Beiträge von clyde

    Ich kann myHammer* für Umzugsunternehmen nicht empfehlen. Da kamen ein paar ganz dubiose "Unternehmer" vorbei. Auch die Abschätzung des Volumens und des Gewichts war sehr, sehr unterschiedlich von diesen sogenannten "Profis".
    Von 2.000€ und einem Typen, der 3-4 Mal mit seinem Sprinter fahren wollte über "7,5t LKW reichen nicht aus" Angebote für 10.000€ (2 Fahrer, Übernachtungen usw.) war fast alles dabei.


    Selbst mit dem LKW fahren halte ich für fast unmöglich. Du brauchst eine Tankkarte, um die Autobahnmaut an der Grenze lösen zu können (wird über den Kilometerstand abgerechnet) und es gibt ein Nacht- und Sonntagsfahrverbot.


    Wir haben im Endeffekt alles selbst gemacht mit 2 großen Sprintern. Wir hatten den Luxus in der alten Wohnung und vor Ort bei der neuen Wohnung ein paar Umzugshelfer zu haben. Wir hatten große Panik davor auf die Waage zu müssen, wurden aber glücklicherweise durchgewunken. Die Zuladung von einem Sprinter sind teilweise lächerlich (Kofferaufbau hat ein wenig mehr!).


    Eine gut vorbereitete Umzugsgutliste ist elementar wichtig, wenn der Zöllner da seine Zweifel hat wird es unangenehm! ("Laden Sie doch mal bitte Umzugskarton 32 aus!"). Man muss zu den Zollöffnungszeiten da sein, wenn man am Samstag es nicht schafft bleibt man bis Montag morgens stehen! Bei uns war das Umzugswochenende Hardcore. Wir haben Freitag eingeladen, standen Samstag vor der Zollöffnung schon beim Zoll und haben Sonntag die Fahrzeuge wieder zurück gefahren.

    Würde ich es wieder so machen? Ja, sicher! Wir haben ein Haufen Kohle gespart.


    Ich würde jedem raten vor so einem Umzug noch ein paar Sachen auf ebay Kleinanzeigen zu verkaufen und gut auszumisten :beaming_face_with_smiling_eyes:
    Wir haben fast zum Neupreis ein paar Ikea Kommoden und einen Kleiderschrank verkloppt bekommen. Für das Geld kann man sich das Zeug in der Schweiz auch fast wieder neu kaufen und man spart sich die Ab- und Aufbauerei und die Schlepperei.

    PS: falls jemand bei Sixt* Lörrach abgeben möchte. Macht VOR dem Fahrtantritt am Ursprungsort Fotos vom Zustand des Autos! Ich hatte eine All-In Versicherung, und musste zum Glück deshalb nichts bezahlen für zwei Kratzer an den Felgen. Die waren definitiv nicht von mir, allerdings habe ich vorher nicht ausreichend Fotos gemacht (und die Kratzer nicht gesehen, da es schon dunkel war bei der Abholung des Autos am Vortag)

    Das ist ein super Hinweis, habe ich ganz vergessen!
    Bei uns war auch der halbe Koffer verkratzt, was man abends bei der Übergabe auf dem dunklen Parkplatz nicht gesehen hatte.
    Zum Glück hatte ich ein paar Fotos gemacht, auf denen ein Schaden zu sehen war. Habe nicht gezahlt und als 'Beweis' die Fotos geschickt. Hat mir viel Geld gespart!

    Ich hatte bei meinem Umzug auch Umzugswägen von Sixt*, ich habe in den sauren Apfel gebissen und das Fahrzeug da abgegeben wo ich es ausgeliehen hatte.
    Innerhalb von Deutschland kostet es schon ein halbes Vermögen wenn du das Fahrzeug in einer anderen Stadt abgibst (nennt sich Einwegmiete).
    Ich kann mir vorstellen, dass eine grenzüberschreitende Einwegmiete sehr, sehr, sehr teuer ist.


    Führerschein umschreiben lassen hat bei mir 2 Tage gedauert und hat 80 CHF gekostet.
    Du kannst selbstverständlich auch mit einem CH Führerschein im Ausland ein Fahrzeug mieten.

    1)Muss ich mich in Deutschland abmelden?

    Laut deutschem Melderecht - ja.
    "Wer aus einer Wohnung auszieht und keine neue Wohnung im Inland bezieht, muss sich bei der Meldebehörde innerhalb von zwei Wochen nach Auszug abmelden (§ 17 Abs. 2 S. 1 BMG). Eine Abmeldung ist frühestens eine Woche vor Auszug möglich (§ 17 Abs. 2 S. 2 BMG)."



