• Hallo, ich bin Patrick aus Baden Württemberg.

    Schon seit Kindertagen liebe ich die Schweiz und schaue jeden Abend Schweizer Fernsehnachrichten und habe auch den Tagesanzeiger abonniert, um sämtliche Nachrichten aus der Schweiz auch aktuell mitzubekommen.


    Ich habe mich eben hier angemeldet da ich hoffe, bald in der Schweiz einen (zunächst noch Zweit-)Wohnsitz aufzubauen, um dann peu à peu meinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz zu verlegen. Aktuell bin ich in einer unbefristeten Stelle als Arzt in Deutschland angestellt und möchte diese Stelle vorerst behalten, ausserdem leben meine Pflegebedürftigen Eltern hier am Ort, sodass ich jetzt nicht einfach komplett in die Schweiz „zügeln“ kann. Dann wäre es sicher ein leichtes, eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten ….

    Bisher war ich davon ausgegangen, dass man diese Aufenthaltsbewilligung nur erhält, wenn man eben auch eine Stelle in der Schweiz antritt.

    Nun habe ich aber gesehen, dass auf der Homepage des Kantons Basel Stadt die Beantragung einer „Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ohne Erwerbstätigkeit“ auch den Unterpunkt „Im Ausland erwerbstätige Personen“ beinhaltet und zur Beantragung die Arbeitsbestätigung des ausländischen Arbeitgebers mit Einkommensnachweis dazu gewünscht wird. Das scheint mit somit eine für mich realistische Möglichkeit, doch auch eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten.

    Mir ist die Aufenthaltsbewilligung deswegen so wichtig, da ich gern eine immobile im Kanton Schaffhausen erwerben möchte und dies nur mit Aufenthaltsbewilligung möglich ist.


    Hat jemand zufälligerweise diesen Weg schon bestritten und könnte mir freundlicherweise ein paar Tips oder Anregungen geben, wie man hier vorgehen kann? Dafür wäre ich sehr dankbar! Ich möchte dazu nicht gleich die Behörde anschreiben, da ich gern irgendeine ungünstige Formulierung vermeiden möchte und zunächst verstehen möchte, wie genau dieser Weg gedacht ist.


    Sonnige Grüsse

    Patrick


  • Hi Patrick, ich bin auch neu hier… habe Wohnung angemietet und auf der Migrationsbehörde alles was nötig ist eingereicht… am Donnerstag wurden Bilder gemacht und ich hab de B-Willigung :smiling_face: in ca 2-3 Wochen… Arbeite auch nicht in der Schweiz

    :light_bulb: Wenn Du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her

  • Hallo, DaddyKool, das ist ja interessant - also du hast einfach entspannt eine Wohnung angemietet und jetzt geht es problemlos mit der Bewilligung. Danke für den Hinweis! Dann guten Start Dir in der Schweiz!

  • Ja, die wollten aber auch finanzielle Nachweise.

    Momentan nutze ich sie als FeWo da ich noch pendele.

    Ich bin in der dankbaren und glücklichen Lage erstmal testen zu können wie es mir hier gefällt… bestellte Möbel kommen erst im Januar 😩

    :light_bulb: Wenn Du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her

  • Ja, die wollten aber auch finanzielle Nachweise.


    Momentan nutze ich sie als FeWo da ich noch pendele.

    Ich bin in der dankbaren und glücklichen Lage erstmal testen zu können wie es mir hier gefällt… bestellte Möbel kommen erst im Januar 😩

    Nun Du hast es wohl damit geschafft, dass du eine Wohnung gemietet hast - ich wollte aber eine Wohnung kaufen und da hat mit der Makler gesagt, dass ich dazu die Aufenthaltsbewilligung brauche. Die bekommt man aber wohl problemlos, wie du ja geschrieben hast, wenn man eine Wohnung hat. Bloss hatte ich gehofft nicht erst eine Wohnung mieten zu müssen um den Antrag durch zu kriegen und dann erst eine Wohnung zu kaufen.

    In welchem Kanton hast du denn deine Wohnung?

  • So einfach wird das vermutlich nicht gehen. Der Erwerb einer Immobilie ist für Personen im Ausland auf eine Bewilligungspflicht nach dem Lex Koller zu prüfen. I.d.R. ist bei Privatpersonen der Erwerb nur möglich, wenn diese entweder als Haupt-Wohnsitz (inkl. Verlagerung der Ansässigkeit) genutzt werden soll oder wenn es für Ferienimmobilien tatsächlich noch ein Kontingent für Personen im Ausland gibt (auch Ausländerquote genannt, die ist abhängig von den Gemeinden).


