Wenn der Umzug vor der Tür steht, ist der Start in der neuen Heimat nicht mehr weit. Die Vorfreude und die Aufregung steigen ins Unermessliche, aber vorher steht noch einiges an Arbeit an. Wer den Umzug gut vorbereitet und plant, wird es, wie so oft, einfacher haben.

Vor dem Umzug

Vergesst nicht frühzeitig alle eure deutschen Verträge zu kündigen und die Kündigungsfristen einzuhalten. Zwar sind einige Firmen bei einer bevorstehenden Auswanderung kulant, dazu ist aber niemand verpflichtet und dies muss vorher unbedingt abgeklärt werden. Bei mir war es zum Beispiel möglich die Bahncard nach dem Umzug mit der Abmeldebestätigung aus Deutschland an die Bahn zurück zu schicken und sie haben mir das Guthaben für die Restlaufzeit zurück überwiesen, dies war aber reine Kulanz.

Beim Auszug werden auch viel Müll, überflüssige Möbel und andere Gegenstände anfallen, organisiert euch dazu am besten bei der Stadtreinigung eine Speermüllabholung oder bei sehr grossen Mengen einen Container. Der Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post funktioniert auch in die Schweiz. Wahlweise für 6 Monate oder ein ganzes Jahr.

Führt am besten beim Packen der Umzugskartons eine Umzugsliste, wo ihr auflistet, was ihr beim Umzug transportiert. Diese wird später beim Zoll für die Einfuhr des Umzugsgutes zusammen mit dem Formular 18.44 benötigt. Ihr müsst dabei nicht ins Detail gehen. Grobe Einteilung wie Werkzeug, DVDs, Schuhe, Bücher usw. reichen völlig. Je sorgfältiger die Liste geführt wird, desto weniger Probleme gibt es dann auch bei der Einfuhr und wenn alles plausibel ist, wird selten kontrolliert. Das Gesamtgewicht und der Gesamtwert dürfen dabei geschätzt werden. Eine Teileinfuhr bzw. ein Umzug in Raten ist auch möglich, muss aber unbedingt mit angegeben werden. Alles was ihr länger als 6 Monate im Gebrauch habt könnt Ihr bedenkenlos einführen. Lediglich bei geschützten Tieren und bei exotischen Pflanzen gibt es besondere Bestimmungen. Normale Haustiere und Zierpflanzen können bedenkenlos eingeführt werden. Wer sich unsicher ist, kann sich beim Bundesamt für Landwirtschaft bzw. beim Bundesamt für Veterinärwesen informieren.

Den Umzugswagen möglichst frühzeitig reservieren und bei der Platzplanung genau überlegen. Schliesslich muss in den meisten Fällen alles in einer Tour reinpassen. Beachtet bitte bei der Planung, dass es in der Schweiz ein Nacht- und Sonntagsfahrverbot für LKW gibt und ein 7.5 Tonner bereits als LKW gilt. Das Fahrverbot gilt für Werktage von 22 Uhr bis 05 Uhr, für den kompletten Sonntag und an Feiertagen. Für Fahrzeuge über 3.5 Tonnen gilt auf Autobahnen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Ebenfalls ist es wichtig darauf zu achten, dass der Umzugswagen nicht überladen wird, es wird gern mal an der Grenze der Wagen gewogen und bei Überladung ist die Weiterfahrt ohne Umladung nicht möglich. Deshalb bei der Auswahl des Umzugswagens auf die Zuladung achten.

Bequemer und einfacher funktioniert der Umzug mit einem Umzugsunternehmen. Wir helfen dir beim Finden des passenden Anbieters: Umzugsunternehmen finden.

Der Tag des Umzugs von Deutschland in die Schweiz

Auch wenn die deutschen Behörden eine Abmeldung des deutschen Wohnsitzes beim Einwohnermeldeamt verlangen, ist diese nicht zwingend notwendig. Die Abmeldung wird weder bei der Grenze noch bei der Anmeldung in der Schweiz benötigt. Wer den deutschen Wohnsitz nicht mehr benötigt sollte sich aber dennoch in Deutschland abmelden. Folgende Nachteile ergeben sich, wenn der deutsche Wohnsitz nicht abgemeldet wird:

  • Wenn ein neuer Pass beantragt wird, kann man dies nicht im Konsulat in der Schweiz tun, sondern musst zur Einwohnergemeinde zurück wo man gemeldet ist.
  • Mit einem Wohnsitz in Deutschland kann man gegebenenfalls Kirchensteuerpflichtig sein
  • Gerichtliche und behördliche Dokumente können an die Deutsche Adresse gesendet werden und die Zustellung kann als bewirkt gezählt werden. Dadurch können Fristen versäumt werden.

