Beiträge von Markus Schulz

    Unsere Erfahrung ist eine andere:


    Mein grösseres Beutekind sucht eine Ausbildung auf nächstes Jahr. Innert 2 Tagen haben wird für ihn zwei Schnupper-Parktika mit Aussicht auf einen Ausbildungsplatz bei den Handwerkern bei uns vor Ort organisieren können. Ein grosser Konzern hat seine spontane Anfrage per Mail dann Samstags beantwortet und ein Praktikum angeboten. Handwerker sind gesucht.

    Die Appenzeller Brauerei macht ein vorzügliches Schwarzbier: Schwarzer Kristall.


    Und die Luzerner hat ganz überraschend ein recht gutes helles, das "Original" : Brauerei Luzern AG


    Gut verfügbar sind auch diverse italienische Biere, je nach Geschmack kann da auch was dabei sein. Generell gibt es viele kleinere Brauereien die man lokal dann kaufen kann. Ganz ähnlich wie in Oberbayern :winking_face:

    Mit Frau und 2 Kindern in Deutschland und der damit vorhandenen Wohnstätte in der ehelichen Wohnung wirst Du die steuerliche Ansässigkeit aus Deutschland kaum heraus bekommen. Und rein faktisch bleibt Dein Lebensmittelpunkt ja auch in Deutschland.

    "Mein AG würde jedoch ca. 80% Anwesenheit in der Schweiz verlangen wenn ich die neue Position annehme"


    Das verlangt er genau aus dem Grund weil sonst die SV-Pflicht in Deutschland liegt. Und das kann eine Personalbuchhaltung in der Schweiz kaum abbilden, wenn die Abrechnungssoftware nicht für diese Fälle gestrickt worden ist. Zusätzlich würde dieser Konstrukt nach Auslaufen der Corona-Regelungen zu einer "Betriebsstätte" Deines AG in Deutschland führen. Das ist insbesondere in Konzernstrukturen meist nicht gewünscht weil es einen Rattenschwanz an steuerlichen Fragen nach sich zieht.


    Wieso Du dann aber darüber nachdenkst "nicht zu pendeln" und von zu Hause zu arbeiten verstehe ich nicht. Die Möglichkeit existiert mit 80% Vor-Ort doch gar nicht?


    Also: Bewilligung B, arbeiten (80 %) und wohnen in der Schweiz. Deine steuerliche Ansässigkeit verbleibt aufgrund der familiären Situation dann ohnehin in Deutschland.


    Eine Umgehung dieser Version auf "eigene Faust" weil man remote arbeiten kann ist im schlimmsten Fall dann sehr teuer und strafbewehrt.


    PS: Hier ist übrigens eine Merkwürdigkeit der Steuergesetzgebung zu erkennen: die Einkommenssteuer und SV würde sich bei der Arbeit auf Deinen Aufenthaltsort während der Tätigkeit beziehen. Also HO in Deutschland -> Deutschland besteuert und die SV liegt hier. Würdest Du das hingegen als Freiberufler/Gewerbe als (echte) Remote-Tätigkeit leisten, so dürftest Du dies umsatzsteuerfrei abrechnen (mit reverse charge), da Tätigkeiten auf Remotesystemen dem Betriebsstandort zugerechnet werden an dem der Server für die Remote-Dienste steht. Für eine Tätigkeit würden gleichzeitig zwei Betriebsstätten angenommen. Verrückt. :winking_face:

    Die berühmt-berüchtigte "Wohnstätte" deren blosse Annahme durch das Deutsche Finanzamt z.B. Erbschaftssteuer auf die gesamte Masse in Höhe von 30 - 50% auslösen kann.


    Wer da mit 100k Beraterkosten rauskommt kann sich auch in Zug eine Immobilie leisten :face_with_tears_of_joy: :winking_face:

    "eine deutsche Adresse, denn Deutschland darf keine Steuerbescheide in die Schweiz schicken"


    Das stimmt nicht. Die haben zwar gerne einen "Empfangsbevollmächtigten*" in Deutschland und bitten auch darum, haben für Postverkehr mit der Schweiz aber die Sonderregelung, dass ein Brief als zugestellt gilt mit einer vermuteten Laufzeit von einer Woche. Die Beweislast für einen Nicht-Zustellung fällt an den Empfänger. Steht so im Erläuterungsbogen den uns ein Finanzamt aus Deutschland zugeschickt hat.


