CH Führerschein und Deutsches Auto

  • Kann ich so bestätigen, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Eine aufgeschlossene und freundliche Einstellung führt zu vielen positiven Reaktionen. Nicht alles vergleichen und offen für Neues sein, dann kommt es schon gut. Allen kann man es zwar eh nicht recht machen, ist aber auch nicht das Ziel.


    Gegenseitiger Respekt ist immer wichtig und das fängt (um zum Thema zurückzukommen) schon bei Einhaltung der Gesetze an. ;)

  • Hallo zusammen,


    ich werde ab dem 01.10.2015 in der Schweiz arbeiten und auch dauerhaft wohnen.
    Meinen Führerschein werde ich spätestens nach einem Jahr dann umschreiben lassen.
    Mich beschäftig allerdings immer noch die Frage ob es möglich ist ein in Deutschland auf einen Elternteil zugelassenes und versichertes Auto dauerhaft in der Schweiz zu bewegen. Ich wäre in diesem Fall der Versicherungsnehmer und der Halter ein Elternteil.


    Mein Versicherungmensch meinte, dass das problemlos möglich sei, da dies bereits mehrere seiner Kunden so machen. Ich habe zu dem Thema schon eingehend recherchiert und ich bin auf Grund der gefunden Informationen der Meinung, dass da so nicht problemlos funktioniert. Der Wagen muss doch zumindest bei der Einfuhr verzollt werden da ich noch nicht länger als sechs Monate in dem Besitz des Wagens sein werde.


    Habt ihr zu diesem Thema exaktere Informationen? Zur Sicherheit werde ich mich auch noch beim Zoll in der Schweiz erkunden.


    Vielen Dank.


    Grüße
    Tobias

  • Salut Tobias,
    ich persönlich kenne dieses Problem nur von einem Arbeitskollegen, er ist Versicherungsnehmer und die Eltern der Halter. Er ist nun daran das Auto umzuschreiben weil zumindest bei uns im Kanton das Verkehrsamt ihm etwas Druck gemacht hat. Wenn er es weiter in der CH fahren möchte hat er nur 2 Optionen es jährlich mit einem neuen Zollkennzeichen zu benutzen dauer max. 2 Jahre. Muss das Kontrollschild aber jedes Jahr neu kaufen udn bedeutet automatisch jedesmal wieder MFK. Zweite Option ist es das Fahrzeug ablösen und komplett in der CH anzumelden, weil sonst kann es irgendwann mit der Zolldirektion ärger geben was bis zum entzug der Aufenthaltsbewilligung und somit der Arbeitslosigeit und Ausschaffung endet.

  • Absolut richtig was Meik schreibt.


    Einen kleine Hilfestellung hätte ich aber noch. Selbst wenn du noch nicht mehr als 6 Monate im Besitz des Fahrzeuges bist, reicht eine schriftliche Bestätigung deiner Eltern aus, dass du der Hauptnutzer bist. Allerdings sollte in diesem Fall das Fahrzeug mindestens 6 Monate im Besitz deiner Eltern sein und du mehr als 6 Monate der Hauptnutzer sein.


    In diesem Fall könntest du das Fahrzeug als Umzugsgut einführen.

  • Also soviel ich bis jetzt gelesen habe wird der Führerschein 1 zu 1 umgeschrieben, ich muss keine neue Prüfung ablegen nur durch meinen LKW Führerschein ein neues ärtzliches Attest vorlegen, stimmt das? Wie schaut des in der CH mit dem LKW Führerschein aus, ist dieser auch immer nur 5 Jahre gültig und muss dann immer verlängert werden? Weil wenn ich in Deutschland es verpasse meinen Führerschein vor Verfall zu verlängern (Also LKW) ist der dann automatisch Geschichte und ich müsste den komplett neu machen (Ist mein Wissenstand) Wie schaut des aus wenn ich nach 6 Jahren oder so von der CH nach D zurückkehre, akzeptieren die deutschen Behörden dann die Verlängerung in der CH (falls es eine gibt) oder verliere ich automatisch mit Abgabe meines deutschen Führerscheines die LKW Berechtigung?

  • Ja Nathan, für den LKW Führerausweis benötigst du ein ärztliches Gutachten. Die ärztliche Untersuchung muss für Personen bis zum 50. Altersjahr alle fünf Jahre, für Personen zwischen 50 und 70 alle drei Jahre und über 70 alle zwei Jahre wiederholt werden. Bis 50 kann die Untersuchung beim Schweizer Hausarzt erfolgen. Über 50 muss die Untersuchung beim Bezirksarzt erfolgen.


