Beiträge von Shanau

    Soweit ich eruieren konnte, ist man doch bei Wohnsitz in D ohnehin komplett= unbeschränkt steuerpflichtig in D?
    Das sogar dann wenn man dort gar nicht gemeldet ist.
    So erklärte es mir der Finanzamtmann. Ich hab ein ähnliches Konstrukt, aber umgekehrt, dh. Job in D, möchte aber in die Schweiz ziehen, und dort im Homeoffice arbeiten.


    Was die SV betrifft, lese ich auch immer wieder anderes. Einerseits hab ich das mit den 25% gelesen. Im Gesetz steht davon nichts, sondern nur "Arbeitsort ist da, wo die Arbeit tatsächlich ausgeübt wird", ohne aber Anteilsprozente zu nennen, falls man noch 1-2 Tage die Woche in die Firma fährt.
    Anderswo stand was von "überwiegend", wobei bei einem 3 Tage Homeoffice, 2 Tage Firma das Homeoffice überwiegt, aber die 2 Tage Firma trotzdem mehr als 25% sind, was gilt denn da?
    Die Krankenkasse wiederum behauptet, der Arbeitsort sei völlig egal, es zählt wo der Firmensitz ist und wo man wohnt. Das wiederum kann nicht stimmen, siehe SGB IV §9 zum Arbeitsort.


    Also irgendwie herrscht da Uneinigkeit.


    Den Link fand ich am hilfreichsten, wobei er bestätigt, was ich gerne hätte: https://www.haufe.de/personal/…k_PI42323_HI10225293.html unter Praxisbeispiel wäre grenzüberschreitendes Homeoffice mit Firma im anderen Land beschrieben.
    Wobei ich immer noch ein Problem mit der Definition von "Wohnsitzland" habe,sofern man 2 Wohnsitze hat. Demnach wäre dann wohl das Wohnsitzland dasjenige, wo man den Lebensmittelpunkt hat.

    Hallo zusammen, ich plane ja seit einiger Zeit eine Zweitwohnung in der Schweiz, ohne dort zu arbeiten.
    Nach Auskunft des Migrationsamts St.Gallen wäre für mich eine B-Bewilligung ohne Erwerbstätigkeit korrekt.


    Nach meiner Info muß ich aber ja bei Wohnsitz in der Schweiz Quellensteuer zahlen. Aber das wird dann ja nicht vom Lohn eingezogen da ich ja schon voll in Deutschland versteuert werde oder doch?
    Oder muß ich es selbst überweisen und wann genau erfolgt dann der Antrag auf Befreiung von der Quellensteuer, um die Doppelbesteuerung zu verhindern?

    Wie teuer wäre denn die Behandlung der chronischen Krankheit inkl Medikamente? Wenns bezahlbar ist, würde ich mich wahrscheinlich einfach ohne Krankenversicherung weiterhin in D behandeln lassen.
    Ist es extrem teuer, müßte es wahrscheinlich eine Private KV sein, wobei man dann nicht mehr so einfach in die Gesetzliche zurückwechseln kann.
    Das müßtest du einfach mal ausrechnen was günstiger ist: private KV Beiträge oder gar keine Krankenversicherung und selbst zahlen.

    Es wäre wahrscheinlich so, dass Dein Mann dann in Deutschland besteuert würde. Für den "Lebensmittelpunkt" im Ausland gibts einige Kriterien, die am besten der Steuerberater erklärt.
    Wenn er in D besteuert wird, könnte er aber natürlich die doppelte Haushaltsführung beim Finanzamt geltend machen. Je nachdem wie hoch sein Einkommen ist, macht das mehr oder weniger aus.
    Ihr könnt das hier mal durchrechnen: http://biallo.sueddeutsche.de/…oppelhaushaltrechneri.php


    Unterm Strich müßte dein Freund wahrscheinlich erstmal höhere Steuern zahlen, aber wenns nur für eine Übergangsphase ist, ist es vielleicht zu ertragen. Ihr braucht da einfach mal genaue Zahlen.

