Markus Schulz Auswanderungsprofi

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  • Servus Markus,


    du sprachst in meinem Begrüssunsthread mal von den sogenannten 31 Tage Konten.


    Weisst Du, ob man dazu eine Aufenthaltsbewilligung benötigt, um solch ein Konto zu nutzen,

    und ob man als Neukunde ein solches Konto erhält, wenn man die Herkunft nachweisen kann?

    Besteht auch die Möglichkeit bei mehreren Banken ein 31 Tage Konto zu besitzen und das Geld

    auch für mehrere Monate strafzinsfrei zu "verschieben"?


    Bisher hab ich bei der PostFinance ein ganz normales Privatkonto und werde in 1-2 Wochen

    bei einer anderen Bank (evtl. ubs) ein Geschäftskonto für meine AG mit Stammkapital eröffnen.


    Um nun schnellstmöglich mein restliches privates Kapital nach Ch zu transferieren (wenn möglich noch vor der Wahl)

    wäre ein oder mehrere 31 Tage Konten von Vorteil. Wenn dies aber als Neukunde nicht funktioniert,

    weisst Du, ob es die Möglichkeit gibt, als "noch"-Deutscher ein Schliessfach bei einer oder mehreren Banken

    zu mieten und die Kohle auf mein schweizer Privatkonto zu transferieren, sich die Summe auszahlen zu

    lassen und im Schliessfach (entsprechend versichert) zu bunkern?


    Bei meiner Hausbank im D ist es kein Problem auch große Summen Bar im Schliessfach zu lagern.


    Über Deine Meinung / Erfahrungen würde ich mich sehr freuen,


    Gruss

    Martin

    • Hoi Martin,


      für die Eröffnung der Konten sollte es unerheblich sein wo Du domiziliert bist, insofern der Teilnahme am automatisierten Informationsaustausch zugestimmt wird (ohne Zustimmung gibt es ohnehin kein Konto).


      Ob man mehr als eins braucht hängt wohl von verschiedenen Faktoren ab, letztendlich von der vereinbarten Kapitalhaltevorschrift. Prinzipiell kann man das Geld auf dem Konto endlos lagern, nur muss bei jedem Rückzug eine Kündigung vorgängig stattfinden.


      Überlegenswert dürfte noch sein, dass diese Konten der normalen Bankensicherung unterliegen. Daher würde ich eher eine Bank mit Staatsgarantie im Hintergrund suchen. Beim Schliessfach hingegen wäre das egal. UBS haben wir allerdings gerade ganz rausgeworfen, manche Gebühren bei denen waren zu dreist.


      Viele Grüsse

      Markus

    • Guten Morgen Markus,


      vielen Dank für Deine Rückmeldung,

      welche Banken könntest Du denn empfehlen?


      Gruss

      Martin

    • Luzerner Kantonalbank ist für uns gut passend, sehr schnell und kompetent. Die Raiffeisen macht ihre Sache bisher auch gut. Schnell und unkompliziert im Umgang. Bei der CS gerade wieder 2 Gebührenrechnungen über jeweils 740 CHF für einen simplen Ausdruck monieren müssen, die im Mandat eigentlich inkl. sind. Für eine Terminvereinbarung vor Ort bei uns haben die eine "Laufzeit" von 7 Wochen, das muss man dann schon wollen.


      Wir haben bei allen Banken persönliche Berater bzw. Teams die für uns zuständig sind, sind also etwas verwöhnt. Aber der Auftritt von LuKB und Raiffeisen ist auch in den Vor-Ort Filialen genauso überzeugend.

    • LUKB und OKB hätte ich jetzt auch in die engere Wahl genommen, da sie auch Sitze in der Nähe des Berner Oberlandes haben. Raiffeisen wird wohl meine Wahl für das Geschäftskonto werden. Hab morgen einen Termin beim

      Treuhänder in Interlaken, mal sehen was der dazu meint.


