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Neue Dienstleistung des Migrationsamtes "Weg-Weiser"

  • zwergnase
  • 28. Juni 2021 um 04:31
  • zwergnase
    1
    zwergnase
    Gast
    • 28. Juni 2021 um 04:31
    • #1

    Servus,

    hat schon mal wer aus dem Forum die neue Dienstleistung "Weg-Weiser" genutzt?

    Das Migrationsamt Bern bietet diese an. Persönliche Beratung rund um das Thema Migration.

    Da wir einen etwas unkonventionellen Auswanderungsplan (ohne Arbeits- oder Mietvertrag) haben,

    hab ich dort für übernächste Woche mal einen Termin gebucht. Mal schauen, ob man dort mehr erfährt,

    als am Telefon. Ich finde ein persönliches Gespräch immer besser, am Telefon lässt man sich leichter abfertigen.

    Ich werde berichten, wie es gelaufen ist.

    Wünsch euch allen eine sonnige Woche :star_struck:

    Gruss

    Martin

  • Max
    3
    Max
    Beiträge
    4
    • 30. Juni 2021 um 18:46
    • #2

    Hallo Martin,

    Wie genau unkonventionell der Plan ist? Vielleicht kann jemand mehr sagen, wenn alle Rahmenbedingungen bekannt sind.

    Vor allem Finanzierung wird bei Migrationsamt gerne gefragt.

    VG

  • zwergnase
    1
    zwergnase
    Gast
    • 30. Juni 2021 um 21:11
    • #3

    Das unkonventionelle daran wäre, daß ich die ersten 2-3 Jahre nicht arbeiten möchte,

    sondern erst mal eine Auszeit nehmen, Zeit für die Familie haben, ein Haus kaufen,

    Kontakte knüpfen, quasi erst mal eine Basis aufbauen, und anschließend einen passenden

    Job suchen. Ich hoffe halt ein B-Visum ohne Erwerbstätigkeit zu erlangen.

    Beim L-Visum ist mir der Druck, innerhalb einer kurzen Zeitspanne einen Job zu bekommen,

    einfach zu groß. Die Finanzierung stellt kein Problem dar.

    Daher nehm ich das Angebot "Weg-Weiser" wahr und sprich dort mal meinen Plan an.

    Der Hauptgrund ist eigentlich, daß ich meinen 3 Kindern die Schweizer Bildungswege

    und evtl. auch ein Studium in der Schweiz möglich machen möchte.

    Was momentan in Deutschland auf Kosten der Kinder und deren Bildung ausgetragen wird, das ist absolut untragbar.

    Gruß

    Martin

  • ReviewerGolden
    4
    ReviewerGolden
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    • 1. Juli 2021 um 00:15
    • #4

    Wäre auf jeden Fall toll,wenn du von deinen Erfahrungen berichtest.

    Wir haben, gleich einen Monat nachdem wir in die Schweiz gezogen sind, einen Vertrag für einen Hausbau abgeschlossen. Die Schweizer Behörde musste damals fast schon mit Gewalt davon überzeugt werden, dass ich tatsächlich meinen Wohnsitz in der Schweiz habe (ich arbeite nach wie vor in Deutschland). Nur dann darfst du eine Immobilie auch kaufen.

  • Markus Schulz
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    • 1. Juli 2021 um 06:41
    • #5
    Zitat von ReviewerGolden

    Nur dann darfst du eine Immobilie auch kaufen.

    Diese Info ist nicht richtig. Auch Personen im Ausland können Immobilien erwerben, ggfs. unter Auflagen oder bewilligungspflichtig. Prinzipiell ist aber der Erwerb zum Selbstbewohnen bewilligungsfrei, was in einem gesonderten Verfahren auf Antrag entschieden werden kann.

    Zitat von zwergnase

    Der Hauptgrund ist eigentlich, daß ich meinen 3 Kindern die Schweizer Bildungswege

    und evtl. auch ein Studium in der Schweiz möglich machen möchte.

    Die Info über die 3 schulpflichtigen Kinder fehlte bisher. Und das dürfte der Dealbreaker sein, wenn das Vermögen nicht in einer wirklich relevanten Höhe liegt, so dass sich Euer Zuzug auch für die finanzierende Gemeinde und den Kanton "rechnet".

