1. Portal
  2. Schweiz Handbuch
    1. Arbeiten in der Schweiz
    2. Aufenthalts­­bewilligung
    3. Autoeinfuhr und Ummeldung
    4. Budgetplaner
    5. Checkliste Auswandern
    6. Einfuhr­bestimmungen
    7. Führerschein umschreiben
    8. Gehaltsabrechnung
    9. Grenzgänger
    10. Haustiere bei der Auswanderung
    11. Kranken­versicherung
    12. Öffentlicher Verkehr
    13. Steuern
    14. Telefon, Internet und TV
    15. Umzug in die Schweiz
    16. Verkehrsregeln
    17. Versicherungen
    18. Wohnungssuche
    19. Vorsorge - Das 3-Säulen-System einfach erklärt
  3. Schweiz Erleben
    1. Brauchtum und Feste
    2. Buchtipps
    3. Die schönsten Passstrassen
    4. Einbürgerung
    5. Ideen für 1. August
    6. Knigge für die Schweiz
    7. Rezepte aus der Schweizer Küche
    8. Schweizerdeutsch Wörterbuch
  4. Blog
  5. Forum
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Mitgliederliste
    3. Mitgliedersuche
    4. Wer ist online?
  6. Auswandererblogs
    1. Alle Blogartikel
  7. Beratung und Angebote
    1. Krankenversicherung
    2. Hausrat- und Haftpflichtversicherung
    3. Reiseversicherung
    4. Motorrad- und Autoversicherung
    5. Rechtsschutzversicherung
    6. Umzugsunternehmen finden
    7. Vorsorge (Säule 3a/3b)
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Forum
  • Artikel
  • Seiten
  • Blog-Artikel
  • Erweiterte Suche
  1. About Swiss Forum
  2. Forum
  3. Fragen und Antworten
  4. Auswanderung Allgemein

Nach 13 Jahren zurück in die Schweiz mit Eigenheim - sinnvoll und machbar?

  • Trevor
  • 14. März 2022 um 11:53
  • basileus
    27
    basileus
    Reaktionen
    620
    Beiträge
    756
    In der Schweiz seit
    01.05.2017
    Herkunft
    Thüringen
    • 17. März 2022 um 06:41
    • #21
    Zitat von basileus

    D.h. hier musst du ausrechnen, was der Fehlbetrag zwischen maximaler AHV-Rente und deiner AHV-Rente ist. Dafür gibt es Online-Rechner (ich habe so einen im Online-Portal meiner Pensionskasse). Eventuell logge ich mich nachher mal ein und rechne das noch kurz aus.

    So, habe gerade mal geschaut. Du bist 35, d.h. dir fehlen 14 Jahre um auf die volle AHV-Rente zu kommen. Die volle AHV-Rente von CHF 2'390.- (alleinstehend) bzw. CHF 3'585. - (Ehepaare) bekommt man nur, wenn man 44 Jahre (Männer) bzw. 43 Jahre (Frauen) eingezahlt hat.

    Ich kann dir leider nur die Zahlen für eine alleinstehende Person geben, da ich nicht verheiratet bin. Aber du bekommst eine Idee.

    Mit 14 fehlenden Beitragsjahren kommst du CHF 1'630.- pro Monat im Rentenalter (65J), d.h. dir fehlen 760 gegenüber der vollen AHV-Rente. Diese müssen durch Säule 2 oder 3a abgedeckt werden.

    Wie von jan82 schon geschrieben, kannst du dich in die Säule 2 einkaufen. Damit kann man unter den richtigen Voraussetzungen Steuern sparen. Allerdings wirft die zweite Säule relativ wenig Rendite ab (Mindestverzinsung liegt bei nur 1% pro Jahr). Zudem wird der Umwandlungssatz zukünftig wohl noch niedriger werden (aktuell noch 6.8% für den obligatorischen Teil).

    Das Einkaufspotential für die Pensionskasse hängt davon ab, welche Konditionen dein neuer Arbeitgeber hat. Also ob nur die Minimalsätze für die Sparbeiträge bezahlt werden oder eventuell auch mehr.

    Ich mache mal eine sehr grobe Milchmädchenrechnung für die Säule 2:

    • von 35-44: 140k * 0.1 = 14k pro Jahr -> 140k
    • von 45-54: 140k * 0.15 = 21k pro Jahr -> 210k
    • von 55-65: 140k * 0.18 = 25.2k pro Jahr -> 252k (habe hier 10 Jahre Zahlungen angenommen)
    • macht (ohne Zinsen und Lohnerhöhungen) ein Alterskapital von CHF 602'000.-

    Für den obligatorischen Teil (das sind die Lohnbestandteile bis CHF 85k) gilt ein Umwandlungssatz von 6.8%, für den überobligatorischen Teil (alles über 85k) aktuell 5% bei meiner Pensionskasse (kann bei anderen PKs anders sein). Nach meinem PK-Ausweis komme ich ungefähr auf 5.5% Auszahlung pro Jahr im Alter, d.h. ich nehme hier die 5.5%

    CHF 602'000.- * 0.055 = 33.11k pro Jahr = CHF 2'759.- pro Monat

    Du kommst also auf ein Renteneinkommen von 1'630.- + 2'759.- = CHF 4'389.-

    In dieser Rechnung fehlt natürlich noch deine Frau.

    Die Zinsbelastung sollte 33% des verfügbaren Haushaltseinkommens nicht übersteigen, d.h. ihr könnt euch mit deiner Rente eine Zinsbelastung von CHF 1'463.- pro Monat leisten.

    Die Bank rechnet für die Tragbarkeit mit der 5%-Regel für den Kredit. Angenommen, ihr nehmt einen Kredit von 1 Million auf und tilgt bis zum Renteneintritt auf 67%. Somit habt ihr noch CHF 670'000.- Restschuld. 5% Zinsen auf 670k macht 33.5k, also CHF 2'791.-

    Somit wäre die Tragbarkeit nicht gegeben, wobei die Banken für das Rentenalter eventuell etwas gnädiger rechnen.

