Umzug in die Schweiz als Remote ITler

  • Hallo allerseits,
    Ich bin österr. Staatsbürger und lebe und arbeite in Deutschland. Ich habe mich selbstständig gemacht seit letztem Monat 03.2020 und wollte eigentlich schon in die Schweiz nach Zug ziehen aber Corona hat dies vorerst verhindert.


    Meine Annahme ist das ich keinerlei Hürden habe, jenseits der Hürde eine Wohnung oder eine WG zu finden und einen Vertrag zu unterzeichnen und mich in der Schweiz in Zug zu melden. Irre ich mich?


    Ich möchte vorallem Kunden in der Schweiz und Deutschland betreuen. Da ich in der IT arbeite ist sehr viel Remote-arbeit vorhanden.


    Primär kann ich absehen das 80% meines Einkommens aus Deutschland kommt. Leben und aufhalten tue ich mich zu mind. 60% wohl dann in der Schweiz in Zug. Mein Lebensmittelpunkt ist also die Schweiz.


    Ich verstehe dass ich primär daher in der Schweiz versteuert werde, nicht?


    Kann ich mich sofort selbstständig melden in der Schweiz sowie Corona hoffentlich vorbei ist, und meinen Wohnsitz in Deutschland abmelden, oder muss ich mindestens in 6 Monate in der Schweiz leben bis mein Wohnsitz als Schweizer Wohnsitz und Lebensmitelpunkt von den Steuerbehörden anerkannt wird?


    Wieviel Steuer wird dann in Deutschland eingehoben, bei zum Beispiel 50.000€ Gesamteinkommen und davon 80% von Deutschland, also 40.000€?
    Es geht nicht um das durchgerechnen sondern welcher Staat, welche Steuer und wieviel davon ca. einhebt.


    Danke vorab.

  • Hoi latdech,


    ohne deine genaueren Umstände zu kennen, aber dein Plan hört sich für mich etwas blauäugig an. Du bist erst seit einem Monat selbstständig, siehst aber keine Hürden dafür in die Schweiz zu ziehen.


    Ich sehe da mehrere Hürden:
    1. wie willst du ohne Arbeitsvertrag eine B-Bewilligung beantragen?
    2. wie ist deine bisherige Rechtsform, und wo hast du die Firma angemeldet?
    3. Verfügst du über genügend Geld, damit du in der Schweiz leben kannst? Wir reden hier über CHF 100 pro Tag, d.h. ca. CHF 36'000 pro Jahr. Dies musst du nachweisen können, bevor überhaupt jemand auf die Idee kommt dir eine Arbeitsbewilligung auszustellen.
    4. woher weisst du, dass deine Firma erfolgreich sein wird?


    Der übliche Weg wäre: du hast einen Schweizer Arbeitsvertrag, mit dem bekommst du die B-Bewilligung. Da du keinen Vertrag hast, musst du andere Nachweise erbringen (siehe Punkt 3. oben).


    Die Schweizer sind relativ restriktiv, wen sie ins Land lassen. Einfach so hierher zügeln ohne finanzielles Polster bzw ohne Arbeitsvertrag einer Schweizer Firma wird schwierig.
    Bzgl Anmeldung der Selbstständigkeit musst du wahrscheinlich nachweisen, dass deine Firma Geld verdienen wird. Ohne Track Record (und den hast du bisher nicht) wird das schwierig.


    Was du auch bedenken solltest: Wohnungen in Zug sind relativ teuer. Du sprichst oben von 50.000€ Gesamteinkommen. Das ist nicht wirklich viel für die Schweiz, speziell wenn du schon CHF 2'500 oder CHF 3'000.- für die Wohnung bezahlen musst...


