Home Office 25% Regel nach Corona für Grenzgänger!

  • Hallo Zusammen,


    ich bin momentan viel am klären weil ich andersrum pendeln will d.h wohnen in der Schweiz und arbeiten in Deutschland!


    Zum Thema Home Office wurde ich heute auch aufgeklärt und dies betrifft auch die anderen Grenzgänger mit wohnen in Deutschland und arbeiten in der Schweiz!


    In meinem Fall habe ich die Möglichkeit v. deutschen Arbeitgeber drei Tage Home Office aus der Schweiz und zwei Tage nach Deutschland zu pendeln.


    Folgendes wurde mir für meine Konstellation heute mitgeteilt:


    "Grundsätzlich bleibt man durch denn deutschen Arbeitgeber sozialversichert (inkl. Krankenversicherung). Dies ändert sich jedoch, wenn zu einem wesentlichen Teil der Arbeitszeit (mind. 25%) im Homeoffice gearbeitet wird!


    Wichtige Info wenn man mehr als 25% im Home Office arbeiten möchte!


    Wer für denselben Arbeitgeber in zwei (od. auch mehreren) Mitgliedstaaten – EU/EFTA – unselbstständig tätig ist, wird die/der MitarbeiterIn grundsätzlich am Sitz des Arbeitgebers für sämtliche Einkommen den Sozialversicherungen unterstellt.


    ACHTUNG: Wer jedoch mehr als 25% (Zeit oder Geld) auch im Wohnsitzstaat (auch Homeoffice…) tätig ist, wechselt die Unterstellung für sämtliche Einkommen in den Wohnsitzstaat. (Dabei ist es unerheblich, wo sich der Sitz des Arbeitgebers befindet und ob es sich um eine Schweizer oder Deutsche Firma handelt). Es handelt sich hierbei de facto um eine Tätigkeit in zwei Mitgliedstaaten und ist daher den Rechtsvorschriften des jeweiligen Wohnmitgliedstaats zu unterstellen. (Dies gilt natürlich nur, wenn diese 25% Regel erfüllt ist)

    (gemäss Auszug Verordnung (EG) Nr. 883/2004 Art. 11 – 13 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29.04.2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit).


    Somit müssten man durch denn Arbeitgeber im zukünftigen Wohnstaat Schweiz den Sozialversicherungen unterstellt werden (Dies gilt auch für die Krankenversicherung). D.h. bei einem 100%-Pensum ist nur 1 Tag im Homeoffice arbeiten möglich, ohne dass die Sozialversicherungsunterstellung in den Wohnstaat wechseln müsste.


    Wenn der Arbeitgeber in der Schweiz eine Niederlassung hat, könnten man die Sozialversicherungsabrechnung über diese Niederlassung laufen lassen. Wenn nicht käme die ANOBAG (Arbeitnehmende ohne beitragspflichtigen Arbeitgeber zum Zug, bei der man die Beiträge an die nationale Rentenversicherung und Invaliditätsversicherung sowie Arbeitslosenversicherung selber übernehmen und der Arbeitgeber überweist die Beiträge mit dem Gehalt"



    Mich würde interessieren wer solche Konstellation mit Home Office hat egal welche Grenzgänger Richtung d.h bezahlt ihr dann die Sozialversicherungsbeiträge selber in dem jeweiligen Land über diese 25% Home Office Regel jeden Monat an die Sozialversicherung Träger aus? oder übernimmt dies trotzdem der jeweiligen Arbeitgeber für den Arbeitnehmer?


    Ich kann mir nämlich momentan nicht vorstellen, dass jetzt jeder nach Corona wieder brav die Kilometer bei den Benzinpreise pendelt und jeder nur genau 1 Tag Home Office macht d.h muss man diese anderen Tage Home Office irgendwo dann vermerken/angeben/melden?


    Home Office bedeutet für mich flexibel zu sein d.h wenn z.b Kind krank ist oder sonstiges dazwischen kommt die Arbeit flexibel aus dem Home Office zu erledigen entweder zwei Tage hintereinander und dafür die nächste Woche wieder mehr zu pendel etc.. und nicht stur 25% Regel einzuhalten d.h immer nur ein Tag in der Woche ohne Flexibilität etc...


    Bin jetzt gespannt auf eure Antworten :grinning_squinting_face:


    Danke und LG



    Mari43

  • Zitat

    Bin jetzt gespannt auf eure Antworten

    Die Rechtslage ist halt eindeutig. Mal gucken ob die Ausnahmeregelung noch verlängert wird - vermutlich nicht.

    Ich habe meine zuständige Bundestagsabgeordnete diesbezüglich angeschrieben, sie ist sich der Problematik bewusst...


    Wie ich's dann mache (als Grenzgänger DE->CH) wenn die Ausnahmeregelung ausläuft, weiss ich noch nicht. Mein Arbeitgeber hat jedenfalls schon mal drauf hingewiesen, dass dann die Regelungen wieder strikt einzuhalten sind. Andererseits kann er es kaum überprüfen.

  • Die Rechtslage ist halt eindeutig. Mal gucken ob die Ausnahmeregelung noch verlängert wird - vermutlich nicht.

    Ich habe meine zuständige Bundestagsabgeordnete diesbezüglich angeschrieben, sie ist sich der Problematik bewusst...


    Wie ich's dann mache (als Grenzgänger DE->CH) wenn die Ausnahmeregelung ausläuft, weiss ich noch nicht. Mein Arbeitgeber hat jedenfalls schon mal drauf hingewiesen, dass dann die Regelungen wieder strikt einzuhalten sind. Andererseits kann er es kaum überprüfen.

