Schweizer Krankenversicherung als Grenzgänger

  • Guten Tag liebes Forum,


    ich werde mich in der Schweiz als Grenzgänger krankenversichern lassen.
    In Deutschland wähle ich eine entsprechende Partnerkasse.


    Mit Formular E106 sind die Leistungen gesetzlich geregelt:
    In der Schweiz gemäß dem Krankenversicherungsgesetz (KVG)
    In Deutschland nach dem sogenannten Sachleistungsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung Deutschland, geregelt über das Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V)


    Meine Frage also: Wenn ich die Grundversicherung in der Schweiz abschließe (ohne Zusatzversicherungen), erhalte ich dann dennoch, beispielsweise eine Zahnbehandlung in Deutschland über die Partnerkasse, obwohl diese Zahnbehandlung in CH privat wäre?
    Sprich, rechnet die Partnerkasse das mit der CH KV ab, oder bekomme ich dann von der CH KV eine Privatrechnung? Zudem soll die Selbstbeteiligung bei Behandlungen in D nicht fällig werden.


    Vielen Dank für eure Antworten.


    Beste Grüße

  • Du kannst in Deutschland alle gesetzlichen Leistungen der KK in Anspruch nehmen - dazu gehört auch der Zahnarzt. Einen (generellen) Selbstbehalt gibt es bei Behandlungen in Deutschland nicht.

  • Das wiederum würde bedeuten, dass es als Grenzgänger keinen Sinn macht Zusatzversicherungen zur CH Grundversicherung abzuschießen.
    Ich habe in D eine Zahnzusatzversicherung und Chefarzt+Zweibettzimmer und würde diese dann beibehalten.


    Mein aktuelles günstigstes Angebot der SWICA Grundversicherung beläuft sich auf CHF 215/Monat mit CHF 300 Franchise und 10% Selbstbeteiligung.


    Das wäre extrem günstig, insbesondere im Vergleich zu einer Freiwilligen Versicherung in D bei der ich den Höchstsatz von über € 830 bezahlen müsste.


    Macht meine Überlegung oben Sinn, oder vergesse ich hier etwas? Ich möchte keinen Fehler machen und bei einer möglichen Krankheit bestmöglichst in D versorgt sein.

  • Als GG würde ich die Zusatzversicherung (aus deutscher Perspektive) auch dort abschliessen wo es möglichst günstig ist - und das ist in CH vermutlich nicht der Fall. Einfach darauf achten, dass im Notfall die Rückführung nach Deutschland abgedeckt ist. Nicht, dass du dann nach einem Unfall/Notfall in CH sitzt und die Leistungen gar nicht beanspruchen kannst, weil du nicht im Versicherungsland bist (ausser sie übernehmen die gleiche Behandlung auch in der Schweiz).


    In Polen ist die KK so desolat - auch die privaten - dass ich weiterhin voll in der Schweiz versichert bleibe. Die schliessen im Grunde alle Zusatzleistungen westlich von Oder und Neisse aus.


    Das mit Versicherungen ist immer undankbar. Pass da gut auf: der Teufel ist ein Eichhörnchen.

  • Ein Thema ist noch die Plegeversicherung. Du bekämst auch da eben nur Sachleistungen, weshalb manchmal empfohlen wird, hier eine Zusatzversicherung in Deutschland abzuschliessen.


    Zahnzusatzversicherung in Deutschland ist weiterhin sinnvoll.
    Bezüglich Zweibettzimmer und Chefarzt: Diese Versicherung habe ich gekündigt. Im Zweifelsfall würde ich mich immer in einem Schweizer Spital behandeln lassen - da sind Zweitbettzimmer auch schon recht gängig - ohne Aufpreis.