    2)Welche Konsequenzen hat es wenn man sich nicht abmeldet bzw. Vor und Nachteile?

    Ich wüsste nicht welche Vorteile es haben sollte noch in Deutschland gemeldet zu sein wenn man dort nicht mehr lebt.
    Nachteil: du bekommst evtl weiterhin Post von Ämtern/Gerichten/Behörden an deine 'ladefähige Adresse' geschickt. Musst dich mit dem Finanzamt rumärgern. (Und es könnte ein Bußgeld geben?)



    4)Kann man sich dann auch noch nachträglich ohne Probleme anmelden?

    In der Schweiz muss man sich innerhalb von 14 Tagen anmelden.

    Soweit ich weiß wirst du damit in Deutschland Probleme bekommen:

    Zitat

    Hinterziehung der Kraftfahrzeugsteuer und der Einfuhrumsatzsteuer. Letzteres kann richtig teuer werden (19% vom Fahrzeugwert).
    Im Hinblick auf die Kraftfahrzeugsteuer ist jemandem mit Wohnsitz in Deutschland das Fahren eines Fahrzeuges mit ausländischem Kennzeichen in Deutschland nur erlaubt, wenn sich der regelmäßige Standort im Ausland befindet.

    Ich würde für einen Anwendungsentwickler (FIAE) in der Schweiz das Jahresgehalt ohne Berufserfahrung auf 50.000-65.000 CHF schätzen, kommt aber natürlich auf die Branche an.
    Aus meiner Berufserfahrung kann ich dir sagen, dass recht wenige Banken heutzutage noch auf Mainframes setzen. (Hatte damals in der Ausbildung auch das Vergnügen an Mainframes zu arbeiten, aber ich "durfte" damals als FISI nur REXX Skripte schreiben und ändern.)


    Ob sich die Schweiz für dich lohnt musst du anhand deiner Lebenshaltungskosten berechnen, das Leben in der Schweiz ist in einigen Bereichen wesentlich teurer als in Deutschland. Auslandserfahrung im Lebenslauf ist schon mal nicht negativ.

    Zitat

    Wie lange habe ich Zeit, meine im Ausland verbliebenen Gegenstände noch einzuführen?
    Das Übersiedlungsgut muss im zeitlichen Zusammenhang mit der Wohnsitzverlegung eingeführt werden. Innerhalb eines Zeitraums von 2 Jahren besteht diesbezüglich kein Problem. Die Voraussetzung der 6-monatigen Benützung im Ausland vor der Wohnsitzverlegung muss jedoch erfüllt sein. Für spätere Nachsendungen kann die Abgabenbefreiung nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden.


    Zitat

    Wann und wie muss ich mein Privatfahrzeug zur Einfuhr anmelden?
    Das Fahrzeug muss direkt bei der Einfuhr in die Schweiz angemeldet werden. Wenn der Hausrat und das Fahrzeug getrennt eingeführt werden, richtet sich das Vorgehen nach Frage 10; auch eine gesonderte Zollbehandlung bei einer anderen Zollstelle (z. B. im Inland) ist möglich.


    Sei froh, dass du nicht erwischt wurdest.


    Du kannst aber deinen Umzug immer noch anmelden und da natürlich auch dein KFZ drauf schreiben.
    Ich würde jetzt halt nicht unbedingt sagen, dass du den Umzug schon 'schwarz' gemacht hast, sondern, dass dein Umzug halt jetzt erst statt findet.
    Schreib noch ein paar Kisten Kleidung mit drauf, damit es einigermaßen glaubwürdig wird. Wenn dich jemand fragt sagst du einfach, dass du noch keinen Hausrat eingeführt hast und somit auch keine Zollanmeldung nötig war.
    (Vielleicht wolltest du erst mal eine Probezeit abwarten bevor du mit allen Sachen in die Schweiz ziehst, wer weiß das schon?!)

    Auf jeden Fall erst mal einen unterschriebenen Arbeitsvertrag in der Tasche haben, dann auf Wohnungssuche gehen. Dann kann man sich bei der Gemeinde anmelden und die Aufenthaltsbewilligung beantragen.


    Ohne unterschriebenen Mietvertrag keine Anmeldung bei der Gemeinde und keine Aufenthaltsbewilligung.
    Auf dieses Henne-Ei Problem wirst du noch ein paar Mal treffen!


    Wenn du Kaution oder Miete überweisen sollst bevor du ein CHF Konto hast würde ich dir Transferwise Nahe legen. Ist ein Überweisungsdienstleister der deutlich (!!!) weniger Gebühren verlangt als die üblichen Banken.