    Eigentlich ist es einfach. Familienversicherung geht dann nicht mehr, dh. Frau muß sich selbst versichern. Der Beitrag war soweit ich mich erinnere ziemlich hoch, aber im Vergleich zum Mindestbeitrag in CH doch noch human (vor meiner Hochzeit hatte ich kurz eine freiwillige Versicherung, es waren damals um die 230 Euro monatlich wenn ich nicht irre). Ich würde das rechtzeitig vorher mit der Krankenkasse abklären, so dass es auch keine Lücken gibt.
    Solange Frau und Kind noch in D leben, wird das Finanzamt auf jeden Fall die volle Versteuerung "an sich reißen". Mit Eigentumswohnung für die du Raten bezahlst und wo Familie wohnt, gibt es keine Argumente dagegen.
    Die Anmeldung einer doppelten Haushaltsführung und wöchentlicher Heimfahrten beim Finanzamt können die Kosten etwas drücken.Bei einem guten CH Gehalt werden die Steuern aber sicherlich dennoch ziemlich hoch sein.
    Hier kannst du das mal durchrechnen: http://biallo.sueddeutsche.de/…oppelhaushaltrechneri.php
    Der Rechner ist ganz super, da er auch die veränderten Fahrtkostenpauschalen bei der ersten/letzten Fahrt und den Verpflegungsaufwand in den ersten 3 Monaten sowie die Einrichtung der neuen Wohnung berücksichtigt.

    Bei doppelter Haushaltsführung und Wohnung in D (Frau und Kind noch dort, D= Lebensmittelpunkt), müßtest du in D versteuert werden und könntest die Zweitwohnung steuerlich geltend machen (doppelte Haushaltsführung, Wohnung bis 1000 Euro monatlich absetzbar). Hinzu kommen die Fahrkosten für wöchentliche Heimfahrten.
    SV Beiträge müssen dann in CH gezahlt werden, wenn Wohnung und Arbeitsort in CH.
    Der mitziehende Sohn braucht seine eigene KV in CH.
    Wie das mit der KV für Frau und Kind in D ist, weiß ich nicht. Wenn das Kind studiert, kann es in die studentische KV, der Beitrag ist tragbar.
    Die Frau bräuchte ihre eigene (freiwillige, schon teurer), falls die Familienversicherung nicht mehr möglich ist, weil du in CH krankenversichert bist.
    Falls du im Grenzgebiet wohnst, sieht das Ganze schon wieder anders aus. Dazu fehlen hier die Infos. Wie ist die Frau denn jetzt krankenversichert?

    Also das Finanzamt selbst hat mir den Tip gegeben.
    Kriterium für berufliche Notwendigkeit ist eigentlich nur, dass die Arbeitsstelle von der neuen Wohnung (für die man doppelte Haushaltsführung geltend machen will) schneller zu erreichen ist als die bisherige Hauptwohnung.


    Mein Arbeitgeber und Arbeitsort sind laut Arbeitsvertrag in Konstanz (vertraglich festgelegt ist auch, dass ich zb auch für die Niederlassung in der Schweiz arbeiten muss wenn gewünscht). Mein Wohnort ist nahe Wiesbaden. Das sind 400 km +/-. Ich denke da ist eine Zweitwohnung durchaus gerechtfertigt.


    Ob ich nun nach KN ziehe oder in die Schweiz müßte dem FA eigentlich egal sein. Zumindest hab ich definitiv die Schweiz als Zweitwohnsitz beim FA genannt (mündlich). Da hatte der Sachbearbeiter keine Beanstandungen.


    Ich wurde also um das mal zusammenzufassen nicht versetzt, sondern mein Arbeitsort ist schon seit Beginn der Beschäftigung Konstanz. Ich denke mal das ist dann nicht zu beanstanden. Bevor ich da aber irgendwas festmache, frage ich auf jeden Fall nochmal nach und lasse mir das schriftlich geben.
    Man weiß ja nie...

    Das ist ja heftig was es da für Unterschiede zwischen den Kantonen gibt, also man muß eigentlich bei der Wahl des Wohnorts schon zweimal hinschauen, nicht nur was Steuern betrifft. Gut zu wissen! Danke für die Info. Ist das kompliziert :O

    ich würde dann in Deutschland versteuert da mein Mann hier noch wohnt und mein Haus hier ist.
    Nein wir haben "nur" einen Zoe. Da müßte dann aber der mit dem größeren Akku her. Da müßte man dann einmal zwischenladen. Momentan haben wir nur den 22 kwh Akku, der reicht für unsere Strecken aus. Konnt ja keiner ahnen dass wir bald mal größere Strecken fahren müssen :D


    @ Maik
    Danke, ja das hab ich nun auch erfahren (müssen). Erst den Mietvertrag, dann die Bewilligung. Für mich klingt das etwas riskant oder optimistisch von Seiten der Behörde. Was wenn sie ablehnen, dann hat man eine Mietwohnung, aber keine Aufenthaltsbewilligung?