    PS: ich will dir das nicht madig reden, sondern nur aufzeigen dass du bisher einige Sachen nicht genügend bedacht hast. Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinen Plänen :)



    VG basileus

  • Ich kann basileus nur zustimmen, würde zwei, drei Punkte aber noch präzisieren:


    - Es ist für einen (in der Schweiz sogenannten) Selbstständigerwerbenden ebenfalls möglich im Rahmen der Freizügigkeit in die Schweiz zu ziehen. Dafür gilt dann halt die Bedingung dass man statt eines Arbeitsvertrages die Tragfähigkeit der Unternehmung nachweisen muss. Sprich die Verlagerung auch eines (in Deutschland sogenannten) Einzelgewerbes ist problemlos möglich, sofern es mit realen Gewinnen daherkommt.
    - In der Schweiz müssen auch Selbstständigerwerbende in das Firmenregister eingetragen werden, ist aber kein Problem.
    - Problematisch ist in dieser Konstellation Dein 80% Einsatz in Deutschland. Remote-IT wird als am Ort des Kunden erbracht betrachtet. Und das bedeutet Du arbeitest zu 80% in Deutschland, was in Deutschland eine Steuerpflicht auslösen kann. Verlagerst Du bei existierendem Gewerbebetrieb den Sitz in die Schweiz, behältst aber Deine Mandate in Deutschland bei, so kann - insofern Du in den letzten 5 Jahre unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland warst - eine sogenannte "nachlaufende Besteuerung" gemäss DBA eintreten. Sozialversicherungsrechtlich könnten entweder Entsenderichtlinien auf Dich angewandt werden, oder gar die vollständige SV-Pflicht bei Dir auftauchen. (Da bin ich aber nicht ganz firm drin, weiss aber dass man dieses Thema in Deutschland besser vermeidet.)


    Lösung in den Fällen ist i.d.R. die Gründung einer Kapitalgesellschaft in der Schweiz (GmbH oder AG) bei der Du dann angestellt bist. (Für den Fall der nachlaufenden Besteuerung u. U. noch heikel, aber deutlich entspannter). Das löst dann theoretisch auch das Problem mit der Bewilligung, da Du dann einen Arbeitsvertrag hast. Die kann bei aussichtsreicher Darstellung auch zugesichert werden. Denn die Gesellschaft kann man nur gründen, wenn mindestens einer der Gesellschafter oder Verwaltungsräte in der Schweiz ansässig ist. Man dreht sich also im Kreis (wenn man keinen Treuhänder einsetzen will). Kein Bewilligung/Wohnsitz -> keine Gründung -> kein Arbeitsvertrag -> keine Bewilligung/ Wohnsitz. :-)


    Das lässt sich mit dem Migrationsamt alles lösen, ich fürchte aber, dass es dazu etwas mehr "Substanz" braucht als eine ganz frische Gründung mit eher geringen Einkommen. (Dein Gesamteinkommen ist vermutlich vor Steuer / Sozialabgaben bzw. den Äquivalenten gerechnet). Das wird für einen Zuzug dann sehr knapp. Minimum für eine Gründung sind 20k CHF für eine GmbH die vollständig liberiert sein müssen (d.h. auf ein Gründungskonto eingezahlt), bei einer AG reichen 50% Liberierung allerdings von 100k CHF Gesamt-Kapital (wenn man nicht 100% liberiert kann bis zu diesen 50% auch Betriebsvermögen in Form von Ausstattung oder Immobilien eingebracht werden).


    Hintergrund: Ich bin letztes Jahr auch aus der Selbstständigkeit in Deutschland (auch IT, allerdings seit 2001) in die Schweiz migriert. Dabei haben wir noch die Extra-Schwierigkeit eingebaut dass wir direkt ein Haus hier gekauft haben und erst an diesem Ort eine AG gegründet haben bei der ich jetzt angestellt bin. Ging sehr flott, aber wir haben halt schon etwas mehr an Substanz mitgebracht.


    Wenn Du also weitergehende Fragen hierzu hast, kannst Du gerne schreiben/fragen.

