Beiträge von BonjourSuisse

    Hallo Rebecca,

    du brauchst Dir keine Gedanken machen. Das Umzugsgut wird nicht geprüft wie alt es ist. Wir haben unseren Umzug in Teilschritten erledigt.

    Wo du aber sehr aufpassen musst ist die Zuladung Deines Transporters. Wir hatten damals einen Sprinter gemietet der leider nur 980 kg Zuladung hatte. Trotzdem wir vorab jeden Karton gewogen haben und eine exakte Liste geführt haben war der Transporter durch anderes sperriges Gut was wir oben auf die Kisten drauf geladen haben überladen. Die Zöllner in Rheinfelden haben uns auf die Waage fahren lassen. Kein Erbarmen! War ein teures Vergnügen. 750,- CHF Busse wegen 5,1 % Ueberladung. Wir mussten dann direkt vor Ort zahlen und umladen in unseren VW-Bus den meine Frau fuhr, sonst hätten ssie uns auch nicht weiter fahren lassen.

    Am LKW Stau einfach vorbeifahren. In Basel / Weil am Rhein war es kein Problem.


    Fazit:

    Einen Sprinter nur für die sperrigen / leichten Sachen mieten. Schwere Kartons (Bücher, Küchenartikel usw.) besser anders transportieren.

    Nun folgt die Auflösung:

    Unterhaltsarbeiten, Ersatzbauten etc. sind natürlich abzugsfähig.

    Die Rechnungen von wertsteigernden Umbauten (Tennisplatz, Pool, Helilandeplatz….) sollen aufbewahrt werden und im Falle eines Verkaufs der Immobilie werden diese Investitionen angerechnet bei der Kalkultion der Grundstücksgewinnsteuer.


    So, muss halt jeder sein Essen selber bezahlen oder wie :winking_face:

    Abzugsfähig sollten die werterhaltenden Massnahmen sein. Der neue Heliport auf dem Dach, der zweite Tenniscourt oder die Kegelbahn im Keller gehören vermutlich nicht dazu.

    Das habe ich so nicht in Erinnerung.

    Der Hintergrund ist der, dass diese wertsteigernden Massnahmen den Kaufpreis erhöhen und im Falle einer Veräusserung die Grundstücksgewinnsteuer dann wieder zuschlägt.

    Ich muss es aber noch mal recherchieren.

    Ich treffe heute Abend einen Kollegen der sehr kompetent in Immobilienfragen und Steuer ist. Ich werde ihn noch mal dazu befragen.

    Der Katasterwert wurde uns direkt nach der Handänderung vom Finanzdepartement Kanton Luzern zugesendet. Es lag uns ein älteres Dokument vor. Da es eine Standardimmobilie ist haben sie es einfach neu geschätzt ohne die Immobilie vor Ort zu begutachten.

    Aus dieser Schatzungsanzeige geht auch der Eigenmietwert hervor.

    Die Steuererklärung war eigentlich simpel und wir brauchten keinen Treuhänder. Wir haben einfach das Formular zur Steuererklärung runtergeladen und nach bestem Wissen ausgefüllt. Etwas unklar waren uns die Angaben im Formular auf Grund dessen meine Frau und ich gemeinsam die Immobilie besitzen (50:50%). Ein einfacher Anruf beim Finanzdepartement hat dann aber gereicht und die sind sehr hilfsbereit und auskunftsfreudig.

    Man hängt sowieso die Dokumente der Behörden an das Formular dran und die suchen sich dann im Zweifel die entsprechenden Werte raus.

    Wichtig ist, dass Du auch die Rechnungen im Zusammenhang mit dem Immobilienerwerb auch in die Steuererklärung packst. Bin mir nicht mehr sicher was mann alles steuerlich gegenrechnen kann. Soweit es mir in Erinnerung ist, haben sie die Nebenkosten (Notar und Handänderungssteuer) nicht akzeptiert. Aber auf jeden Fall ist alles abzugsfähig was wertsteigernd ist (neue Küche, Swimmingpool, Chemineeeinabu etc.).

    Aber wie so üblich in der Schweiz ist alles von Kanton zu Kanton verschieden.