    *fällt dieser "unbemerkt" aus, kommt man im schlimmsten Fall in Teufels Küche. Ich würde da von abraten, oder maximal eine Kanzlei/Steuerberater angeben.

    Du musst nicht nachweisen dass es nicht Dein Wohnsitz ist sondern vielmehr Dir nicht als "Wohnstätte" dienen kann. Da ist die Hürde noch viel höher. Jan82 hatte mal das mit dem Schlüssel geschrieben, aber da hängt man sicherlich vom Good-Will des FA ab, zumal wenn das Ding leersteht. Da eine Immo-Verwaltung drauf zu setzen ist ja schon recht viel,


    Angesichts der zu befürchtenden Änderungen nach der Wahl würde ich im aktuellen Marktumfeld verkaufen. Leg das Geld richtig an und vererbe den Kindern später eine ordentliche Summe, im Besten Fall ohne Erbschaftssteuer (Falls Du die schweizerische Staatsbürgerschaft anstrebst kannst Du dann auch Immobilien in der Schweiz "steuerfrei" an die Kinder (selbst die in Deutschland) vererben. Aber keinesfalls verschenken, denn das deckt das E-DBA nicht ab und die Erwerbe sind dann steuerpflichtig.)

    Das ist so korrekt. Sogar aus doppelter Hinsicht:


    Deutschland veranlagt aufgrund ErbStG §2. Obendrein haben die Schweiz und Deutschland ein DBA im Bereich der Erbschaften geschlossen, E-DBA. Darin ist geregelt, dass das Besteuerungsrecht grundsätzlich dem Belegenheitsstaat zufällt. Bei Immobilien also immer dem Land in dem die Liegenschaft befindlich ist. (Ausnahme ist sogenanntes "Schweizer Heimatvermögen" für umgekehrte Fälle und ein paar Spezialitäten, aber das ist hier nicht der Fall.)


    Abzugsfähig dürfte die Steuer nicht sein, Deine Frau versteuert sicherlich ein Schweizer Einkommen. Hingegen ist der Wert der Erbschaft als "Vermögen" mindestens satzbestimmend bei der nächsten Erklärung zu berücksichtigen.


    Und ja, eine Erbengemeinschaft ist wie eine "GBR" die durch den Erbfall entstanden ist. Deine Frau ist damit in Deutschland beschränkt steuerpflichtig, nämlich genau für den Sachverhalt der vermieteten Wohnung. Bei beschränkter Steuerpflicht fallen viele Freibeträge weg, das wird also immer direkt eine ordentliche Summe, wenn denn Gewinn erzielt wird.


    Die Vermögenssteuer hingegen ist in Deutschland (noch) ausgesetzt. Nach dem zu befürchtenden RRG-Bündnis im September wird sie aber sehr flott in beachtlicher Höhe wieder hervorgezaubert werden. Und da wird es dann für Deine Frau wieder keine "Freibeträge" geben, da beschränkt steuerpflichtig im Ausland. 1% Substanzsteuer wird es sicher werden, was man mit Vermietung (und der damit einhergehenden Administration) in diesem speziellen Fall kaum erzielen wird.


    PS: Wir haben eine sehr gute Kanzlei in Köln/München für internationales Erbrecht mandatiert. Falls der Fall doch komplexer ist als hier dargestellt kann ich einen Kontakt vermitteln. Aber es liest sicher eher so als gäbe es da für Deine Frau kaum Hoffnung.

    Und dazu noch das Stichwort "Betriebsstätte". Dein AG in der Schweiz dürfte mit diesem Pensum in D eine begründen - zumindest aus Sicht der deutschen Finanzbehörden und der Sozialversicherung. Und das muss man schon wollen als AG.


    Wieso also nicht das Haus verkaufen? Der Immobilienmarkt für EFH ist doch gerade richtig gut.

    Für diesen Fall - Beibehaltung der Mandate in Deutschland und Wohnsitzverlagerung - ergibt sich nach dem DBA eine nachlaufende Besteuerung für 5 Jahre. D.h. Geld das mit diesen Mandaten in Deutschland verdient wird unterliegt der Besteuerung in Deutschland. Zusätzlich kann ein Einsatz vor Ort jeweils Fragen der Entsendung im Bereich der SVA auslösen.


    Daher wäre die Standard-Lösung (Gründung Kapitalgesellschaft in der Schweiz, Anstellung und "Neubegründung" der Mandate) sicherlich eine überlegenswerte Option.