    Trotzdem müsstet ihr bei 5% Zinsen gut 2/3 deiner Rente nur für die Begleichung der Zinsen ausgeben.

    Ich hoffe die Rechnungen helfen dir etwas. Falls noch Fragen sind, einfach fragen.


    VG basileus

  • Amadeus
    28
    Amadeus
    Gute Seele des Forums
    Reaktionen
    352
    Beiträge
    845
    Herkunft
    DE
    • 17. März 2022 um 19:02
    • #22
    Zitat von Trevor

    All das geistert momentan in unseren Köpfen herum, und eine Entscheidung fällt uns sehr schwer.

    Am Besten hört Ihr auf Euer Herzen, mit welcher Lösung kann ich dauerhaft besser leben, nicht bezogen auf Wirtschaft oder Bürokratie, sondern vom Gefühl sich wohlzufühlen. 13 Jahre in DE und jetzt zurück nach CH? Warum seid Ihr damals gegangen? Und, viel wichtiger, kann "das" von damals wiederkommen? Grüße :grinning_face:

    Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen!

  • Trevor
    5
    Trevor
    Reaktionen
    5
    Beiträge
    21
    • 18. März 2022 um 13:27
    • #23

    basileus

    Das hilft MEGA, vielen vielen Dank für deine Zeit und Mühe! Jetzt verstehe ich das wesentlich besser.

    Der Plan in Deutschland war ja, dass wir (allerspätestens) im Rentenalter kein Haus mehr besitzen werden, sondern es nach Auszug der Kinder verkaufen und vom restlichen Geld leben.

    Ist das in der Schweiz genauso machbar, oder eher sinnlos? Ich denke daran, dass man vom Erlös vermutlich nicht leben kann, dazu kommen dann noch viele fehlende Rentenbeiträge und die Tatsache, dass man mit Zinsen bezahlen wohl wesentlich billiger kommt als mit Miete bezahlen.

    Eine Frage habe ich auch noch zur Pensionskasse. Du hast geschrieben, dass man sich einkaufen kann - was wäre denn die Konsequenz, wenn man das nicht macht? Hier in Deutschland sorgen wir mit einem Aktien-Indexfonds für unser Alter vor. Der macht wesentlich mehr Rendite als die "mindestens 1%" der Pensionskasse. Wäre das eine Alternative zur 2. Säule, oder muss ich dort einzahlen und bin quasi mit Einzug in die Schweiz gleich erst mal verschuldet?


    Zitat von Amadeus

    Am Besten hört Ihr auf Euer Herzen, mit welcher Lösung kann ich dauerhaft besser leben, nicht bezogen auf Wirtschaft oder Bürokratie, sondern vom Gefühl sich wohlzufühlen. 13 Jahre in DE und jetzt zurück nach CH? Warum seid Ihr damals gegangen? Und, viel wichtiger, kann "das" von damals wiederkommen? Grüße :grinning_face:

    Das ist einfacher gesagt als getan!

    Ausgewandert bin nur ich nach meiner Ausbildung, aus Jux und Tollerei, und eigentlich stand damals nicht fest, dass ich den Rest meines Lebens hier verbringe. Meine Frau habe ich hier kennengelernt.

    Der Wunsch zum "Rückzug" war schon früher ein Gedanke, aber wir haben die Entscheidung verschoben weil 1) die Elternzeit für die Kinder in Deutschland unbezahlbar ist und 2) wir unbedingt ein Haus haben wollten, es uns damals in der Schweiz aber niemals hätten leisten können.

    Mit dem Hausbau hier in D war die Sache eigentlich gegessen, aber durch den Todesfall hat sich einiges verändert und vor allem meine Frau sehnt sich nach Familienanschluss. Das kann aber auch eine Art Trauerbewältigung sein und vielleicht können auch Freunde die fehlende Familie ersetzen.

    Ich selber bin da eher rational bis egoistisch, für mich hat bisher der Plan "Teilzeit und trotzdem 10-15 Jahre früher in Rente" alles andere abgeschmettert - erst recht nach dem Todesfall ist mir (noch mehr als ohnehin schon) bewusst geworden, wie wertvoll die eigene Zeit auf Erden ist.

    Andererseits ist es schon sehr schade für die Kinder, wenn sie ohne ihre große Schweizer Familie aufwachsen müssen, und ich denke halt, dass sie in der Schweiz eine "bessere" Zukunft haben als in Deutschland. Ich sehe es ja an mir selber: Auswandern nach D ist überhaupt kein Problem, Einwandern in die Schweiz schon eher.

    Und nochmal zu bauen ist unheimlich verlockend, nach dem Motto: "Diesmal richtig!"

    Aktuell ist es wirklich tagesformabhängig, ob wir sagen "wir ziehen in die Schweiz und nehmen all den Aufwand und die Unsicherheiten auf uns", oder "wir bleiben hier und opfern halt 2 Wochen Urlaub im Jahr nur für die Schweiz". Aber ich glaube, wenn wir ein bezahlbares Grundstück fänden, würden wir es tun.

    Einmal editiert, zuletzt von Maik (19. März 2022 um 09:03) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Trevor mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Kabelsalat
    32
    Kabelsalat
    Reaktionen
    534
    Beiträge
    1.111
    Wohnort
    Südbaden (Grenzgänger)
    In der Schweiz seit
    2011
    • 18. März 2022 um 15:08
    • #24
    Zitat von Trevor

    Eine Frage habe ich auch noch zur Pensionskasse. Du hast geschrieben, dass man sich einkaufen kann - was wäre denn die Konsequenz, wenn man das nicht macht? Hier in Deutschland sorgen wir mit einem Aktien-Indexfonds für unser Alter vor. Der macht wesentlich mehr Rendite als die "mindestens 1%" der Pensionskasse. Wäre das eine Alternative zur 2. Säule, oder muss ich dort einzahlen und bin quasi mit Einzug in die Schweiz gleich erst mal verschuldet?