    Ich weiß nicht ob die BIG nicht nur in D operiert. Ich hab meinen Beitrag auch in Euro, da ich (noch) in D versichert bin. Ich denke in CH wären es mindestens 300 Euro, daher warte ich noch etwas bis mein Einkommen so hoch ist, dass es keinen Unterschied mehr macht (arbeite momentan 50% und in einem Jahr sollen es dann 100% sein und dann würde ich auch in D 300 Euro für die Krankenkasse zahlen).

    Könntest Du den letzten Teil mit "Selbstbehalt und Leistungsfreiheitsprämienmodell" vielleicht etwas genauer erklären und bei welchen Versicherern sowas möglich ist? Verstehe ich das richtig, wenn du nicht zum Arzt gehst in 12 Monaten bekommst Du Beiträge wieder retour??? ?(


    Ich bin bei der BIG direkt. Ich glaube das ist auch die einzige Kasse die dieses Modell anbietet. Die 900 Euro sind gedeckelt per Gesetz, mehr geht nicht, weniger aber schon, je nachdem wieviel Beiträge man zahlt (ich bekomme zb nur max. 450 Euro zurück, da ich nur um die 125 Euro Beiträge zahle pro Monat. Zusammen mit meinem Mann sind das aber schon 1350 Euro Beitragsrückerstattung).
    Man darf schon zum Arzt gehen, prämienunschädlich ist aber nur die Vorsorge. Muß was gemacht werden, zb beim Zahnarzt, dann muß man selbst zahlen um die Prämie nicht zu verlieren. Da man aber eh für die meisten Sachen beim Zahnarzt draufzahlt, ist die Differenz nicht so groß. Eine Kunststofffüllung im Backenzahnbereich kostet dann halt 70 Euro etc.
    Bei größeren Sachen kann man aber problemlos die Kasse in Anspruch nehmen, die Leistungen werden dann von der Selbstbehaltsprämie abgezogen, also muß man nicht in Vorleistung gehen, wenn man nicht möchte.


    Zitat basileus
    "Klar kann ich das in Deutschland machen lassen und alles privat zahlen, aber wofür bezahle ich dann die Prämien in der Schweiz?
    Das soll kein Vorwurf sein, einfach nur eine Feststellung."


    Mein Gedanke dabei war: wenn du bestimmte Dinge durch die Schweizer Versicherung inkludierst könnte die Prämie evtl soviel teurer werden, dass es sich eher lohnt als Selbstzahler zu einem deutschen Arzt zu gehen, oder auch zu einem Schweizer Arzt, der muß ja nicht zwingend teurer sein, eben als Selbstzahler.
    Also Beispiel: wenn du Krebsvorsorge allgemein der Krankenversicherung hinzufügst, und dann das Premiummodell brauchst, das aber pro Monat 200 Franken mehr kostet, die Untersuchung beim Arzt aber nur 120 Euro kostet und du diese nur alle 2 Jahre brauchst, dann wäre letzteres deutlich günstiger.
    In Deutschland sind viele ärztliche Leistungen womöglich günstiger.


    Zb habe ich nach einem Auffahrunfall eine Untersuchung in einem Krankenhaus gebraucht, Halswirbelsäule etc. und habe dafür inkl. Attest für den Arbeitgeber und Diagnosbericht für die gegnerische Kfz Versicherung 35 Euro bezahlt. Die rechnen dann halt auch nicht nach Zeit ab, sondern pro Posten. Ein Röntgenbild beim Zahnarzt kostet was bei 12 Euro (kleines). Man kommt sich wirklich vor wie beim Tierarzt :D

    Wenn du noch Haus (und Mann und Kinder) in D hast, wird Deutschland den Lebensmittelpunkt in D vermuten, selbst wenn du nicht mehr dort gemeldet bist, und dich dort versteuern.
    Die Rente muß quasi für die Einreise (Aufenthaltsbewilligung B ohne Erwerbstätigkeit) zumindest hoch genug sein, dass du keine Sozialhilfe in CH beantragen könntest. Das wäre die Miete (Mietvertrag brauchst du schon vorab für den Bewilligungsantrag), die Krankenkasse (rechne mal mind. mit 300 Euro plus X) + 1/12 der Jahresfranchise und und der Grundbedarf laut SKOS Richtlinien (meine das waren um die 1000 CHF). Das aber nur für Dich, für den Familiennachzug muß deutlich mehr Einkommen da sein.

