Beiträge von Shanau

    Ja es ist super kompliziert! Ich beschäftige mich jetzt seit einem Jahr damit, ich plane Anfang 2020 in die Schweiz zu ziehen und dort Homeoffice zu machen (deutscher Arbeitgeber). Überall lauern Fallstricke und ich lerne immer noch ständig was Neues.
    Schlimm wirds dann, wenn der örtliche Finanzbeamte oder Steuerberater auch keine Ahnung hat.
    Daher würde ich bevor irgendwelche Schritte eingeleitet werden, auf jeden Fall eine (kostenlose) verbindliche schriftliche Auskunft des FA einholen, wie die diese Situation dann gedenken zu behandeln. Sie sind dann daran gebunden (du aber auch, also die beschriebene Situation muß schon 1:1 umgesetzt werden).
    Und nicht vergessen die Schweizer Seite sollte auch vorab befragt werden.


    Ich weiß zum Beispiel immer noch nicht, wenn nun eine Befreiung von der Steuer in D zutrifft, wann genau diese Befreiung dann umgesetzt wird: ab dem Befreiungsantrag https://www.formulare-bfinv.de…text=CAEC2601F2EB1628054D
    oder ab der Steuererklärung? das heißt man zahlt erstmal monatlich doppelt Steuern? Und wie wirkt es sich aus wenn ich unterjährig in die Schweiz ziehe? Ich hab noch 8 Monate um das Alles zu klären. Und vielleicht findet mein Mann ja bis dahin auch einen Job in CH und kann mit umziehen. Sieht allerdings schlecht aus momentan, sogar die Arbeitsvermittler melden sich nicht :(

    Vorsicht mit Homeoffice!
    Je nach Anzahl der "Berlintage" wird es mit Steuer und SV Probleme geben. Bei mehr als 25% Arbeitszeit in D werden die SV Beiträge in D (Ansässigkeitsstaat) gezahlt. Hier gibt es nur all or nothing, also keine halbe-halbe Lösungen. Über die Sozialversicherungspflicht entscheidet die DVKA nach Einsendung eines entsprechenden Formulars (bitte dort auf der Webseite schauen).


    Bei der Steuer kommts drauf an wo die Arbeit physisch verrichtet wird. Du bist in D Ansässig, auch wenn du in CH gemeldet bist, ändert sich daran nichts. Entsprechend bist du auf jeden Fall unbeschränkt steuerpflichtig in D. Ob D dich von der Steuer freistellt, kommt auf die Anzahl der Arbeitstage in CH an (mehr als 183 Tage in CH = D stellt dich für diese ausländischen Einkünfte frei). Für die inländischen Einkünfte (aus den Homeofficetagen in D) jedoch nicht.
    Ob und wie dich dann CH für die Einkünfte aus D freistellt, weiß ich nicht.
    Hierzu bitte einmal Artikel 15 des DBA Schweiz lesen.


    Des weiteren gibt es ein Schreiben des BMF, das diesen und andere Fälle haarklein auseinandernimmt und die jeweilige finanzrechtliche Beurteilung dazu: https://www.bundesfinanzminist…_blob=publicationFile&v=2
    Es lohnt sich, das genau zu lesen. Vieles kann man überspringen, da für die eigene Situation nicht relevant.


    Und schließlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass für grenzüberschreitendes Arbeiten in jedem Fall eine A1-Bescheinigung benötigt wird, die der Arbeitgeber JEDES MAL bei der Krankenkasse beantragen muß, mindestens 4 Tage im Voraus, und die mitgeführt werden muß, ansonsten drohen Bußgelder von bis zu 10k Euro.


    Wenn du ohnehin in D Steuern zahlst, da du nicht über die 183 Tage Anwesenheit in CH kommst (bzw für den inländischen Teil der Einkünfte), kannst du aber die Zweitwohnung steuerlich geltend machen als doppelte Haushaltsführung. Dies geht bis zu 1000 Euro (plus Einrichtung etc).
    Ob sich das lohnt, kannst du hier ausrechnen: http://biallo.sueddeutsche.de/…oppelhaushaltrechneri.php

    Über einen ganz normalen Arbeitsvertrag. Da die Arbeit aber dann in D verrichtet wird, zahlst du natürlich Steuern und SV Beiträge in D.
    Oder soll es freiberuflich werden?
    Und wie ist jetzt der Status in D? Arbeitssuchend dann? Das Einkommen müßte dann natürlich angegeben werden. Es sind einfach ein bißchen zu wenig Infos.