  • Minimum für eine Gründung sind 20k CHF für eine GmbH die vollständig liberiert sein müssen


    Das macht aber niemand so. Normalerweise hast du eine Sacheinlagegründung => Du ziehst dein Auto, Möbel (ja sogar den Drucker) und sonstiges was man für die GmbH braucht, ab, den Rest legst du auf das Konto => Das Geld kann man natürlich nach der Gründung für die GmbH verwenden.

  • Guten Morgen und danke für diesen informativen Thread. Konkret könnte man den Weg gehen: Einreise nach CH, einen Treuhänder für eine GmbH Gründung finden, Cash aufs Konto des Treuhänders zahlen, (wird wohl ein Notar sein) und innerhalb der 90 Tage Aufenthaltsrecht die Gründung der Firma und Arbeitsvertrag als GF und dann Antrag Migration aktivieren.

  • Das Geld bei der Liberierung kommt auf ein Konsignationskonto (Sperrkonto) bei der Bank. Der Notar prüft nur die Bestätigung über den Geldeingang der Bank. Nach der grinding wird das Geld freigegeben.


    Ich kenne zwei Einzelunternehmer, die auch aus Einzelunternehmer eingewandert sind. Einmal Arzt, einmal Künster - also sehr verschieden. Hat in beiden Fällen auch so geklappt.


    PS: Eine Sacheinlagegründung braucht ja dieses qualifizierte Verfahren mit Treuhänder/Revisionsexperte (soviel ich weiss). Alleine deshalb verstehe ich schon nicht weshalb man das bei der Gründung macht. Ohne 20k kann man sich doch kaum selbstständig machen, oder? Ich kenne persönlich niemanden, der das gemacht hat - nur bei Umwandlungen und Aufstockungen kenne ich Fälle.

  • Wenn 20k nicht als "Barmittel" vorhanden sind, macht die Gründung relativ wenig Sinn. Bereits die Gebühren um den Wert und die Festschreibung der Sacheinlage festzustellen stehen dann in keinem Verhältnis. Da hat jan82 völlig recht. Und dass das niemand so macht würde ich anzweifeln...wir haben das Stammkapital der AG auch vollständig als Barmittel eingebracht, für unseren Treuhänder und die Bank war das auch der "Standard-Vorgang".


    @Amadeus Es geht noch einfacher: Man telefoniert mit dem Migrationsamt, erhält eine Zusicherung der Bewilligung, sucht sich eine Wohnung/Haus, zügelt und gründet dann nach Erhalt der Bewilligung direkt vom Wohnsitz in der Schweiz. Das spart spätere Umschreibungen des Sitzes oder Änderungen im Verwaltungsrat.

  • Das macht aber niemand so.

    Natürlich macht man das so. Ich kenne niemanden in der Schweiz, der eine Sacheinlagegründung gemacht hat für die GmbH. Das ist eher in Deutschland üblich.
    Und wie von Jan und Markus bereits geschrieben: wenn nicht mal die 20k Eigenkapital nicht da sind, macht eine Gründung wenig Sinn.

  • Danke an alle für die vielen tollen Antworten. Danke Markus Schulz für das freundliche Angebot und die umfassenden Antwort.
    Leider bin ich schon relativ spät dran was das ändern des Lebensmittelpunktes betrifft. Also dass ich diese Jahr 50% in der Schweiz gelebt habe - wobei ja nach Werktagen gerechnet wird und nicht Kalendertagen.


    Könnt ihr mir sagen wie ihr euch das ganze Wissen angeignet habt und welchen AG Gründungsservice ihr empfehlen könnt? Eine EinMann-AG gründet man ja vermutlich nicht eben mal so ;)
    Wie lange hat der Firmen Gründungsprozess für euch gedauert?



    PS: Die genannten Beträge sind nicht ernst zu nehmen i.e. "zum Beispiel", weil sie nicht dem Thema dienen. Natürlich benötigt es n-stellige Beträge um Sinn zu machen.