    Also 2 mal Arzt und Ultraschall für 1000 Euro find ich etwas happig. Ich bin in D pflichtversichert (normaler Kassenpatient), zahle aber erstmal alles privat. Eine Untersuchung kostet um die 20-30 Euro, ist wie beim Tierarzt :D
    Röntgenbilder auch um 20 Euro etc.


    Ich würde bei solchen Beträgen, falls die Behandlungen in CH tatsächlich so viel teurer sind, einfach zu einem deutschen Arzt, falls irgendwie möglich. Man braucht dafür keine Krankenversicherung in Deutschland, zahlt dann halt einfach privat.
    Ich denke eine einfache Hautkrebsvorsorge wird auch nicht die Welt kosten (habe jetzt einen Wert von ca 128 Euro gefunden im Internet, allerdings ist das von Kopf bis Fuß).
    Man kann auch problemlos beim Arzt vorher fragen was diese oder jene Behandlung kostet, dann wird man nicht nachträglich überrascht.


    Wir haben ein Selbstbehalt und Leistungsfreiheitsprämienmodell und erhalten ca 900 Euro Beiträge pro Jahr zurück, Voraussetzung ist Leistungsfreiheit. Wenn man nur hier und da mal eine Kleinigkeit braucht lohnt sich das absolut. Aus diesem Grund kenn ich mich etwas mit dem Selbstzahlen "ohne Versicherungskarte" beim Arzt aus.

    Hallo zusammen,
    bisher war es mir nicht so ganz klar ob ich bei einem Umzug in die Schweiz, aber weiterhin mit deutschem Arbeitsvertrag ABER Arbeitsort Schweiz (Homeoffice) die B-Bewilligung bekomme und wenn ja welche.
    Anscheinend ist die B-Bewilligung ohne Erwerbstätigkeit laut Gesetz für Rentner, Studenten, Schüler und Arbeitssuchende gedacht, ich bin aber ja nicht arbeitslos und suche auch nicht. Hier müßte man ein gewisses Mindesteinkommen nachweisen - soweit klar.


    Eigentlich müßte für mich aber die B-Bewilligung mit Erwerbstätigkeit richtig sein. Ich bin ja erwerbstätig in der Schweiz (in meiner Privatwohnung dann ). Es steht auch nie wirklich was dabei ob die Erwerbstätigkeit jetzt bedeutet, dass es ein Schweizer Arbeitgeber sein MUSS.
    Nun habe ich hierzu endlich mal was gefunden, und zwar auf der Internetseite des Staatssekretariats für Migration "https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/themen/aufenthalt/eu_efta/ausweis_b_eu_efta.html"
    , wo es heißt


    "Personen ohne Erwerbstätigkeit aus allen EU/EFTA-Staaten haben Anspruch auf die Bewilligung B EU/EFTA ohne Erwerbstätigkeit, wenn sie genügende finanzielle Mittel sowie eine ausreichende Kranken- und Unfallversicherung nachweisen können".



    Also das soll dann wohl bedeuten, dass für die Bewilligung mit Erwerbstätigkeit ein deutscher Arbeitsvertrag ausreicht und dann auch reicht wenn er unbefristet ist, egal mit welchem Einkommen?



    Ich würde dann die Schweizer Wohnung beim Finanzamt (bleibe ja von Deutschland besteuert da weiterhin ein Wohnsitz in Deutschland mit Ehemann besteht) als Zweitwohnung anmelden. Hätte den Vorteil, wie mir der Mann vom Finanzamt erklärte, dass ich Doppelte Haushaltsführung geltend machen könnte, damit kann ich die Miete wohl komplett (bis 1000 Euro) und die Fahrkosten als Werbungskosten absetzen. Damit würde ich in meiner bösen Steuerklasse 5 wahrscheinlich auf mein gesamtes Einkommen keine Steuern mehr zahlen, was natürlich schon nice ware.