    Böse gesagt: es dreht sich in der Schweiz alles ums Geld. Aber aufgrund der Konstitution der Schweiz kommt dem Verursacherprinzip ein hoher Stellenwert zu. 3 Kinder in der Schule sind für Gemeinde und Kanton eine relativ hohe finanzielle Belastung (pro Schüler in der obligatorischen Schule im Durchschnitt 21.500 CHF pro Jahr, hier also gute 64.000 CHF), die idealerweise durch Steuerzahlung an eben diese Gemeinde und den Kanton kompensiert wird. Oder anders: wer sonst soll es bezahlen und warum?

    Nun wandern auch Familien zu die mit ihren Einkommen auch nicht auf diese Steuerzahlungen kommen, aber die Lücke ist immer deutlich kleiner als bei keinem Erwerbseinkommen.

    https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/st…20310%20Franken.

  • jan82
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    • 1. Juli 2021 um 07:38
    • #6

    Für diese „wirklich relevante Höhe“ ohne Erwerbseinkommen im Inland gibt es in der Schweiz die Aufwandsbesteuerung. Aber da geht man dann in andere Kantone…

  • ReviewerGolden
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    • 1. Juli 2021 um 08:07
    • #7
    Zitat von Markus Schulz

    Diese Info ist nicht richtig. Auch Personen im Ausland können Immobilien erwerben, ggfs. unter Auflagen oder bewilligungspflichtig. Prinzipiell ist aber der Erwerb zum Selbstbewohnen bewilligungsfrei, was in einem gesonderten Verfahren auf Antrag entschieden werden kann.

    Ja, man kann theoretisch eine Bewilligung bekommen.

    In der Praxis musste selbst unser Generalunternehmer (grösster Anbieter der Schweiz), um alles aus einer Hand anbieten zu können, über Umwege das Bauland besorgen, weil er damals gerade Eigentum von nicht in der Schweiz ansässigen Investoren war.

    Es ist also nicht trivial, ein Haus ohne Wohnsitz in der Schweiz zu kaufen.

  • Markus Schulz
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    • 1. Juli 2021 um 08:55
    • #8

    Wir haben es getan und alles in wenigen Wochen durchgezogen. 15. Januar erstmals das Haus gesehen, 15. Februar Verfahren mit dem Grundbuchinspektorat nach Rechtsmittelverzichtserklärung von Gemeinde, Kanton und Bund abgeschlossen und Notarvertrag unterzeichnet, gemeldet ab 01. März und am 06. März dann Zügeltag von Deutschland in die Schweiz. Es geht, braucht aber am Abschluss des Verfahrens Interessierte auf allen Seiten :winking_face:

    Oder anders: wir sind die Schönsten und die Besten und die Schweiz wollte uns unbedingt als Einwohner begrüssen dürfen. :face_with_tears_of_joy::CH::CH::CH:

    Zitat von jan82

    Für diese „wirklich relevante Höhe“ ohne Erwerbseinkommen im Inland gibt es in der Schweiz die Aufwandsbesteuerung. Aber da geht man dann in andere Kantone…

    So ist es. Die Pauschalbesteuerten haben z.B. im Jahr 2018 im Durchschnitt bereits 180.000 CHF Steuern bezahlt. Das reicht auch für einen Schulbesuch :winking_face:

  • zwergnase
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    zwergnase
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    • 1. Juli 2021 um 21:16
    • #9

    Pauschalbesteuerung fällt aus, da das Vermögen hierfür nicht reicht :face_with_raised_eyebrow:

    Ihr meint also, daß ich ohne -Arbeitsvertrag mit 3 Kindern keine Chance habe eine Bewilligung zu bekommen,

    mal abgesehen von der L-Bewilligung?

    Ich bin echt gespannt auf die Weg-Weiser Beratung.

    Gruß

    Martin

  • AnjaB
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    • 2. Juli 2021 um 08:38
    • #10

    Hallo Martin

    Darauf bin ich auch echt gespannt, auf die Weg-Weiser Beratung.

