Beiträge von basileus

    In der Schweiz war er zuletzt nach dem B-Tarif eingestuft. Da ich nun die Arbeit aufnehme (in D), rückt er angeblich automatisch in den C-Tarif und bezahlt mehr an Quellensteuer. Da stimmt doch etwas nicht. Kann es wirklich sein, dass er den C-Tarif abbekommt, obwohl ich nix mit der Schweiz zu tun habe? Wer hat da ähnliche Erfahrungen? Somit bezahlt mein Mann ja Steuern für meine Tätigkeit, obwohl ich in D auch Lohnsteuer bezahle.

    Aus meiner Sicht ist die ganze Konstellation fragwürdig, und ich denke ihr habt grosses Glück, dass das deutsche Finanzamt dort so mitspielt.

    Entscheidend für die Besteuerung ist normalerweise der Lebensmittelpunkt, der sich bei deinem Mann weiterhin in DE befindet (schliesslich wohnt dort seine Familie). D.h. der internationale Wochenaufenthalt ist zweitrangig. Ergo müsste dein Mann sein Gehalt in DE versteuern und nicht in der Schweiz. Die Schweiz würde nur 4.5 ermässigte Quellensteuer einbehalten.


    Die Schweizer Finanzverwaltung hat aber vermutlich nichts dagegen, mehr Steuern zu bekommen. Vermutlich wurde dein Mann deshalb in den Tarif B eingestuft.


    Im Prinzip beantwortest du dir deine Frage aber schon selber: du hast nichts mit der Schweiz zu tun. Genau das ist aber die Krux. Dein Mann bezahlt die Steuern in der Schweiz (deutlich niedriger als in DE), OBWOHL sein Lebensmittelpunkt in DE liegt.

    Ihr habt also bisher massiv davon profitiert, dass das deutsche Finanzamt die Sache mit dem Lebensmittelpunkt bewusst oder unbewusst ignoriert hat.

    Wenn du nun eine Tätigkeit aufnimmst, dann seid ihr Doppelverdiener. D.h. es steht euch mehr Geld zur Verfügung, welches dann versteuert werden muss.

    Und ja, du bezahlst dafür schon Lohnsteuer in DE. Dafür ist die Einstufung deines Mannes in der Schweiz aber auch generell verkehrt. Das ist also die Sache, die eigentlich nicht stimmt.


    Im Endeffekt würdet ihr trotzdem deutlich weniger Steuern bezahlen, als in DE.


    Wie bei allem gilt: keiner von uns hier ist Steuerberater. Wir geben nur unsere Meinung nach bestem Wissen und Gewissen wider.

    Hoi Sandra


    deine Konstellation ist relativ einfach: der Lebensmittelpunkt deines Mannes befindet sich weiterhin in DE (aufgrund deiner Kinder und dir), d.h. er muss sein Gehalt in DE versteuern. Dort dann halt entweder III+V oder IV+IV.


    In der Schweiz werden nur die 4.5% Quellensteuer abgezogen, welche bei der deutschen Steuer verrechnet werden können.


    Angeblich gibt es auch Personen, welche über die 60-Tage Regel in der Schweiz versteuern, aber das ist ein Thema welches ihr mit dem Steuerberater klären müsst. Hier kommt es sehr auf das Finanzamt in DE an, und die nehmen im Normalfall den Lebensmittelpunkt als Anhaltspunkt für die Steuerpflicht.

    Bei den Steuerberatern einfach darauf achten, dass diese den Zusatztitel "Fachberater für internationale Steuern" haben. Einfach im Forum danach suchen. Habe das schon mehrfach erwähnt in anderen Beiträgen.



    VG basileus

    Ich denke deine Frage hat mehrere Aspekte. Wenn du bisher einfach CHF 1'000.- pro Monat auf ein Konto eingezahlt hast, kannst du das natürlich auch auf ein 3a-Konto einzahlen. Nachteil: bei beiden gibt es keine Zinsen, d.h. dein Geld verliert über die Jahre an Wert (inflationsbereinigt).


    Den Vorteil der Steuerersparnis erkaufst du dir damit, dass du nicht sofort auf das Geld im 3a-Konto zugreifen kannst. Du hast beide Möglichkeiten schon genannt, wie man vorzeitig an das Geld kommen kann. Pauschal fällt mir aktuell keine weitere Möglichkeit ein. An das Geld auf dem Sparkonto kommst du halt sofort.


    Die wichtigste Frage für dich wäre: wie lange ist dein Anlagehorizont? Wenn wir über 10+ Jahre sprechen, dann wäre eine Anlage der 3a in Aktien vermutlich die bessere Lösung. Benötigst du das Geld vorher (bzw. planst vorher schon wieder die Schweiz zu verlassen), dann ist sicherlich ein 3a Konto die bessere Wahl. Am Ende ist es also eine Abwägung von Risiko vs. Rendite.