    Die Fahrkosten wären einmal pro Woche 800 km (es zählt ja die gesamte, nicht nur die einfache Entfernung) und zwar 0,3 Euro pro km (= ebenfalls knapp 1000 Euro). Da ich elektrisch fahre, habe ich keine Benzinkosten, der Strom ist kostenlos. Kommt mich mein Mann in der Schweiz besuchen, darf er ebenfalls die Fahrkosten als Familienbesuch von der Steuer absetzen (er fährt ebenfalls elektrisch).



    Ich find das war ein guter Tipp vom Finanzamt, daran hatte ich noch gar nicht gedacht: so wäre es günstiger in Deutschland versteuert zu werden als in der Schweiz - verkehrte Welt.



    Wegen der Unsicherheit mit der B-Bewilligung (ob nun mit oder ohne Erwerbstätigkeit) habe ich überlegt einfach per Internet einen Antrag an den zuständigen Kanton (wäre dann wohl Thurgau) zu stellen. Die Bewilligung ist dann ja 5 Jahre gültig, dh. wenn ich erst in einem Jahr tatsächlich hinziehe, ist das dann ja auch ok? Dann hätt ich zumindest Gewißheit ob mein Einkommen (ab Januar 2100 bei 70%) ausreicht für die Bewilligung oder ob der unbefristete Vertrag schon ausreicht.

    Soweit ich recherchieren konnte, bezieht sich die obige Tabelle auf die VOF Richtlinien der Migrationsämter Ostschweiz, die etwas von den SKOS Richtlinien abweicht, wonach ein Mindesteinkommen vorhanden sein soll, mit dem man in der Schweiz auf jeden Fall nicht sozialhilfeabhängig werden würde.
    Die Tabelle ist auf der VOF Seite unter Familiennachzug Bedingungen abrufbar.


    Dort wird auch erklärt, was Ergänzungsbedarf bedeutet (zusätzliche Ausgaben zb für Handy und Hobbys, siehe unten auf dem Blatt).


    Die entsprechenden Kantone packen also diese Posten Ergänzungsbedarf und Erwerbsunkosten pauschal auf den Bedarf drauf. Das wurde in mehreren Urteilen, die man im Internet auch abrufen kann, beanstandet (Kläger hatten das Problem, dass durch die hohen Mehrbedarfe ein Familiennachzug verhindert wurde).
    Die Urteile die ich gelesen habe, verneinten sämtlich die pauschale Annahme des Ergänzungsbedarfs, da er laut SKOS Richtlinien auch nicht relevant sei.
    Die Berufsunkosten wurden in den Urteilen auch nicht pauschal, sondern nach tatsächlichen Kosten angesetzt. Macht der Kläger einen bestimmten Betrag als Werbungskosten geltend, kann er nicht behaupten, er habe weniger Berufsunkosten gehabt zb. Auch zb wenn für die Tätigkeit ein Auto benötigt wird, werden die Erwerbsunkosten durchaus von den Gerichten auch so akzeptiert. Die Frage ist wie es aussieht, wenn kein Auto gebraucht wird.
    Das alles bezogen auf Familiennachzug.


    Wie es bei einer Erstbewilligung aussieht weiß ich nicht, könnte mir aber vorstellen, dass die Gerichte ähnlich entscheiden würden, ich habe jedoch keine Urteile dazu gefunden. Das könnte auch ein gutes Zeichen sein (braucht ja keiner klagen, wenn er die Erstbewilligung ohne Murren und Knurren bekommt). Beim Familiennachzug (vor allem nicht erwerbstätige Frau und Kind/er) wird das evtl. strenger gesehen.

    Das mit der Rente ist eigentlich eine Notwendigkeit. IIm Alter käme ich vielleicht gerade mal so auf Minijobniveau, wenn jetzt nichts mehr dazwischenkommt und ich so weiterarbeiten kann. Wenn man das schon mehr als 20 Jahre vor Eintreten der Situation weiß, wäre es grob fahrlässig, nicht irgendwas zu versuchen um es zu ändern.
    Zufällig ist das in der Schweiz nicht nur möglich, sondern es ist ein durchaus sympathisches Land, da geht man auch aus anderen Gründen gern hin, mal ganz abgesehen von der Rente. Ich denke mir zumindest dass das für die meisten Auswanderer erstmal nicht Priorität Nr 1 ist/war.
    Aber wir stehen noch ganz am Anfang der Planungen oder eher Überlegungen und wer weiß was noch passiert. Vielleicht kommt auch alles ganz anders.