    Konsequenzen gibt's keine, es ist ein freiwilliges Angebot. Du hast dann einfach - ohne Einkauf - ein geringeres Altersguthaben und somit eine geringere Rente oder weniger Kapital, was du dann beziehen kannst.

    Ob das Altersguthaben auch Einfluss auf die Risikoleistungen hat (Witwenrente, Invalidenrente), musst du bei der zukünftigen PK nachfragen.

    Natürlich kannst du genauso mit einem ETF vorsorgen, ich hatte das glaube ich sogar erwähnt. Aber man muss halt die Gesamtbetrachtung machen, wie es auch hinsichtlich der Steuern aussieht. Einzahlungen in die 2. und/oder 3. Säule sind oft steuerlich begünstigt; bei grossem Kapital hingegen kann Vermögenssteuer fällig werden. Aber das wissen andere hier im Forum besser :smiling_face:

    Auf jeden Fall deckt eine PK das Langlebigkeitsrisiko ab - natürlich einhergehend mit geringerer Verzinsung. Wobei 1% der Mindestzinssatz sind - die PK kann in einem guten Jahr auch höhere Zinsen gutschreiben. Hängt auch davon ab, welches Pensionskassenmodell dein zukünftiger Arbeitgeber verwendet (Vollversicherung mit geringerer Rendite oder teilautonomer Lösung mit potenziell mehr Rendite).

  • basileus
    27
    basileus
    Reaktionen
    620
    Beiträge
    756
    In der Schweiz seit
    01.05.2017
    Herkunft
    Thüringen
    • 18. März 2022 um 17:56
    • #25
    Zitat von Trevor

    Ist das in der Schweiz genauso machbar, oder eher sinnlos?

    Kommt natürlich auf viele Sachen an, aber grundsätzlich ginge das in der Schweiz auch. Unter der Voraussetzung, dass die Preise für Immobilien weiter steigen, kann man mit diesem Ansatz auch einiges an Rendite herausholen. Also das Haus teurer verkaufen als was man selbst bezahlt hat.

    Zitat von Trevor

    Ich denke daran, dass man vom Erlös vermutlich nicht leben kann, dazu kommen dann noch viele fehlende Rentenbeiträge und die Tatsache, dass man mit Zinsen bezahlen wohl wesentlich billiger kommt als mit Miete bezahlen.

    Ich hab dir die Rechnung für den Kredit ja oben durchgerechnet. Solange man nur die Zinsen für den Kredit zahlt UND die Kreditzinsen auch in 20 oder 30 Jahren noch so niedrig sind kommt man mit den Zinszahlungen besser weg als mit der Miete. Euer Problem ist eher, dass ihr mit dem verfügbaren Einkommen vermutlich keinen Kredit für ein grösseres Haus bekommt. Stichwort Tragbarkeitsregel von 5%.

    Was man bei dem Thema Eigentum vs. Miete auch nicht vergessen sollte: ihr müsst die 20% Eigenkapital initial mitbringen. Bei Preisen von >1 Mio sind das mindestens 200k. Eventuell hättet ihr die durch den Verkauf in DE (falls eure Immobilie in DD bereits euch gehört).

    Zitat von Trevor

    Eine Frage habe ich auch noch zur Pensionskasse. Du hast geschrieben, dass man sich einkaufen kann - was wäre denn die Konsequenz, wenn man das nicht macht?

    Es gibt keinen Zwang, sich in die Pensionskasse einzukaufen. Das geschieht freiwillig und hat eventuell steuerliche Vorteile. Du kannst dir die Rentenlücke ja selbst ausrechnen. Also AHV-Rente + Rente aus Säule 2 + (evtl. Säule 3a). Dann damit vergleichen, was ihr ausgebt bzw. welche Kosten ihr im Alter erwartet. Die freiwillige Einzahlung dient ja dazu, eventuell fehlende Lücken in der AHV aufzufüllen.


    Zitat von Trevor

    Hier in Deutschland sorgen wir mit einem Aktien-Indexfonds für unser Alter vor.

    Aktien-Indexfonds klingt mir sehr nach Bankprodukt wie Sparkasse und Co. Ich hoffe, du meinst damit einen passiven ETF. Falls nicht würde ich das nochmal genauer anschauen :nerd_face:

    Zitat von Trevor

    Der macht wesentlich mehr Rendite als die "mindestens 1%" der Pensionskasse. Wäre das eine Alternative zur 2. Säule, oder muss ich dort einzahlen und bin quasi mit Einzug in die Schweiz gleich erst mal verschuldet?

    Die 1% Mindestverzinsung ist die staatliche Vorgabe für Pensionskassen. Weniger dürfen sie nicht verzinsen. Je nach Anlagejahr gibt es aber auch deutlich mehr. Meine Pensionskasse hatte letztes Jahr 3% im Obligatorium sowie 5% im Überobligatorium. Die Anlage in ETFs kann man über die Säule 3a machen (finpension, VIAC, Frankly) oder man legt selbst an ohne Steuervorteile. Allerdings muss man natürlich auch sehen, dass die Pensionkasse (Säule 2) auch Invalidität sowie Todesfall abdeckt und nicht nur rein auf Aktien setzt. Geht es an den Aktienmärkten mal zwei oder drei Jahre seitwärts oder nach unten, müssen die Pensionskassen trotzdem ihre Verpflichtungen erfüllen. Deshalb ist die Anlagestrategie der Pensionskassen konservativer.