    Ich denke auch, dass es schwierig wird, für Dich und Deine Familie eine B-Bewilligung zu bekommen!

    Wohl oder übel wirst Du Dir einen Job suchen müssen, um einen Fuss in die Schweiz zu setzen und die B-Bewilligung zu bekommen. Deine Auszeit wirst Du dann wohl etwas nach hinten verschieben müssen, so würde ich es machen.

    Selbst wenn Ihr ein "einfaches" Leben führt und das Beste an Schulbildung für Eure Kinder wollt, ist die Schweiz sicherlich nicht unbedingt das Land, in dem Ihr Euren Traum leben könnt. Hier dreht sich ALLES nur ums Geld!!!

    Die Putzfrau (mit Migrationshintergrund) eines befreundeten älteren Ehepaares (80+) hat ihre Kinder jetzt einbürgern lassen, damit sie eine besser Chance auf Schulbildung und Ausbildung haben, das hat sie über 4000 Franken gekostet. Ich weiss nicht, ob für ein oder beide Kinder zusammen. Finde es trotzdem viel Geld...

    Eine ehemalige Arbeitskollegin, Italienerin, hier in der Schweiz geboren (50+), Ausbildung in der Pflege, nicht diplomiert, hat immer noch die C-Bewilligung und lässt sich nicht einbürgern, weil es so teuer ist und sie Italienerin ist. Das hat mich sehr beeindruckt.

    Ich benötige ohne Haus, Auto, Boot, Pferd, Putzfrau, Gärtner und Kredite im Monat 3000 bis 3500 Franken im Monat. Für alles was ich zum Leben brauche, um meine Fixkosten zu zahlen (Miete, Telefon, Versicherungen,

    ÖV Abo). Dabei habe ich von allem nur das Nötigste!

    Mir fehlt es an nichts und ich komme damit zurecht, weil ich mein ganzes Geld für mich alleine habe, egal wie viel oder wenig es ist. Hauptsache ich bin unabhängig :upside_down_face: Bin sogar die letzten 2 Monate ohne Einkommen, trotz Vollzeitjob seit 17.5. klar gekommen. Das Lohnbüro hatte vergessen mir das Mai Gehalt zu zahlen.

    Inzwischen habe ich die C-Bewilligung. Einbürgern werde ich mich nicht lassen, denn ich bin in erster Linie ein DDR Kind und Deutsche! Das soll auch so bleiben.

    Davon abgesehen finde Ich Deinen/Euren Plan schon genial, dass Ihr für Eure Kinder das Beste wollt und die Eltern sich neu orientieren wollen.

    Ich träume auch immer noch von einem Mehrgenerationenhaus, habe auch schon einige Interessenten, vorwiegend (echte) Schweizer, nur noch keinen Investor gefunden...

    Viel Glück :four_leaf_clover:

    Anja

  • jan82
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    • 2. Juli 2021 um 09:51
    • #11
    Zitat von zwergnase

    Ihr meint also, daß ich ohne -Arbeitsvertrag mit 3 Kindern keine Chance habe eine Bewilligung zu bekommen,

    mal abgesehen von der L-Bewilligung?

    Du machst mir jetzt nicht den Eindruck als würdest du nicht selber auf eine recht naheliegende und erfolgsversprechende Lösung kommen :nerd_face:

  • BonjourSuisse
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    • 2. Juli 2021 um 17:04
    • #12
    Zitat von zwergnase

    Daher nehm ich das Angebot "Weg-Weiser" wahr und sprich dort mal meinen Plan an.

    Der Hauptgrund ist eigentlich, daß ich meinen 3 Kindern die Schweizer Bildungswege

    und evtl. auch ein Studium in der Schweiz möglich machen möchte.

    Was momentan in Deutschland auf Kosten der Kinder und deren Bildung ausgetragen wird, das ist absolut untragbar.

    Gruß

    Martin

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    Hallo Martin,

    ich kann Deine Beweggründe sehr gut nachvollziehen. Genauso war es bei uns auch. Wir wollten eine andere Bildung als die die unsere Kinder in Deutschland genossen haben. Ein grosser Vorteil der Schweiz ist auch die Fremdsprachenkompetenz die unsere Kinder hier erwerben.