    Die Ausnahmeregel gilt noch bis 30. Juni oder? - also aktuell ist Home-Office für Grenzgänger noch bedenkenlos möglich?


    Für mich selbst plane ich dann halt einen Tag alle zwei Wochen, oder halt bei Bedarf wenn ein Termin ansteht, Home-Office zu machen. Ich bin auch auf die Auswirkungen auf den Grenzverkehr gespannt...

  • Hallo,


    mein ganzes Team ist 4 Tage im HO und nur einen Tag im Büro. Für mich stellt sich da auch einiges um. Am Samstag werde ich mir ein fußläufig erreichbares Büro auf der anderen Seite des Rheins anschauen mit welchem ich dann flexibel meinen Arbeitsort wählen kann. Das kostet aber eben auch 275€ + NK im Monat. Ist jedoch warm von der Steuer in DE absetzbar.

    Ich frage mich nur ob das Ganze nötig ist, aus diversen Nachrichtenartikeln lese ich ja eine Unzufriedenheit des Gesetzgebers mit der Regelung heraus. Gibt es Erfahrungsberichte über Überprüfungen, Nachzahlungen und/oder Strafen bei Nichteinhaltung?


    LG Manuel

  • Gibt es Erfahrungsberichte über Überprüfungen, Nachzahlungen und/oder Strafen bei Nichteinhaltung?

    Dann trift wohl folgendes zu:
    https://www.zoll.de/DE/Fachthe…-nichtbeachtung_node.html


    Tatsächlich ist hier die Kontrolle schwierig; Ich weiss auch nicht, wie die Ämter in Deutschland vernetzt sind, sprich wenn du beispielsweise bei der Steuererklärung dann als Grenzgänger zu viele Home Office Tage angibst und anhand des Lohnausweises klar ist, dass nur in der Schweiz Sozialabgaben gezahlt wurden; ob dann beispielsweise der Zoll oder andere Behörden informiert werden. Und ob der Zoll dann bei einem Verdachtsfall zu Hause klingelt und schaust, ob du in Jogginghose vor deinem Arbeitsrechner sitzt :winking_face:

    Die andere Frage ist, welche Auskunftspflicht der schweizerische Arbeitgeber gegenüber deutschen Behörden hätte. Der Nachweis bzw. Nicht-Nachweis ist eben schwierig.
    Ich kann das Pendeln ins Büro eigentlich nur dadurch "beweisen", dass ich mein OeV-Jahresabo (früher war's sogar ein reines JobTicket, bis es abgeschafft wurde) für die entsprechenden Tarifzonen habe.


    Zeiterfassung erfolgt bei mir rein online ohne Angabe vom Arbeitsort. Aber ich weiss auch, dass es (grosse) Unternehmen gibt, wo nach wie vor gebadged werden muss, so dass theoretisch erfasst wäre, wer wann physisch vor Ort war.

  • Hallo Manuel, hört sich sehr interessant an d.h sollten mehr Arbeitgeber machen und am besten an jedem Zoll neue Büro bauen lassen die jeder individuelle bei Bedarf buchen kann damit die Politik merkt wie albern das ganze ist mit der alten 25% Home Office Regel und hoffentlich dies endlich abschaffen tut weil kann ja nicht sein sich ständig sich über Umweltverschmutzung und Sprit sich zu unterhalten aber lassen dann Pendler etliche km weit pendeln wegen den SV-Beiträge. Hier sollte endlich eine Regelung getroffen werden im Zeitalter der Digitalisierung!

  • Ich arbeite in einem großen Unternehmen und bei mir ist die Zeiterfassung im Home-Office auch rein online und im Büro wird gebadged! d.h an meinem Büro Tag steht gestempelt im Gebäude x und im Home Office steht gestempelt per Web aber kein Land oder Ort d.h da müsste jemand v. Zoll wie du angibst schon bei denjenigen klingeln in Deutschland oder Schweiz um zu schauen ob man in Deutschland oder in der Schweiz vor dem Rechner sitzt. Ich kann mir mir nur vorstellen wenn man in Deutschland ein Wohnsitz hat und für eine Schweizer Unternehmen arbeiten tut die Prüfung über die Lohnabrechnung mit Adresse geht d.h es werden dann alle Mitarbeiter mit ausländischen Wohnsitz überprüft ob sie z.b nur einmal in der Woche online die Zeit erfassen und den Rest vor Ort Stempeln und ob das Unternehmen bei ausländischen Adresse v. Mitarbeiter dieses A1 Formular ausfüllt und es monatlich mit an die SV Firmen sendet. Aber ansonsten keine Ahnung wie die SV Abzüge in Zukunft überprüft werden sollen weil da können ja die SV Arbeitgeber gleich mal 1000 Leute mehr einstellen um alles zu überprüfen! Aber bin gespannt was hier noch für Antworten kommen finde das Thema spannend 😂. Vielleicht äußert sich hier auch ein Mitarbeiter der bei einer SV Firma arbeitet wie in Zukunft die 25% Home Office Regel geprüft wird 😉.

  • Ich habe meiner örtlichen Bundestagsabgeordneten, welche auch im "Dreiland" recht gut vernetzt ist, dieses Thema auf den Weg gegeben. Aber ich habe natürlich keine Ahnung, ob sie da was ändern kann, da dies ja mindestens ein bilaterales Thema ist (oder sogar EU-Regulierung?).

    Einen aktuellen Sachstand habe ich nicht, aber ich gehe schon davon aus, dass das Thema in entsprechenden Kreisen besprochen wird und man sich bewusst ist, dass diese starre Regelung in den aktuellen, durch Corona umgewälzten Zeiten, für die Arbeitnehmenden nicht mehr so ideal ist.