    Du bist nicht mit dem Zuzug sofort verschuldet. Die Säule 2 ist obligatorisch und wird von deinem Lohn abgezogen. Du hast dort keine Wahl, maximal über die Plan an sich (also wie viele Prozente du sparen möchtest). Mehr geht immer, aber gewisse Mindestsätze müssen bezahlt werden. Im Prinzip ist es ähnlich wie in DE. Dort werden die Rentenbeiträge auch direkt vom Bruttolohn abgeführt. In der Schweiz sind es halt zwei Säulen (1. Säule AHV, 2. Säule Pensionskasse).

  • Amadeus
    28
    Amadeus
    Gute Seele des Forums
    Reaktionen
    352
    Beiträge
    845
    Herkunft
    DE
    • 21. März 2022 um 20:37
    • #26
    Zitat von Trevor

    "Diesmal richtig!"

    von all Deinen Zeilen finde ich diese Deine Aussage am stärksten.

    Zitat von Trevor

    aus Jux und Tollerei

    Wenn Du das damals so empfunden hast, lustig, aber einen Ländersprung macht man schon aus tiefer sitzenden Gründen, auch wenn das eigene Gehirn das als Jux und Tollerei durchlebt und abspeichert. Gut so. Wenn Deine Entscheidung Tagesschwankungen unterliegt, dann versuche mal herauszufinden, warum das so ist. Ich bin echt gespannt, Grüße :grinning_face:

    Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen!

  • AnjaB
    21
    AnjaB
    Reaktionen
    297
    Beiträge
    448
    Blog-Artikel
    1
    Wohnort
    Rüfenach AG
    In der Schweiz seit
    Mai 2016
    Herkunft
    Halle/Saale - Deutschland
    • 22. März 2022 um 11:44
    • #27
    Zitat von zwergnase

    Bei unserer Kleinen geht der Kindergarten gerade mal von 8:10 - 11:40 Uhr, da bleibt nicht viel Zeit zum arbeiten.

    Schule geht auch unterschiedlich und um 11:40 Uhr kommen alle 3 für 1,5 Std. nach Hause zum Mittagessen.

    Wir sind da altmodisch, meine Frau bleibt zu Hause bei den Kindern, und ich karr die Kohle ran,

    auf jeden Fall so lange, bis die Kleinste durch die Grundschule durch ist.

    Das ist das, was mir in der Schweiz als erstes aufgefallen ist, dass die Kinder schon genauso einen straffen Arbeitstag haben, wie ihre Eltern!

    Hier nennt man es auch Tagesstruktur oder eben KITA

    Trevor

    Ich versuche es kurz zu machen, ohne lange Rechenbeispiele! Deine/Eure Überlegungen und Ansätze finde ich richtig und gut.

    Was mich etwas irritiert, dass Du ja eigentlich eine grosse Familie in der Schweiz hast.

    Wenn Du Dich dort mal umsiehst oder umhörst, bekommst Du sicherlich genug Informationen aus erster Quelle, um mit Deiner Frau und den Kindern abzuwägen, was für Euch besser ist.

    Aus meiner Sicht, seid Ihr in "Ostdeutschland" klar im Vorteil mit:

    Job - Kinder - Altersvorsorge - Haus - Lebensqualität

    Die Deckungslücke in der Altersvorsorge schaffen auch Schweizer (Frauen und Männer) mitunter nicht zu stopfen.

    Frauen von allem, wenn sie wegen der Kinder oft länger zu Hause bleiben, später den Einstieg in den Job nur schwer finden, weiter Teilzeit arbeiten.

    War letztens im TV - SRF eine Doku zu dem Thema!

    Die habe ich mir nicht angesehen, weil ich mir die Frage schon lange gestellt habe, obwohl es mich nicht wirklich betrifft. So bin ich eben :smiling_face_with_halo: Ich kann es nicht lassen.

    "Warum ist die Schweiz so reich?" hat mich auch nicht wirklich interessiert, weil ich inzwischen eine völlig andere Wahrnehmung der Tatsachen habe.

    Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer mehr, auch dazu gibt im Schweizer Fernsehen genügend Dokumentationen und im wahren Leben natürlich.

    Um es kurz zu fassen, nicht nur "Deutschland schafft sich ab" (Thilo Sarazzin), sondern die ganze Menschheit (Leschs Kosmos).

    In Klammern die Quellenangaben aus denen meine Informationen stammen :winking_face:

  • zwergnase
    1
    zwergnase
    Gast
    • 22. März 2022 um 18:24
    • #28
    Zitat von AnjaB

    Das ist das, was mir in der Schweiz als erstes aufgefallen ist, dass die Kinder schon genauso einen straffen Arbeitstag haben, wie ihre Eltern!

    Hier nennt man es auch Tagesstruktur oder eben KITA

    Anja, das ist eher nur gefühlt so, denn wenn man die Wochengesamtstunden mit der Schule in D vergleicht, so sind diese nahezu identisch,

    eben nur anders aufgeteilt. Meinen Kindern macht das nichts aus, ihnen gefällt die Schule in der Schweiz ziemlich gut.

    Und dafür, dass auch nachmittags Schule ist, fallen die Hausaufgaben dann sehr gering aus.

    Auch der Lehrplan hier ist (was wir bisher mitbekommen haben) mehr aufs Leben und Beruf vorbereitend getrimmt,

    in D ist der in meinen Augen eher veraltet und man lernt neben den grundlegenden Dingen auch soviel Schwachsinn, den man nie wieder benötigt.

    Und die machen echt coole Sachen hier, im Sportuntericht gehen sie zum Bouldern, in die Tennishalle oder mal zum Schlitteln oder Skifahren.

    Am besten gefällt mir aber, dass den Kindern hier so viel Eigenverantwortung und Selbstbestimmung zugetraut wird.

    Es ist alles sehr locker und chillig, solange alle mitmachen und Initiative zeigen. Und es funktioniert...