      Auf jeden Fall Danke für Deine Tips,

      Gruß

      Martin

  • Hoi Markus,


    ich hoffe es geht dir gut! Zunächst vorab, absolut herausragende Beiträge die du hier bereits verfasst hast!


    Da du scheinbar in einer ähnlichen Situation wie ich gewesen zu sein scheinst (und ich nicht's anderes Passendes gefunden habe) frage ich mal direkt an deiner Pinnwand ;-) Ich habe aktuell einen AG in Deutschland und plane nach Bern zu zügeln (ohne Wechsel des AG). Da ich in den letzten Jahren unbegrenzt steuerpflichtig in DE war würde m. E. hier die Sonderregelung der nachlaufenden Besteuerung des DBA greifen und ich würde die nächsten 5 Jahre weiterhin unbegrenzt steuerpflichtig in DE sein. Soweit ich dies bei dir nachvollziehen konnte, hast du dies gelöst, indem du in CH eine AG gegründet hast, dich selbst angestellt hast und über die AG weiterhin deine Leistungen nach DE fakturiert hast. Nach Betrachtung des Sonderfalls der Übergangsfrist des DBA, würde ich jedoch erwarten, dass durch die unselbstständige Arbeit als alleiniger Geschäftsführer & Gesellschafter trotzdem die Übergangsfrist Anwendung findet. Denke ich hier vielleicht etwas zu restriktiv?


    Darüber hinaus habe ich noch über folgendes Konstrukt nachgedacht: Ich habe gute Kontakte zu Unternehmern in der Schweiz, die ggf. darauf eingehen würden mich als Schweizer Arbeitnehmer anzustellen und meine Personalkosten an meinen "AG" nach Deutschland weiterzuverechnen. Somit würde ich nach meiner Auffassung "mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen" (durch den Schweizer Arbeitsvertrag erhalte ich einfach die Aufenthaltsbewilligung Bescheinigung B; im Sinne des DBA würde ich aufgrund der unselbstständigen Arbeit in die Schweiz auswandern und wäre sofort unbegrenzt steuerpflichtig). Das Vorgehen erscheint in meinen Augen möglicherweise als einfachster Weg, jedoch werde ich das Gefühl nicht los, dass dies nicht unbedingt der "Standard" ist.


    Ich würde mich wirklich über deine Gedanken & Erfahrungen freuen!


    Dir einen schönen Abend und eine erfolgreiche Woche

    Thomas

    • Hoi Thomas, leider kann ich erst jetzt antworten, wir hatten mit dem Zügeln in einen anderen Kanton ziemlich viel um die Ohren.


      Tatsächlich war ich in Deutschland selbstständigerwerbend, hatte also ein Einzelgewerbe angemeldet. Da differieren unsere Geschichten bereits etwas.


      Du siehst es richtig dass Du in dem von Dir geschilderten Fall der nachlaufenden Besteuerung unterworfen wärst. Die Schaffung einer Umgehung mit der Anstellung bei einer anderen Firma mit aber weiterer faktischer Weisungsbefugnis durch Deinen bisherigen AG dürfte im Falle einer Prüfung natürlich schwierig werden. Aus der abhängigen Beschäftigung heraus aber ohne Anstellungsvertrag in eine Neugründung zu wandern ist auch schwierig, da man die wirtschaftliche Tragfähigkeit ja nachweisen können sollte.


      Das war bei mir durch 20 Jahre Selbstständigkeit gegeben, ebenso durch das mitgebrachte Kapital. Weiter gibt es in meiner Kapitalgesellschaft auch mehr als nur einen Gesellschafter, daher ist es keine Inhabergeführte Gesellschaft im Sinne der deutschen Auslegung. Entscheidend dabei sind ja die wirtschaftlich berechtigten Personen, bei mir also die Aktienbesitzer. Zudem ist ein grosser Teil meiner Mandate in Luxemburg gewesen, die sind aus der Betrachtung der nachlaufenden Besteuerung ohnehin draussen gewesen. :slightly_smiling_face:


      Solltest Du weitere Fragen haben und ich dazu was sagen können, immer gerne melden.