    Hallo Martin,

    ich kann Deine Beweggründe sehr gut nachvollziehen. Genauso war es bei uns auch. Wir wollten eine andere Bildung als die die unsere Kinder in Deutschland genossen haben. Ein grosser Vorteil der Schweiz ist auch die Fremdsprachenkompetenz die unsere Kinder hier erwerben.

    Dennoch musst Du einiges wissen bezüglich dem Thema Bildung. Es ist nicht alles Gold was glänzt.

    Der Weg zu höheren Bildunsgabschlüssen ist steiniger in der Schweiz. Die Matura machen in der Schweiz vergleichsweise wenig Kinder. Dies liegt an den hohen Anforderungen für die Zulassung zur Kantonsschule. In der Primarschule muss man ein 1er Schnitt (nach deutscher Notengebung) in den Hauptfächern haben. Unsere Tochter ist auf der Kantonsschule und dort wird sehr viel Leistung gefordert. Für andere Aktivitäten neben der Schule bleibt da wenig Zeit. Der Lehrplan ist sehr straff und ich frage mich immer wieder ob des massiven unnützen Wissens es der richtige Weg ist? Die Kinder werden einfach stupide auf Leistung getrimmt und die Ellbogen aus zu fahren.


    Wenn es Dir alleinig um die Bildung Deiner Kinder geht, wäre nicht eine Privatschule / Internat mit einem individuellen Lehrplan besser?


    Ich wünsche Dir jeden Falls viel Erfolg bei Deinem Vorhaben und berichte mal wie es weiter geht beim Migrationsamt bzw. der Bewilligung.

    LG,

    Thomas

    Hoi Zämme ;-) also ich Überlege wenn sich hier in D alles so weit zuspitzt das wir nur noch von Verboten und dem völligen Kontrollwahn sowie überzogenen und unverhältnismäßigen Steuern drangsaliert werden, im nächsten Jahr in die schöne (und eigenständige) ! Schweiz auszuwandern. Als Berufskraftfahrer finde ich sicherlich schnell eine Arbeit sowie dann auch eine passende Wohnung. eine meiner fragen wäre: wie ist die Situation in der Schweiz bzgl. Alltag/Corona etc.? muss ich was besonderes beachten oder sowas in der Art? bin für jeden Tip und Erfahrung dankbar. LG Jörg

    Hallo Jörg,


    willkommen unter den Auswanderern.

    Die Schweiz ist zweifellos sehr schön. Bezüglich der Eigenständigkeit kann man sich aber täuschen. Das frühere Credo der Schweiz: EU - da machen wir nicht mit, NATO - da machen wir nicht mit etc. ist gewichen. Die Schweiz ist nicht so unabhängig wie es immer den Anschein hat. Hat man gerade aktuell in den Corona Zeiten gesehen. Die Schweiz ist ein kleines Land und so sind auch die meisten Probleme des grossen Kantons im Norden hier wesentlich geringer.

    Besuche die Schweiz so oft es geht, mach Dir selber ein Bild ob es für Dich passen könnte. Als Tourist ist die Einreise momentan unproblematisch und du bist immer gerne gesehen.

    Viel Spass und Erfolg bei den Planungen,

    Thomas

    Hallo Ina,


    herzlichen Glückwunsch zu den positiven Entwicklungen bezüglich Eurer Auswanderung.


    Ich möchte Dir noch ein paar Denkanstösse geben und von unseren Erfahrungen berichten.

    Ähnlich wie Ihr es vorhabt, sind wir 2017 mit unseren Kindern (damals 8 und 10 Jahre alt) als Familie in die Schweiz gezogen. Als Arzt war es kein Problem für mich einen Job zu finden. Nur muss man sich im Klaren sein, dass es ein Job im ohnehin oftmals prekären Gesundheitswesen sein wird, den Schweizer Kollegen nicht gerne machen. Meine Frau hatte keine Chance auf Anerkennung Ihrer Diplome da sie nicht im Gesundheitsbereich tätig ist. Es war aber auch für das Einleben der Familie und unserer Kinder in die neue Umgebung wichtig das meine Frau dafür den Kopf frei hatte. Es hat nun gute 3 Jahre gebraucht bis es auch bei Ihr im Job voran geht.