    Jetzt stell ich mich auch mal vor.
    Ich bin 41, Dipl. Biologin, habe vor anderthalb Jahren meinen ersten Job angetreten (davor Rentnerin). Damit bin ich wohl eine der wenigen, die ihr Berufsleben nach der Rente startet und nicht umgekehrt :D
    Ich arbeite nun also im Homeoffice in einem großen multinational agierenden Unternehmen als Certification Officer.
    Das Unternehmen hat auch eine Niederlassung in der Schweiz, mit der wir eng verbandelt sind und ich liebäugele mit einem Wechsel, aber möchte andererseits mein Department auch nicht verlassen.
    Daher wäre für mich der Plan, in die Schweiz umzuziehen und meinen deutschen Arbeitsvertrag zu behalten. Arbeitsort wäre aber Schweiz (Privatwohnung). Sind das nun aus Sicht Deutschlands trotzdem "inländische Einkünfte"? hm


    Warum überhaupt in die Schweiz, ja mein Mann (Produktionsfachkraft Chemie) möchte gern dorthin wechseln und dann will ich natürlich mitziehen.
    Wir waren vor kurzem zum ersten Mal in der Schweiz, anläßlich eines Zahnarztbesuchs. Ich habe in Deutschland ums Verrecken keinen Zahnarzt gefunden, der mich behandeln könnte. In der Schweiz war das überhaupt kein Problem. Wir werden in Zukunft zu keinem deutschen Zahnarzt mehr gehen, die sind hier einfach nix.
    Gesehen habe ich von der Schweiz nicht arg viel, wir sind um 16 Uhr bei strömendem Regen rein und um 20 Uhr wieder weg.


    Gefallen hat mir spontan, dass die Autobahnen alle km Brücken haben, auf denen Wald wächst, so dass die Tiere rüberkönnen ohne plattgefahren zu werden (links und rechts auch Schutzzäune an der Fahrbahn). Als ich dann mehr gelesen habe, erfuhr ich, dass die Kühe freie Tage haben. Das erklärte dann wohl auch das Pärchen glücklich herumhüpfender Kühe, das wir gesehen haben als wir an der Ladesäule in Uster standen,
    Die Leute haben auf der Straße gegrüßt. Der Zahnarzt war der erste, der nicht so arrogant war wie die Zahnärzte in D.
    Ich denke in der Schweiz kann man bedenkenlos freundlich zu den Leuten sein. Hier in D können sehr viele Leute mit Freundlichkeit nicht umgehen. Sie verstehen es als Einladung, einen als Fußmatte zu benutzen oder mißdeuten Freundlichkeit als Schwäche. Dennoch ist uns schon klar, dass Deutsche in der Schweiz nicht gerade super beliebt sind und erwarten nicht, dass wir mit offenen Armen empfangen werden. Da wir in D auch praktisch nur für uns bleiben und keine großartigen Kontakte pflegen, würde es uns aber nichts ausmachen, wenn wir erstmal isoliert leben und keine Freunde finden.


    Mir gehts auch um meine Rente. Da ich erst seit 18 Monaten arbeite, ist mein Rentenanspruch in D für den A*** und gleicht einem kleinen Taschengeld. In der Schweiz hätte ich nach einem Jahr Anspruch auf eine Mindestrente, die ein Vielfaches von der Rente in D beträgt. Soweit ich verstanden habe, gilt das auch für meinen deutschen Arbeitsvertrag, dh ich zahle Sozialversicherungsbeiträge in CH, wenn ich dort wohne und arbeite, egal wo der Firmensitz meines Arbeitgebers ist. Ich bräuchte daher nicht unbedingt den Job wechseln. Das würde ich nur ungern, da ich das allererste Mal einen Vertrag habe und was man hat, das hat man. Mir gefällt auch die Arbeit und die Tatsache, dass ich 5 min vor Arbeitsantritt aus dem Bett fallen kann und mich 2 Meter weiter an den Schreibtisch schleppe, wo ich dann den ganzen Arbeitstag im Pyjama sitzen kann.
    Das ist eigentlich nicht zu toppen, auch nicht mit mehr Geld.


