Eltern ziehen als Rentner in die Schweiz

  • Hallo zusammen,


    ich brauche mal wieder den Rat des Forums. Was am Anfang als Schnapsidee begann könnte eventuell zur Realität werden. Meine Eltern überlegen in eine Einliegerwohnung in einer gemeinsamen Immobilie mit mir und meiner Partnerin hier in der Schweiz zu ziehen. Sie sind beide in Rente und würden Ihren Lebensabend gerne in der Schweiz verbringen und näher an der Familie sein als allein in Deutschland :)
    Ganz generell würde ich gerne wissen ob es hier Erfahrungswerte aus dem Forum gibt, welche Bedingungen für Rentner aus Deutschland zum Auswandern in die Schweiz gelten? Hat jemand aus dem Forum dies schon selber erlebt? :)


    Ich würde mich über Antworten freuen!


    Liebe Grüsse
    Neil

  • Hallo Neil,


    mein Mann ist auch in Rente und lebt mit mir in der Schweiz.
    Prinzipell ist das kein Problem, wenn deine Eltern eine ausreichende Rente bekommen.
    Ich musste für meinen Mann eine Bürgschaft übernehmen, dass ich (weil er nur eine kleine Rente hat)
    für ihn Aufkomme, damit er den Sozialbehörden nicht zur Last fällt.
    Frag doch einfach mal auf deiner Gemeinde nach, was das Mindesteinkommen in der Schweiz ist.
    Da sie ggf. Mietzinsfrei bei euch wohnen können, dürfte das kein Problem sein. Da ja beide Eltern
    sicher über die deutsche Rente krankenversichert sind, müsst ihr hier einen Antrag auf Befreiung von
    der Krankenkassenpflicht stellen. Sie bekommen dann über die KVG ein Versicherungskärtli und können
    in der Schweiz ganz legal mit dem Kärtli zum Arzt gehen (hier ist die Grundversicherung) Zusatzversicherungen
    dürften schwer sein, aber sie dürfen auch in D ganz normal zum Arzt.


    Hoffe, ich konnte dir etwas helfen.
    Gruss
    Beate

  • Hallo Beate,


    ich habe nochmal eine Frage zur Krankenversicherung. Du hast gesagt man bekommt ein Kärtli von der KVG und kann damit normal in der Schweiz zum Arzt gehen. Heisst normal in dem Fall dass man auch normal alles selber bezahlt? Man hat ja dann keine Franchise mit der Versicherung aus Deutschland. Wie genau läuft dass dann ab?


    Vielen Dank für deine Hilfe und liebe Grüsse


    Neil

  • Hallo Beate, Hallo Neil


    Zur Zusatzversicherung kann ich nur sagen, das wenn die Personen (also Ehemann oder Eltern) gesund sind, es kein Problem ist, auch in hohem Alter diese abzuschliessen. Die Altersgrenze ist zumindest bei uns derzeit aufgehoben und für bestimmte Leistungen, die vielleicht in der Zukunft benötigt werden eine gute Investition.


    (Es gab mal Altersgrenzen 60, 70 und 75 Jahre (je nach Leistungswunsch) - da waren viele "gesunde Menschen" echt aufgeschmissen, als sie sich versichern lassen wollten)


    Das also nur mal zur Info


    LG

    Kerstin

  • Hallo Neil,


    du musst die normalen Franchise 300 Chf und Zuzahlung bis 700 Chf im Jahr machen. Aber auch in Deutschland muss man ja Zuzahlungen zu Medikamenten machen. Mein Mann fährt in der Schweiz sogar besser. Allerdings ist halt keine Zahnversicherung dabei, ob du diese als Zusatzversicherung abschliessen kannst, kann dir Kerstin sicher besser sagen.


    Schönen Sonntag

  • Vielen Dank euch beiden für die Antworten!


    Da meine Mutter sich zum Zeitpunkt des Umzuges noch nicht im rentenfähigen Alter befinden wird (59 Jahre) gestaltet sich das ganze doch etwas komplizierter. So ist sie bis zum Erreichen der 64 Jahre noch AHV Beitragspflichtig und wurde demnach auch eine minimale Rente für die Einzahlung der 5 Jahre in der Schweiz erhalten. In anderen Foren/Artikeln habe ich gelesen dass eine Versicherung über eine deutsche Krankenkasse bei Bezug von einer Rente aus dem Ausland nicht mehr möglich ist. Was ich auch so aus den Richtlinien des DVAK rauslese wobei das natürlich wieder nur für Rentner gilt.

    Eine Mitnahme aufgrund der Familienversicherung in Deutschland scheint aber möglich zu sein. (siehe Anhang)


    Jetzt stellen sich mir mehrere Fragen:

    - Meine Mutter könnte, als Ehefrau meines Mannes, im Zuge des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erlangen die an jene ihres Mannes gekoppelt ist. Gilt dann aber auch die Möglichkeit auf Befreiung der Krankenkassenpflicht für sie? Oder anders gesagt wo liegt der Unterschied in Erwerb der Bewilligung B als "normaler" Nichterwerbstätiger und dem Erwerb durch Familiennachzug?


    - Falls der oben geschilderte Fall mit dem Bezug der zwei Renten korrekt ist, kann man auf den Bezug der AHV Rente freiwillig verzichten? (Da sie so minimal wäre, würde es kaum einen Unterschied ausmachen)


    - Meine Mutter könnte ihren deutschen Wohnsitz bis zum Renteneintrittsalter behalten und würde aufgrund des Mannes auch eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhalten. Ist die Aufenthaltsbewilligung immer an einen Wohnsitz in der Schweiz gekoppelt und damit an alle Pflichten (AHV/ Krankenversicherung etc?)

    Auf der Website des Kanton Zürich gelten folgende Bedingungen einer Aufenthaltsbewilligung für Nichterwerbstätige:

    • übrige Nichterwerbstätige.

    In jedem Fall müssen dafür ausreichende finanzielle Mittel sowie eine ausreichende Kranken- und Unfallversicherung nachgewiesen werden können. Je nach Aufenthaltszweck kommen noch weitere Voraussetzungen hinzu.


    -> Ist damit die Kranken- und Unfallversicherung in der Schweiz gemeint oder würde auch die deutsche akzeptiert werden?



    Ich weiss Fragen über Fragen aber ich würde mich über jede Antwort und Hilfe freuen! :slightly_smiling_face:


    Liebe Grüsse