    Ich bin daher den Umweg der Zwischenmiete über eine Privatperson gegangen und suche dann jetzt vor Ort weiter. Da ich eine Anreisezeit von über 5h gehabt hätte, war es mir nicht möglich zu Sammelterminen zu erscheinen.

    Kann ich so jetzt nicht bestätigen.
    In der Schweiz gibt es momentan, je nach Region, recht viel Leerstand. Wir haben innerhalb von einem Wochenende 7 Wohnungen angeschaut und hätten alle sofort beziehen können bis auf eine, die damals noch im Rohbau war. Teilweise sind jetzt fast 9 Monate später noch die Wohnungen inseriert.

    - Schweizer Führerausweis = man darf kein Auto mit EU-Kennzeichen in der EU fahren, es sei denn der Halter sitzt mit im Fahrzeug oder befindet sich (nachweisbar) in der EU

    Interessiert das jemanden im EU-Ausland, wenn ich mit schweizer Führerschein mit dem Campingbus meiner Mutter (D-Kennzeichen) unterwegs bin?

    Auch hier ein kleines Follow Up:


    Wie es der Zufall so will wurde meine Freundin unplanmäßig auf Jahresende in Deutschland gekündigt und hat direkt auf 1.1. in der Schweiz auch einen neuen Job gefunden. Wir haben mit ihrer Abmeldebestätigung den Umzug gemacht und der Umzug lief total problemlos über die Bühne. Am Zoll in Konstanz war nichts los, weder am Samstag Morgen noch unter der Woche, waren jetzt mehrfach dort um die Katzen und auch noch weiteres Umzugsgut nachzuholen. Mit ein wenig Vorbereitung und vollständigen Unterlagen sollte man sich nicht zu viele Gedanken machen

    Meine Idee wäre ja gewesen einige grössere Möbelstücke wie eine neue Matratze oder Sofa noch in Deutschland zu kaufen und dann mit in dem Umzugswagen zu packen, das habe ich bei meinem letzten Umzug in D auch so gemacht.
    Aber vielleicht schaue ich mir doch vorher mal das Möbelangebot in der Schweiz an

    Haben wir bei unserer Couch ganz genau so gemacht.
    Mit +7,7% beim Zoll war sie immer noch deutlich günstiger als in der Schweiz!


    Vom Geld im Kreislauf der Schweiz profitieren wir alle, das Geld der Kamprads wandert definitiv woanders hin.



    Aus praktischen Gründe würde ich insgesamt auch eher in der Schweiz kaufen und dabei allen Aufwand mit dem Zoll vermeiden.

    Wenn man in der Schweiz dann letztendlich auch Einkommen bezieht ist das dann auch irgendwann kein Problem.
    Aber mit (noch) deutschem Gehalt in der Schweiz Möbel shoppen zu gehen macht (noch) keinen Spaß...

    Kleines Follow Up:
    Die Dame bei der Agentur für Arbeit hat mir meine Vorgehensweise bestätigt:


    Sobald man mindestens einen Tag in Deutschland arbeitslos war/ist und sich dann in Deutschland abmeldet wird der Anspruch auf die Leistung lediglich unterbrochen. Das heißt, dass man innerhalb von vier Jahren den Anspruch auf Arbeitslosengeld I wieder aufnehmen kann. Die Sperrfrist (bei Selbstkündigung) läuft, auch wenn man nicht in Deutschland lebt, weiter. Das bedeutet also, dass wenn man nach Deutschland rückzügelt innerhalb von vier Jahren noch maximal 364 Tage Anspruch auf die volle ALG I Leistung hat. (Das ist im Sozialgesetzbuch so verankert!).


    So wie ich es verstanden habe würde sich das Gehalt in der Schweiz dann auch auf die Summe auswirken weil es ein Abkommen zwischen Deutschland und der Schweiz gibt. Heißt konkret: das Schweizer Gehalt der letzten 12 Monate wird berücksichtigt, der Leistungsanspruch wäre dann also wahrscheinlich sogar höher.




    Achtung:
    Das soll hier keine Anleitung zum Sozialschmarotzen sein. Für mich war es ein persönliches Anliegen im Falle eines Scheiterns in der Schweiz nicht direkt in Hartz 4 zu rutschen wenn ich nicht sofort eine Folgeanstellung in Deutschland bekommen sollte. Das ist in meiner Branche zwar momentan recht unwahrscheinlich, aber ich bin ein sicherheitsbedürftiger Mensch :)

    Leider haben sich ganz neue Probleme ergeben.


