Beiträge von Markus Schulz

    Durch die eheliche Gemeinschaft wird mindestens eine Wohnstätte in Deutschland unterstellt, i.d.R. wird der Lebensmittelpunkt auch dort verortet, da die Wohnstätte in der ehelichen Wohnung als Wohnsitz gewertet wird, selbst wenn keine melderechtlichen Bedingungen erfüllt sind (sprich: man sich abgemeldet hat.)


    D.h. es wird für Dich schwer eine wirksame Verlagerung der steuerlichen Ansässigkeit in die Schweiz zu belegen wenn die gerade frisch Angetraute in Deutschland verbleibt.

    1. Leasing in D und Nutzung in der Schweiz schliessen sich i.d.R. aus. Normalerweise ist der "Brief" beim Leasinggeber als Sicherheit hinterlegt (die sind Eigentümer des Fahrzeugs), daher kann das Auto nicht einfach in einen anderen Zollrechtsraum verbracht werden. (Der "Brief" wird mit der Verzollung in der Schweiz "wertlos", da das Fahrzeug hier völlig andere Papiere bekommt.) Obendrein schreiben die Leasinggeber i.d.R. Zulassung und Versicherung in D vor, damit ist die Kiste für Dich nach dem Wohnsitzwechsel in der Schweiz nicht nutzbar. (Du kannst sie in D belassen und dort fahren, da wäre problemlos.)


    2. Sollte der Plan fix sein, würde man das auf die Umzugsliste setzen und dann Teilumzüge machen. Damit kann man das Auto nachgelagert einführen. Dann muss es aber zur MFK und eingelöst werden.


    3. Ein im EU-Raum verzolltes und zugelassenes Auto darf man mit Wohnsitz Schweiz innerhalb der Schweiz generell nicht führen. Dies darf man nur mit in der Schweiz eingelösten und damit verzollten Fahrzeugen. Im Gegenzug darf Deine Freundin ein in der Schweiz eingelöstes Fahrzeug im EU-Raum (also ausserhalb der Schweiz) nicht führen, solange ihr Wohnsitz dort ist.


    4. Macht sicher Sinn wenn es im Rahmen des Umzugs gemeldet wird, da ansonsten wohl eine Verzollung ansteht. Der Nachweis der rein privaten Nutzung muss ggfs. gegenüber dem Zoll erbracht werden. Für alle Fahrzeuge würde IMHO dann aber eine Einlösung verpflichtend sein, inkl. MFK. Ob das dann lohnt, sei dahingestellt. Ansonsten können die normal verzollt eingeführt werden, aber auch da wird die Frage der Wirtschaftlichkeit aufkommen.

    Die Gemeinde kann bei der Anmeldung auch eine Anmeldebestätigung erstellen, damit dürfte vieles zu lösen sein.


    Und weil wir es hier in der Schweiz alle (!) und alles (!) bünzli-genau nehmen: die Abmeldung hat im steuerlichen Sinne theoretisch schon was mit dem Mietvertrag zu tun, da die Feststellung der unbeschränkten Steuerpflicht u.a. an eine Wohnstätte gekoppelt ist und nicht an einen tatsächlich gemeldeten Wohnsitz. Sprich: Wer exakt mit den 183 Tagen rechnen muss sollte das genau nehmen, beim Umzug im September oder Oktober ist es ohnehin egal (insofern keine anderen davon abhängigen Geschäfte getätigt werden....) :nerd_face: :nerd_face: :nerd_face:

    Zitat

    Übersehe ich irgendein Problem?

    Ja.


    Einkünfte aus Untervermietung bleiben nur bis zu einem Jahresbetrag von 520 € unbesteuert. Alles darüber hinaus muss erklärt werden. Die Aufrechnung der Einkünfte findet im Rahmen der Steuererklärung statt und nicht durch den Steuerpflichtigen selbst: Du legst leider nicht selbst fest ob es das FA interessiert oder nicht :beaming_face_with_smiling_eyes:


    Und da Immobilien (inkl. Vermietung oder Verpachtung) im Belegenheitsstaat besteuert werden, muss in D eine Erklärung eingereicht werden.

    Zitat

    habe mich in D komplett abgemeldet und zahle in der Schweiz meine Steuern


    Nur weil es zuletzt immer wieder aufgetaucht ist: Insofern Du mit der Mutter der Kinder verheiratet bist, bleibst Du in D steueransässig, mindestens wird ein Wohnsitz unterstellt. Egal ob Du Dich abmeldest oder nicht. Zur Vermeidung teurer Überraschungen empfiehlt sich eine Abklärung (ggfs. Ruling) beim zuständigen Finanzamt.