      Viele Grüsse

      Markus

  • Servus Markus,


    mich würde echt interessieren, welchen Weg ihr bei der Auswanderung gegangen seid?

    Wäre sehr nett, wenn Du mir das mal erläutern könntest.


    Danke

    Gruß

    Martin

    • Hoi Martin,


      kurz und bündig: Wir sind ohne Arbeitsvertrag und Wohnung in die Schweiz ausgewandert, haben hier direkt ein Haus gekauft und an diesem Standort eine AG gegründet bei der ich dann angestellt worden bin.


      Dazu gab es 3 kleine Hürden:


      - Genehmigung des Kaufs als Personen im Ausland durch das Grundbuchamt. Wurde durch ein Gesuch/Entscheid auf Nichtbewilligungspflicht erreicht. Das Grundbuchamt hat dann für Rechtsmittelverzicht bei der Gemeinde, dem Kanton sowie dem Bund gesorgt, so dass wir umgehend kaufen konnten.

      - Bankverbindung für das unwiderrufliche Zahlungsversprechen zum Kauf. Wir sind Kunden der LuKB geworden. Meine bereits existierende Bankverbindung bei Postfinance war da nicht hilfreich.

      - Für den Kauf, Telefonanschluss, Anmeldung bei der Gemeinde u.ä. brauchten wir eine Aufenthaltsbewilligung, die aber von Arbeitsvertrag oder Wohnadresse abhängt. Das wurde über eine Zusicherung der Bewilligung durch das Migrationsamt gelöst. Damit war alles möglich.


      Alles andere war dann einfach. Nur halt streng, weil wir uns von der ersten Hausbesichtigung bis zum Einzug knapp 7 Wochen eingeräumt hatten. Die Firma wurde dann 8 Wochen später gegründet und den beteiligten Ämtern nachgewiesen.


      Das Zauberwort bei allem: Abklärung. Vorgängig den involvierten Stellen ein Telefon geben, dann sind alle orientiert und man kann vorbereitet weiter machen. Infos die nicht gesichert sind ebenfalls abklären.


      Viele Grüsse

      Markus

    • Hallo Markus,


      danke Dir für die Infos.

      Wir drehen uns gerade ein bisschen im Kreis. Egal, wo wir anrufen, eine jede Stelle setzt was anderes voraus, um weiter zu kommen. Ich glaube die haben nich oft den Fall, daß eine ganze Familie mit Kohle auswandern möchte, ohne gleich arbeiten zu wollen...

      Ich werd jetzt erst mal versuchen ein Haus zu mieten, dann haben wir für den Anfang schon mal einen Wohnsitz.

      Mit Wohnsitz und Kapitalnachweis werd ichs dann beim Migrationsamt versuchen.

      Bin gespannt, wie es weiter geht.


      Gruß

      Martin

    • Du hast, auch wenn Du ein Haus mietest, keinen Wohnsitz in der Schweiz, wenn dem das Migrationsamt via Aufenthaltserlaubnis nicht zugestimmt hat. Und gerade wenn kein Arbeitsvertrag dabei ist, könnte das beim Migrationsamt ziemlich schlecht ankommen, denn Du versuchst sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Falscher Weg bei Schweizer Behörden.


      Melde Dich doch erst beim kantonalen Migrationsamt, dann bekommst Du einen zuständigen Sachbearbeiter und mit dem kannst Du die entsprechenden Abklärungen vornehmen. Wenn Ihr kaufen wollt, würde ich den Umweg über eine Hausmiete nicht gehen. Das verbrennt unnütz Zeit und Geld.