    Privat haben wir uns auf Anhieb wohl gefühlt, viele soziale Kontakte im Verein, Dorfleben und durch die Kinder gefunden. Daraus entwickelten sich auch Freundschaften und wir waren schnell integriert.

    Leider ist unsere Integration mit dem Social Distancing nun etwas ins Stocken geraten. Viele Gelegenheiten die uns in den ersten Jahren sehr gute Möglichkeiten zur Integration gaben finden auf absehbare Zeit nicht mehr statt. Quartiersfeste mit den Nachbarn, Fassnacht und andere traditionelle Feste - Fehlanzeige. Das Vereinsleben und Sportaktivitäten wo man mit Menschen in Kontakt kommen kann sind eingeschlafen.

    Der Familienzusammenhalt ist in der Schweiz und besonders auf dem Land sehr bedeutend. In der Pandemie scheint sich dies mehr und mehr zu bestätigen. Viele Menschen ziehen sich zurück und konzentrieren sich auf die Familie und den engsten Freundeskreis. Also auf die Menschen die einem seit vielen Jahren vertraut sind. Auf diesen Ausweg haben wir leider wenig Chancen. Im Jahr unserer Auswanderung (2017) waren unsere Familien und Freunde nur 400km von uns entfernt. Zu meiner Mutter die in Frankreich lebt verkürzte sich sogar die Entfernung. Nun in der Pandemie muss ich nicht weiter erläutern das sich die Beziehungen und Kontakte zu unseren Familien / Freunden im Ausland deutlich reduziert haben. Darunter leiden wir zunehmend.


    Hellhörig bin ich bei Deinen Auswanderungsgründen auf die vermutlich besseren Arbeitsbedingungen und die freiheitlichere Gesellschaft gestossen. Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen sind eventuell in der Schweiz annehmbarer aber vermutlich nicht wesentlich besser als in Deutschland. Arbeitnehmerschutz wie in Deutschland gibt es nur rudimentär. Für das Familienleben sind meine Arbeitszeiten von 55 Std./Woche und max. 5 Wochen Urlaub nicht optimal. Meine Frau arbeitet nun auch 50% und so können wir uns zwar einen durchschnittlichen Lebensstil hier in der Schweiz ermöglichen, aber lange wollen wir das nicht so fortführen.

    Bezüglich der freiheitlichen Gesellschaft empfehle ich Dir Dich über die Gesetzesgrundlagen die am 13.06. zum Referendum anstehen zu informieren. Die Gesetzesintiativen belegen deutlich das der Staat zunehmend seinen Bürgern misstraut. Mit dem Covidgesetz verschafft sich der Bundesrat weitreichende Befugnisse. Der charmante Kantönligeist wird damit aufgeweicht und die freiheitliche Gesinnung von der die Schweiz lange und gut lebte zunehmend abgeschafft. Ebenso das Polizeistaatsgesetz stellt einen weitreichenden Eingriff in die Verfassung und dem freien Bürgertum da.

    Es soll jetzt nicht der Eindruck einer Jammerei entstehen. Uns geht es gut. Wir fühlen uns noch wohl. Wir haben uns niedergelassen und ein kleines Haus gekauft. Wir geniessen die Freizeitaktivitäten auf den Seen und in den Bergen. Unsere Kinder bekommen eine gute Schulbildung. Dafür sind wir dankbar. Für diesen Lebensstil arbeiten wir hart.

    Die Schweiz ist ein schönes Land und nicht plötzlich schlecht geworden. Unter Pandemiebedingungen ist die Migration wie ich oben beschrieben habe nicht einfacher geworden.

    Wir beobachten die Politik und die Transformation der Gesellschaft sehr genau. Als Einwanderer haben wir ja den Vorteil schnell unsere Zelte wieder abbrechen zu können. Eventuell ist die Schweiz nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Übersee?


    Life is like riding a bicycle. To keep your balance, you must keep moving.


    Viel Erfolg bei Euren Plänen!

    Thomas

    Hallo Max,


    schau Dich mal hier im Forum um. Da gibt es viele Informationen die Dir bei der Planung Deines Vorhabens sehr hilfreich sein werden. Du must genügend finanzielle Mittel nachweisen können um eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten.