  • Du gehst einfach zum Treuhänder um die Ecke (der das später dann auch buchhalterisch begleitet) oder direkt zu einem Notar. Notfalls kann man beim HRA den Expressdienst buchen: dann ist die Firma spätestens eine Woche nach dem Notartermin eingetragen und auch das Bankkonto verfügbar. Keine grosse Sache.


    Dir Gründungsdienste wie startups.ch oder was weiss ich braucht man IMHO nicht.

  • Für jemanden, der neu in der Schweiz ist und noch keinen Treuhänder als Ansprechpartner hat, bietet sich startups.ch schon an. Kostet zwischen CHF 500 und 800.- für eine GmbH


    Dauer:
    Firma Nr. 1 - normaler Service bei startups.ch = 8 Tage (Montag Unterlagen an startups geschickt, nächste Woche Dienstag eingetragen im HRA)
    Firma Nr. 2 - Express-Service bei Startups.ch = 12 Tage (Mittwoch bei startups bestellt, den übernächsten Montag eingetragen im HRA)


    Je nach Kanton dauert die Eintragung im Handelsregister unterschiedlich lange. Wichtig wäre noch, dass du dein Domizil hast.
    Bzgl Bankkonten kann ich nur von CS abraten: die haben es damals nicht hinbekommen, das Sperrkonto in ein normales Geschäftskonto umzuwandeln. Aussage von mehreren Stellen: "IT-Problem, Compliance etc. Dauert sechs bis acht Wochen" :thumbdown:



    VG basileus

  • Ich sehe das anders: Den Treuhänder brauchst du ja so oder so (es gibt auch immer die, die alles selber können: Ich weiss) und auch ein Stammnotar (sofern es kein Staatsnotariat im Kanton gibt) ist ja nicht die schlechteste Option. Da schadet es auch nicht, wenn man gleich dessen Standardstatuten nimmst. Gross anders funktionieren die Gründungsdienste ja auch nicht. Für mich sind diese Gründerdienste einfach nur auf den ersten Blick verlockend: Bequem ausfüllen und los. Lernen muss man den ganzen Papierkram aber so oder so. Und für mich persönlich ist es so, dass man das schnell lernen sollte. Ich kann die ganzen Papierfettnäpfchen schon gar nicht mehr zählen in die ich trotz Beratern getreten bin... Versuch macht klug ;)


    Und betreffend der Bank ist es eben manchmal etwas kompliziert. Mit der CS habe ich keine Erfahrung, aber ich würde das nicht an einem Fehlschlag festmachen. Ich hatte letztens auch den Fall, dass mir die Compliance der UBS nicht geglaubt hat, dass es sich nicht nur um einen Mantel handelt. Da hat der Kundenberater instinktiv natürlich erstmal Feuer bekommen, obwohl der natürlich wenig daran ändern kann. Aber nach 2 Tagen war das dann auch gelöst.
    Ausserdem macht man es den Banken ja auch nicht immer einfach. Ich hatte auch schon einen Investor, der mit Geldkoffer kam und Bar liberieren wollte - einen 7-stelligen Betrag. Und als der Bankberater gesagt hat, dass man nicht mehr bar auf ein Konsignationskonto einzahlen darf, sagte er nur: Okay, ich eröffne ein Bankkonto, möchte dieses Bargeld einzahlen und auf das Konsignationskonto überweisen und danach mein Bankkonto schliessen. Die Kontoführungsgebühren zahle ich gerne bar. Es handelte sich um einen bayrischen Rechtsanwalt - der trat da auch recht souverän und forsch auf (das kann klappen, muss aber nicht). Nach ein wenig Diskussionen ging die Einzahlung auf das Konsignationskonto dann auf einmal doch in bar nach Vorlage der Auszahlungsquittung der Quellbank und der Zollanmeldung. Das hatte er zum Glück dabei.

  • Hallo allerseits.


    @Markus Schulz Warum hast du dich für Menziken entschieden? Das kann ich irgendwie nur über die Immobilie nachvollziehen. Aber aktuell check ich noch viel nicht.