  • AnjaB
    21
    AnjaB
    Reaktionen
    297
    Beiträge
    448
    Blog-Artikel
    1
    Wohnort
    Rüfenach AG
    In der Schweiz seit
    Mai 2016
    Herkunft
    Halle/Saale - Deutschland
    • 22. März 2022 um 18:56
    • #29

    Das ist ja gut, wenn es Deinen Kindern und Euch so gefällt. Geniesst es einfach.

    Jeder hat andere Vorstellungen/Wahrnehmungen und das ist auch gut so.

    Wenn ich meine Schulzeit in der DDR und die meines Sohnes in der BRD vergleiche, sage ich immer, hätte ich heute Abitur und ich bin nur 10 Jahre zur Schule gegangen:winking_face: Wir hatten auch Polytechnischen Unterricht und wurden so aufs Berufsleben vorbereitet.

    Ich finde allerdings, die Überlegung, dass Jugendliche schon mit 16 wählen dürfen in der Schweiz etwas zu früh.

    Schliesslich hat es 50 Jahre gedauert, dass die Frauen wählen dürfen :smiling_face_with_halo:

    Im Berufsbildnerkurs habe ich gelernt, dass die Entwicklung der Jugendlichen erst im Alter von 25 Jahren abgeschlossen ist. Aber eigentlich lernt man ja nie aus.

  • Trevor
    5
    Trevor
    Reaktionen
    5
    Beiträge
    21
    • 22. März 2022 um 20:44
    • #30

    Kabelsalat : Ah, okay. Also könnte ich mich quasi auch einfach tiefer einkaufen und den Rest anders vorsorgen, sprich einfach die "richtige" Kombination für mich herausfinden. Das wird sich dann vermutlich auch frühestens mit dem Arbeitsvertrag und den damit verbundenen Konditionen finden lassen.

    basileus : Das Eigenkapital dürfte kein Problem sein, da bringen wir 400-600k€ mit, je nachdem was das Haus hier abwirft. Kritisch ist eher das Einkommen, da wir ja möglichst weiter das Leben genießen Teilzeit arbeiten wollen - für eine gleichwertige oder gar neue Immobilie aber (erst mal) den Vollzeitjob brauchen, weil sonst die Hypothek nicht genehmigt wird.

    Wir müssen mal sehen, wie viele Ausgaben wir dann haben. Ich führe seit Jahren akribisch Haushaltsbuch, was unseren Lebensstil überhaupt ermöglicht. Ich gehe davon aus, dass wir auch in der Schweiz für unsere Einkommensverhältnisse unterdurchschnittlich Geld ausgeben werden.

    Und ja, es handelt sich um einen passiven ETF.

    Zitat von Amadeus

    von all Deinen Zeilen finde ich diese Deine Aussage am stärksten.

    Das bezog sich vor allem auf den Hausbau, nicht auf das Leben o.ä. an sich. Und dazu hab ich ja schon geschrieben: "ich glaube, wenn wir ein bezahlbares Grundstück fänden, würden wir es tun". Wir versuchen im April ein paar Grundstücke ranzukriegen, aber da findet man aktuell eher die Nadel im Heuhaufen...

    Das Ding ist halt, dass wir es auch hier super schön haben und das schon fast ein Luxusproblem ist. Daher können wir es aktuell einfach schwer beantworten, was wir bevorzugen würden.

    Zitat von AnjaB

    Was mich etwas irritiert, dass Du ja eigentlich eine grosse Familie in der Schweiz hast.

    Wenn Du Dich dort mal umsiehst oder umhörst, bekommst Du sicherlich genug Informationen aus erster Quelle, um mit Deiner Frau und den Kindern abzuwägen, was für Euch besser ist.

    Unsere spezielle Situation hat eben keiner so durchgemacht, es kennt auch keiner eine ähnliche Situation, und mangels Finanzbildung kennt sich auch keiner wirklich aus, was das alles für Folgen hat (ich komme aus einer eher einfach gestrickten Familie). Es muss halt finanziell wirklich rundum dingfest sein, damit ich ruhigen Gewissens unsere Zelte hier abbrechen kann. Daher auch mein Thread hier bei den Experten :winking_face:

    Zitat von AnjaB

    Aus meiner Sicht, seid Ihr in "Ostdeutschland" klar im Vorteil mit:

    Job - Kinder - Altersvorsorge - Haus - Lebensqualität

    Das ist eben die große Frage. Sind wir hier wirklich klar im Vorteil, oder können wir das (nahezu) gleichwertig auch in der Schweiz haben? Was spricht denn aus deiner Sicht für die einzelnen Punkte in Ostdeutschland?

    Beim Job wäre es ja "nur" für meine Frau eine (massive) Umstellung.

    Die Kinder werden sich auch in der Schweiz pudelwohl fühlen, da bin ich mir sicher. Auch die Schule wird kein Problem. Beide verstehen und sprechen Schweizerdeutsch. Und sie haben halt noch die ganze Familie im Rücken.

    Zum Thema Altersvorsorge habt ihr mich super aufgeschlaut und daher denke ich, dass wir das auch hinkriegen werden, wenn vielleicht auch nicht ganz so entspannt und mit mehr Arbeit als in Deutschland.

    Beim Haus wäre ein Neubau fantastisch und stressig zugleich, eine Bestandsimmobilie ein Kompromiss. Da brauchen wir einfach noch ein Quäntchen Glück, überhaupt was zu finden.

    Bei der Lebensqualität sehe ich die größten Abstriche, aber mit Familie und Landschaft auch zwei schöne Vorteile.

  • Amadeus
    28
    Amadeus
    Gute Seele des Forums
    Reaktionen
    352
    Beiträge
    845
    Herkunft
    DE
    • 22. März 2022 um 21:22
    • #31

    also ist der nächste Schritt ein schönes Grundstück in der Schweiz zu finden :grinning_face: :face_with_monocle:

    Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen!