    Schau mal hier:


    Bei Google nach: „Aufenthalt in der Schweiz ohne Erwerbstätigkeit“ suchen (eine Erwerbstätigkeit im Ausland zählt bei den Behörden vermutlich nicht).

    https://www.sem.admin.ch/dam/s…nichterwerbstaetige-d.pdf


    Zudem musst das Budget welches Du in der Schweiz für Deinen Lebensstandard benötigst errechnen (Wohnkosten, Krankenversicherung, Lebenshaltungskosten etc.).


    Viel Erfolg!

    Thomas

    Hallo Luka,


    vielen Dank für Deine Ausführungen und trotz der miesen Zeit die du durchgemacht hast Glückwünsche das es nun mit dem Job weitergeht.
    Deine Berichte sind sehr wertvoll hier in diesem Forum, zeigen sie doch das Risiko und die Gefahren in die man sich auf dem Schweizer Jobmarkt als Ausländer begibt. Wobei es nicht schweizspezifisch ist. Die modernen Unsitten auf dem Arbeitsmarkt findet man genauso in Deutschland und überall auf der Welt. Das Credo work hard play hard wird zur Normalität. Ein Arbeitnehmer über 50 hat es unter diesen Umständen sehr schwer. Folgerichtig schreibst Du ja das man ein dickes Polster haben muss für diese Notzeiten und die Anwaltskosten. Denn ohne anwaltliche Hilfe bist Du Deiner Firma ausgeliefert. Durchbeissen heist die Devise so wie Du es erfolgreich getan hast.
    Fazit: Auswandern in die Schweiz mit 30 sehr zu empfehlen, mit 40 sehr gut qualifiziet möglich aber mit gewissem Risiko, danach eher nicht.


    Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem beruflichen Weg. Mit den Erfahrungen die Du gemacht und vor allem durchgestanden hast wird nun alles gut werden.


    Liebe Grüsse,
    Thomas

    Hallo Stephan,


    die Gesundheitsprüfung ist für unter 50-jährige wirklich kein Problem. Ich habe einen Termin beim Hasuarzt gemacht, kurzer smalltalk / kurze Untersuchung, Formular ausgestellt und fertig. Hat mich glaube ich 80,- CHF gekostet. Also nicht`s wildes.
    Mit gehobenem Alter wird die Gesundheitsprüfung aufwendiger und damit etwas teuerer.
    Wenn Du die Klassen behalten möchtest, kommst Du glaube ich um diese Gesundheitsprüfung nicht rum.
    Auch wenn Dir heute das Kraftfahrtbundesamt die Möglichkeit beim Rücktausch die Klassen wieder ein zu tragen bestätigt, muss das nicht heissen das es in 10 Jahren auch noch Gültigkeit hat.
    Wie schnell sich Bestimmungen aendern sehen wir ja aktuell in der heutigen Zeit.


    Viele Grüsse,
    Thomas

    Hallo Anja


    Ich möchte da gar nicht Schiedsrichter spielen. Geht auch gar nicht: war nicht dabei. Mir geht es nur darum, dass es einfach immer zwei Seiten gibt. Und ob er nun wusste was du vorhast oder nicht: Ihr habt beide hinter dem Rücken des anderen gemacht/geplant. Was davon jetzt schlimmer ist: keine Ahnung. Aber das Verhalten ist doch beidseitig vollkommen normal - wenn auch nicht perfekt. Wer ist denn in solch einer Situation 100% transparent? Ich vermutlich nicht. Jeder minimiert sein Risiko. Jeder prüft sein Recht/seine Optionen. Alles vollkommen legitim und normal.
    Und auch die Vertragsbestandteile spielen das für mich persönlich keine Rolle. Ein Vertrag ist ja nunmal eine gegenseitige Übereinkunft: Leistung und Gegenleistung. Wer da zustimmt, muss erfüllen. Das gilt für den Mitarbeiter und den Arbeitgeber gleichermassen. Wenn man damit nicht einverstanden ist, muss man nachverhandeln (Änderungskündigung) oder kündigen. Dass das in der Theorie einfacher als in der Praxis ist, weiss ich leider auch.
    Ich finde es in der Wahrnehmung der Leute einfach interessant, dass es vollkommen normal ist, wenn ein Arbeitnehmer kündigt. Das ist dessen gutes Recht (stimmt!). Dann wird gesagt: ja gut, der Arbeitnehmer verdient mehr, hat mehr Urlaub, kürzeren Arbeitsweg oder was auch immer. Wenn aber der Arbeitgeber den Arbeitnehmer kündigt, weil er günstigere/bessere/schnellere/weniger kranke Arbeitnehmer gefunden hat, dann ist das immer gleich asozial. Ich persönlich finde das übrigens auch nicht gut. Mich wundert aber die extrem unterschiedliche Wahrnehmung in der Gesellschaft. Oftmals kann eine Firma einen fehlenden Mitarbeiter und auch die wirtschaftlichen Folgen besser kompensieren. Das ist bestimmt so. In Kleinstbetrieben muss aber auch das nicht stimmen.