    @jan82 und Markus: Was kostet der Treuhänder und Stammnotar? Gibt es fortlaufende Kosten? Wie sieht es aus mit dem guten alten Vertrauen. Wie habt ihr den gefunden?
    Hast du eventuell sogar eine Empfehlung? Vom Kanton her wird's schon passen, wenn ich so zwischen den Zeilen bei euch den IQ rauslese.
    Deine Philosophie teile ich im übrigen. Wobei ich auch zwischen den Zeilen lese das es dir ja nicht nur um EINE Firmengründung ging und dein Wissen nicht auf die Schweiz beschränkt.


    Spare ich mir hier etwas im Vergleich zum Gründerservice...oder sind Notar und Treuhänder bei denen ohnehin versteckte Posten. Was mir Magenschmerzen bereitet ist das bei den Gründerservices die c/o Addressen und deren "Maschen" halt tausend bis zehntausendfach überladen sind.
    Von den c/o Addressen kann man sofort auf den Gründerservice schließen.



    Gibt es einen Digitialisierungsdienst (Scan) für Post so ähnlich wie in Deutschland und anderen grossen EU Ländern?


    Und sind die meisten Eintragungen im Handelsregister von den Gründerservices nicht ohnehin "falsch", da dort keine c/o Addressen erlaubt sind für die Firma?

    Danke schonmal für die Geduld und Zeit die ihr euch genommen habt so interessante Ausführungen und Beispiele zu teilen

  • Hallo latdech


    Ich weiss gar nicht so recht wo ich anfangen soll. In jedem Fall rate ich Dir dazu, dass Dich noch erheblich intensiver informierst. Was ich hier schreibe ist nicht einmal das Kratzen an der Oberfläche.