    Bzgl. Fisca kann ich dir nichts sagen. Ist vermutlich ähnlich gut (oder schlecht) wie die anderen 3a-Konten. Ich würde halt schauen, dass es nicht noch zusätzlich irgendwas kostet (neben deinen normalen UBS-Gebühren)

    "OPEN-END TRACKER CERTIFICATE

    2019:CREDIT SUISSE AG NASSAU

    BRANCH:CS EU EQUITY ENHANCED

    CALL WRITING INDEX EUR, 7% P.A."

    Das ist aber ganz schön tief im Alchemisten-Werkzeugkoffer gewühlt. 11 Seiten Produktbeschreibung, 0.9% adjustment fee p.a., bis 0.63% distribution fee p.a.


    Vermutlich verstehst du mehr davon als ich, aber von solchen Sachen lasse ich persönlich lieber die Finger (unabhängig vom Thema Steuer oder nicht).


    PS: die Call Writing Strategie fliegt der CS dann um die Ohren, wenn die Volatilität steigt. UBS hat das schon mehrfach leidvoll erfahren müssen

    Diese sogar mit 33%, allerdings als Verrechnungssteuer so dass später der individuelle Satz gilt.

    Kleine Korrektur: die Verrechnungssteuer beträgt 35% :face_with_monocle::nerd_face:



    Steuerfreu sind explizit Zahlungen aus Optionen. Daher gibt es für dafür "spannende" Produkte der Banken. Aber ob die wirklich taugen sei dahingestellt.

    Was verstehst du unter Optionen? Strukturierte Produkte der Banken taugen zu 99% nichts.

    Wenn es um Optionen im Aktiensinn geht: dort sollte man aufpassen. Die Absicherung des Depots ist erlaubt, aber man muss (je nach Kanton) aufpassen wenn man öfter mit Optionen handelt. Im dümmsten Fall wird man als professioneller Wertschriftenhändler eingestuft und darf dann den Zuwachs im Depot auch versteuern.

    Ich halte Baar auf Grund der Steuern für den teuersten Ort

    Ist das Zitat korrekt? Im Steuerrechner für den Kanton Zug ist Baar bei mir der günstigste Ort im Kanton, was das Thema Steuern angeht.


    Mal etwas anderes als nur das Thema Steuern und Lebenshaltungskosten: wie sieht es denn mit dem Nebel aus in Zug / Baar?

    Habe von mehreren Bekannten schon unschöne Geschichten gehört, dass sich der Nebel teilweise hartnäckig hält. Ist das korrekt?

    In Luzern gibt es zwar auch ab und an Nebel, aber grundsätzlich ist es wettertechnisch sehr schön hier.



    VG basileus

    Hoi Arek


    den dritten Punkt kannst du nur selber berechnen. Nehmen wir ein Beispiel:

    • du verdienst CHF 9'500.- pro Monat = CHF 114'000.- pro Jahr
    • du bezahlst 16.30% Quellensteuer = CHF 1'548.50 (siehe Quellensteuertabelle Kanton Bern hier)
    • Ich habe den Wert von CHF 114k im Quellensteuerrechner von Comparis eingegeben und komme dort auf CHF 1'459. Stimmt also fast genau.
    • Als Vergleich habe ich einen Nettolohn von CHF 102'600.- eingegeben im Steuerrechner von Comparis. Das sind 90% Nettolohn vom Brutto (geschätzt - da musst du natürlich deinen Nettolohn vom Lohnausweis eintragen). Damit komme ich auf CHF 18'731.- pro Jahr
    • Du bezahlst also CHF 18'582.- (Quellensteuer) vs CHF 18'731.- (reguläre Steuer)
    • In deinem Fall müsstest du die CHF 18'582.- abziehen von dem Betrag, welchen dir TaxMe als Steuerschuld berechnet hat. Hier sollte dann kein grosser Unterschied herauskommen.
    • Falls du mehrere Tausende höher liegst bei TaxMe, ist irgendwo ein Fehler.
    • Je nach Vermögen kann die Vermögenssteuer schon eine Rolle spielen

    Am besten rechne es selber durch mit deinen Werten. Quellensteuerrechner (hier) und normaler Steuerrechner (hier)



    VG basileus

    Hoi Rene


    alles halb so wild. Zu deinen Fragen:


    1) Verliere ich tatsächlich den gesamten Bonus? (Wurde mir auch von der Firma so nahegelegt, ich soll den Bonus auf die Seite legen für die ordentliche Veranlagung)

    Nein, du verlierst nicht den gesamten Bonus. Die Empfehlung der Firma kommt daher, dass ein Schweizer (oder jemand mit C-Bewilligung) es so machen würde. Ein Schweizer bezahlt aber keine Quellensteuer.



    3) Oder reicht die Abgeführte Quellensteuer aus, um bei der Veranlagung fein raus zu sein (+|- 500CHF)

    Vermutlich wirst du noch etwas zurückbekommen, da der QS-Abzug bei CHF 35k deutlich höher ist als wenn man die 10k (13. Gehalt) und 15k (Bonus) auf das Jahr verteilen würde. Allerdings hängt es auch davon ab, in welcher Gemeinde du wohnst. Wenn die Gemeinde einen höheren Steuerfuss hat, kann es sein, dass du ein bisschen nachzahlen musst.