    1) Der Zoll kann eine Abmeldebestätigung verlangen, das ist aber in meinem Fall (Umzug über zwei Wochen vor Abmeldung) noch überhaupt garnicht möglich. Die Abmeldung in Deutschland kann laut Meldegesetzt frühstens 7 Tage vorher geschehen. Habe diesbezüglich bei der Eidgenössischen Zollverwaltung angerufen und habe die Auskunft erhalten, dass man für den Umzug so viele Unterlagen wie möglich mitbringen soll. Also werde ich versuchen schon vorab online die Aufenthaltsbewilligung zu beantragen und hoffen, dass der Zöllner damit zufrieden ist.

    Zitat von Bundesmeldegesetz (BMG)

    Die Abmeldung einer Wohnung bei der Meldebehörde ist nur erforderlich, wenn nach dem Auszug aus einer Wohnung keine neue Wohnung in Deutschland bezogen wird. Dies ist z.B. der Fall, wenn Deutschland verlassen, also der Wohnsitz in das Ausland verlegt wird, oder eine Nebenwohnung aufgegeben wird. Eine Abmeldung ist frühestens eine Woche vor dem Auszug möglich, sie muss innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug bei der Meldebehörde erfolgen.


    2) Wir wollten nach langem hin und her privat mit einem 7,5t LKW den Umzug durchführen, da wir doch ein paar Kubikmeter haben. Aber da gibt es so viele Fallstricke, die man beachten muss, dass wir davon wieder abgekommen sind.

    Zitat

    Kalkulieren Sie zudem Staus unbedingt mit ein. Ein 7,5-Tonner gilt in der Schweiz als Lkw. Das bedeutet, dass auch für diese Art von Fahrzeugen ein Fahrverbot in der Nacht und am Wochenende besteht. Werktags besteht ein Nachtfahrverbot von 22:00 bis 5:00 Uhr.

    Das bedeutet, dass man sich an der Grenze im Stau hinter allen LKWs einreihen muss, was unter Umständen mehrere Stunden dauern kann. Die Maut berechnet sich nach Gewicht und tatsächlich gefahrenen Kilometern (Schwerverkehrsabgabe SVA), dazu muss man sich an der Grenze mit Kilometerstand bei der Einreise registrieren und bei der Ausreise wieder "abmelden". Der Differenzbetrag wird dann über eine Tankkarte abgerechnet (die wir nicht besitzen). Das wäre in unserem Fall zwar günstiger als zwei Jahrespickerl für zwei Sprinter, aber der nicht kalkulierbare zeitliche Aufwand und das Risiko, dass es dann doch nicht so reibungslos klappt, lässt uns jetzt noch einmal zurück zu zwei Sprinter (mit Koffer) umplanen.




    to be continued...

    Der Schweizer Zoll schreibt auch noch folgendes: Waren, für welche die Bedingungen für eine Abgabenbefreiung nicht erfüllt sind (z. B. keine 6-monatige Benutzung im Ausland vor Wohnsitzverlegung), müssen am Schluss der Liste oder auf einer separaten Liste aufgeführt werden, unter dem Titel „zu verzollende Waren" und mit Angabe des Warenwertes (die Vorlage der Kaufbelege erleichtert die Verzollung).

    Danke, der Hinweis mit der extra Liste hat uns noch gefehlt :)

    Ich wüsste nicht was eine Tätigkeit im Ausland mit dem 12 monatigen Anspruch auf Arbeitslosengeld in Deutschland zu tun haben sollte.
    Es geht mir hier nicht darum mich auf Kosten der Solidaritätsgemeinschaft auszuruhen, sondern im Worst-Case, falls in den ersten 4 Jahren in der Schweiz etwas schief gehen sollte (Jobverlust o.ä.) das finanzielle Risiko und den Druck bei Rückkehr zu minimieren.


    Es gibt auch Quellen, die sich nicht auf das Szenario Weltreise beziehen:


    Zitat

    Dieser Anspruch auf Arbeitslosengeld verfällt im Ausland nicht einfach. Die Leistungen können nach einem Auslandsaufenthalt erneut in Deutschland beansprucht werden. Der Antrag muss jedoch vor der erneuten Ausreise gestellt werden und wird nur unter folgenden Voraussetzungen bewilligt:

    • Der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 ist noch nicht verbraucht.
    • Die Leistungen müssen erneut bewilligt werden, das heißt, eine persönliche Meldung bei der Arbeitsagentur ist nötig.
    • Seit dem Entstehen des Arbeitslosengeld-1-Anspruches sind noch nicht vier Jahre vergangen.

    Hallo zusammen,


    wir wandern aus ins schöne Rheintal (Kanton St.Gallen).


    Mein Arbeitsvertrag und der Mietvertrag sind unterschrieben.
    Die ersten Kisten sind auch schon gepackt, Umzugswägen sind reserviert, Helfer organisiert.


    Wir sind sehr aufgeregt und freuen uns auf unsere neue Heimat :CH: