Mehr Jobchancen wenn man erstmal in CH wohnt oder zu riskant ?

  • Hallo miteinander. Wir (mein Partner-nicht verheiratet, unser gemeinsamer 3 Jähriger Sohn und ich) möchten gern in die Schweiz auswandern. Mein Partner hatte letztes Jahr schon einen Arbeitsvertrag aber er wollte dann nicht ohne uns gehen. (Ich finde als KV-also im kaufmännischen Bereich) bis jetzt nichts. Ich denke der Markt ist einfach zu klein für "Ausländer" Sie nehmen wahrscheinlich lieber Schweizer, welche sich bewerben.
    Der Ort wo wir hinwollen ist Richtung St. Gallen, Rorschach , Staad, Wittenbach...... Es ist nahe am Bodensee und eine sehr schöne Gegend.
    Allgemein finden wir das die Schweiz viel mehr auch für Kinder zu bieten hat. Sei es Spielplätze, Vereine usw.
    Nun könnte er noch immer bei dem Arbeitsgeber anfangen und würde zum Anfang um die 7000 SF verdienen. Ich denke mit einer Wohnung die nicht zu teuer ist würde es auch erstmal gehen, wenn ich keinen Job finde. Wir fragen uns nun aber, sollen wir es wagen und wäre es evtl. leichter was für mich zu finden wenn ich schon mit in der Schweiz wohnen würde? (man wäre eben flexibler mit Vorstellungsgesprächen usw....) oder ist es zu riskant wenn ich in einem halben Jahr doch nichts finde, dass ich wieder gehen muss?
    Ein paar Bewerbungen habe ich noch offen. Ich bin gelernte Industriekauffrau, habe immer im Büro gearbeitet und noch nebenbei ein Studium als Fachwirt im Gesundheit und Sozialwesen gemacht.. (gibt es so in der Schweiz ja nicht....Bachlor of Proffesional) Ich habe über 100 Bewerbungen geschrieben aber nur absagen. Mein Freund hat 5 oder 6 geschrieben und gleich 2 Gespräche (Kfz-Meister) gehabt. Wie gemein.


    Dann habe ich über die Firma meiner Mutter ein Auto, was ich nach 5 jahren rauskaufen wollte aber es sind erst 1,5 jahre um. Ich arbeite ja dann nicht mehr in der Firma. Wäre es trotzdem möglich das Auto auch wenn es auf meiner Mutter ihrer Firma läuft mitzunehmen ? Da ist ein spezieller Umbau für mich drin,....ein normales kann ich nicht fahren.


    Sorry für den langen Text.


    Einen schönen Wochenstart.

  • Vor allem in Bezug auf die Möglichkeiten für Kinder muss ich Dir uneingeschränkt zustimmen. Das war bei uns auch ein wichtiger Faktor. Dass Kinderbetreuung anders geregelt ist als in Deutschland ist Dir sicherlich bekannt. Im Gegenzug herrscht i.d.R. ab 4 Jahren Kindergartenpflicht.


    Die Arbeitsmarkt-Chancen bei Verfügbarkeit in der Schweiz steigen sicherlich, gerade in Berufen in denen nicht händeringend gesucht wird.


    Aber: In der Konstellation oben wirst Du nur dann eine Bewilligung B erlangen, wenn Du über hinreichendes Vermögen verfügst, da ein Familiennachzug bei nicht verheirateten Partner nicht vorgesehen ist. Das Kind hingegen kann der Partner prinzipiell am neuen Wohnsitz anmelden, es wird bei geteilter Sorge entsprechenden Papierkram geben.

  • Hoi Franzi


    willkommen im Forum.


    Zum Auto - ist es denn geplant, das Auto auf dich zuzulassen? Dann kannst du mit einer Bestätigung deiner Mutter den Nachweis erbringen, das du das Auto schon 1,5 Jahre benutzt und es so als Umzugsgut kostenlos mitbringen kannst - soweit meine Infos dazu.


    Zum Job - Es ist generell schwer im KV was zu finden, da es genügend Schweizer mit diesen Ausbildungen gibt. Daher solltest du deine speziellen Talente gut vortragen. (Bei mir ist es echt schwierig, da ich schon 54 bin)


    Was viel gesucht wird ist Buchhaltung und Personalwesen. Wenn du dich da auskennst, solltest du das in den Vorrang stellen. Kannst du weitere Sprachen? Auch sehr hilfreich.


    Die Bewerbung mit Wohnsitz schon in der Schweiz ist sicherlich einfacher. Ist deine Bewerbung an schweizer Verhältnisse angeglichen? Kein ß sondern alle Wörter mit doppel s - ein Kurzprofil mit allen relevanten Kenntnissen vor dem Lebenslauf - lückenloser Lebenslauf - Motivationsschreiben (Anschreiben) auf die jeweilige beworbene Stelle getextet (mit den Schlagwörtern aus der angebotenen Stelle) - also keine 08/15 Bewerbung an verschiedene Arbeitgeber senden, sondern immer genau für diese eine Firma. Ist ziemlich aufwendig, aber lohnt sich wirklich.


    Also meine Meinung ist: Wenn du unter 50 Jahre alt bist (bei dreijährigem Zwerg geh ich mal davon aus) - hast du in 6 Monaten mit Sicherheit einen Job gefunden. Wenn ihr dann schon hier wohnt (dein Partner verdient genug für euch drei, wenn ihr keine grossen Ansprüche habt) gibt es beim Nachweis um Arbeitsbemühungen auch noch die Möglichkeit einer Verlängerung des Aufenthaltes bis zu 12 Monaten


    Also mutig voran und viel Erfolg


    Liebe Grüsse
    Kerstin

  • Hallo Kerstin,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort.


    Ja ich weiß über die kleinen aber feinen Unterschiede bescheid und habe meine Bewerbung nach Vorschriften CH angepasst.
    Das Auto ist ja über 5 jahre geleast über die Firma, und es sind erst 1,5 Jahre um. Schwierig.


    Weitere Sprachen sieht es eher schlecht aus.


    Die Kitas ab 1 jahr sind echt teuer aber was kosten dann die Kindegärten ab 4? Also die zu staalichen Schulen gehören und nicht komplett privat sind?

  • Hallo Franzi


    Staatliche Kindergärten sind kostenlos. Wichtig vielleicht zu wissen im 1. Jahr ist das Kind meist morgens da und kommt gegen 12 heim. Im 2. Jahr ist es auch an 2-3 Nachmittagen im Kindergarten (ist von Kanton zu Kanton etwas unterschiedlich). Mittags kommt da das Kind aber auch heim. Es sei denn du meldest es für den Mittagstisch bzw. Hort an, dieser kostet dann aber wiederum (meist einkommensabhängig)


    Für den Kanton St. Gallen weiss ich den Stichtag für den Kindergarteneintritt nicht auswendig. In Zürich ist es der 31.7, wer da also 4 Jahre alt ist, muss in den Kindergarten.


    Viel Erfolg bei euerem Vorhaben.


    Liebe Grüsse Monika

  • ja es ist bei jedem öffentlichen Kindergarten so. Die Betreuungszeiten variieren etwas, also ist z.B. in der einen Gemeinde oder Kanton um 11:30 Schluss in andere erst um 12 Uhr.


    na wie gesagt, es gibt Mittagsbetreuung. Und Kindergarten gehört schon zur Schule. Ab der 1. Klasse wäre es sowieso nicht anders. Wie willst du es dann da machen? Ich weiss optimal ist es hier nicht unbedingt mit der Kinderbetreuung.


    Ich kenne viele Mütter, die arbeiten, da sind die Kinder dann mittags im Hort. Es gibt auch private Kindertagesstätten, die kosten dann aber auch entsprechend.

  • Hallo, das mit der Kinderbetreuung ist echt doof, das stört mich wirklich.
    Na in Deutschland kann man ja die Kinder bis 17 Uhr in der Kita lassen und ab 1. Klasse gibt es dann auch den Hort. Deswegen dachte ich, es läuft ähnlich.
    ist ja auch so, aber es muss alles extra gezahlt werden oder? Gut in D muss man Kita und Hort auch zahlen nur viel weniger ;-)


    Aber gut wenn du auch viele Mütter kennst, und die Kinder sind im Hort oder Mittagsbetreuung ist ja ok, also kann man auch eine Stelle finden die 70-80%.
    Nur erst mal finden.....

  • Naja...In Deutschland muss man für eine vernünftige Betreuung auch bezahlen, denn diese ist dann privat. Das, was staatlich angeboten wird, reicht für keinen 100% Job...Ausser man kann flexibel ab 16 Uhr von zu Hause aus weiterarbeiten oder wohnt im Osten der Republik. Bei meinem Bruder in McPomm bieten die Kitas Betreuung bis 18 Uhr an, bei mir in NRW muss ich den Kleinen um 16:15 Uhr abholen...


    In der Schweiz ist es nicht anders, nur von vornherein so. Daher, entweder Du kannst Dir Kinder in der Vollbetreuung leisten oder einer muss zu Hause bleiben (halbtags) und die Betreuung übernehmen...
    Steuerlich sind Familien in der Regel dann auch noch benachteiligt, wobei hier wohl gerade eine Änderung stattfinden soll.

  • Ich verstehe das nicht mit dem Nachzug von einem unverheirateten Partner, was das bedeutet mit dem Vermögen? Wenn man nachweisen kann, dass man eine lange Partnerschaft hat, sollte das auch in der CH mit der B-Bewilligung für den Partner klappen? Danke für die Info.

  • es sollte gewönlich auch klappen..dass wenn Du im Koma liegst...das Spital Deiner Freundin Auskunft gibt.Ist aber rein rechtlich nur so.. wenn Du verheiratet bis...stell Dir mal vor...jeder der ein Arbeitsvertrag hat in der Schweiz nimmt seinen Partner mit.Sie wollen ja gerade wieder lieber weniger Menschen im Land haben...
    Beste Grüsse und trotzdem ein gutes Wochenende

  • Jede Partnerschaft kann scheitern. Bei verheirateten Paaren gibt es dann aber gesetzlich geregelte Unterhaltsverpflichtungen, vor allem wenn Kinder dabei sind und einer zwecks Kinderbetreuung keiner Erwerbsarbeit nachgeht. Scheitert eine "Partnerschaft", gibt es keine Ansprüche die den Lebensunterhalt sicherstellen. Daher ist nur der Familiennachzug im Rahmen der Ehe (oder der Eingetragenen Partnerschaft die ähnliche Absicherungen bietet) für Paare gesetzlich vorgesehen.


    Alternativ muss man nachweisen, dass man persönlich über hinreichend finanzielle Mittel verfügt um für den Lebensunterhalt aufzukommen. Dann ist ein Zuzug auch ohne Arbeitsaufnahme möglich.


    Ganz genau kann man das mit dem zuständigen Migrationsamt klären. Einfach anrufen und den Fall besprechen.

  • Wenn man nachweisen kann dass das Konkubinat (oder alternativ die gleichgeschlechtliche Partnerschaft) schon bestanden hat, geht sehr wohl ein Nachzug des Partners.


    Allerdings denke ich, dass Garantievertrag wohl die finanzielle Liquidität bedeutet. Zumindest wäre das in den USA so.


    https://www.eda.admin.ch/eda/d…nd-zollformalitaeten.html


    Unverheiratete Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner ohne Schweizer Bürgerrecht benötigen je nach Herkunft ein Einreisevisum und müssen bei einer Schweizer Auslandvertretung einen persönlichen Einreiseantrag zwecks Wohnsitznahme stellen. Um eine solche Aufenthaltsbewilligung als Konkubinatspartner oder -partnerin zu beantragen, muss der zukünftige Wohnort in der Schweiz feststehen. Die zuständige kantonale Einwanderungsbehörde wird Dokumente verlangen, die belegen, dass das Konkubinat schon einige Jahre dauert, sowie verschiedene Auflagen machen (gemeinsamer Wohnsitz, Garantieerklärung, Meldepflicht usw.)

  • Der Link bezieht sich auf "Rückkehr in die Schweiz", behandelt also Paare bei denen einer Schweizer Staatsbürger ist, im Ausland gelebt hat und nun als unverheiratetes Paar in die Schweiz ziehen möchte.


    EU-Angehörige brauchen auch kein Visum, für einen langfristigen Aufenthalt braucht es eine Bewilligung (Aufenthaltsbewilligung B oder Niederlassungsbewilligung C)


    Und dazu gibt es dann die passende FAQ:


    https://www.sem.admin.ch/sem/d…/faq.html#Familiennachzug