Tag) das Gleiche: morgens beim Bäcker schon das erste abfälligere Grüßen, verschlossener Gesichtsausdruck, bei der Post verbissene Gesichtszüge, das Geld wird hingeknallt, Schweizer Nachbarn ignorieren uns absichtlich (außer wenn sie mal besonders gut drauf sind), der Busfahrer grüßt notgedrungen, dafür mit einem seltsamen Unterton, der Schaffner verhält sich ebenso bissig im Tonfall. Manche, wirklich sehr sehr sehr wenige, sind betont nett zu uns. Aber immer ist klar: wir sind "die Tütschen", statt einfach Menschen. Wirklich so gut wie nie ist man einfach nur Mensch, ist die Situation entspannt... Das höhlt mich und uns so aus hier, auf die Dauer. Und das sehe ich mittlerweile auch als Sinn und Zweck dieses Verhaltens: uns rauszuekeln. Mit Deutschen verheiratete Schweizer kennen wohl dieses Problem. Alle anderen netteren Schweizer (sehr wenige) mit denen wir mal sprechen, machen große Augen. Eine sagte freundlicherweise (eines von vielleicht 5-6 netten Gesprächen, die wir in den letzten 12 Monaten hatten) empört: "dabei sind doch die Deutschen so viel netter als die Schweizer" (im Supermarkt, an der Kasse etc.). Das finden wir inzwischen auch. Ich kann mir das alles auch geschichtlich und sonstwie herleiten. Aber es ist so schade. Wir sind sehr traurig. Und wütend! Warum werden wir, als nette, freundliche, integre Menschen, einfach so blöde angefeindet, immer und immer wieder, jeden Tag? Grundsätzlich würde ich gerne in der Schweiz leben - aber doch nicht so! So schade, so blöd, so taurig, und so ärgerlich, weil so dumm...
    • Hallo Davos
      Ich mache seit 4 Monaten noch keinerlei schlechte Erfahrungen.Mich erstaunt es sehr...denn ich wohne auch in einem 12000 Seelen Städtli und habe viele Kontakte beim Supermarkt...Arbeit Cafe SBB usw.Nichts davon bis jetzt...es grüssen mich sogar Wildfremde beim spazieren gehen...Du hattest mich doch schon gefragt..wo Du hinziehen könntest?
      Gruss Manou
    • Hallo Davos,

      ich lebe jetzt seit seit knapp 2 Jahren in der Schweiz in einem knapp 5000 Einwohner Örtchen und ich kann deine Erfahrungen
      überhaupt nicht bestätigen! Egal ob auf Arbeit, auf dem Amt oder auch soziale Kontakte, hatte ich noch nie Probleme damit
      Deutsche zu sein. Im Gegenteil, alle sind sehr nett und freundlich! Auch hat mich noch niemand "dumm" angemacht, wegen meiner
      Nationalität. Klar gibts so blöde Bemerkungen in der Arbeit schon mal, aber das sind meist auch keine Schweizer, ein bisschen foppen
      unter den Nationalitäten darf schon sein und lockert die Atmosphäre auf. Aber insgesamt habe ich bisher nur positive Erfahrungen
      gemacht. Gut, Deppen gibt es in jedem Land, aber das ist so.
      Es tut mir leid, dass du so negative Erfahrungen gemacht hast.

      Gruss Beate
    • Hallo Roblena, Hallo Manou,


      ich habe bereits einmal zwei Jahre in der Schweiz (am Röschtigraben) gewohnt, dort war es etwas internationaler und damit lockerer, ich hatte sogar einen (sehr netten!) Schweizer Freundeskreis dort, aber trotzdem ging es mir irgendwann auf die Nerven, dass die Deutschen selbst bei einigen schweizer Professoren an der Uni immer nur als 'Nazis' Erwähnung fanden. Aus beruflichen Gründen musste ich zurück nach Deutschland. Vor über einem Jahr nun wohlüberlegt hierher in den Osten gezogen, und seitdem bis auf ganz wenige Ausnahmen wirklich tagtäglich schlechte Erfahrungen. Hier scheint das auch besonders extrem zu sein (einem befreundeten griechischen Wissenschaftler verkauften sie letztens nicht einmal Mülltüten, bis sein schweizer Kollege einschritt) - aber ist die Chance, das es woanders in der Schweiz besser ist wirklich gegeben? Deshalb fragte ich, Manou. In der Hoffnung, dass... Vieles ist wirklich sehr gut in der Schweiz, ich schätze auch Ruhe und Höflichkeit (weniger Verklemmtheit und Verdruckstheit), aber der Umgang der allermeisten Menschen hier mit uns, tagtäglich, das geht so nicht. Ich will mich doch nicht ewig als 'die Fremde' (im Sinne vom aussätzig) fühlen, und gesellschaftlich außen vor sein, nur wegen meiner Herkunft. Ich kenne das so nicht. Und finde das auch weder freundlich noch intelligent (außer dass die Schweizer so vielleicht wirklich viele Ausländer wieder loswerden und unter sich bleiben, dies scheint ihnen ja einiges wert zu sein). Gut, dass du andere Erfahrungen machst, Manou. Ich hatte in jedem anderen Ausland bislang auch nur gute oder zumindest bessere Erfahrungen. Wir haben halt sehr darum gekämpft hier zu sein und zu bleiben. Schade, dass jetzt aufgeben zu müssen, wirklich vieles (materielle) ist auch gut hier, würde ich mir für Deutschland wünschen. Aber so wird es ja vielleicht auch eine innerliche Erleichterung, zurückzukehren. Und ja, wir hatten uns sehr auf die Schweiz vorbereitet. Bücher, Aufenthalte etc. Die Leute hier sind aber einfach, wie sie sind. Noch sind wir nicht 100% entschlossen, ob wir vielleicht doch noch einen anderen Ort in der Schweiz probieren, bevor wir nach Deutschland zurück gehen. Habe inzwischen aber viel dazu gelesen, und wirklich grundsätzlich offen und freundlich gegenüber Deutschen scheint es in der Schweiz so gut wie nirgendwo zu sein (s. Rückzüglerquote). So schade! Aber knapp vorbei ist halt auch daneben. Rheinfelden klingt sehr nett, vielleicht schauen wir uns dort / nördlichere Schweiz wirklich noch einmal um. Bin inzwischen aber schon sehr enttäuscht, von vielem hier, und auch verbittert. Sehr sehr sehr frustrierend hier. Und wir sind engagiert, freundlich und weltoffen...