    Ich bin gesetzlich versichert und zahle alle Leistungen privat (ohne Einreichen der Rechnungen bei der Krankenkasse).


    Eigentlich sollte es so sein, dass die Ärzte mich als GKV Patient behandeln und nur die Leistung abrechnen, die sie auch mit der Kasse abrechnen würden. So sagte mir das meine Krankenkasse.
    Das ist aber nicht der Fall, die rechnen nach "Privattarif" ab, jedenfalls sehr oft.
    Der Privattarif ist jetzt auch nicht so teuer, dass er mich an den Rand des Existenzminimums bringen würde, aber ich meide auch Ärzte wo immer ich kann.


    Im Zweifelsfall läßt du dir vorher die Preise nennen. Beim Zahnarzt bekommt man ja gewöhnlich einen Kostenvoranschlag. Ich denke als Selbstzahler ist das noch einfacher.
    Ich frag eigentlich immer, was es kosten wird, es ist vergleichbar mit dem Tierarzt.

    Aus aktuellem Anlass würde ich gern in die Diskussion einwerfen, dass es wohl seit neustem recht streng gehandhabt wird mit den A1 Bescheinigungen.
    Soll heißen: jeder Arbeitseinsatz im Ausland muß mehrere Tage vorher per Bescheinigung genehmigt werden. Das gilt auch für Homeoffice.
    Bei uns in der Firma an der Grenze Schweiz/DE (sowie Niederlassung in CH) ist es so, dass die Inspektoren sogar bei einer Zwischenlandung eine A1 Bescheinigung brauchen, wenn sie ihren Arbeitslaptop anschmeißen...
    Die Bescheinigung soll nachweisen dass und wo SV Beiträge gezahlt werden. Ansonsten riskiert man, vom Zoll aus dem Land "eskortiert" zu werden.


    Grenzüberschreitende Arbeitseinsätze sind dadurch mit enormem Aufwand verbunden.


    Zudem kann es sein dass durch den Erstwohnsitz in D und Bezug einer "Familienwohnung" eine Besteuerung in D erfolgen kann (Verbindliche schriftliche Auskunft beim dann zuständigen Finanzamt einholen! Nur die bietet Rechtsicherheit)
    In dem Fall würde bei mehr als 2 Homeofficetagen in D auch eine SV Pflicht im Ansässigkeitsstaat Deutschland angenommen (mehr als 25%). Entscheidung trifft die dvka per Formular (man kann auch vorab Auskünfte einholen).


    Aber schon durch den Aufwand mit den A1 bescheinigungen wird grenzüberschreitendes Homeoffice mMn total unattraktiv. Wird man ohne "erwischt" muß man mit zigtausenden Euro Bußgeld rechnen...

    geht nicht auch Untervermietung? Bei meinen Wohnungsrecherchen in CH habe ich zumindest recht oft den Hinweis "zur Zwischenmiete" für ein paar Monate gefunden.
    Bringt natürlich nur was, wenn sich ein Untermieter findet. Aber besser etwas weniger Miete verlangen als diese dann komplett selbst zu zahlen?

    Jetzt mal ne blöde Frage, die Arbeitsbewilligung brauchen doch nur nicht EU-Bürger?


    Zitat: "Bis zu drei Monate dürfen EU-/EFTA-Staatsangehörige ohne Bewilligung in der Schweiz einer Arbeit nachgehen, es besteht nur eine Meldepflicht. Dauert die Erwerbstätigkeit unerwartet länger, muss man sich bei der Wohngemeinde anmelden und eine Aufenthaltsbewilligung beantragen."
    und "Für Bürgerinnen und Bürger aus so genannten Drittstaaten ist der Zugang viel restriktiver. Arbeitskräfte, die nicht aus EU- oder EFTA-Staaten stammen, müssen ein garantiertes Stellenangebot und eine Arbeitsbewilligung haben, bevor sie in die Schweiz kommen."



    Quelle: https://www.swissinfo.ch/ger/arbeitsbewilligungen/29082954

    genau, ein Tag ist sowohl die Steuer als auch die SV Pflicht betreffend ungefährlich.