    Hallo Jan82,


    ich finde Deine unternehmerische Denkweise wirklich löblich. Auch ich hatte damals in meinem Kleinunternehmen faire Verhältnisse geschaffen und habe dafür auf den letzten ultimativen maximalen Profit verzichtet.


    Nun ist es so das auch in der beschaulichen Schweiz ein Sittenverfall zu beobachten ist und eine allgemeine Verrohung sich breit macht. Insbesondere gibt es im Gesundheitswesen viele Private Equity Gesellschaften die kein Interesse an vernünftigen unternehmerischen Tugenden und fairen Arbeitsbedingungen haben. Ich habe nun hier in der Schweiz in einigen solcher Konstrukte gearbeitet und kann nur sagen das diese Gebilde nicht im Interesse der Kunden / Patienten noch im Interesse der Angestellten sein können und so garnicht in das Bild des Schweizer „Saubermannimage“ passen. Mein Gefühl sagt mir, das da viele Schweizer noch in Ihrer heile Welt Blase stecken und diese Entwicklung noch nicht bemerkt haben.
    Es sind auch nicht unbedingt Schweizer Unternehmen die diese Entwicklung befeuern und alle Chef`s / CEO`s die ich bis jetzt hatte kamen aus dem benachbarten EU-Raum. Die Schweiz mit Ihren nicht vorhanden Arbeitnehmerschutzgesetzen gepaart mit einem Urvertrauen der Bevölkerung in die Institutionen und ausgesprochen zahlungskräftiger Kundschaft übt eine gewisse Anziehungskraft auf solche Unternehmungen aus.


    Oft kommt hier in den Diskussionen die ländliche Bevölkerung der Schweiz sehr schlecht weg. Wobei ich den Eigenschutz gegen gewisse Entwicklungen aus Ihrer Perspektive gut verstehen kann. Schliesslich müssen sie sich auch gegen die oben beschriebenen Entwicklungen wehren. Was wäre schon unsere „geliebte Schweiz“ wenn die Traditionen von der Bildfläche verschwinden. Der Spagat zwischen der Sicherung des Wohlstands in der Schweiz und Bewahrung der Schweizer Identität wird in Zukunft sicherlich nicht leichter.


    Noch ein mal klarstellen möchte ich trotz aller Umstände das wir uns hier wohlfühlen und es ist schon was dran das es hier in der Schweiz noch etwas heiler ist als da draussen. Dafür wollen wir auch dankbar sein.

    Lass es Dir auf jeden Fall von Deinem Vorgesetzten schriftlich bestätigen das er Dich nachhause schickt und mache es am Besten unter Zeugen. Ich denke sie werden Dir ja nächste Woche eh die Schlüssel abnehmen, Passwörter, eMail und Zugangscodes sperren. Dami thast Du ja dann praktisch auch den "Beleg".
    So sehen auch Deine Kollegen was Ihnen in Zukunft blühen könnte.


    Hast Du schon mal im Kollegenkreis oder bei Ex-Kollegen gefragt wie es bei Ihnen vertraglich aussieht? Eventuell gibt es ja noch Mitstreiter?

    Aus gegebenen Anlass weil ich vermehrt Anfragen bekomme von Jobsuchenden im Gesundheitswesen. Es scheint ja schon was dran zu sein, dass man mit einem Job im Gesundheitsbereich am unteren Ende steht was Löhne und Arbeitsbedingungen angeht.


    @ Honigbiene und AnjaB
    Ich danke Euch für Eure Beiträge hier in der Diskussion


    Ich hoffe immer noch das die Covid-Krise zu einem Umdenken in unserer Gesellschaft bezüglich Werte und was ist wichtig im Leben führt.


