Besteuerung von (überoblogatorischen) Säule II Beiträgen bei Rückzug nach D

  • Hallo zusammen,


    ich wohne nun seit knapp 5 Jahren in der Schweiz und frage mich aktuell ob es sinnvoll ist überobligatorische Beiträge in die Säule II zu zahlen (also keinen separaten Einkauf sondern lediglich den monatlichen Anteil anpassen) oder ob dies steuerliche Nachteile bei einer vorzeitigen Rückkehr nach Deutschland hätte.


    - Mein Arbeitgeber gibt uns die Möglichkeit bei der Arbeitnehmereinzahlung zwischen 3 Varianten (tief, Standard, hoch) zu wählen. Abgesehen von einer 1-jährigen Unterbrechung in "tief" habe ich immer den Standard gewählt.
    - Ich zahle (noch) Quellensteuer - dementsprechend kann ich die Beiträge aktuell steuerlich nicht geltend machen


    Daher ist die Frage inwiefern die 2. Säule Beiträge besteuert werden würde wenn ich z.B. in 3 Jahren wieder nach Deutschland zurückziehen würde.


    1) Werden die überobligatorischen Arbeitnehmerbeiträge überhaupt besteuert?
    2) Falls ja bezieht sich dies lediglich auf die Zinsgewinne oder auf die gesamte Einzahlung?


    Mein Gedankengang ist folgender:
    Aktuell habe ich durch die höheren Einzahlungen ja keine Steuervorteile aber müsste dann gleichzeitig durch den höheren angesparten Betrag wiederum Steuern in Deutschland darauf zahlen - also hätten diese höheren Einzahlungen sogar einen negativen Effekt (falls sich dies auf tatsächlich auf die Einzahlungen und nicht zB nur auf Zinsgewinne beziehen sollte). In dem Fall würde ich den Beitrag lieber auf die Variante "tief" reduzieren die Differenz und sparen/investieren.


    Vielen Dank für eure Hilfe!


    Tom

  • Hallo Tom


    Ich bin mir etwas unsicher, aber: Dein freiwilliger Anteil wird ja direkt vom Lohn abgezogen (davon gehe ich aus). Und dann steht der doch auf dem Lohnausweis und wird automatisch abgezogen, oder nicht (bei uns gibt es diese Option nicht)?
    Schau mal auf Deiner Lohnabrechnung (ich habe gerade unsere Lohnbuchhaltung geöffnet): Du solltest da die Konten 5050 und 7050 finden. Das sind die BVG Konten. 7050 (der AG Anteil) bleibt in Deinem Fall gleich, 5050 wird erhöht. Das wird aufaddiert (5900) und führt dann zum Nettolohn (6500). Oder ich habe da jetzt einen ganz grossen Denkfehler. Kann das bitte mal jemand nachvollziehen (nicht, dass ich hier Mist schreibe)?


    Ausserplanmässige Einzahlungen kannst du per Tarifkorrektur ebenfalls von der Quellensteuer abziehen. Aber Achtung: Das wird in der Regel erst nach 5 Jahren akzeptiert (vorher die Steuerverwaltung fragen - meine Frau wollte nach 4 Jahren: Wäre in Bern nicht abziehbar gewesen, obwohl sie ordentlich besteuert war). Ich persönlich würde immer diese ausserordentlichen Zahlungen wählen - da ist man flexibel und kann im Dezember rüberschaufeln was man möchte (und zugelassen ist).


    Von daher denke ich, dass Deine Überlegung (und auch die Folgeüberlegungen) nicht ganz korrekt ist.


    Gruss,
    Jan

  • Ich habe dieses Jahr mal den direkten Vergleich gehabt als ich von einen auf den anderen Monat meinen Anteil von niedrig auf Standard angehoben habe (ca. 400 CHF Differenz) - das monatliche Netto hat das genau den gleichen Effekt gehabt (also die ca. 400 Differenz) - sprich keine Veränderung was die Steuern anging...

  • Mein Problem ist eben, dass ich dieses "monatliche" Einzahlen nicht kenne. Aber bitte ruf doch mal bei der Steuerverwaltung Deines Kantons an und frage, ob es in so einem Fall keine Option für eine Tarifkorrektur gibt. Das wäre ja nur logisch, denn bei einer einmaligen Einzahlung geht das schliesslich auch.

  • Ich kann dir nur sagen, wie es aus der Perspektive Grenzgänger läuft:
    Die überobligatorischen Einzahlungen als Arbeitnehmer spielen keine Rolle, weder positiv noch negativ - ich kann sie auch nirgendwo angeben. Weder vermindern, noch erhöhen sie die Steuerlast.


    Bei einem Rückzug nach Deutschland ist eventuell der Kapitalertrag (also Zinsen auf die überobligatorischen Beiträge) zu versteuern.

  • Den überobligatorischen Anteil kannst Du ausbezahlen lassen. In der Regel (den Teil musst du ja noch abklären) sind Deine freiwilligen Einzahlungen (überobligatorisch) ja steuerfrei (nach 5 Jahren IMHO auch bei Quellensteuer).


    Wenn Du nun die Schweiz (in Richtung Deutschland) verlässt und die Auszahlung möchtest, wirst du erst einmal Quellensteuer darauf zahlen (in der Regel ein ermässigter Tarif - getrennt vom Rest). Auf Antrag bekommst Du dann in der Regel später die Quellensteuer mehr oder weniger vollständig zurück. Lies Dir das mal durch:


    https://www.inp-finanz.ch/sing…0steuerpflichtige%20Rente.