    Mein Konstrukt funktioniert aufgrund der genannten Regelungen leider nicht.


    Ich wollte (Firmensitz Konstanz, Wohnort Wiesbaden) gerne in der Schweiz wohnen, dann 2 Tage Präsenzzeit in Konstanz und 3 Tage Homeoffice in der Schweiz machen. Die 2 Tage in Konstanz im Büro wären nötig gewesen damit ich die Schweizer Wohnung als doppelte Haushaltsführung von der (deutschen) Steuer absetzen kann. Leider sind 2 Tage mehr als 25% und somit wäre die SV-Pflicht in der Schweiz, die ich unbedingt möchte, nicht möglich gewesen.


    Neuer Plan ist jetzt, einfach komplett Homeoffice in der Schweiz zu machen. Die Steuer und SV Beiträge gehen dann komplett nach CH. Damit fällt leider das Absetzen der Miete flach, damit fehlen monatlich dann ein paar hundert Euro. Es wär dann erstmal für ein Jahr und entweder kann mein Mann dann nachkommen (dazu müßte er einen Job in CH finden) oder ich kehr dann eben wieder zurück nach D.
    Lieber wär mir dann aber in CH zu bleiben.

    Hallo Jana, am liebsten in den Norden, da meine Firma ihren Sitz in Konstanz hat. Ich war zwar noch nie da, aber es könnte sein, dass ich vielleicht irgendwann Anwesenheitspflicht habe. Das wäre also St. Gallen oder Thurgau. Wichtiger wäre allerdings dass mein Mann einen Job findet und dann würden wir auch dort in die Nähe ziehen, egal wie weit weg.
    Bisher kamen nur 100% Absagen und die Vermittlungsagentur hüllt sich in Schweigen :(

    Was die Sozialversicherung betrifft, so musst du bei einer Tätigkeit von mehr als 25% im Wohnstaat Deutschland (weil Wohnsitz und Familie dort, ist es der Ansässigkeitsstaat oder Wohnstaat) die SV Beiträge dort bezahlen.
    Homeoffice gilt in dem Fall als Arbeit im Wohnstaat, auch wenn es eine Schweizer Firma ist. Sofern der Vertrag auf die deutsche Niederlassung geändert wird, ohnehin.
    Das halte ich für ungünstig, da ja sicherlich die Pensionskasse entfällt?


    Steuerlich wird da gezahlt, wo die Arbeit (physische Anwesenheit) verrichtet wird. Bei mehreren Arbeitsorten in D und CH durch Präsenzzeiten kommt es auf die Anzahl der Tage (mehr oder weniger als 183 Anwesenheit) und auf den Firmensitz an. Bei mehr als 183 Tagen Anwesenheit in D und deutschen Firmensitz sowie deutschem Wohnsitz ist es ganz klar, die Steuern werden in D bezahlt.
    Bei Firmensitz in CH aber ebenfalls, wenn die 183 Tage in D erreicht werden.
    Dazu bitte einmal Artikel 15 Abs. 2 des DBA Schweiz lesen, es ist ein bißchen blöd formuliert, die drei Voraussetzungen, die dort genannt sind, müssen kumuliert zutreffen.


    Bei mir war es so, dass das Finanzamt da nicht so sehr der Meinung war, ich würde in CH besteuert, wenn ich in CH arbeite (Homeoffice). Die kannten wohl das DBA nicht so wirklich.


    Um Klarheit zu schaffen, bevor irgendwelche Schritte getan werden, würde ich auf jeden Fall empfehlen, beim Finanzamt eine verbindliche schriftliche Auskunft einzuholen (einfache Auskünfte unter 2 h Bearbeitungszeit sollten auch kostenlos sein). Dann hat man da zumindest Rechtssicherheit und vermeidet böse Überraschungen.
    Die SV Pflicht entscheidet verbindlich die DVKA, da gibts ein Formular, die geben aber auch bereitwillig vorab Auskünfte: mehrfachbeschaeftigung@dvka.de