    Eigentlich unfassbar, dass die reichsten Länder der Erde wegen Personalmangel in den Kliniken zu mittelalterlichen Methoden greifen müssen und einen weiteren Lockdown beschliessen ?(


    War aber schon immer so: Gier frisst Hirn!

    Hallo Luka,


    vielen Dank für das Follow up.
    Die Personalabteilung wird meines Erachtens von Deinem persönlichen Einschreiben und den Nachfragen unbeeindruckt bleiben.
    Ich in deinem Fall würde denen mit einem Brief meines befreundeten Anwalts klarmachen, dass sie Dich nicht so einfach abziehen können. Ein Brief eines Anwalts kann ja nicht so teuer sein und die Vertragssituation so wie Du sie geschildert hast ist jetzt keine Raketenwissenschaft.
    Ein guter Anwalt sollte bei einem Vergleich für Dich was rausholen können. Da müsste doch noch was übrig bleiben für Dich auch wenn Du hohe Anwaltskosten investieren solltest.


    Ja, es ist nicht schön zu lesen wie Dein Arbeitgeber sich verhält ohne das Du einen wirklichen Kündigungsgrund geliefert hast. Eventuell liegt es ja doch an Deinem Alter und sie wollen einfach Ihr Team verjüngen?


    Ich wünsche Dir viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

    Und genau das solltest du intensivieren. Vor diesem Hintergrund in der Tatsache, dass du gut ausgebildet scheinst und deine Branche ja gerade nicht gerade Personalüberschuss hat, wäre eine Freistellung doch nicht die schlechteste Sache. Und zwar für beide Seiten. Dann hast Du Zeit zum Suchen...

    Leider ist es nicht so einfach. Ich könnte mich ja auch bewerben, nach einem anderen Job schauen und kündigen. Nun ist es so, dass ich mir im vergangenen Jahr mit viel harter Arbeit etwas aufgebaut habe und es momentan eigentlich gut läuft. Ich habe gute Zahlen, nette Mitarbeiter, nette Patienten und fühle mich bis auf diese Vertragssituation sehr wohl. Also blende ich das mit dem Vertrag momentan aus und geniesse den Moment. Wohlwissend, dass es schnell vorbei sein kann wenn mein Arbeitgeber in der Vertragsangelegenheit die Geduld oder soll ich sagen den Verstand / Anstand verliert.


    An dieser Stelle noch mal ein grosses Dankeschön für deinen Input :thumbup:

    Also: Wenn die Freistellung einseitig bestimmt wird (der Arbeitgeber dich also gegen Deinen Willen freistellt), kann Dein Arbeitgeber nicht einfach den kompletten variablen Lohn und auch nicht den kompletten Bonus (sofern es einen gibt) zurückhalten. Man muss da natürlich etwas unterscheiden: Ermessungsunabhängige Bestandteile (die sich bspw. nach dem Geschäftsergebnis richten) sind so oder so zu zahlen. Ermessenabhängige Bestandteile werden in der Regel durch Vorperioden ermittelt. Und natürlich kann es da streit geben - aber es ist nicht so, das du auf einmal ohne alles da stehst. Und auch der Konkurrenzausschluss greift in der Regel nicht.Und genau das solltest du intensivieren. Vor diesem Hintergrund in der Tatsache, dass du gut ausgebildet scheinst und deine Branche ja gerade nicht gerade Personalüberschuss hat, wäre eine Freistellung doch nicht die schlechteste Sache. Und zwar für beide Seiten. Dann hast Du Zeit zum Suchen...

    Wahrscheinlich wird es dann auf den Poker vor Gericht mit Anwalt usw. hinauslaufen. Darauf habe ich aber keine Lust und bestehe auf einem Fixlohn im Vertrag. Das kann ja nicht so schwierig nachvollziehen zu sein für meinen Arbeitgeber. Dann ist im Falle des Falles ja alles geklärt und man kann ohne Anwalt das Prozedere angehen. Dafür ist in meinen Augen ja auch der Arbeitsvertrag da um Dinge fest zu halten für eine Trennung. Wenn nicht mal das im Vertrag steht, dann ist es auch nicht das Papier wert auf dem es gedruckt ist so wie Du es schon schreibst.

