Auswandern mit Risiko?

  • Hallo Zusammen,


    ich bin zurzeit am Ende mit den Nerven und komme nicht weiter:


    ich bin im aktuellen Job unzufrieden und ahne, dass es nicht mehr lange gut geht bis ich mir etwas Neues suchen muss.
    Da ich sowieso seit Monaten den Plan habe, nach Bern zu meiner Freundin zu ziehen, verstärkt das natürlich meinen Drang den Gedanken kurzfristiger in die Tat umzusetzen.
    Das pendeln belastet langsam etwas die Beziehung sowie den Geldbeutel und die Lebensqualität..
    Lieber also das vorziehen, als im worst case arbeitslos in DE zu versauern - auch wenn das im ersten Moment mit Risiko verbunden ist. Oder kann ich gerade einfach nicht realistisch denken? :/
    Meine Freundin würde diese Entscheidung unterstützen.


    Um eine Wohnung müsste ich mir entsprechend keine Gedanken machen. Ich habe eine Kaufmännische Ausbildung in DE gemacht und Erfahrungen in verschiedenen Branchen gesammelt. Die Jobsuche ist aber sehr mühsam. Da ich 3 Monate Kündigungsfrist habe, habe ich von mehreren Unternehmen (auch Temporärbüros) das Feedback erhalten, dass sie sofort verfügbare Leute brauchen.


    Ich denke, wenn ich direkt vor Ort bin und von jetzt auf gleich starten kann, hätte ich zumindest über ein Temporärbüro um ein vielfaches höhere Chancen als unter den aktuellen Bedingungen. So würde ich meinem Ziel näher kommen und keine Zeit mit einer Situation verlieren, die mich unglücklich macht. Ist das jetzt nur Wunschdenken meinerseits dass das so gut gehen könnte oder wie schätzt ihr das mit eurer Erfahrung hier ein?


    Für die ersten 2-3 Monate, auch ohne sofort einen Job zu bekommen hätte ich Rücklagen für die Grundkosten.



    Über ein paar Impulse würde ich mich freuen.

  • Zitat

    Ich denke, wenn ich direkt vor Ort bin (...) ein vielfaches höhere Chancen als unter den aktuellen Bedingungen.

    Da stimme ich zu.



    Zitat

    und von jetzt auf gleich starten kann

    Nunja, kommt auf die Stelle an. Drei Monate Kündigungsfrist sind ja üblich und für den richtigen Kandidaten wartet man auch gern; der Bewerbungsprozess braucht ja in der Regel auch etwas Zeit.
    Aber gut, da unterscheiden sich vielleicht die Gepflogenheiten je nach Branche und Berufsfeld.
    "Kaufmännische Ausbildung " ist ja ein weites Feld. Hast du das persönliche Gefühl, dasss es reicht einfach wäre recht schnell einen neuen Job in der Schweiz zu finden? Dann könntest du das Risiko natürlich auf dich nehmen. Mehr Rücklagen wären natürlich besser.

  • Danke für dein Kommentar.


    Ich habe z.b. einen Job nicht bekommen, weil kurz nach dem Ersten Gespräch der härtere Lockdown in der Schweiz kam und in der Unternehmensgruppe ein Einstellungsstopp verhängt wurde. Beim Zweiten wurde mir gesagt, dass mein Dossier wohl interessant sei, sie aber sehr kurzfristig jemanden brauchen.


    Gelernt habe ich Bankkaufmann und habe Erfahrung in der Automobil- und in der Baubranche. Ich habe schon das Bauchgefühl, dass es innerhalb von 3-4 Wochen realistisch wäre einen, sagen wir mal “einfachen“ Sachbearbeiter-Job zu bekommen..und wenn es auf 6 oder 12 Monate befristet wäre. Somit hätte ich Zeit Fuß zu fassen und mich zu orientieren um dann etwas langfristigeres anzustreben. Immerhin wäre ich dann schonmal dort und nicht mehr hier, wo ich kaum Perspektive sehe. Aktuell habe ich etwas Angst mir das irgendwie selbst schönzureden. Leider kann mir natürlich keiner die Garantie für einen erfolgreichen Ablauf geben. Es ist schwierig die Sache nüchtern zu betrachten wenn emotionale Hintergründe dahinter stecken.


    Bzgl. Rücklagen gebe ich dir Recht. Mehr ist immer gut.

  • Auswandern ist immer mit Risiko verbunden, willkommen im Schweiz Forum. :) Zu Deiner Freundin in die Schweiz zu ziehen ist allerdings ein sehr kalkulierbares Risiko, zudem, wenn sie Dich dabei unterstützt; und beim Thema Risikobewertung macht es auch einen Unterschied, ob Du von Deutschland die Schweiz ziehst, oder in den Tschad. :P Und es besteht immer das Risiko gewisse Risiken nicht auf dem Schirm zu haben, eine Frage die sich mir stellen würde zu Deinen Schilderungen, wie ist die Beziehung zu Deiner Freundin? Was führst Du, eine Wochenendbeziehung? Wie wird/könnte sich die Beziehung verändern, wenn Du dauerhaft vor Ort bist.