Die deutsche Bürokratie verlangt zwar, dass die Abmeldung am Tag des Auszuges geschieht. Wenn man dies ein paar Tage vorher macht und den Tag der Abmeldung als Auszug angibt, ist es aber auch nicht schlimm. Sonst kann es einfach am Umzugstag, je nach Entfernung, zu stressig werden.

Beim Umzug in die Schweiz. Zoll und Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.

Bevor Ihr zur Grenze fahrt, empfiehlt es sich an der letzten Tankstelle vor der Grenze bereits die Vignette zu kaufen. Wenn Ihr mit einem Sprinter oder LKW bis 3.5 Tonnen umzieht, müsst Ihr auch für diesen eine Vignette erwerben. Die Vignette muss gut sichtbar an der Frontscheibe angebracht werden. Für alle Fahrzeuge über 3.5 Tonnen wird eine Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe an der Grenze fällig. Diese berechnet sich aus dem Gewicht, den gefahrenen Kilometern und der Emissionsstufe. Die Tarife belaufen sich zwischen 2-3 Rappen pro Tonne und Kilometer. Als Beispiel für ein Gewicht von 7.5 Tonnen, Emissionsstufe 5 werden für 200 Kilometer 34.20 CHF fällig. Genaueres erfährt man am besten direkt beim Zoll.

Die Einreise muss unbedingt zu den Öffnungszeiten der Zollstelle stattfinden. Unbedingt sich vorher beim Zoll darüber informieren und genügend Zeit einplanen. Bei grösseren Strecken empfiehlt es sich vor der Grenze eine Übernachtung einzulegen und so frisch am darauf folgenden Tag die letzten Kilometer zum Zoll zu fahren. Sobald man beim Zoll angekommen ist, benutzt man die Fahrspur „Import von Handelswaren“, dann meldet man sich zuerst beim deutschen und danach beim schweizer Zoll. Für die Einwanderung benötigt man das Formular 18.44 für das Umzugsgut, Mietvertrag, Arbeitsvertrag, Abmeldebestätigung, Ausweis bzw. Reisepass und Fahrzeugpapiere, wenn ein Fahrzeug eingeführt wird. Das eigene Fahrzeug kann, sofern dies einem mindestens 6 Monate gehört beziehungsweise nutzt, ebenfalls ohne Verzollung eingeführt werden. Dieses muss aber unbedingt bei der Einreise mit eingeführt werden, denn das abgestempelte Formular wird später für die Anmeldung des Fahrzeuges gebraucht. Die Anmeldung muss spätestens 12 Monate nach Einführung erfolgen und bei Neufahrzeugen innerhalb von einem Monat.

Nach dem Umzug

Bei der Gemeinde müsst Ihr euch innerhalb von 8 bis 14 Tagen anmelden. Für die Anmeldung benötigt Ihr euren Pass, Mietvertrag, Arbeitsvertrag, Ausländerausweis, Krankenversicherungskarte und in einigen Fällen ein Passfoto von jedem Familienmitglied, welches sich anmeldet. Die Anmeldung ist gebührenpflichtig und kostet je nach Gemeinde zwischen 20.- und 40.- CHF.

Umzug in die Schweiz: Schweizer Steckdose - Im Bild: dreifacher AnschlussDie Schweiz verwendet andere Steckdosen und Stecker. Dieses Problem lässt sich aber recht einfach lösen. Eine Möglichkeit ist es, dass ihr euch im nächsten Elektronikmarkt kauft und darüber eure Geräte anschliesst. Wenn man es sich zutraut, ist es aber am besten alle elektronischen Geräte nach und nach mit einem Schweizer Stecker auszurüsten. Diese Stecker sind für etwa einen Franken das Stück im Baumarkt zu bekommen. Wenn man dabei zuerst mit den Mehrfachsteckdosen anfängt, hat man für den Übergang sehr preiswert eigene Adapter gebaut.

 

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