    Zum Punkt 3 noch ein Nachtrag:


    Wie zu erwarten hat sich Deutschland erhebliche Zugriffsrechte auch nach dem Wegzug "gesichert". Im DBA die überdachende und nachlaufende Besteuerung, im E-DBA ebenso, hier mit dem Umweg z.B. über das ErbStG, dass jeden, der weniger als 5 Jahre aus Deutschland dauerhaft weggezogen ist dennoch als "Inländer" erklärt und sich damit bei einer Schenkung oder Erbschaft in diesem Zeitraum ein vollständiges Besteuerungsrecht zuweist.

    Es ist in jedem Fall immer eine Einzelfallentscheidung, daher gibt es auch keine veröffentlichten Werte. Was man dazurechnen muss ist der Aufwand den man in der Gemeinde produziert und ob die Gegenrechnung mit der Steuerzahlung ungefähr übereinstimmt.

    Nach meinem Verständnis kannst Du da wohl keinen Umzug tätigen. Der Zoll sagt: "Zuziehende aus den 25 ersten EU-Staaten sowie aus den EFTA-Staaten müssen keine Zusicherung einer Aufenthaltsbewilligung vorlegen. Sie weisen die Wohnsitzverlegung mit anderen Mitteln nach (Arbeitsvertrag, Mietvertrag, Abmeldebestätigung im Abgangsland)."


    Du hast nur einen Arbeitsvertrag aber noch keine Adresse an die das Umzugsgut hin soll. Ausser der Campingplatz kann auch für eine Anmeldung in der Gemeinde genutzt werden, was ich aber für fraglich halte. Ob man sich da Post hinschicken lassen kann wird nicht entscheidend sein.


    Für 01.09. musst Du dann jetzt aber speditiv vorgehen...

    Das mit der Betriebsstätte wird definitiv ein Thema werden. Selbst die eher pragmatisch aufgestellte Schweiz (genauer hier Kanton ZH) betrachtet bereits einen in der Schweiz angemieteten Server als "Betriebsstätte" im Sinne des Steuerrechts.


    Die AO in Deutschland spricht hier ganz allgemein von "fester Einrichtung". Das ist, insbesondere nach genau in diese Richtung laufender Bestrebungen der OECD, bei einem Home-Office in dem dann obendrein in nennenswertem Umfang gearbeitet wird wohl genau so zu sehen.


    Nach der Home-Office-Runde durch Corona wird das nun nachgängig ein für viele überraschendes Thema werden.

    Machen wir etwas "Wanderungs-Theorie"...in der Kultur- und Sozialgeographie gibt es dazu ja passende Literatur.


    Grob zusammengefasst: Es gibt sogenannte Push- und Pull-Faktoren. Also einfach die Punkte die einen in ein Land ziehen, z.B. weil man dort die gewünschte Landschaft hat, und diejenigen, die einen dazu bringen, das bisherige Land zu verlassen.


    Erfolgreich auswandern geht wohl am Besten, wenn man die Pull-Faktoren (die keine umgekehrten Push-Faktoren sein dürfen) stärker berücksichtigt als die Push-Faktoren. Denn sonst bringt man eine Erwartungshaltung auf Besserung im neuen Land mit und bürdet sogar Ansprüche dem neuen Umfeld auf.


    Einfaches Beispiel: Im alten Land gefallen mir die Leute nicht, ich komme nicht in die Gemeinschaft rein, die sind doof, ich will weg. Ist das mein Grund für die Auswanderung, so erwarte ich vom neuen Umfeld bereits dass DIE mich besser integrieren. Passiert das nicht, wird ganz schnell eine "Jetzt bin ich extra hierher gezogen"-Frustration aufgebaut. I.d.R. scheitert die Auswanderung dann.


    Das kann man auf das hier genannte politisches System übertragen. Gefällt mir ein System oder die Mitbestimmung in einem Land nicht und wandere ich deshalb aus, erwarte ich Besserung im neuen Land. Und gerade hier kommt man dann in der Schweiz regelmässig in die Situation, dass man 10 Jahre lang gar nicht mitbestimmen darf, nicht mal wählen.


    Sucht Euch also Gründe warum ihr in ein Land wollt, prüft diese ob es wirklich so ist und nicht nur der Schein von wenigen kurzen Urlaubsaufenthalten oder gar Hörensagen. Dann gründlich (nicht zwingend lange) vorbereiten und es klappt mit hoher Wahrscheinlichkeit. Nölige "Weglaufer" werden es immer und überall schwer haben.