    Ich weiss nicht, welchen Lohnrechner du verwendet hast, aber du kannst es leicht selber ausrechnen. Die QS-Tabelle für den Kanton Bern findest du hier
    S. 30: QS für CHF 10'000.- beträgt 16.83%, also CHF 1'683.-
    S. 33: QS für CHF 20'000.- beträgt 24.99%, also CHF 4'998.-
    S. 34: QS für CHF 35'000.- beträgt 30.19%, also CHF 10'566.60


    Du bekommst also auch bei 35k Monatsgehalt noch Geld überwiesen. Bei der nachträglichen ordentlichen Veranlagung werden dann die CHF 18'513.- (11x 1'683.-) + 10'566.50 (35k Gehalt) = CHF 29'079.50 verrechnet.
    Als ganz ganz grobe Überschlagsrechnung kannst du erneut in die QS-Tabelle schauen: CHF 145k Jahresgehalt entsprechen CHF 12'083.33 Monatsgehalt, d.h. die QS wäre dann 18.95% = CHF 27'477.50
    Du hättest also CHF 1.5k gut. Das ist ganz grob überschlagen, und kommt (wie oben schon gesagt) auch noch deine Wohngemeinde an.



    VG basileus

    Hoi Arek


    nur ein paar Ideen:

    • hast du den Bruttolohn anstelle vom Nettolohn (siehe Lohnausweis) angegeben in TaxMe?
    • hast du die maximalen Pauschalabzüge für Berufsauslagen verwendet (sollte in der Wegleitung stehen)?
    • du hast die schon bezahlte Quellensteuer gegengerechnet als Guthaben?


    Du kannst auch noch über Comparis den Quellensteurerrechner vergleichen mit dem normalen Steuerrechner.



    VG basileus

    Das klingt fast so, als müssten wir @basileus umbenennen

    Habe schon darüber nachgedacht, aber Lucileus klingt irgendwie blöd ;)
    Und wenn ich nochmal umziehe, dann Zugileus oder so :D
    Ich denke ich lasse den Namen erstmal so. Das Bild könnte ich aber in der Tat mal ändern.

    Wisst ihr ob ich dann bereits meine Aufenthaltsbewilligung beantragen kann (Kanton Luzern)?

    Aus eigener Erfahrung: das funktioniert beim Einwohneramt Luzern nicht. Wenn man innerhalb der Schweiz in den Kanton Luzern umzieht, muss man die Abmeldebestätigung des vorherigen Kantons vorzeigen.
    Ich vermute, dass es das Einwohneramt beim Zuzug aus dem Ausland ähnlich handhabt. Mehr Details siehe hier

    Hoi Bünzli


    Willkommen im Forum. Ich hoffe du hast deinen Namen vorher mal recherchiert, denn "Bünzli" ist im Schwyyzerdüütschen eher die Bezeichnung für Spiessbürger (siehe hier)


    Ein paar Gedenkanstösse zu deinen Zeilen:

    • wenn du weiterhin in Deutschland arbeiten solltest, bist du umgekehrter Grenzgänger. Welche Bewilligung du dann genau bekommst, kann ich dir leider nicht beantworten. Dazu gab es aber schon mehrfach Fragen hier im Forum. Allerdings bezweifle ich, dass du eine "Aufenthaltsbewilligung ohne Erwerbstätigkeit" bekommen würdest. Entweder Bewilligung B (mit Erwerbstätigkeit) oder Bewilligung G.
    • Such dir zu diesem Thema am besten einen fähigen Steuerberater (DE) oder Treuhänder (CH)
    • Steuern würdest du in der Schweiz weniger bezahlen als in Deutschland (gerade wenn dein deutsches Einkommen als Lediger hoch ist sparst du deutlich an Steuern in CH). Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz deutlich höher, d.h. du wirst mehr ausgeben für Miete, Essen, Freizeit etc. Da wäre dann vermutlich ein Schweizer Job besser.
    • Zum Satz "Land und Leute und deren Gesinnung gefallen mir sehr gut":

      • Wo warst du denn bisher? Wie lange warst du dort?
      • Die Schweiz ist zwar relativ klein, aber es gibt sehr unterschiedliche Gesinnungen hier. Redest du von der französisch-sprachigen Schweiz, vom Tessin, Graubünden oder der deutschsprachigen Schweiz? Auch wenn viele Deutsche den deutschsprachigen Teil mit der gesamten Schweiz gleichsetzen, ist das nicht die ganze Wahrheit. Die Schweiz ist deutlich vielfältiger als der Bereich, welcher sich auf "Deutsch" unterhält.
      • Es gibt diverse Kantone, in die ich nicht freiwillig zügeln würde. Einfach weil mir die "Gesinnung" der dort lebenden Bevölkerung nicht gefällt. Aber das ist meine persönliche (!) Meinung


    Bitte meine Zeilen nicht falsch verstehen: du bist herzlich willkommen in der Schweiz. Ein paar Dinge solltest du aber nochmal genauer anschauen. :)



    VG basileus