    Dennoch musst Du einiges wissen bezüglich dem Thema Bildung. Es ist nicht alles Gold was glänzt.

    Der Weg zu höheren Bildunsgabschlüssen ist steiniger in der Schweiz. Die Matura machen in der Schweiz vergleichsweise wenig Kinder. Dies liegt an den hohen Anforderungen für die Zulassung zur Kantonsschule. In der Primarschule muss man ein 1er Schnitt (nach deutscher Notengebung) in den Hauptfächern haben. Unsere Tochter ist auf der Kantonsschule und dort wird sehr viel Leistung gefordert. Für andere Aktivitäten neben der Schule bleibt da wenig Zeit. Der Lehrplan ist sehr straff und ich frage mich immer wieder ob des massiven unnützen Wissens es der richtige Weg ist? Die Kinder werden einfach stupide auf Leistung getrimmt und die Ellbogen aus zu fahren.

    Wenn es Dir alleinig um die Bildung Deiner Kinder geht, wäre nicht eine Privatschule / Internat mit einem individuellen Lehrplan besser?

    Ich wünsche Dir jeden Falls viel Erfolg bei Deinem Vorhaben und berichte mal wie es weiter geht beim Migrationsamt bzw. der Bewilligung.

    LG,

    Thomas

  • Markus Schulz
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    • 2. Juli 2021 um 22:14
    • #13

    Wobei man nicht das "deutsche Denken" in der Form "Abi für alle weil nur das was taugt" mit in die Schweiz bringen sollte. Beste Jobchancen und sehr hohe Anerkennung geniessen hier Leute die eine Berufsausbildung erfolgreich absolviert haben und dann parallel zum Job (universitäre) Weiterbildung betreiben. Ist aber vom Pensum natürlich recht streng :winking_face:

    Bestes Beispiel: Philipp Wyss. 90.000 Mitarbeiter, 30 Mrd CHF Umsatz. Gelernter Metzger.

  • zwergnase
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    zwergnase
    Gast
    • 2. Juli 2021 um 22:48
    • #14

    Gerade das find ich so gut, daß in der Schweiz nicht jeder sein Kind durchs Abi drücken kann.

    Viel besser ist doch das Kind seinen Leistungen und Niveau entsprechend zu unterrichten,

    find ich jedenfalls.

    Gruß

    Martin

  • zwergnase
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    zwergnase
    Gast
    • 7. Juli 2021 um 14:13
    • #15

    Bin wieder zurück aus der Schweiz.

    Die Beratung beim "Weg Weiser" war für mich aufschlussreich und ausserdem nahm sich die Dame wirklich die Zeit, auf alle meine Fragen einzugehen.

    Hilft halt allerdings auch nur wirklich weiter, wenn man sich in der Stadt Bern niederlassen möchte, da ansonsten die zuständigen Gemeinden / Städte zuständig sind, und ja bekanntermaßen jeder sein eigenes Süppchen kocht. Aber um einen groben Überblick zu bekommen, wie man am besten anfängt und was der Reihe nach zu erledigen ist, eine echt gute Sache.

    Die Dienstleistung gibt es erst seit ca. 8 Wochen und läuft auch nur als Versuchsprojekt.

    Wenn es gut angenommen wird, wird es fester Bestandteil des Migrationsamts Bern werden. Noch dazu ist sie kostenlos, was mich in der

    Gebührenverliebten Schweiz echt wunderte. Versäumt man allerdings den Termin, kommt es durchaus zu einer Gebühr :beaming_face_with_smiling_eyes:

    Zuvor durften die Mitarbeiter offiziell keine Beratung machen, da ihnen hierfür einfach die Zeit fehlte.

    Ein Tip noch, falls Ihr den Dienst in Anspruch nehmen wollt, unbedingt online einen Termin machen,

    da man ansonsten stundenlang in der Schlange steht. Mit Termin geht ihr einfach an der Schlange vorbei und kommt binnen 10 min. an die Reihe.

    Gruß

    Martin

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