Bewerbung und Einstellungsverfahren im Öffentlichen Dienst in der Schweiz

  • Hallo zusammen,


    ich möchte mich in der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz bewerben. Ich habe bereits recherchiert und erfahren, dass beispielsweise größere Städte sowie kantonale Verwaltungen verschiedene Ausbildungen in deren Verwaltungen anbieten. Hierzu möchte ich fragen, welche konkreten Berufsausbildungen es in der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz gibt? Aus Deutschland kenne ich seitens der Behörden Berufsbezeichnungen wie etwa Verwaltungswirt oder Verwaltungsfachangestellte - wie sieht es diesbezüglich in der Schweiz aus?


    Darüber hinaus würde mich interessieren, wie das Auswahlverfahren bei Behörden in der Schweiz aussieht? Gibt es einen Einstellungstest auf den ich mich vorbereiten muss, oder ein Interview?


    Falls jemand Erfahrungen mit Bewerbungen im öffentlichen Bereich hat, darf er diese gerne teilen, ich bin für jeden Hinweis dankbar :grinning_face:


    Schöne Grüße und vielen Dank für Eure Hinweise! :winking_face:

    Lukas

  • Hallo Lukas


    Ich bin da kein Fachmann, aber zumindest beim Bund wird oft die Niederlassungsbewilligung verlangt. Bei Zugang auf klassifizierte Informationen benötigt man zudem oft eine Personensicherheitsprüfung. Auch dafür muss man ein paar Jahre in der Schweiz sein. Ab PSP12 benötigt man mittlerweile zudem das Bürgerrecht - wobei es bei externen teilweise Ausnahmen gibt.


    Gruss,

    Jan

  • Hallo Jan,


    danke dir für die Infos! Weißt du zufällig auch etwas über das Bewerbungs- bzw. Personalauswahlverfahren der Behörden? In Deutschland gibt es ja Einstellungstests, etc.


    Ist das vergleichbar mit der Schweiz?


    Beste Grüße! :slightly_smiling_face:

  • Hallo LukasB

    Ich bin diesen Sommer im Öffentlichen Dienst untergekommen in einer „grösseren“, sehr schönen Stadt 😉

    Ich kann auf ein BWL Studium zurückblicken und ein paar Jahre in der Bauindustrie und in einer bundeslandnahen GmbH.

    Das Auswahlverfahren bei mir war recht kurz und unkonventionell, zwei ca. Einstündige Gespräche, die Stelle ist aber auch ein wenig exotisch. Ich war aber auch schon in der Schweiz mit B im Familiennachzug.

    Wenn du beim Kanton oder beim Bund unterkommen willst, oder auch bei Verbänden, die schweizweit operieren, sind gute Kenntnisse mind. Einer zweiten Landessprache notwendig.

    Viel Erfolg bei deinem Unterfangen!

    Beste Grüsse

    tobi

  • Hey Tobi,


    danke für deine Infos! Welche Fragen kamen in deinem "Vorstellungsgespräch" (wenn ich das mal so nennen darf) vor? Worauf muss man sich da in etwa einstellen? Oder gibt es auch Assessment-Center?


    Besten Dank schonmal für deinen ausführlichen Kommentar! :grinning_face_with_big_eyes:


    Schöne Grüße!

  • Salü Lukas

    Noch eine Frage zum Verständnis: hast Du in DE schon eine Ausbildung / Studium im Öffentlichen Dienst gemacht oder in dem Bereich schon gearbeitet, oder möchtest Du eine Erstausbildung/ Neuorientierung in der CH in Richtung ÖD machen? Ich nehme den öffentlichen Dienst in der CH sehr anders wahr, als den in DE (als Außenstehender) - meist deutlich positiver/lösungsorientierter.


    Ich denke ich habe bei meinen beiden Vorstellungsgesprächen ganz gut auf mein eingereichtes Dossier/ meine Bewerbungsunterlagen aufbauen können und die Fragen gingen vor allem in Richtung des neuen Aufgabengebietes, ob ich mir das vorstellen könne und ich Interesse daran habe - und sonst wurde vor allem geschaut, ob ich authentisch rüberkomme und wie ich ins Unternehmensgefüge bezüglich Persönlichkeit und Gehaltsgefüge passe. So auf jeden Fall mein nachträglicher Eindruck.


    Aus dem Hochschulbereich weiss ich aus meinem „Nahbereich“, dass Assessments gemacht werden, aber da ging es vor allem darum, das vom Sekretariat bis zur Professur alle im Team ein Zeitfenster für Frage und Antwort hatten und am Ende der/die Bewerbende mit der höchsten Übereinstimmung beim gesamten Team dann genommen wurde.


    Es ist nach meiner Einschätzung auch im öffentlichen Dienst ein Arbeitnehmermarkt, bei dem sich die Arbeitgeberseite von ihrer attraktiven Seite darstellt.


    Beste Grüsse

    tobi

  • Hallo Tobi,


    erstmal danke für deine ausführliche Antwort! :grinning_face:

    Ja, ich habe bereits in Deutschland ein Duales Studium in der Beamtenlaufbahn (gehobener Dienst) absolviert und habe inzwischen mehrere Jahre am Landratsamt Berufserfahrung sammeln können. Eine "Neuorientierung" wäre es also nicht wirklich für mich.


    So wie du das Vorstellungsgespräch schilderst, ist es in etwa vergleichbar mit den Interviews, die man (zumindest meiner Erfahrung nach) aus Deutschland kennt, was meinst du?


    Assessments sind ja in Deutschland vielerorts ein fester Bestandteil des Auswahlverfahrens.


    Gibt es bzgl. Anschreiben und Bewerbungsmappe bzw. Online-Bewerbung große Unterschiede zu Deutschland? Gibt es etwas, worauf man in der Schweiz mehr achtet als hierzulande?


    Viele Grüße

    Lukas

  • Salü Lukas

    Danke für Deine Nachfrage, aber ich habe definitiv keine Marktübersicht, sondern kann nur auf eine (erfolgreiche) Bewerbung bei der Stadt zurückblicken. Auch bin ich nicht als Verwaltungsexperte angetreten sondern habe mit meiner Bewerbung eine Nische erwischt.

    Der einzige Tipp, den ich Dir geben kann ist: sei Du selbst, bleib authentisch und stell Dich so dar.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei!

    Beste Grüsse

    tobi