    • Bei Deinem oben genannten Einkommen ist der Wohnort eher sekundär. Das bitzeli, das du an Steuern sparst, geht direkt für die höheren Lebenskosten wieder drauf. ZG ist nunmal kein Schnäppchen.
      Aus der Art wie du schreibst, gehe ich natürlich (so wie die Steuerverwaltungen der beteiligten Länder) natürlich davon aus, dass Du hier ein Steuerkonstrukt bauen möchtest. Wenn Du das wirklich möchtest: Dann sei gut vorbereitet. Und für vergleichsweise kleine Beträge lohnt das nicht. Sobald es finanziell einschenkt, ist das was ganz anderes.
    • Ein normaler Treuhänder liegt irgendwo bei rund 180 CHF pro Stunde. Die, die was können, eher bei 250 CHF aufwärts. Echte Fachexperten kosten auch mal 350 CHF - vergleichbar mit Anwälten. Die haben dann in der Regel auch neben der Kaufmännischen eine juristische Ausbildung und noch 1-2 Expertenprüfungen (bspw. Revisionsexperte oder was weiss ich). Ich habe einen Vertrag mit einem Treuhänder für meine Firma und einen Vertrag mit einem anderen Treuhänder privat. Die Kosten werden sich wohl aber nicht vergleichen lassen. Gesamthaft liegen die Kosten bei mir deutlich über Deinem Bruttoeinkommen. Und da wären wir wieder bei Punkt 1: Das muss sich lohnen. Optimieren, damit der Treuhänder das Geld bekommt, Du in Zweitwohnungen investierst oder was auch immer macht wenig Sinn.
    • Bei Notaren ist's sehr kompliziert. Einige Kantone haben Staatsnotariate bei denen du auch viel machen kannst. In Baar klappt das bspw. ganz gut. Ich bin bei der lieben Frau Häfeli mehr oder weniger Stammkunde. Das kostet im Vergleich auch sehr sehr wenig. Für komplexe Sachen brauchst Du einen "richtigen" Notar. Der Preis richtet sich nach der Gebührenordnung (Bandbreite). Und diese Preise zahlt jeder ganz normal. Der Notar darf es nicht gratis machen. Der Vorteil beim Stammnotar ist einfach, dass du recht schnell und unkompliziert behandelt wirst. Und das geht eben Notfalls auch Abends in der Beiz oder bei einem zu Hause. Wenn Du guter Kunde bist, ist das wie überall: Man kommt dir entgegen. Die Beratungsleistung, die Notare in der Schweiz bringen, schätze ich im übrigen kleiner ein als bspw. in Deutschland (da haben sie mir schon diverse Tipps gegeben). In der Schweiz wird primär geprüft, ob das rechtlich grob in Ordnung ist und dann: Stempel.
    • Gründungsdienste kann man in Anspruch nehmen, wenn man es super eilig hat. Das sehe ich bei Dir jetzt ehrlich gesagt nicht. Vielmehr denke ich, dass es ganz gut ist, wenn Du Dich im Rahmen der Gründung selber einarbeitest. Das ist Wissen, dass Du ohnehin irgendwann brauchst. Statutenänderungen, Erhöhung von Stamm- oder Aktienkapital, Optionen und Vinkulierungen sind jetzt nicht gerade die ganz ausgefallenen Firmengeschäfte. In der kommenden Woche mache ich bspw. eine Erhöhung des Aktienkapitals samt der Nachbeglaubigung einer Unterschrift (weiterer Prokurist) im Staatsnotariat. Habe ich am Montag Abend im Zug (nicht: in Zug) vorbereitet und im Notariat kommt dann noch der Stempel. Kostet 2mal nichts im Vergleich zu irgendwelchen Dienstleistern oder gar "richtigen" Notaren
    • Notare hast Du pro Kanton. Daher braucht's hier schon automatisch mehrere, wenn Du über die Kantonsgrenze hinweg arbeitest. Und irgendwann hast Du da eben ein paar, die du kennst. Ist keine grosse Sache. Treuhänder ist schwerer. Habe ich mehrfach gewechselt, weil's dann eben nicht gepasst hat. Mein Setting ist auch nicht das einfachste. Und die optimieren dich gerne in den Bereich wo es für Dich nicht mehr lohnt, aber massig Arbeitsstunden generiert werden.
    • Digitalisierungsdienste kannst Du direkt bei der Post beziehen (Privat- und Geschäftskunden sind unterschiedliche Produkte). Und sonst natürlich von irgendwelchen Bürodienstleistern. Du kannst auch Unteradressen erstellen (dann kannst Du das c/o weglassen - kostet glaub ich 30 CHF pro Jahr) und Nachsendeaufträge erstellen. Das geht auch unbegrenzt lange und auch ins Ausland. Funktioniert alles ganz gut. Ich persönlich löse das meiste mit Postfächern (genauer: Postfach Plus) und Unteradressen. Aber das kann Dir die Post besser erklären.
    • Im HR sind natürlich c/o Adressen erlaubt. Es braucht aber das Einverständnis des Mieters. Die Staatsnotariate in Zürich und Zug prüfen das. In Bern seit neustem auch. Aber das siehst Du ja bei der Anmeldung. Dass eine c/o Adresse nicht den besten Eindruck macht, ist Dir ja vermutlich auch klar.

    Gruss,
    Jan

  • Hallo allerseits.


    @Markus Schulz Warum hast du dich für Menziken entschieden? Das kann ich irgendwie nur über die Immobilie nachvollziehen. Aber aktuell check ich noch viel nicht.

    Es war das Haus und dessen Lage das gepasst hat. Im groben Umkreis den wir wollten, Erstbezug, Aussengestaltung noch nicht gemacht. Und das dann gegenüber Luzern oder Zug gesparte Geld haben wir inzwischen in einer Zweitwohnung in den Bergen "versenkt" :D

  • Einmal mit der Herzallerliebsten shoppen - am besten den sportlichen 40-Tonner nicht vergessen. Und dann ist das Problem mit etwaigen Depots gelöst (reduziert ja auch die Depotkosten!).


    O-Ton nicht vergessen (ich habe ihn im Ohr): Was nichts kostet, ist auch nichts wert...