    Das Problem ist eher dass das Haus in dem Zustand jetzt weder vermietbar noch verkaufbar ist. Wir stecken mitten in einer Entkernung, wobei zuerst aus Geldmangel das Ganze nicht voranging und jetzt wo ich auch arbeite, ist zwar Geld da, aber ich hab keine Zeit mehr was zu machen :D
    Daher wird es wahrscheinlich drauf hinauslaufen dass wir FALLS wir in nächster Zeit auswandern, eher Handwerker beauftragen anstatt es selbst zu machen und das Haus dann im Laufe von 1-2 Jahren fertig bekommen. In der Zeit wäre es aber wie gesagt nicht vermietbar, wir haben hier nichtmal Fußböden drin.
    Ich frag mich ob man da noch einen Mietwert ansetzen kann, denn es ist im Grunde im Rohbauzustand, ohne Heizung etc.

    Ich denke wir werden es so machen, (falls es mit dem Auswandern klappt), dass wir das Haus einfach leer stehen lassen bis klar ist, ob wir dauerhaft umsiedeln. Da der Kauf erst ein paar Jahre her ist und ohne Eigenkapital ablief, ist das Haus auch noch ziemlich hoch belastet.
    Mal eine Frage zum Wert: welcher Wert zählt, der Kaufpreis oder muß man einen Gutachter anheuern oder die letzte Wertermittlung der finanzierenden Bank oder haben die Finanzbehören ihre eigene Wertermittlung nach Baujahr/Zustand/Größe?


    Es wird ja bei Leerstand keine fiktive Miete angerechnet möchte ich doch hoffen?
    Das Vermieten scheint sich ja mal so gar nicht zu lohnen, wenn man bei 42% Steuersatz landet?

    Die Mentalität der Ärzte ist auch eine ganz andere in D... wir haben einen Tarif mit Selbstbehalt und Leistungsfreiheitsprämie in D. Daher bezahlen wir alles erstmal bar auf Rechnung. Man sieht direkt was eine Untersuchung kostet, es ist nicht so viel anders als wenn man zum Tierarzt geht, auch von den Kosten her nicht (Röntgenbilder und Allgemeinuntersuchung mit Beratung, kostet fast dasselbe). Es fällt sofort auf, dass die Honorare ziemlich niedrig sind, jedenfalls für so Standardsachen. Und was weiterhin sofort auffällt, ist dass die Ärzte das auszugleichen suchen, indem sie auf Teufel komm raus Posten abrechnen, die bereits woanders mit drin wären oder gar nicht gefragt waren. Das fällt spätstens dann unangenehm auf, wenn die Abrechnung über die Leistungsfreiheit kommt und dann auf einmal Dinge abgerechnet wurden, so daß ein einfaches Röntgenbild um 10 Euro einen die ganze Prämie kostet (600 Euro), was verdammt ärgerlich ist.
    Man muß wirklich 2-3mal ausdrücklich drauf hinweisen, dass DIESE eine Sache gemacht wird und sonst NICHTS. Und zwar bei jedem Besuch, da es sofort wieder vergessen wird. Anschließend muss man sich eine Bestätigung geben lassen, dass außer den Rechnungsposten wirklich nichts abgerechnet wird. Anders geht es nicht.
    Ärgerlich sind besonders die ungefragten Dinge wie "ich mach Ihnen mal schnell noch Zahnstein weg" (kostet unter 10 Euro, oder 600 Euro, wenn dadurch die Leistungsfreiheit futsch ist). Oft wird das auch gar nicht angekündigt und einfach gemacht.
    Oder auch man zahlt eine professionelle Zahnreinigung, aber die Zahnsteinentfernung wird noch mal extra (doppelt!) bei der KV abgerechnet, obwohl sie explizit in der PZR drin ist.
    Oder: es werden künstliche Probleme erfunden, um die Abrechnungssätze in die Höhe zu treiben. Wir hatten schon das ganze Potpourri von Zahnengstand (bei riesigen Lücken) zur "hypermobilen Zunge" oder es wurden mehr Zähne einzeln berechnet als da waren. Mit einer Zusatzversicherung treibt das Ganze noch seltsamere Blüten. Zb wurde eine Reinigung mit "Apa Pearls", im Grunde einfach nur ein Reinigungspulver, mit 300 Euro berechnet. Die Zusatzversicherung hat das anstandslos gezahlt, ich finde das unverschämte Abzocke.