    Und ich wüsste auch mal gern, zu was man in Deutschland alles böses gezwungen wird.

    Nun ja, also da gibt es ja schon ein Ding: exorbitante Steuern und Abgaben, nicht nur auf Einkommen sondern auch Energie und Co.


    Allerdings: bei der Belastung durch Vermögensteuer, die in Deutschland nicht erhoben wird, frage ich mich ob es wirklich so schlimm ist :face_with_tears_of_joy: :smiling_face_with_sunglasses:

    Das ist in der Tat einer der Nachteile (Vorteile?) bei IB: sie behalten keine Kapitalertragssteuer ein. Für US-ETFs werden 15% Quellensteuer einbehalten (30%, falls man das W8-BEN nicht ausgefüllt hat), welche man über das DA-1 wieder zurückbekommen kann.

    Bei steuerlicher Ansässigkeit in DE ist das natürlich ungünstiger, da man dann alles in der Steuererklärung angeben muss und erst mit der Veranlagung die genaue Steuerschuld ausgerechnet bekommt (=man muss etwas Geld zurückbehalten, um die Steuern zu begleichen).

    Also bei mir wird die Kapitalertragssteuer auf Dividenden einbehalten, diese kann dann in der Steuererklärung verrechnet werden (daher hier: Verrechnungssteuer, die vorrangig an der Quelle erhoben wurde). Und ich habe es jetzt nicht genau präsent, aber ich glaube das war auch auf Titel an ausländischen Börsen der Fall, auch in der 35% Höhe.

    Diesen Satz verstehe ich nicht. Meinen die Banken damit, dass man keine Aktien / Fonds ausserhalb der Schweiz kaufen sollte? Wenn das wirklich die Aussage von ein paar Bänkern war, dann trete ich gerne den Gegenbeweis an, dass das nicht stimmt.

    "Belegbar nicht ertragreicher" - so was kann nur von einem Bankverkäufer kommen! Die Schweiz hat nicht mal 3% vom weltweiten Aktienmarkt.

    Die Untersuchungen der Bank sind eher ein Argument gegen das eigene "Standard-Wealth-Management" der Banken. Wenn Du z.B. bei der UBS einen Betrag in die aktive Vermögensverwaltung gibst, legen die Jungs/Mädels als erstes mal 5 Wechselkonten an, damit in andere Märkte "diversifiziert" werden kann. Und genau das ist kein Mittel zur Ertragsmaximierung gegenüber einer Diversifikation innerhalb des Schweizer Marktes. D.h. Du kannst mit Schweizer Titel genauso ertragreich arbeiten wie mit einer weltweiten Streuung. Dass man u.U. dennoch weltweit agiert bleibt ja dennoch möglich und wohl auch sinnvoll. Aber der Automatismus "Es muss mindestens auch EU-weit sein" ist nicht zwingend sinnvoll.

    Noch ein Nachtrag: Die Bewertung ob eine Steuererklärung abzugeben ist, ist nicht ausschliesslich vom Erwerbseinkommen abhängig. Dazu müssen alle Steuerfaktoren betrachtet werden. Und das kann dazu führen dass man auch mit bescheidenem Einkommen (war bei mir bisher der Fall) eine reguläre Steuererklärung machen muss.


    Beim Punkt Kapitalertragssteuer wäre ich mir nicht sicher, ob IB dies nicht nach steuerlicher Ansässigkeit einbehält/abführt. Dann wäre, um die Verrechnungssteuer zu nutzen, eine ordentliche Veranlagung u.U. sinnvoll.


    Und prinzipiell: warum ETFs in EUR? Nach Aussage mehrerer Grossbanken in der Schweiz ist eine Diversifikation des Portfolios in Märkte ausserhalb der Schweiz belegbar nicht ertragreicher. Obendrein wäre ich (auch im bescheideneren Umfang) sehr skeptisch, meine Vermögenswerte nicht im Wohnsitzland zu halten. Was macht Ihr mit einem Depot in Deutschland wenn nach der Wahl eine Vermögenssteuer oder gar -abgabe kommt? Wie bereits mehrfach in anderen Themenbereichen gesehen, wird Deutschland jegliche Freibeträge für Personen im Ausland verweigern.



    Die Schweiz ist ja nicht gerade der schlechteste Finanzplatz, über einen Broker wie IB hat man recht breite Bereiche abgedeckt zu sehr niedrigen Kosten. Da würde ich kein Risiko mit den klebrigen Fingern der deutschen Finanzbehörden eingehen wollen...