    Ich bin nicht sicher, ob sie das überhaupt schon mal war oder nur in der verklärten Vorstellung von uns Deutschen.


    Ich bin inzwischen auch ernüchtert, gerade im arbeitsrechtlichen Bereich. Obwohl ich bei einem der grössten Arbeitgeber im Lande bin, finde ich viele Dinge schon grenzwertig, da ich anderes gewöhnt war.


    Letztendlich ist das aber alles nicht so schlimm, da ich nicht wegen der Arbeit oder eines besseren Verdienstes in die Schweiz gekommen bin, sondern ausschliesslich wegen meiner Frau. Das Ende des Arbeitslebens ist für mich absehbar, dann kann ich die Schweiz geniessen ohne Job.
    :CH:

    Genauso ist es richtig. In der Schweiz hängen die Früchte genauso hoch wie hier und da. Man bekommt von Niemanden was geschenkt.


    Ich will auch nicht undankbar rüberkommen. Ich bin mir bewusst das meine Familie in einem schönen und sicheren Land lebt und meine Kinder eine gute Schulbildung erhalten. Daher bin ich mir auch nicht zu schade einen Job zu machen den ein Einheimischer nicht machen möchte.
    Ich rate auch jedem Auswanderer nicht nach dem Geld / Kaufkraft und aus finanziellen Überlegungen heraus in die Schweiz zu gehen. Da machen sich viele etwas vor und man ist früher oder später unzufrieden. Es gehören schon weitere Motive dazu die wichtiger im Leben sind als der Job / das Geld.

    Also wenn ich einen Mitarbeiter freistelle, dann entbindet ihm das von seiner Pflicht seine Arbeitsleistung zu erbringen. Ich müsste natürlich dennoch weiter zahlen.


    Und wenn ein Konkurrenzausschluss zu einem faktischen Arbeitsverbot führt, ist das Ding natürlich eh nicht das Papier wert. Das weiss der Arbeitgeber natürlich auch. Und deshalb versucht er es dann mit einem Aufhebungsvertrag.

    Was soll mir mein Arbeitgeber im Falle einer Kündigung / Freistellung weiterzahlen wenn der Lohn 100% variabel ist also kein Fixlohn im Vertrag steht?


    Ist mir schon klar das viele Klauseln im Vertrag dem Gesetz widersprechen. Also wieso unterbreitet der Arbeitgeber mir überhaupt so ein Angebot?
    Das mit dem Kokurrenzschutz sowie viele andere Bestandteile hauen hinten und vorne nicht hin.
    Es macht keinen Unterschied ob ich unterschreibe oder nicht!? Auch wenn ich es unterschreiben würde müsste ich mir einen Anwalt nehmen.
    Mein Arbeitgeber ist so drauf, dass sie momentan einfach einen anderen Idioten suchen der den Vertrag unterschreibt und dann bin ich weg. Ich erledige einfach meinen Job so professionell es geht um meinem Arbeitgeber keinen Grund zum Kündigen zu geben und schaue von Monat zu Monat. So einfach läuft das Business.

    Generell sollte man natürlich ohnehin etwas Reserve haben - bei einer Auswanderung ganz besonders. Wer auf den letzten Rappen plant, geht einfach ein hohes Risiko - IMHO unnötig.


    Aber es gibt eben sehr viele, die sehr „aktiv“ leben und nie Reserven bilden. Ich bin da eher der Typ, der auf etwas Sicherheit steht und gerne gut schläft.

    Zum Thema Reserven haben bei der Auswanderung:
    Natürlich muss man einiges an Rücklagen vor einer Auswanderung ansammeln. Interessant wäre es für das Forum eventuell mal Zahlen zu erarbeiten. Es kommen ja immer wieder hier im Forum dieselben Fragen bezüglich Lebenshaltungskosten, Wohnungsmarkt in Relation zum Verdienst etc. auf. Als Auswanderer tut man sich da immer schwer sein Gehalt ein zu schätzen beziehungsweise fehlen einem wichtige Kennzahlen bezüglich der Gehälter was so Branchenüblich ist. Ich denke das ist ein grosser Knackpunkt bei der Auswanderung und viele Gastarbeiter werden auf Grund der Unkenntnis von Ihren Arbeitgebern „über den Tisch“ gezogen.