    Einmal editiert, zuletzt von Amadeus (22. März 2022 um 22:38)

  • AnjaB
    21
    AnjaB
    Reaktionen
    297
    Beiträge
    448
    Blog-Artikel
    1
    Wohnort
    Rüfenach AG
    In der Schweiz seit
    Mai 2016
    Herkunft
    Halle/Saale - Deutschland
    • 22. März 2022 um 22:28
    • #32
    Zitat von Trevor

    Das ist eben die große Frage. Sind wir hier wirklich klar im Vorteil, oder können wir das (nahezu) gleichwertig auch in der Schweiz haben? Was spricht denn aus deiner Sicht für die einzelnen Punkte in Ostdeutschland?

    Du bist so alt wie mein Sohn, 35 Jahre, er lebt in ähnlicher Konstellation, nur mit einem Kind in Deutschland.

    Mein Sohn ist Beamter im gehobenen Dienst, er hat sich schon lange seine Rente ausgerechnet, seine Partnerin hat Betriebswirtschaft studiert, arbeitet bei den Stadtwerken und ist sogar im Betriebsrat. Beide haben einen sicheren Job, mit sehr gutem Einkommen. Wohnen in einem Haus zur Miete, planen noch ein 2. Kind und dann eventuell ein Haus zu kaufen. Mein Enkel geht in die KITA, die Eltern arbeiten beide, trotzdem bleibt noch genug Zeit für Familie!

    Ich bin vor 6 Jahren in die Schweiz gekommen, nicht um Geld zu verdienen, sondern weil ich den Abstand zu meiner Familie brauchte! Ich lebe hier mein Leben 1 : 1 wie in Deutschland und bin sehr zufrieden damit.

    Ich bin noch nie so oft umgezogen und hatte noch nie so viele Arbeitsstellen wie hier in der Schweiz.

    Mein Vermieter ein sympathisches älteres Ehepaar, um die 70, für die das neu gebaute Haus wohl eine Geldanlage ist. Ich wohne zur Miete und zahle diese sehr gerne. Letztens habe ich meinen Abfluss im Bad selber repariert und auch sonst bewege und behandle ich meinen 4 Wände als wenn es meine eigenen wären, das war schon immer so.

    In Deutschland habe ich mit meiner Familie, später alleine in meinem Elternhaus zur Miete gewohnt. Vor 7 Jahren wollte mein Vater mir die Miete erhöhen, weil er nicht mehr eingesehen hat mir meinen Lebensstandard zu finanzieren! Nachdem wir viele Jahre in einem Mehrgenerationenhaus, das eigentlich meiner Oma gehört hat, zusammen gewohnt haben.

    Nur so viel dazu und zur Familie! Die kann manchmal nämlich sehr anstrengend und verletzend sein.

    Die Entscheidung kann Euch niemand abnehmen, die müsst Ihr selber treffen. So unterschiedlich wie die Menschen sind, so auch ihre Wertvorstellungen und Lebensansichten. Das ist auch gut so.

    Und aus diesem Thema bin ich nun raus!

  • Trevor
    5
    Trevor
    Reaktionen
    5
    Beiträge
    21
    • 24. März 2022 um 09:28
    • #33

    Danke für deinen Erfahrungsbericht!

    Zitat von AnjaB

    Ich bin noch nie so oft umgezogen und hatte noch nie so viele Arbeitsstellen wie hier in der Schweiz.

    Gut, das würde bei uns (Umzug) bzw. mir (Stelle) wegfallen. Ich habe einen krisensicheren Job und finde überall etwas. Nur meine Frau müsste sich durchschlagen und wahrscheinlich auch verschiedene Dinge probieren.

    Trotzdem hast du durchaus einige schlagkräftige Argumente. Nun tendiere ich wieder dazu, hier zu bleiben und die fehlende Familie durch Freunde zu füllen. Denn im Prinzip geht es uns ja um die Frage: Werfen wir ~10-15 Jahre unserer eigenen Lebens- bzw. Rentenzeit weg, um näher an der Familie zu sein?

    Und wenn man das so formuliert, muss die Familie wirklich grandios sein - aber was ist, wenn unsere Erwartungshaltung nicht passt, oder wir uns auseinanderleben, oder gar zerstreiten? Dann wäre das ein bisschen sinnlos gewesen...

  • jan82
    32
    jan82
    Reaktionen
    687
    Beiträge
    1.117
    Wohnort
    Baar (CH) und Ozorków (PL)
    In der Schweiz seit
    2007
    Herkunft
    Niedersachsen
    • 24. März 2022 um 10:09
    • #34

    Das mit der Altersvorsorge ist ein echtes Problem - ein späterer Wechsel in die Schweiz "kostet". Und es ist vollkommen egal, ob man dieses "kosten" nun in Geld oder weniger Freizeit (durch höhere Arbeitszeit) rechnet. Auch der "Trick" mit "erstmal Vollzeit" für die Hypothek klappt zumindest nicht immer - ein Mitarbeiter von mir musste Ende letzten Jahres ganz dringend wieder das Pensum erhöhen, weil die Bank keine Freude hatte. Ähnliches kann auch passieren, wenn man (wie ich) indirekt amortisiert und ein Ehepartner mangels sozialversicherungspflichtigem Job keine dritte Säule mehr hat. So eine Hypothek läuft ja oftmals 10 Jahre - einige noch länger: Da kann sich viel ändern.

    Dennoch sind eure Voraussetzungen natürlich nicht die schlechtesten. Und du bringst meiner Einschätzung nach eine recht gesunde und sachliche Einschätzung eurer Lebensumstände mit. Das würde ich hier nicht bei allen so sehen. Alleine die Tatsache, dass Du dich damit aktiv auseinandersetzt und auch die Risiken siehst, bringt mich zu der Annahme, dass das schon klappen würde, wenn ihr euch dafür entscheidet.

