Hilfe - wo bin ich Finanziell besser aufgehoben

  • Hallo zusammen,


    Ich bin ein neues Mitglied obwohl is schon seit ein paar Monaten hier reinschaue. Ich brauche eure Hilfe und zwar wo ich Finanziell besser aufgehoben bin.


    Ich bin verheiratet, keine Kinder, kein Kirchen Mitglied und verdiene 125.000€, habe jetzt aber ein job Angebot in Zurich das 160.000CHF bezahlen würde.


    Ich habe alles durchgerechnet und denke das ich "eigentlich" in Deutschland mehr übrig habe wie in der Schweiz. Unten meine Berechnungen - obwohl aktuell in der Schweiz mehr verfügbar ist, sind diverse Versicherungen und Unterhaltung noch nicht mit eingerechnet.


    Kann mir jemand sagen ob es rein Finanzielleres sinn machen würde umzuziehen?


    DE CH - EUR
    Gehalt 6639.59 9043.14
    Miete -1800.00 -2880.81
    Auto -645.83 -862.74
    Telefon -50.00 -90.03
    Internet -20.00 -34.21
    Nebenkosten -150.00 0.00
    Lebensmittel -400.00 -540.15
    3573.75667 4635.20582
  • Ich würde vermuten, dass in der Schweiz mehr behältst, aber nicht viel mehr. Ich denke, dass Du Deinen Lebensstandard wirst halten können, aber auch nicht aufwerten. Ich an Deiner Stelle würde evtl. bei Deinem aktuellen Arbeitgeber sagen, dass Du ein interessantes Angebot hast und sie eine Schippe Euronen drauflegen sollen oder bei den Schweizern versuchen nachzuverhandeln auf ca. 180.000CHF...

  • Rein rechnerisch sind das "nur" als 20.000 Euro mehr.


    Du bist verheiratet - was wäre denn mit deiner Frau? Bedenke, dass es das Ehegattensplitting in der Schweiz so (noch) nicht gibt.
    Die Kosten für Lebensmittel sehe ich etwas zu niedrig angesetzt.
    In Deutschland ist beim Nettolohn schon die Krankenversicherung enthalten - in der Schweiz nicht.


    Somit denke ich auch, dass es letztendlich ein Nullsummenspiel würde bzw. der rechnerische Unterschied nicht entscheidend wäre.

  • Vielen dank MotU und lieberjott für eure schnelle Antworten


    Ich würde vermuten, dass in der Schweiz mehr behältst, aber nicht viel mehr. Ich denke, dass Du Deinen Lebensstandard wirst halten können, aber auch nicht aufwerten. Ich an Deiner Stelle würde evtl. bei Deinem aktuellen Arbeitgeber sagen, dass Du ein interessantes Angebot hast und sie eine Schippe Euronen drauflegen sollen oder bei den Schweizern versuchen nachzuverhandeln auf ca. 180.000CHF...

    Ich habe schon versucht auf 175k CHF nachzuhandeln weil ich dachte das es so ein Nullsummenspiel wird, und es ist leider ein No-go von der Firma

    Rein rechnerisch sind das "nur" als 20.000 Euro mehr.


    Du bist verheiratet - was wäre denn mit deiner Frau? Bedenke, dass es das Ehegattensplitting in der Schweiz so (noch) nicht gibt.
    Die Kosten für Lebensmittel sehe ich etwas zu niedrig angesetzt.
    In Deutschland ist beim Nettolohn schon die Krankenversicherung enthalten - in der Schweiz nicht.


    Somit denke ich auch, dass es letztendlich ein Nullsummenspiel würde bzw. der rechnerische Unterschied nicht entscheidend wäre.


    Meine Frau würde glaube ich ca.60k CHF verdienen anstatt 25k €, allerdings wollen wir in den nächsten 1-2 Jahren Kindern und deshalb versuche ich ihr Gehalt nich mit einzuberechnen.


    Meinen sie die Lebensmittel in der Schweiz sind zu niedrig angesetzt?

  • Zitat

    Meine Frau würde glaube ich ca.60k CHF verdienen anstatt 25k €, allerdings wollen wir in den nächsten 1-2 Jahren Kindern und deshalb versuche ich ihr Gehalt nich mit einzuberechnen.

    Dann bitte berücksichtigen, dass es keine Familienversicherung in der Schweiz gibt und für jede Person (auch Kinder, dort jeweils reduziert) eine Kopfpauschal fällig ist.


    Und ja, Lebensmittel sind zu günstig angesetzt. Ich würde von mindestens 50% höheren Ausgaben ausgehen.

  • Dann bitte berücksichtigen, dass es keine Familienversicherung in der Schweiz gibt und für jede Person (auch Kinder, dort jeweils reduziert) eine Kopfpauschal fällig ist.
    Und ja, Lebensmittel sind zu günstig angesetzt. Ich würde von mindestens 50% höheren Ausgaben ausgehen.

    Danke nochmals :)

  • Ich kann die Rechnung an keiner Stelle nachvollziehen. Die Gehaltssummen passen doch nicht zu den genannten Beträgen. Daher vermute ich irgendwelche Abzüge, aber kann nicht sehen welche das sind. Nebenkosten sind nicht deklariert, dafür in der Schweiz auf 0 gesetzt, Autokosten auch nicht erklärt (Firmenwagen? Oder Leasing, da ist hier ein Kauf u.U. deutlich günstiger) usw.


    Generell: Quellensteuer fällt bei dem Verdienst nicht an, daher muss man zur Ermittlung der Steuer die Faktoren aufschreiben und überschlägig durchrechnen. Welcher Steuertarif in Deutschland zugrunde gelegt worden ist steht da auch nicht, hier war aber schon der Hinweis dass es in der Schweiz kein Splitting gibt.