    Das Ganze kriegt der normale Patient nicht mit. Die KV kann es schlecht überprüfen. Aber wenn man als Patient selbst kontrolliert, fällt das sofort auf. Es ist in meinen Augen schlicht Betrug.


    In CH käme der Zahnarzt auf so eine Idee gar nicht, weil der Patient eh am Ende die Rechnung bekommt und selbst zahlt. Sogar mit den höheren Kosten (eine Füllung in CH hat mich 300 Euro gekostet), in D hätte ich für dieselbe Arbeit eine Vollnarkose, einen stationären Krankenhausaufenthalt und eine Wurzelbehandlung gebraucht: am Ende habe ich kräftig gespart und nebenbei noch meine Angststörung kuriert, aber nur bei diesem einen Zahnarzt. Wie soll ich denn einem Arzt mein Leben anvertrauen wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass er aus Abrechnungsgründen völlig unnötige Behandlungen durchführt, die schmerzhaft sind, teuer sind, mehr kaputt machen als nötig und teure Folgeschäden (Revision, Wurzelspitzenresektion etc) nach sich ziehen, weil man das in D mit der KV abrechnen kann?
    Der CH Zahnarzt sagte mir auch, seine Füllungen halten 30 Jahre, er führt eine Statistik (ist schon im Rentenalter). In D müssen die Füllungen nur 2 Jahre halten (die gewährleistungsfrist), weil sie dann wieder auf Kasse neu gemacht werden können.
    Der Zahnarzt in CH hat auch ohne Betäubung gebohrt (ohne Schmerz!!) und es war ein sehr tiefes Loch. Sowas gibts in D nicht. Mutwillige Beschädigung/ absichtliche Schlamperei und Schaffen zukünftiger "Betätigungsstellen" mit Drohungen schlimmster Schmerzen bei Nichterledigung und anschließendes Aufzwingen der teuersten Lösung habe ich bei deutschen ZÄ aber schon mehrmals gesehen...
    Wenn das mit allen Ärzten in CH so ist, dann kann ich auf die Behandlungen in D sehr gut verzichten!

    Ich hab mittlerweile auch den Eindruck dass die jobsuche in CH gar nicht so einfach ist/wird.
    Wir suchen für meinen Mann, ich selbst werde meinen (deutschen) Job auf jeden Fall behalten. Er ist Chemikant. Sollte eigentlich kein Problem sein, aber bisher kamen bei 5 Bewerbungen 1 Absage und 4 mal Schweigen (wie lange dauert eigentlich normalerweise eine Resonanz?). In seinen Bewerbungen schreibt er auch dass ein Umzug kein Problem ist, auch kurzfristig.
    Ich habe auch überlegt vorzugehen und schonmal eine Wohnung in CH zu mieten, die er dann als Bewerbungsadresse nehmen kann.
    Aber das hilft ja nix, wenn in seinem Lebenslauf steht dass er weiterhin ungekündigt beschäftigt in D ist und damit ganz klar auch da wohnt, egal was in seinem Lebenslauf als Adresse steht.
    Das wird doch die Chancen überhaupt nicht verbessern?
    Dass er einfach so kündigt und in die SChweiz zieht, kommt gar nicht in Frage. Am Ende steht er ohne Arbeit da. Wir haben ja noch ein Haus zu bezahlen und mein Gehalt reicht dafür nicht.


    Sind die Chancen besser wenn man Personalvermittler miteinbezieht?
    Ich habe leider GAR keine guten Erfahrungen als Bewerber gemacht, ich hab in meinem ganzen Leben noch keine erfolgreiche Bewerbung geschrieben oder ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch gehabt. Meinen jetzigen Job habe ich ohne Bewerbung und Vorstellungsgespräch bekommen. Ansonsten hätt ich jetzt immer noch nix. Daher sehe ich da grundsätzlich schwarz.


