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München und die Schweiz - Warum jedes Jahr Tausende Menschen den Schritt über die Grenze wagen

Veröffentlicht: 07. Juli 2026

Es gibt Auswanderungsziele, die jeder kennt. Kanada. Australien. Neuseeland. Die Vereinigten Staaten. Wer an Auswanderung denkt, verbindet sie häufig mit einem Neuanfang auf einem anderen Kontinent, tausenden Kilometern Entfernung und dem Abschied von Familie, Freunden und der gewohnten Umgebung.

Dabei findet eine der grössten und zugleich am meisten unterschätzten Auswanderungsbewegungen Deutschlands direkt vor unserer Haustür statt.

Zwischen München und der Schweiz

Jedes Jahr verlassen tausende Menschen die bayerische Landeshauptstadt und das gesamte Münchner Umland, um ihren Lebensmittelpunkt in die Schweiz zu verlegen. Gleichzeitig ziehen Schweizerinnen und Schweizer nach München, gründen Unternehmen, übernehmen Führungspositionen in internationalen Konzernen oder beginnen ein Studium an einer der renommierten Hochschulen der Stadt. Zwischen beiden Regionen besteht seit Jahrzehnten ein aussergewöhnlich intensiver Austausch von Menschen, Ideen, Wissen und wirtschaftlicher Stärke.

Und dennoch sprechen nur wenige darüber.

Während internationale Medien regelmässig über deutsche Auswanderer in Kanada oder Australien berichten, entwickelt sich zwischen München und der Schweiz seit Jahren eine stille Erfolgsgeschichte. Eine Geschichte über Karrierechancen, wirtschaftliche Entwicklung, Lebensqualität und die vielleicht engste grenzüberschreitende Verbindung zweier deutschsprachiger Regionen Europas.

Eine Wanderungsbewegung, die grösser ist als viele vermuten

Wie viele Menschen aus München tatsächlich in die Schweiz ausgewandert sind, lässt sich überraschenderweise nicht exakt beantworten. Weder Deutschland noch die Schweiz veröffentlichen Statistiken, aus denen hervorgeht, wie viele Auswanderer ausschliesslich aus dem Grossraum München stammen. Dennoch lassen verschiedene amtliche Wanderungsstatistiken einen erstaunlich genauen Blick auf die Entwicklung zu.

Die wirtschaftliche Stabilität der Verbindung

Bereits vor vielen Jahren zeigte sich in den Auswertungen der Stadt München, dass die Schweiz zu den wichtigsten Auswanderungszielen der Münchner gehört. Rund jeder siebte deutsche Münchner, dessen Auslandsziel statistisch erfasst wurde, entschied sich für die Eidgenossenschaft. Seither ist die Zahl deutscher Staatsangehöriger in der Schweiz kontinuierlich gestiegen und liegt heute bei deutlich über 320.000 Menschen.

Schätzungen gehen davon aus, dass heute zwischen 35.000 und 65.000 Menschen aus dem Grossraum München dauerhaft in der Schweiz leben könnten. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die absolute Zahl, sondern vor allem ihre Beständigkeit. Diese Bewegung verläuft nahezu ununterbrochen und wird von wirtschaftlichen Entwicklungen auf beiden Seiten der Grenze getragen.

Warum ausgerechnet München?

Die Antwort liegt weniger in den Unterschieden als vielmehr in den Gemeinsamkeiten. München und die Schweiz sind sich wirtschaftlich erstaunlich ähnlich. Beide Regionen verfügen über hochentwickelte Industrie- und Dienstleistungssektoren, investieren überdurchschnittlich in Forschung und Innovation und gehören weltweit zu den führenden Standorten in Bereichen wie Maschinenbau, Medizintechnik, Softwareentwicklung, Automobilindustrie, Finanzdienstleistungen, Luft- und Raumfahrt oder Pharmazie.

Dadurch entsteht ein aussergewöhnlicher Arbeitsmarkt. Viele Arbeitnehmer müssen ihren Beruf gar nicht verändern, wenn sie in die Schweiz wechseln. Genau diese berufliche Kontinuität macht den Wechsel so attraktiv.

Die Schweiz sucht genau jene Menschen, die München ausbildet

Wer genauer hinsieht, erkennt schnell, warum zwischen beiden Regionen seit Jahren ein regelrechter Wettbewerb um Fachkräfte entstanden ist. München bildet jedes Jahr tausende hochqualifizierte Menschen aus. Hinzu kommt, dass beide Regionen ähnliche Werte vertreten. Hohe Qualitätsstandards, Innovationskraft und ein starker Mittelstand prägen sowohl die Münchner Wirtschaft als auch zahlreiche Schweizer Kantone.

Eine Auswanderung ohne den klassischen Abschied

Wer nach Australien auswandert, verabschiedet sich häufig für viele Monate oder sogar Jahre von Familie und Freunden. Zwischen München und Zürich liegen dagegen nur wenige Stunden.

Man beginnt ein neues Leben, ohne die Verbindung zur Heimat vollständig aufzugeben. Für viele Menschen ist die Schweiz deshalb keine klassische Auswanderung, sondern vielmehr eine geografisch überschaubare Veränderung mit weitreichenden beruflichen Möglichkeiten.

Der Weg funktioniert längst in beide Richtungen

Interessanterweise verläuft diese Entwicklung keineswegs nur von Deutschland in die Schweiz. Auch München übt auf viele Schweizerinnen und Schweizer eine enorme Anziehungskraft aus. Es handelt sich also keineswegs um eine Einbahnstrasse.

Hinter jeder Statistik steht ein persönlicher Lebensweg

Jede einzelne Zahl steht für einen Menschen, der sein gewohntes Umfeld verlässt. Aus tausenden ganz persönlichen Entscheidungen entsteht Jahr für Jahr eine Wanderungsbewegung, die beide Regionen nachhaltig miteinander verbindet.

Irgendwann wird aus einer Entscheidung ein konkreter Umzug

So intensiv sich viele Menschen mit Arbeitsverträgen, Aufenthaltsbewilligungen oder der Wohnungssuche beschäftigen, wird ein entscheidender Punkt häufig unterschätzt: Der eigentliche Umzug markiert den Moment, in dem aus einer Idee Realität wird. Ein internationaler Umzug zwischen München und der Schweiz unterscheidet sich deutlich von einem gewöhnlichen Wohnungswechsel innerhalb Deutschlands.

Obwohl beide Länder eng miteinander verbunden sind, überschreitet der Hausrat eine Aussengrenze der Europäischen Union. Dadurch gelten besondere Zollvorschriften, Einfuhrbestimmungen und Dokumentationspflichten, die rechtzeitig vorbereitet werden müssen. Gerade weil zwischen München und der Schweiz jedes Jahr tausende Menschen umziehen, haben sich grenzüberschreitende Transporte längst zu einem festen Bestandteil dieser aussergewöhnlichen Verbindung entwickelt.


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