    In meinem Fall liegen meine Rückversicherungen im Familien und Freundeskreis. Ein weiterer Baustein unserer Absicherung ist unsere gute Bildung, Qualifikation und Flexibilität.
    Der Job meiner Frau sichert unsere Fixkosten im Falle das mein Einkommen wegfällt.
    Mithilfe von kleinen Krediten aus dem Freundes- und Familienkreis konnten wir ein Eigenheim erstehen. Unsere Wohnkosten sind dadurch auf ein Minimum gesunken dank der attraktiven Zinssituation. Die Ersparnisse durch den Wegfall der hohen Mietkosten gepaart mit dem Doppeleinkommen reichen locker aus um die Kredite zu bedienen. Das funktioniert momentan natürlich nur auf Grund der günstigen Rahmenbedingungen und darf auf keinen Fall ein langfristiges Modell sein. Immobilienblase, Jobverlust und Veränderungen des Zinses müssen in diesen Zeiten immer Berücksichtigung finden.

    Das Thema Sicherheit bzw. soziale Absicherung passt hier gut in das Thema befristete Arbeitsverträge und Arbeitgeber die durch Vertragspoker Ihren Angestellten zusetzen. Ich arbeite auch im Gesundheitswesen.


    Es ist nun mal Fakt das der Arbeitgeber das unternehmerische Risiko tragen sollte. Dafür hat er ja auch im Falle eines gut geführten Unternehmen einen „Unternehmerlohn“ der den des Angestellten um ein vielfaches übersteigt. Ist in meinen Augen gerecht und als ehemaliger Kleinunternehmer kann ich das alles gut nachvollziehen und unterschreiben.


    Bei meinem aktuellen Arbeitgeber stehe ich seit 2 Jahren unter Vertrag. Seit einem Jahr habe ich eine Kaderposition inne, jedoch habe ich den Kadervertrag noch nicht unterschrieben weil einige Punkte aus meiner Sicht nicht akzeptabel sind. Nun macht die Personalabteilung Druck ich solle den Vertrag so akzeptieren und unterschreiben.
    Die im Vertrag festgehaltene Entlohnung ist zu 100% variabel. Das ist meines Wissens unzulässig.
    Das in einem Kadervertrag sehr oft eine Überstundenkompensation ausgeschlossen wird ist mir schon klar. Dies wird aber meist durch einen grosszügigeren Urlaubsanspruch über die gesetzlichen 4 Wochen hinaus ausgeglichen. In meinem Fall ist das nicht so.
    Es stehen Klauseln im Vertrag drinnen wo mir als Angestellter das finanzielle Risiko übertragen wird. Sprich wenn Kunden nicht zahlen wird es mir vom Lohn abgezogen. OK, man kann ja dem Kaderangestellten mehr Verantwortung für die unternehmerischen Ziele übertragen. Dann muss er aber auch in diesem Bereich Handlungsspielraum haben. Nun ist es aber so das mein Arbeitgeber in diesem Bereich der Finanzen mir keinen Einblick gibt geschweige denn Gestaltungsmöglichkeiten einräumt.
    Weitere Risiken ergeben sich durch diverse Konkurrenzschutzklauseln im Falle einer Kündigung bzw. Vertragsende. Ich dürfte in diesem Fall 6 Monate in keiner Weise eine Beschäftigung annehmen die in einer Konkurrenzsituation mit meinem jetzigen Arbeitgeber steht. Sollte ich dagegen verstossen muss ich eine hohe Konventionalstrafe zahlen. Dies ist fast gleichbedeutend mit einem Beschäftigungsverbot. Die Kündigungsfrist beträgt 4 Monate. Sollte mir mein Arbeitgeber morgen fristgerecht kündigen und würde mich für die 4 Monate freistellen hätte ich 10 Monate keine Einnahmen.
    Ich frage mich wie ich im Falle einer Kündigung mich und meine Familie über diesen Zeitraum finanzieren soll?
    So einen Vertrag können sie einem Anfang 30-jährigen Glücksritter ohne Familie vorlegen. Ich denke es ist ersichtlich, dass es für einen Familienvater keine Option ist.