    Die Gültigkeitsdauer der Schweizer Führerausweise werden bei späteren Umschreibungen so übernommen.

  • Hallo,


    vielleicht kann mir jemand helfen.


    Ich bin im August 2014 nach Büsingen gezogen (Deutsche Exklave in der Schweiz). Da ich mein Auto erst 2 Monate vor dem Umzug in die "Schweiz" gekauft habe, habe ich bei der Anmeldung des Umzugsguts lediglich eine Berechtigung für 2 Jahre erhalten. Im Juli 2015 bin ich dann "ganz" in die Schweiz gezogen (Thayngen). Ich habe jetzt also ein Büsinger (deutsches) Kennzeichen mit der Genehmigung das Fahrzeug insgesamt 2 Jahre zu fahren, ohne es versteuern zu müssen.


    Benötige ich nun sofort ein schweizer Kennzeichen?


    Vielen Dank für die Hilfe.


    Lieben Gruss


    Kristina

  • Hallo Kristina


    Wenn ich es richtig weiss zählt Büsingen rein Zolltechnisch zur Schweiz. Daher hast du beim Umzug im August 2014 auch Umzugsgut angemeldet.


    Schlussendlich heisst es, dass du dein Fahrzeug Dank der Berechtigung, bis 2016 mit deutschem Kennzeichen fahren darfst. Danach musst du entscheiden ob du es zurück nach Deutschland bringst oder es endgültig in die Schweiz einführst und versteuerst. Nachdem es versteuert ist, kann es beim Strassenverkehrsamt angemeldet werden.


    Schöne Grüsse
    Maik

  • Hoi zämme...


    bei meiner Frau war es auch so mit den 2 Jahren, jedoch fährt sie jetzt mit Zollkennzeichen und nach2 Jahren bezahlt man den Zoll etc. auf den Restwert des Autos.
    Das man 2 Jahre mit deutschen Kennzeichen fahren darf ist mir nicht bekannt. Eine kurze Fahrt zum Zoll schafft hier die Klärung.


    Gruss
    Mario

  • @marconnHat sie ab der Anmeldung beim Zoll direkt die Zollkennzeichen bekommen? Danke für den Hinweis mit dem Restwert, ist noch ein wichtiges Detail. :thumbup:

  • @Maik --> nein. Wenn man das Auto mit in das Umzugsgut nimmt und es nicht 6 Monate im eigenen Besitz ist muss man ja das KFZ verzollen. Ein entgegenkommen der Schweiz ist, das man 2 Jahre hier fahren darf, dadurch der Wert des KFZ ja sinkt und die Summe der Steuern, Zoll etc. nicht mehr so hoch ist. Für die Fristen der Ummeldung gelten die gleichen wie bei einem KFZ welches 6 Monate in seinem Besitz ist und als Umzugsgut deklariert. 12 Monate ab erstem Einreisedatum. Das genaue Datum steht auf den Papieren welche der Zoll ausstellt. Und anstatt normale Schilder bekommt man erst mal Zollkennzeichen. Sehen genauso aus, haben nur noch ein Z drin. Der Ablauf mit MFK etc. ist der gleiche.


    Zusammensetzung der Steuern/Zoll bei Einführung nach 2 Jahren :


    14CHF pro 100kg Fahrzeuggewicht = ZOLL / 13% vom Schwackewert (wird vom Zoll ermittelt) = Steuer


    Vor Fristende muss der Zoll/die Steuer bezahlt werden, dies kann direkt beim Zoll erfolgen. ( man wird nicht erinnert) :!:
    Oder man verkauft das KFZ ins Ausland vor Fristende. Beim letzten Grenzübertritt dann vom Zoll das Formular was man bekommt abstempeln lassen, dann darf man mit dem KFZ aber auch nicht wieder rein.


    Klingt alles kompliziert, ist es aber garnicht wenn man es weiss :D Man kann es leider so detailliert nirgends nachlesen.


    Hoffe ich konnte damit allen helfen die es noch vor sich haben.


    Schönes, sonniges WE gewünscht


    Gruss
    Mario

  • Super Mario. :thumbsup:


    Danke für diese Erklärung und den Erfahrungsbericht. Wird vielen noch weiterhelfen.

