Nur für Profis: Extremwanderungen in der Schweiz
Über die Schweizer wird langläufig behauptet, dass sie ein ruhiges und zurückhaltendes Volk sind. Doch der Schein trügt: Wer in der Schweiz an seine Grenzen gehen und sein Adrenalin zum Kochen bringen will, der sollte sich diese vier Extremwanderungen in den Schweizer Bergen genauer anschauen. Hier zeigt das Land, was wirklich in ihm steckt.
Blauer Himmel, schneebedeckte Bergkuppen und saftige Wiesen. Die Bilderbuchidylle trügt allerdings, wenn es um die Schwierigkeitsstufen beim Bergsteigen und Wandern in den Schweizer Alpen geht. Über mehrere Kilometer, diverse Höhenmeter und extrem kniffelige Pässe führen die Wege, die selbst für Profis eine echte Herausforderung darstellen.
Bevor es auf die Wanderung geht, sollten sich alle Naturliebhaber jedoch zunächst mit der richtigen Ausstattung vertraut machen. Festes Schuhwerk gehört zur Grundausstattung eines jeden Wanderers. Ebenso braucht es passende Kleidung, die der wechselnden Witterung gerecht wird. Eine Softshelljacke und die passenden Hosen mit Schutzfunktion sind empfehlenswerte Kleidungsstücke, um Nässe und Feuchtigkeit abzuweisen. Zu warme oder zu luftige Kleidung können vor den extremen Wetterschwankungen nicht schützen und bringen im Zweifel eine heftige Erkältung mit sich. Daher ist es wichtig, beim Wandern stets auf die Qualität der Kleidung zu achten.

Auf in die Berge
Wer hoch hinaus will, kann sich direkt auf die Spitze des Barrhorns begeben. Der 3.610 Meter hohe Berg liegt im Walliser Turtmanntal und gibt den Blick über eine wundervolle Landschaft frei, die als atemberaubendes Panorama beschrieben werden darf und selbst erfahrene Bergsteiger immer wieder begeistert. Der Mont Blanc sowie der Turtmanngletscher erstrecken sich direkt vor den Augen der Wanderer und belohnen nach dem mühevollen Aufstieg. Das Barrhorn gilt als höchster Wandergipfel in Europa und verlangt seinen Besuchern einiges ab: Zwar ist der Weg ohne Ausrüstung zu bestreiten, doch bei normaler Kondition dauert es ca. 13 Stunden, bis der höchste Punkt auf dem Berg erreicht ist. Zeit einplanen!
Schwindelfrei sollten Touristen und Besucher sein, die sich auf die Charles-Kuonen-Brücke begeben. Hier oben sind eisige Winde und steife Brisen keine Seltenheit. Doch die Witterungen sind nicht die eigentliche Hauptattraktion: Die Brücke gilt als längste Hängebrücke der Welt, die betreten werden darf. 85 Meter über dem Abgrund hängt die eindrucksvolle Konstruktion. Den Boden unter den Füssen verlieren Besucher hier garantiert nicht, auch wenn der Eindruck es vermuten lässt: Durch die Plattformen ist zu sehen, welche Schlucht sich unter den eigenen Füssen auftut. Ein Anblick, der viel Nervenstärke verlangt.

Warm anziehen ist ein Muss
Im Winter wie im Sommer ist eine Wanderung über den Morteratgletscher eine rutschige Angelegenheit. Im Oberengadin gelegen, lädt der Gletscher zu Führungen über dickes Eis und zerklüftete Steinformationen auf. Aus Sicherheitsgründen sind Wanderungen nur mit einem kundigen Führer erlaubt, der das Naturschauspiel informativ begleitet. Tiefe Schluchten und einmalig geformte Eiszapfen lassen den Eindruck einer fremden Welt entstehen.
Lieber den gesamten Urlaub auf Wanderung verbringen? Mit der Trekkingtour durch das Maggiatal ist dieser Wunsch erfüllbar. Fünf Tage brauchen erfahrene Wanderer auf dem anspruchsvollen Weg, der zu verschiedenen Hütten und an malerische Bergseen führt. Die Vielfalt der Schweizer Natur wird auf dieser Strecke deutlich. Die Tour sollte jedoch nicht unterschätzt werden: Mehrere Stunden Strecke sind keine Seltenheit, die tagsüber von Unterkunft zu Unterkunft zurückgelegt werden müssen. Festes Schuhwerk ist auf dieser Wanderung erst der Anfang einer durchdachten Vorbereitung!