    Momentan klappt es jedenfalls so absolut gar nicht :(

    Zwei Wohnsitze in D und CH sind möglich.
    Grundsätzlich ist man nur in einem Land Sozialversicherungspflichtig, wo, entscheidet nach Einsenden des entsprechenden Formulars zur Klärung die Dvka (auf der Webseite gibts auch noch einige Infos).
    Elterngeldanspruch hat man auch, wenn man arbeitslos wird vor der Geburt bzw. wenn der befristete Vertrag endet. Man kann dann entweder erst Elterngeld und anschließend Arbeitslosengeld beziehen oder aber beides gleichzeitg (mit Anrechnung). Das gilt aber nur wenn Wohnsitz in D. Im Ausland kann man auch Elterngeld beziehen, aber alle Ausnahmen die ich gefunden habe beziehen sich auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
    Zum letzten Punkt kann ich nichts sagen, denke aber dass es ist wie in D, dh das Kind bekommt automatisch die Staatsbürgerschaft der Mutter.
    Ich denke allerdings auch dass du kein Kindergeld bekommen wirst, da es eine Steuerleistung darstellt. Hattest du das mitberücksichtigt?
    Das Kind braucht auch seine eigene Krankenversicherung in CH.

    Danke schonmal! Dass ich einen Homeofficearbeitsplatz habe, steht so im Arbeitsvertrag. Brauche ich da noch eine zusätzliche Bestätigung?
    Die Steuern muß ich klar in Deutschland zahlen, da ich hier ein Haus habe und mein Mann hier wohnen bleibt (erstmal).
    Dh. es gäbe wahrscheinlich keine Chance den Lebensmittelpunkt in der Schweiz sehen zu wollen.
    Ich gehe also fest davon aus, hier in D weiterhin das Finanzamt beglücken zu dürfen.
    Eben damit es nicht so reinhaut, dachte ich daran meinen Arbeitgeber zu fragen, ob ich nicht 2 Tage die Woche ins Büro kommen dürfte. In dem Fall hätte ich nämlich eine "erste Arbeitsstätte", die es beim reinen Homeoffice nicht gibt.


    Diese erste Arbeitsstätte wäre die Voraussetzung dafür die Wohnung in der Schweiz von der Steuer absetzen zu können.
    Das macht immerhin gute 500 Euro im Monat aus, wie ich mir per Onlinerechner habe ausrechnen lassen, also darauf möchte man nicht verzichten.


    Dummerweise führen aber 2 Tage Präsenz im deutschen Büro dazu, dass ich in D auch SV-pflichtig bleibe, da es mehr als 25% sind und leider ja mein Lebensmittelpunkt nicht die Schweiz sein kann, solang mein Mann hier wohnt. Selbst wenn ich auf keinen Fall 183 Tage nach D zurückkehre, ich denke die 2 Kriterien (Eigenheim in D, Mann in D) reichen aus.


    Sobald ich aber in CH gemeldet bin, muß ich doch auch dort krankenversichert sein?


    Ich habe die DVKA angeschrieben, und gefragt und die sagten mir es sei grundsätzlich nur ein Land für alle SV Beiträge zuständig und das wäre nach meiner Beschreibung Deutschland.
    Dh ich muß obwohl ich dann in der Schweiz gemeldet bin, dort eben doch keine KV abschließen?


    Es wäre alles einfacher wenn mein Arbeitgeber meinen Vertrag auf unsere Schweizer Niederlassung umstellen würde. Aber das werden die schön bleiben lassen, ist ja deutlich teurer :(


    Edit hier noch aus der Mail von der DVKA zur Ermittlung des Lebensmittelpunkts:


    "
    Auch
    für den Fall, dass eine Person mehrere Wohnsitze hat, gibt es im Sinne
    der VO (EG) 883/04 nur einen Lebensmittelpunkt. Der Lebensmittelpunkt
    bestimmt sich anhand der folgenden Kriterien, die sich aus Artikel 11 VO
    (EG) 987/09 ergeben:
     familiäre Verhältnisse (Familienstand und familiäre Bindungen)
     Dauer und Kontinuität des Aufenthalts im betreffenden Mitgliedstaat
     Beschäftigungssituation (Art und spezifische Merkmale einer ausgeübten Tätigkeit, insbesondere der Ort, an dem eine solche Tätigkeit in der Regel ausgeübt wird, Dauerhaftigkeit der Tätigkeit und Dauer des Arbeitsvertrages)
     Ausübung einer nicht bezahlten Tätigkeit
     im Falle von Studierenden ihre Einkommensquelle
     Wohnsituation, insbesondere deren dauerhafter Charakter
     Mitgliedstaat, der als der steuerliche Wohnsitz der Person gilt
     Gründe für den Wohnortwechsel"