      Allerdings werden die Anforderungen nicht ganz gering sein, wenn tatsächlich keine Arbeitsaufnahme geplant ist, unabhängig von Kauf oder Miete. Für die Familie wird das sicherlich eine Einzelfallbetrachtung was an Kosten für die Wohnsitzgemeinde und den Kanton entsteht. Das wird sich dann irgendwie in den Steuerzahlungen (ohne Erwerbseinkommen bleibt bei Immobilienbesitz der EIgenmietwert und dann die (geringe) Vermögenssteuer sowie ggfs. Kapitalertragssteuer) widerspiegeln müssen.

    • Arbeitsaufnahme ist schon geplant aber eben nicht sofort, erst wenn sich was passendes auftut.

      Wir würden halt gerne erst mal 1-2 Jahre Pause machen, das Leben genießen, ein passendes Haus kaufen

      und einrichten, und erst dann auf die Arbeitssuche gehen.

      Mittel wären wohl ausreichend vorhanden, mind. 3 Mio CHF.

      Geld verbrennen in den ersten Jahren ist eh eingeplant, und wäre nicht so schlimm.

      Aber ob man mit damit bei den Schweizer Behörden so gut ankommt, wenn man so argumentiert...?

      Irgendwie fallen uns da noch keine passenden Argumente ein.


      Gruß

      Martin

  • Hallo Markus, danke für Deinen großartigen Job-Vorschlag.

  • Hallo Markus, habe einige Beträge von Dir gelesen und gemerkt du hast schon ähnliches durchlaufen, was ich noch vorhabe. Würde mich freuen wenn du mir helfen könntest.
    Meine Situation sieht so aus, dass ich in D lebe und auch dort tätig bin (selbstständiger Vertriebspartner von Vodafone und im E-Commerce Bereich tätig). Die Vodafone Kunden habe ich nur in D und über die online Shops verkaufen ich darüberhinaus auch nach CH und AT (wird sich in Zukunft voraussichtlich noch auf andere Länder ausweiten).


    Bevor ich jetzt gezielte Fragen stelle oder Dir groß meine Pläne präsentiere, hast du vielleicht schon einen Tipp wie ich am besten vorgehen könnte.
    Natürlich geht es mir im allgemeinen darum, das ganze finanziell am profitabelsten aufzubauen. Bitte nicht auslachen falls ich hier in dem Forum hauptsächlich darum geht... habe mich gerade eben hier angemeldet um Dir schreiben zu können und erst sehr wenige Beiträge gelesen :)


    Danke im Voraus und viele Grüße nach Menziken aus der Pfalz


    Dominik

  • Hallo Markus bitte hilf mir ich werd hier verrückt und hab keinen der mir helfen kann. Wie kann ich das Gesuch abgeben wenn es nicht vn der Personalbeauftragten unterschrieben ist? Soll ich es ohne Unterschrift von der Firma einreichen?

    • Hallo Gingy, ich würde an Deiner Stelle das Migrationsamt (Nummer auf dem Formular) anrufen unf die Sache mit denen besprechen. Ggfs. können die den entsprechenden Druck ausüben, die Daten des Arbeitgebers kannst Du über den Arbeitsvertrag belegen, das sollte reichen. Aber sprich mit denen, aus meiner Erfahrung ist eine derartige Abklärung zielführender als alles andere.
      Gruss, Markus

    • Hallo Markus, danke Dir vielmals. Hab heute Nachmittag aufm Amt für Migration angerufen und gesagt, dass die Frau einen Fehler gemacht hat und abwarten will, was ihn überhaupt nicht interessiert hat. Er hat gesagt, ich sei oonline angemeldet worden und seither sei nichts mehr geschehen und ich sollte den Antrag unterschrieben an die Gemeinde schicken und die würden ihn an das Amt für Migration schicken, er war sehr nett und hat mir denselben Antrag der schon seit Wochen ausgefüllt bei mir liegt zugemailt. Ich bete, dass die Personalbeauftragte es jetzt macht. Sie lässt sich aber auch nicht gern etwas sagen und ich habe den Eindruck, sie macht den Fall absichtlich komplizierter als es sein müsste. Denn es passt denen nicht, dass ich nicht dorthin ziehen will sonder Grenzgänger bleiben will.