  • Hallo ihr!
    Ich interessiere mich gerade für diese Unterhaltung hier. Es geht ganz viel um "mindestens 6 Monate der Halter sein". Ich habe nicht ganz verstanden, was der Fall ist, wenn ich "weniger als 6 Monate der Halter vom auto bin"?? Wir bekommen im Dez ein neues Auto; was zwar schon im April bestellt war, aber leider zu erheblichen Produktionsverzögerungen kam und wir hoffen ejtzt auf Dezember. Juhuu.
    Wenn wir dann aber - angenommen - im Mai oder Juni nach CH ziehen würden, dann haben wir das Auto quasi "weniger als 6 Monate".


    Was bedeutet das für uns?


    Und dann: Oben heißt es 13% vom Schwackewert = steuer. Ist damit eine einmalige Steuer gemeint?? Also bei unserem Neuen wären das mehrere Tausend chf!! ?(=O=O ...auch mit der Geschichte, "erst in 2 Jahren", würden wir auf irgendwas zw. 2.000-4.000 chf kommen bei einem angenommenen Schwackewert, rein geraten. :/ ohhhjeeeee.....

  • Wenn ihr das Auto am 10.Dezember bekommt und auf euch anmeldet, könnt ihr dies bei einem Umzug zum 10.Juni als Umzugsgut ohne Zoll und Mehrwertsteuerkosten in die Schweiz einführen.


    Wenn ihr das Auto am 10.Dezember bekommt und auf euch anmeldet und vor dem 10.Juni umzieht würde sich die beschriebene Variante von Mario mit Verzollung und Versteuerung nach 2 Jahren empfehlen. Wird zumindest günstiger als direkt importieren.


    Zitat von Sanara200

    Und dann: Oben heißt es 13% vom Schwackewert = steuer. Ist damit eine einmalige Steuer gemeint?? Also bei unserem Neuen wären das mehrere Tausend chf!! ...auch mit der Geschichte, "erst in 2 Jahren", würden wir auf irgendwas zw. 2.000-4.000 chf kommen bei einem angenommenen Schwackewert, rein geraten. ohhhjeeeee.....


    Ja damit ist eine einmalige Steuer gemeint und es wären damit bei einem Neuwagen schnell ein paar Tausend Franken.

  • Hallo Sanara,


    aber Vorsicht! Falle ! --> Besitz des Autos von 6 Monaten VOR ERSTER EINREISE IN DIE SCHWEIZ !!!


    Soll heissen --> lege ich in deinem Fall den Umzug auf mindestens 10 Juni 2016 (wenn Auto am 10.12.15 zugelassen in D) darf ich vor dem 10. Juni nicht offiziell hier rumfahren falls die Arbeit schon früher angetreten wird und es einen B-Ausweis gibt. Wir hatten das Problem.... Auto im Oktober gekauft, Umzug extra auf Mai gelegt, ab 5.1. neue Stelle angetreten und angemeldet in der Schweiz (was man ja muss) und die Falle ist zugeschnappt....


    Seit ihr noch bis mindestens 10 Juni in Deutschland gibt es kein Problem, bei Grenzgängerausweis sicher auch nicht. beim Umzugsgut mit auf die Liste und dann innerhalb eines Jahres ummelden.

  • Danke Marconn, gut zu wissen. Mein Mann hat nämlich schon eine Adresse in CH und arbeitet dort schon. Er hat den Ausländer-Ausweis auch schon. Das Auto wird (wie bisher auch) auf mich angemeldet, und ich als Halter eingetragen; aber die Info ist trotzdem gut, weil die Schweizer Behörden wollen wir ja auch nicht übers "Ohr hauen". Wir gehen offen damit um, aber danke, in die Falle wären wir ggf. getappt.


    Ihr armen, ihr hattet extra alles richtig organisiert mit Umzug etc.. und dann hat es sich gar nicht gelohnt :S ja aber so wird man schlauer... ich denke wenn es bei uns zu einem Umzug nach CH kommt (es steht ja auch immernoch D im Raum, da die Arbeit grenznah ist), dann sollte man vorerst vorsichtig seine Ersparnisse behandeln, um solche Eventualitäten abdecken zu können. Wir werden schlimmstenfalls die "2-Jahres-Option" wahrnehmen, wenn nicht anders möglich (evtl ist ein Umzug vor Juni sowieso ein MUSS, weil wir sind jetzt 7 Wochen getrennt unter der Woche und die Kinder hängen sehr am Papa; vlt wollen wir einfach aus persönlichen Gründen so lange nicht warten...man weiß es halt nicht).


    Daher wir gehen die Sache trotz aller (manchmal noch unklarer Kosten) positiv an!