      Hallo Beate, habe deinen Kommentar gerade erst gesehen. Ich freue mich, wenn andere positive Erfahrungen in der Schweiz machen, und wundere mich zugleich, weil das hier SO fern ist. Bin wirklich am rumrätseln, ob noch einmal wo anders probieren, bin aber inzwischen wirklich ein 'gebranntes Kind'. Wo lebst du denn, zumindest ungefähr? LG
    • Guten Morgen Davos,

      ich lebe in der Nähe von Zürich, ca. 20 km südlich.
      Und ich muss wirklich sagen ich war z.B. sehr erstaunt wie freundlich und hilfsbereit die Mitarbeitenden auf den Ämtern sind.
      Hatte mal eine Frage bezüglich Auto, die ich auf der Gemeinde gestellt habe, da die Mitarbeitende das selbst nicht wusste,
      hat sie mir gleich Namen und Telefonnummer vom zuständigen Amt mitgegeben.
      Das kannte ich so aus Deutschland nicht!

      Nur als kleines positives Beispiel:
      Bin mal mit meinem "Müll" (Papier, Pappe, Dosen usw) in die Garage gefahren, weil ich dies immer direkt auf den Bauhof bringe.
      Dabei hat mich die Nachbarin über mir (Schweizerin) gesehen und meinte gleich: Sie wollen doch nicht schon wieder zügeln? =O
      Ich nein auf keinen Fall, da meinte sie Gott sei Dank, weil wir seien doch so nett und anständig, sie hätte da schon andere im Quartier
      gehabt. Ein andermal hat sie Schoggi vorbei gebracht, weil von ihren Blumen immer so viele Blätter auf meinen Balkon fallen und ich das #
      ja dann sauber machen muss. Na das ist halt so, wenn man Blumen hat, aber ich habe mich riesig gefreut!

      Vielleicht ist es wirklich nur die Umgebung, es gibt ja überall "Sturköppe" auf der Welt.

      Wünsche dir jedenfalls, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst und wenn du in der Schweiz nochmals in einer anderen Umgebung
      einen Neustart wagst, dass du ähnliche Erfahrungen machst wie ich.

      Huch, jetzt ist es doch recht lang geworden :)
    • Hallo Beate,
      vielen Dank für die aufmunternden Zeilen. Ja, das klingt nett. War gerade wieder 1h vor der Tür, und es war wieder einfach nur schlimm. Ich glaube zumindest erst einmal, habe ich die Nase wirklich voll 'von der Schweiz'. Da reiben sich hier sicher einige die Hände, genau darauf legen sie ihren täglichen Psychoterror hier nämlich aus. Meinetwegen könnten sie wenigstens offen sagen, dass sie die Deutschen hassen und die wegbleiben sollen - aber dazu sind sie zumindest hier wohl zu feige und geldgeil. Und haben anscheinend auch noch Spaß daran, sich besch*** gegenüber anderen Menschen zu verhalten. Solche unmenschlichen I*** wie hier habe ich wirklich noch nirgendwo angetroffen. Ich bin einfach nur froh, wenn ich hier raus bin. Von hier aus lässt sich die Lobhuddelei über 'die schöne Schweiz', abgesehen von der Natur, null nachvollziehen. Das zwischenmenschlich schlimmste Land (nach Indonesien), in dem ich je war.
    • Hallo Davos,

      bin seit fast 5 Jahren in der Schweiz und mir geht es genauso, glaube werde hier nie ankommen.
      kann mir auch nicht vorstellen das es an der Gegend liegt wo man lebt. hier wirst du nacht um eins auf der Strasse gegrüsst, was sehr nett ist aber näher kommst du nicht an die Menschen ran.
      Sie sind sehr freudlich aber unnahbar, ja, offene Ablehnung wäre mir auch lieber.
      Bin wirklich nur noch wgen dem Geld hier das ich verdiehne, traurig aber wahr.

      LG aus Glarus
      Artur