  • Ich kann die Rechnung an keiner Stelle nachvollziehen. Die Gehaltssummen passen doch nicht zu den genannten Beträgen. Daher vermute ich irgendwelche Abzüge, aber kann nicht sehen welche das sind. Nebenkosten sind nicht deklariert, dafür in der Schweiz auf 0 gesetzt, Autokosten auch nicht erklärt (Firmenwagen? Oder Leasing, da ist hier ein Kauf u.U. deutlich günstiger) usw.


    Generell: Quellensteuer fällt bei dem Verdienst nicht an, daher muss man zur Ermittlung der Steuer die Faktoren aufschreiben und überschlägig durchrechnen. Welcher Steuertarif in Deutschland zugrunde gelegt worden ist steht da auch nicht, hier war aber schon der Hinweis dass es in der Schweiz kein Splitting gibt.


    DE Gehalt ist nach allen Abzügen (Steuerklasse 3), CH Gehalt ist auch nach Abzügen und von einen brutto/netto Rechner - auch Quellensteuer wurde da schon abgezogen.


    Auto ist Finanzierung und ich habe mal das gleiche Auto in CH rausgesucht um zu schauen was es da kostet.


    Bei den Nebenkosten habe ich gesehen das die Mieten warm angezeigt werden deshalb habe ich das auf 0 Gestellt.

  • Hoi MMM


    Ich liebe es, wenn einer mit so "Riesen-Summen" kalkuliert - wow, mit 125 K in Euro verdienst du doch echt gut. Die Summe dagegen welche du hier angibst erscheint mir da eher zu gering im Verhältnis.


    Für uns hat sich der Umzug in die Schweiz allemal gelohnt, es ist einfach "schöner" hier. Aber es hat auch ein paar Stolperfallen:


    Krankenkassenbeitrag, Franchise und Selbstbehalt - nicht unerheblich
    Lebensmittel hochwertig - aber teuer, vor allem Dinge, die man billig gewohnt ist sind in keinem Verhältnis (Nudeln, Obst, Gemüse, Eier, Fleisch, Getränke)
    noch schlimmer sind Dinge für Hygiene (Toilettenpapier, Shampoo, Duschgel)
    Zahnarzt (muss man komplett selbst bezahlen)
    Serafe - wie GEZ in Deutschland - über 400 CHF im Jahr
    TV, Internet, Festnetz 140 CHF mtl. Handys noch extra
    irgendwann dann Kinderbetreuung: da kann schon mal ein halber Monatslohn draufgehen


    Das sind nur mal ein paar Beispiele ....


    Das soll alles keine Angst machen, doch wir machen manchmal heute noch grosse Augen, was manche Dinge kosten (aber vielleicht liegt es auch viel daran, das wir in Deutschland jahrelang am Existenzminimum vegetiert haben) und den Grossteil unserer Lebensmittel immer noch im grenznahen Deutschland kaufen - aber längst nicht mehr so viel wie am Anfang, denn man gewöhnt sich irgendwann daran, das man die hohen Löhne natürlich auch mitfinanzieren muss


    Auch nicht zu verachten, die guten ÖV Anbindungen, da lohnt sich meistens eher mit dem Zug zu fahren, als mit dem Auto. Und das ist auch nicht billig, aber oft günstiger, denn Parkplätze gibt es hier selten umsonst


    LG
    Kerstin

  • Hallo Kerstin,


    Danke für die extra tips, ich hatte keine Ahnung das GEZ in CH so teuer ist, und das mit der Krankenkassenbeitrag ist auch sehr gut zu wissen!


    Ich werde mir alles dieses Wochenende mit meiner Frau durchsprechen aber es scheint zur Zeit weniger sinn zu machen - rein Finanziell.

  • Ich muss Kerstin etwas korrigieren :P


    Die Serafe (Nachfolgerin der Billag) kostet neu 1 Franken am Tag, also 365 CHF im Jahr pro Privathaushalt.


    https://www.serafe.ch/


    Und den Aspekt bei den Lebensmittel möchte ich unterstreichen: Generell ist die Qualität der Lebensmittel (insofern sie aus der Schweiz stammen) deutlich höher als z.B. in Deutschland. Kauft man nun im Ausland produzierte Lebensmittel, so sind diese hier dennoch teurer, obwohl oft sogar eine geringere Mehrwertsteuer zu zahlen ist. Dies liegt auch am hohen Lohnniveau im Einzelhandel, Kassiererinnen mit 4.100 CHF z.B. als Ungelernter bei Lidl sind halt anders zu kalkulieren als Mindestlohn- und Geringfügig-Aushilfen im deutschen Einzelhandel. Auch hier ist nicht alles durchweg golden, aber den Punkt den Kerstin erwähnt hat - die hohen Gehälter müssen finanziert werden - kann man nur betonen. Zumal hier ja auch viele im Forum unterwegs sind, bei denen die höheren Löhne in der Schweiz ein entscheidender Faktor bei den Umzugsüberlegungen waren. Dies mit (teilweise vermeintlich) "Günstig"-Einkäufen im Ausland dann selbst zu unterlaufen ist inkonsequent.


    Uneingeschränkt stimme ich Kerstin bei (Papier-)Hygiene-Artikeln zu, da wird weit über Niveau "aufgeschlagen" (Wir sehen es bei der "Paletten-Ware" Windeln, ich suche da immer die Goldkante...). Bei Duschgel und Co kann man i.d.R. bei Actionen zugreifen, der 3er-Pack Nivea-Duschgel ist dann umgerechnet kaum mehr teurer als bei DM in Deutschland. Aber ich schweife wie immer ab ;)