    Der Zoll hat mit der Autosituation nichts zu tun, da das Auto in D eingelöst ist und nicht über die Grenze verbracht werden soll. Ein im EU-Raum verzolltes und zugelassenes Fahrzeug darf man dort fahren, auch mit Schweizer Führausweis, das ist unkritisch.


    Für die Begleitung bei BF17 sind alle gültigen EU oder EWR-Dokumente sowie schweizerische Führausweise qualifiziert. (§48a 5.2 FeV)

    Gilt dies für alle Kantone?

    Nein, im Kanton Wallis betrachtet man JEDEN von ausserhalb des Kantons als Üsserschwiizer, im Kanton Schwyz bezeichnet die eine Hälfte die andere Hälfte als Usserschwyz und im Kanton Uri misstraut man jedem der aus einem anderen Dorf als dem eigenen kommt.


    Alles völlig entspannt hier. :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Ich weiss nicht ob Du das bereits getan hast, aber ich würde vorgängig andere Fragen klären:


    - Je nachdem wo Dein Kind aktuell das Gymnasium besucht, ist das mit einem Gymnasium in der Schweiz nicht vergleichbar. Ist Dein Kind in der Lage in entsprechend kurzer Zeit massiv an Unterrichtsstoff aufzuarbeiten?

    - Decken sich die Anforderungen an die Fremdsprachenkenntnisse mit den bisherigen Zeiten bei Deinem Kind?

    - In welches Profil soll Dein Kind wechseln? Das Maturitätsprofil wird hier nach der 2. Klasse am Gymnasium (in D also nach der 8. Klasse) oder nach der 2. bzw. 3. Klasse Sekundarschule beim Wechsel auf das Kurzgymnasium gewählt.


    Ich denke Ihr solltet vorgängig die Situation mit der zuständigen Stelle klären, was es genau für Möglichkeiten für die Aufnahme in ein Gymnasium gibt und welche Anforderungen bestehen bzw. Leistungsnachweise erbracht werden müssen, bevor man sich Gedanken über ein Auswahl der Wohnung zum gewünschten Schulort überhaupt machen kann.

    Du & Dein Chef können sich entspannen. Du musst auch nichts weiter unternehmen:


    -> Flyer Freizügigkeit


    Arbeitsvertrag, Anmeldung auf der Gemeinde (ggfs. schon mit KV-Nachweis). Mehr braucht es nicht. (Für die genannten EU-Bürger und bei unbefristetem bzw. über 12 Monate Vertrag)


    Und dann warten bis die Einladung des Amts für Migration kommt für die biometrische Erfassung.

    Leider nein. Es gilt für alle aus Deutschland stammenden Einkünfte.

    Zitat von Art. 4 Abs. 4 DBA-D-CH

    Bei einer in der Schweiz ansässigen natürlichen Person, die nicht die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt und die in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt mindestens fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig war, kann die Bundesrepublik Deutschland in dem Jahr, in dem die unbeschränkte Steuerpflicht zuletzt geendet hat, und in den folgenden fünf Jahren die aus der Bundesrepublik Deutschland stammenden Einkünfte und die in der Bundesrepublik Deutschland belegenen Ver­mögenswerte, ungeachtet anderer Bestimmungen des Abkommens, besteuern.


    Hebel wäre, keine 5 Jahre in D unbeschränkt steuerpflichtig gewesen zu sein.


    Eine Ausnahme gibt es noch:


    Zitat von Art. 4 Abs. 4 DBA-D-CH

    Die Bestimmungen dieses Absatzes gelten nicht, wenn die natürliche Person in der Schweiz ansässig geworden ist, um hier eine echte unselbständige Arbeit für einen Arbeitgeber auszuüben, an dem sie über das Arbeitsverhältnis hinaus weder unmittelbar noch mittelbar durch Beteiligung oder in anderer Weise wirtschaftlich wesentlich interessiert ist.

    Da die allermeisten Auswanderer aufgrund eines Arbeitsvertrages als abhängig Beschäftigte in die Schweiz ziehen, tritt dies kaum in Kraft. Aber bei allem was Firmengründungen, Freelancer & Co sind, ist das zu beachten. Wenn er selbst eine GmbH oder AG gründet, so ist er ja beteiligt oder wirtschaftlich Berechtigter. Dann wirkt der Artikel.


    Und dann gilt: Was der jan82 sagt: Guter Steuerberater, vorab intensiv planen und ggfs. ein Ruling machen lassen.