    Ich habe viele Jahre Vollgas gegeben/geben müssen. Meine Strategie war immer: Früh etwas aufbauen und dann runterschalten. Diesen Punkt mit dem Runterschalten wirklich zu erwischen ist aber natürlich gar nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Ich arbeite heute zwar weniger als vor 10 Jahren - und zwar deutlich - aber noch immer weit über die 42 Stunden pro Woche. Mein Problem ist, dass mir die Arbeit einerseits Spass macht (mit weniger Ausnahmen) und ich andererseits gewisse Opportunitäten heute anders bewerte als ich das damals angenommen habe. Dazu kommt, dass ich vor 5 Jahren auch nicht gedacht habe, dass meine Frau nochmal wieder in die Ausbildung startet. Egal was du planst und was du heute denkst: Vermutlich kommt es ohnehin nicht ganz so wie erwartet.

    Wenn Du Morgens aufstehst, mit dem Kaffee am Fenster stehst und dann denkst: Was wäre es jetzt schön in der Schweiz, dann packt die Koffer. Wenn du Gründe dafür oder dagegen suchen musst, aber heute im Grunde zufrieden bist, dann würde ich zweimal überlegen, ob ich den Schritt wirklich gehen würde.

  • AnjaB
    21
    AnjaB
    Reaktionen
    297
    Beiträge
    448
    Blog-Artikel
    1
    Wohnort
    Rüfenach AG
    In der Schweiz seit
    Mai 2016
    Herkunft
    Halle/Saale - Deutschland
    • 24. März 2022 um 12:58
    • #35

    Trevor

    Ich freue mich, dass ich Dir und vielleicht manch Anderem weiter helfen konnte.

    Vor allem aber, dass Du meine Botschaften verstanden hast!

    Da hat sich die Zeit am PC für mich also gelohnt, obwohl ich etwas anderes zu tun gehabt hätte :smiling_face_with_halo:

    Bewerbungen schreiben oder einen Spaziergang ins Nachbardorf zu einem Auswandererehepaar, die mittlerweile über 50 Jahre in der Schweiz leben.

    In meinem Dorf wohnt ein Isländer, der früher Bänker war und jetzt nachhaltigen Weinanbau und Kelterei betreibt.

    Finde ich hochinteressant, diese Auswanderer.

    Oder Lebensgeschichten, die mir Menschen ganz von sich aus anvertraut haben, während ich ihnen Blut abgenommen, einen venösen Zugang gelegt habe oder die ich im Kurs vom Arbeitsamt getroffen habe.

    Die spektakulärsten waren ein Wirtschaftskrimineller und ein Drogenhändler, die nie wirklich gefasst wurden. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie ihre Taten bereut haben.

    Wenn ich sie am Ende gefragt habe, ob sie Familie haben, sagten sie NEIN, sie wären kein Vorbild für ihre Kinder gewesen. Dafür steht ihre Familie (Eltern, Geschwister) hinter ihnen und sie haben ein gutes Verhältnis zu ihren Neffen und Nichten.

    Ich weiss nicht, ob einer von denen sich seine Rente schon ausgerechnet hat!

    Mein Vater hat ständig zu mir gesagt "Denk an Deine Rente".

    Er hat auch so vieles Voraus gesehen, aber erst als schon passiert war!

    Ich habe vorausgesehen, dass die Firma, die mein Vater nach der Wende mit einem Partner gegründet hat, den Bach hinunter geht. Das war dann tatsächlich so! Insolvenz angemeldet und jeder hatte eine halbe Million Schulden!

    Vor 2 Jahren habe ich meinem Vater einen Brief geschrieben, dass er bei aller Voraussicht, nicht gesehen hat, dass seine Frau einmal an Parkinson erkrankt! Er ihr jetzt das zurück geben müsste, was sie für ihn und seine Kinder getan hat. Ein Mann ist nämlich nur so stark, wie die Frau an seiner Seite!

    Ich habe meinem Vater vergeben. Weil ich seine Lebensgeschichte kenne und weiss was er erlebt hat in seiner Kindheit! Unsere Eltern, die Eltern unserer Eltern usw. wussten nicht was sie tun! Woher auch.

    Heute wäre ich froh meine Eltern wären bei mir in der Nähe!

    Obwohl mein Bruder und mein Sohn in ihrer Nähe sind, bin ich ihnen näher!

    Bei meinem Sohn, weiss ich dass ich mir keine Sorgen machen muss.

    Zitat von Trevor

    Nun tendiere ich wieder dazu, hier zu bleiben und die fehlende Familie durch Freunde zu füllen.

    "Freunde sind die Familie, die man sich aussuchen kann!" Genauso ist es.

    Ich bin mir sicher, dass Du Dir, Deiner Frau, noch mehr Deinen Kindern damit den grössten Gefallen tun kannst!

    Sie werden es Dir danken, glaube mir!

    Ich habe meine Familie (Eltern, Sohn und Enkel) und meine Grossfamilie (Freunde und eine allerbeste Freundin) in Deutschland zurück gelassen.

    Die Besuche in der alten Heimat waren am Anfang jedes Mal der blanke Stress und ich war froh, wenn ich wieder zuhause war.

    Hier in der Schweiz habe ich inzwischen wieder eine kleine Familie bekommen. Eine wo ich entscheiden kann, wer bei mir wohnen darf und wer nicht! Die Mehrzahl sind Schweizer oder Schweizerinnen, die sich in meiner Gesellschaft sehr wohl fühlen und ich bei ihnen. Mit denen ich mich austauschen kann und immer wieder Parallelen zu meinem Leben und meiner Kindheit in der ehemaligen DDR entdecke.

    Zitat von Trevor

    Werfen wir ~10-15 Jahre unserer eigenen Lebens- bzw. Rentenzeit weg, um näher an der Familie zu sein?