    Also allgemein versprechen wir uns von einem Umzug in die Schweiz mehr Lebensqualität, eine Mentalität, die unserer ein bißchen mehr nahe kommt und eine sichere Rente. Wir würden uns dann irgendwann auch gern einbürgern lassen. Geplant ist ein Umzug mittelfristig, dh. mein Mann bewirbt sich schonmal und ich warte eigentlich darauf, dass mein Arbeitsvertrag hochgestuft wird, damit mein Einkommen dort auch als überlebensfähig anerkannt wird (momentan arbeite ich 50%, Anfang 2019 sollen es 70% sein und Anfang 2020 dann 100%).
    Also insgesamt keine Eile und genug Zeit, um sich ausgiebig einzulesen und zu informieren. Ich freue mich, dieses Forum gefunden zu haben, wo man schonmal eine Menge Antworten findet.

    Wir haben das gleiche Problem, daher recherchiere ich gerade die rechtlichen Grundlagen. Anscheinend ist das Kriterium für eine ständige Wohnstätte, welche die überdachende Besteuerung begründen würde (Quelle: https://www.reichert-reichert.…t_perwein_PIStB-07-14.pdf)
    - dass die Wohnstätte vorhanden ist (zum Wohnen geeignete Räume)
    - dass der Steuerpflichtige diese Wohnstätte ständig nutzen KANN über längere Zeit
    - und dass dies auch verteilt übers Jahr auch tatsächlich geschieht, wobei


    weder das Gesetz noch das BFH hier eindeutig definiert, was unter "verteilt übers Jahr tatsächliche Nutzung" zu verstehen ist. Es gibt also keine Mindestnutzung oder irgendein Kriterium für "Regelmäßigkeit" noch ist geklärt, was denn bei ungleichmäßig übers Jahr verteilter Nutzung passiert.
    Ich denke dass die FÄ da ihre Dienstanweisungen haben werden, wonach sie entscheiden.
    Oder aber jeder Sachbearbeiter kocht da sein eigenes Süppchen.


    Ich würde daher sagen:


    - Darf das Haus leer stehen? Ja, verbietet kein Recht und zumindest hat man dann keine Einnahmen, die wieder eine Steuerpflicht begründen würden
    - Dürfen wir das Haus als Feriendomizil verwenden? Dürfen schon, aber siehe oben: "regelmäßige übers Jahr verteilte Nutzung" ist wiederum ein Kriterium für "Ständige Wohnstätte"
    - Darf man das Haus nur sporadisch vermieten als Ferienhaus oder per AirBnB? Ja bestimmt, aber man muß dann wieder Steuern darauf zahlen
    - Müssen wir das Haus dauerhaft fest vermieten? Müssen wohl nicht, und halte ich auch für ungünstig, wenn man evtl. unerwartet die Zelte in der Schweiz abbrechen muss/will


    Der Autor der oben genannten Quelle empfiehlt, hier eine verbindliche Auskunft beim zuständigen FA einzuholen (dh schriftlich). Dann muss man sich allerdings auch genau an das geplante Verhalten, welches in der Anfrage beschrieben wird, halten.


    Da wir das Haus nicht voreilig verkaufen wollen, kommt für uns wahrscheinlich der "Leerstand" (i.e. Mutti wird kostenlos einquartiert zur Aufsicht und Blumengießen) als einzige praktikable und risikoarme Lösung in Betracht, inkl. der unregelmäßigen und ungleichmäßig aufs Jahr verteilten Kontrollbesuche :D

    Danke :)
    Und wie lange müßte ich dann warten bis ich wieder die 3 Monate Aufenthalt beantragen könnte?


    So langsam gefällt mir die andere Variante aber doch besser: In CH wohnen und arbeiten, Vertrag in D. Steuern und SV Beiträge nach CH-Recht, dh ich hätte nach einem Jahr auch Anspruch auf eine CH-Rente?
    Das wäre natürlich super, denn meine Rentenansprüche in D belaufen sich auf wunderbare 150 Euro (bin derzeit voll erwerbsunfähig und hatte bis vor Antritt meiner nunmehr ersten Beschäftigung eine Volle EU-Rente von 150 Euro bekommen - den Status als Vollrentner habe ich trotz Erwerbstätigkeit immer noch, ich weiß nicht wann das mal überprüft wird... ).
    Da wäre eine vernünftige Rente aus der Schweiz schon nicht schlecht.
    Momentan arbeite ich 50% (1500 br), ab Januar sollen es 70% sein (2100 br.) und Anfang 2020 soll ich 100% arbeiten.
    Was bliebe dann von 3000 Euro brutto mit den Schweizer Abzügen nur ganz ungefähr? Bekäme ich damit eine Bleibebewilligung?