Home Office mit Job in Deutschland

  • Hallo,


    ich habe aktuell einen Job in Deutschland, bei dem ich auch im Home Office arbeiten kann.

    Wir wollen in die Schweiz auswandern. Ich möchte meinen Job in DE behalten und in der Schweiz im Home Office arbeiten.

    Ist das möglich mit 3000€ Brutto Frau und Kind? Übergangsweise bis ich einen Job in der Schweiz finde?


    Gruß Garmoschka

  • Kurz und knapp, nein. Du benötigst entweder eine Arbeit in der Schweiz oder hinreichendes Vermögen für den Eigenunterhalt um eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten.


    Obendrein: In der Konstellation verbleibt die Besteuerung für 5 Jahre in Deutschland, kombiniert mit einer beschränkten Steuerpflicht wird das noch mehr Steuer, dafür aber kein steuerfreies Existenzminimum für Dich und die Familie. Da bleibt kaum Geld über. Für den Lebensunterhalt in der Schweiz deutlich zu wenig.

  • Markus Schulz Darf ich da mal nachfragen ... Das heißt, also Freiberufler Kunden quasi in die Schweiz mitnehmen geht auch nicht? Aktuell arbeitet mein Mann in Deutschland im Home Office selbständig für Kunden hier. Gäbe es die Möglichkeit, die gleichen Kunden von der Schweiz aus zu betreuen, ihnen eine Rechnung statt in Euro in Franken zu stellen und dann Steuern in der Schweiz zu zahlen?

  • Du kannst die Kunden "mitnehmen", aber die Steuer läuft nach für aus Deutschland stammende Einnahmen. Im Bereich der Kapitalgesellschaften wird dieser Vorgang ja auch mit einer Wegzugssteuer belegt. Und ich fürchte die deutschen Finanzämter haben da ein Auge drauf.


    Lösen kann man das über die "Mitnahme" z.B. in eine Kapitalgesellschaft in der Schweiz, wenn man selbst in der Gesellschaft keine beherrschende Stellung hat, am Besten also nicht beteiligt ist. Aber ehrlich betrachtet ist man da im Feld der aktiven Steuervermeidung/verkürzung unterwegs.

  • Die Frage nach der Möglichkeit der Mitnahme der Kunden als Freiberufler würde mich auch interessieren. Soweit ich es richtig verstanden habe, kennt die Schweiz den Begriff des Freiberuflers nicht, sondern man gilt schlichtweg als Selbstständiger?

    Kennt sich hier im Forum jemand mit dem Thema aus?

  • Das nennt sich hier korrekt "Selbstständigerwerbend". Kann man einfach so machen, besser ist es aber sich im Handelsregister eintragen zu lassen, was ohne grossen Aufwand machbar ist.


    Das ändert aber alles nichts an der steuerlichen Thematik in Deutschland.


    Man kann ja auch problemlos in die Schweiz ziehen und von dort die Kunden weiter betreuen, ist dann halt der nachlaufenden Besteuerung aus Deutschland für 5 Jahre unterworfen. Wenn man die Steuern in D aber "überlebt" hat und wenn das ganze nicht auf "Kante" genäht ist, ist das zwar bitter aber auch kein Ding der Unmöglichkeit.


    Für die Schweiz muss es zur Erlangung einer Aufenthaltsbewilligung halt genug Substanz haben.


    Und von allen Versionen der "Umgehung" und "Vermeidung" kann man nur abraten. Der Austausch mit der Schweiz ist inzwischen recht umfangreich und die gegenseitige Amtshilfe wurde in den letzten Jahren deutlich vereinfacht und intensiviert.