    Und wenn man das so formuliert, muss die Familie wirklich grandios sein - aber was ist, wenn unsere Erwartungshaltung nicht passt, oder wir uns auseinanderleben, oder gar zerstreiten? Dann wäre das ein bisschen sinnlos gewesen...

    Euer Leben in der ehemaligen DDR scheint mir im Moment, bis auf den Verlust eines nahen Familienmitgliedes, ziemlich perfekt. Vor allem, habt ihr ein Haus gebaut und Eure Ehe hat das ausgehalten.

    Bei meinen Eltern und meinem Bruder war ein Haus dafür keine Garantie.

    Mein Mentor, ein Schweizer (Hausarzt, inzwischen pensioniert), hat mir nicht nur die Gesundheitspolitik der Schweiz erklärt, sondern auch den Rest, wie die Schweiz tickt.

    Als ich ihn vor 6 Jahren kennen und schätzen gelernt habe, sagte er:

    " Die Schweiz hat vieles von Deutschland übernommen, leider auch das Schlechte!"

    Schade eigentlich!

    Am Anfang hatte ich noch das Gefühl, einiges läuft so wie in der ehemaligen DDR...

    Im Moment habe ich das Gefühl ich bin in einem MISCH - MASCH von allem etwas.

    DDR - BRD - Neuseeland (wenn man weiss, dass die nur Einwanderer ins Land lassen mit Vermögen und die Gesund sind, habe ich vor vielen Jahren mal gehört).

    Mein ehemaliger Chef (ein erfolgreicher Kardiologe, mit Doppelleben, dem man das Alles nicht angesehen hat und der beste Chef, den ich je hatte) sagte an seinem 50. Geburtstag, er hätte alles erreicht was er erreichen wollte, wenn es jetzt für ihn vorbei wäre, ist es ok. 1 Jahr später war er tot!

    Meine Kollegin und ich, haben zwar nicht die Welt bei ihm verdient, hatten jedoch immer Frei, wenn Ferien waren, eine 4 Tage Arbeitswoche, das war Work - Life - Balance.

    Auch ein Mentor, von dem ich viel gelernt habe, leider hatten wir nur 3 gemeinsame, schöne Jahre.

    Mit seiner Frau habe ich heute noch Kontakt, auch eine Ärztin. Ihr geht es inzwischen gut, nachdem sie alles verarbeitet hat...

    Ja und falls jemand der Auswanderer, der neuen Generation immer noch Zweifel hat, dann stellt Euch (Frau und Kinder einbezogen, natürlich) doch die folgende Frage:

    Was wäre wenn Euer/Mein jetziges Leben in 6/3 Monaten oder 1 Monat plötzlich vorbei wäre???

    Das kann schneller gehen als man denkt!

  • Amadeus
    28
    Amadeus
    Gute Seele des Forums
    Reaktionen
    352
    Beiträge
    845
    Herkunft
    DE
    • 26. März 2022 um 20:43
    • #36

    Ich bin oft von Land zu Land gesprungen weit über Kontinente hinweg, kein Land hat nur Vorteile und kein Land hat nur Nachteile. Es ist ein Mix. Ich bin der Meinung, die Radix (Wurzel) für Euch liegt in einem Grundstück in der Schweiz. Ein Grundstück, bei dem ihr alle mit offenem Mund dasteht und sagt: "Das ist es!!" Der ganze "Rest" ergibt sich dann von selbst. :sun_with_face: :star:

    Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen!

  • Trevor
    5
    Trevor
    Reaktionen
    5
    Beiträge
    21
    • 31. März 2022 um 11:41
    • #37

    Vielen Dank nochmals für das Feedback.

    Wir haben uns nun nach langem hin und her entschieden, dass wir nur umziehen, wenn es "perfekt" ist. Sprich, bei einem Haus, wo wir nichts auszusetzen haben an unseren Grundpfeilern Lage, Größe, Grundriss, Modernität. Und bei einem Grundstück die Lage, Größe und Ausrichtung. Wir wollen keine Abstriche machen und wie AnjaB schon sagt:

    Zitat von AnjaB

    Euer Leben in der ehemaligen DDR scheint mir im Moment, bis auf den Verlust eines nahen Familienmitgliedes, ziemlich perfekt.

    Und da ist schon was dran. Rein materiell gesehen geht es uns sehr gut, für unsere momentane Lebensqualität würden viele sofort tauschen, und es ist lediglich die soziale/familiäre Komponente, die uns fehlt (und es ist bei meiner Familie nicht mal gegeben, dass sich das dann schlagartig ändert, da die Initiative mehr von uns aus geht).

    Außerdem haben wir uns auch dafür entschieden, nicht unser gesamtes Erspartes in eine schweizer Immobilie zu investieren. Ein Notgroschen muss auf jeden Fall bleiben.

    Somit bleibt - realistisch gesehen - nur noch ein Grundstück mit Vitamin B, was nicht so horrend teuer ist.

    Wir schauen uns über Ostern die in Frage kommenden Grundstücke (und evtl. Häuser) an, sprechen mit ein paar Leuten, und wenn wir dann sehen, dass das nichts wird, bleiben wir hier und nutzen Zeit und Geld für unsere eigene kleine Familie und Freunde. Sollten wir aber etwas finden, wird es sehr spannend...

  • Amadeus
    28
    Amadeus
    Gute Seele des Forums
    Reaktionen
    352
    Beiträge
    845
    Herkunft
    DE
    • 1. April 2022 um 22:46
    • #38
    Zitat von Trevor

    wenn es "perfekt" ist.

    :butterfly: :1st_place_medal: :film_projector:

    Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen!

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen
  1. Datenschutzerklärung
  2. Nutzungsbedingungen
  3. Impressum
  4. * Affiliate Links
  5. Kontakt
  6. Webseite erstellt durch Webagentur Maik
Community-Software: WoltLab Suite™