    Oder Amish : Eine Anstellung in der Schweiz suchen, dann zügeln. Sollte in dem Bereich eigentlich nicht so schwer sein.

    Du bleibst - 5 Jahre unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland unterstellt - für weitere 5 Jahre in Deutschland steuerpflichtig in diesem Konstrukt. Alle Deine aus Deutschland stammende Einnahmen (Remote/Homeoffice spielt daher keine Rolle) sind laut DBA der deutschen Steuer unterworfen.


    Eine legale Umgehung / Vermeidung gibt es da prinzipiell nicht und gerade wenn es um nennenswerte Summen geht auch unter besondere Beobachtung des deutschen FA.

    Und warum keine WGs in Baar?


    In der WG gibt es die solidarische Haftung für den Mietpreis. Zieht einer aus der WG aus und wird das Zimmer nicht sofort weitervermietet, zahlen die übrigen Bewohner für diese Zeit höhere anteilige Mieten. In einer Gegend mit extrem hohen Mietpreisen ist das ein Risiko, was wohl nur wenige eingehen wollen. :nerd_face:

    Die Zusammenveranlagung habt Ihr nur, wenn der Mann in Deutschland einen Wohnsitz hat. Hat er in Deutschland keinen Wohnsitz, kann er hier nicht unbeschränkt steuerpflichtig sein, somit keine Zusammenveranlagung.

    Nach dem geschilderten Stand: Mann in Deutschland keinen Wohnsitz, Frau mit 2 Kindern allein, hat die Frau die Steuerklasse 2 (Alleinstehend mit Kind(ern).

    Der Mann versteuert nach dem jetzigen Stand in der Schweiz. Die Frau in Deutschland als Alleinstehende mit Kindern.

    Ohne Scheidung kommt man nicht in Steuerklasse 2 (die nur auf Antrag erteilt wird). Im Trennungsjahr gilt Steuerklasse 1.


    Zudem kreuzt sich das mit §8 AO, selbst die höhere Hürde aus I R 22/06. BStBI II 2007 die auf das DBA abzielt dürfte durch eine eheliche Wohnung gerissen werden.


    Wenn das bei Dir so ist würde ich mal ganz schnell eine Klärung beim FA anstreben um sicherzustellen, dass Dir da keine nachteilige Auslegung der getätigten Auskünfte droht.


    Die Idee, einfach eine kleine Wohnung in der Schweiz zu mieten und dann dort die Steuern zahlen zu wollen hatten ja schon ein paar mehr Leute. Aus diesem Grund wurden bereits im DBA die Sicherungen über nachlaufende Besteuerung und Festlegung der steuerlichen Ansässigkeit eingebaut.

    Warum steht bei "Kindergeld" für die Schweiz eine "0"? Es gibt hier eine Familienzulage von je nach Kanton 200 - 250 CHF pro Kind.


    Und warum entstehen beim Status "Grenzgänger" Mieteinnahmen? Hier sind die Einnahmen ohnehin mit Vorsicht zu geniessen, da Immobilien im Belegenheitsstaat zu versteuern sind, auch die Mieteinnahmen. Für diesen Part bleibt man also beschränkt steuerpflichtig in D, was die Einnahmen erheblich schmälern kann.


    Bei der Miete lohnt sicher ein Blick über die Kantonsgrenzen und dann ein pendeln mit dem ÖV, der hier ganz fantastisch ausgebaut ist.


    KK Schweiz dürfte eher 300 + 300 + 100 + 100 sein. Zumal wenn man es mit der deutschen GKV vergleicht :beaming_face_with_smiling_eyes:


    Und Kinderbetreuung würde bei nur einem Gehalt vorerst ja gar nicht anfallen. Vorschule ist je nach Kanton ab 4 oder 5 Jahren verpflichtend, muss also abhängig vom Wohnort gerechnet werden.

    Schweizer (Doppelbürger sind in den Abkommen i.d.R. nicht gesondert beachtet, was meist von Vorteil ist), Wohnung in der Schweiz, jedes WE dort...grob geschätzt dürfte eine blosse Anmietung einer Wohnung in Deutschland da nicht schädlich bzw. steuerwirksam sein, zumal die Beschäftigungen obendrein alle in der Schweiz verbleiben. Selbst bei einer unterstellten Verlagerung der Ansässigkeit würde das Steuerprivileg in der Schweiz verbleiben. Durch die regelmässige Rückkehr sowie die Arbeit in der Schweiz sollte das im Bereich der SV, melderechtlich sowie für das Militär auch kein Thema sein.