    Ob der Erwerb über ein Vehikel "Mietwohnung ohne Ansässigkeit" rechtlich möglich ist, stelle ich in Zweifel, bin aber kein Jurist. Nur ganz so einfach sind die Umgehungsmöglichkeiten dann doch meist nicht.


    Generell gilt: Makler sind i.d.R. unzuverlässige Informationsquellen. Bei unserer Ferienimmobilie bewegte sich der gleiche Makler von "gar kein Thema, da hat es Ausländerquoten" über "dann geht es nur als Firma" bis "geht gar nicht". Und alle Aussagen waren im spezifischen Fall falsch.

  • Bei uns war es im Kanton Zug ein riesiges Drama. Ich war zu dem Zeitpunkt schon CH-Bürger, meine Frau hatte aber noch die B-Bewilligung (C war beantragt). Weil die Wohnung zu gross war, brauchten wir erst eine Ausnahmebewilligung oder ich hätte die Wohnung alleine kaufen müssen - und wir mussten Nachweise für unseren Wohnsitz bringen. Ich fand das alles etwas gar lächerlich bei einem Ehepaar. Das habe ich dort vor Ort auch recht deutlich mitgeteilt. Hat dann alles geklappt, aber im Kanton Bern war das alles viel einfacher.

  • Mein Weg war/ist folgender kleine billige Wohnung gemietet, dann hat man schon mal eine Meldeadresse, mit der man sich anmelden und die Bewilligung beantragen kann. Erst nach Erhalt der Bewilligung dann eine Immobilie kaufen.


    Gruss

    Martin

  • Also bei einer B-Bewilligung sind im Kanton Zug noch ein paar "Kleinigkeiten" beizubringen (siehe Anlage). Das war der Stand vor rund einem Jahr.


    PS: Das Ganze - das möchte ich einfach mal anmerken - trotz "Deutsch C2 Zertifikat", u.a. Schweizerischem Anwalts/Notarpatent, beantragter Niederlassungsbewilligung im Kanton Bern sowie CH-Ehemann, der 50% der Immobilie kauft.

  • Im Kanton Bern war es gar kein Problem, aber ich weiss nicht, ob sich da auch irgendwas geändert hat. Ich rate einfach dazu vorher bei den betreffenden Stellen nachzufragen, damit ihr nicht so wie wir "überrascht werdet". Wir hatten nämlich überhaupt gar nicht daran gedacht, dass es irgendwie Probleme geben könnte. Wir fanden unseren Fall erheblich "klarer" und "unkritischer" als die Behörden.


    Und bevor mir jetzt irgendwie wieder gesagt wird, dass ich allen alles madig mache: Ich wollte nur deutlich machen, dass eine B-Bewilligung alleine nicht zwingend ausreichend ist. Und dabei geht es hier nicht um "Hörensagen", sondern um meine/unsere Erfahrungen. Im Regelfall sollte das alles irgendwie machbar sein. Das Problem im Kanton Zug ist, dass sie einfach gar keinen Zweitwohnsitz zulassen. Wer also noch in Deutschland bzw. generell im Ausland gemeldet ist, wird Mühe haben eine Immobilie zu kaufen (bestimmt auch irgendwie machbar, aber noch komplizierter). Wenn die Immobilie dann noch etwas grösser als zwingend notwendig ist, wird's noch komplizierter. Dauerte bei uns rund 5 Wochen...

  • Na dann bin ich mal gespannt, was da alles auf mich zukommt.

    Ich werde natürlich auch darüber berichten.

    In Bern sollte eigentlich immer noch ein problemloser Kauf möglich sein, hab das letztens erst mit einem Notar durchgesprochen.


    Gruss

    Martin

  • Der Notar wird dir verbindlich mitteilen können welche Risiken bei einem Kauf genau bestehen - da bist du schon ganz gut aufgehoben. Gerade weil ich bei Dir aber "Berner Oberland" lese muss dir natürlich bewusst sein, dass es für Zweitwohnsitze auch dort Restriktionen gibt. Ein glaubhafter Erstwohnsitz ist vermutlich vollkommen unkritisch.

  • Wird auf jeden Fall ein Erstwohnsitz und nicht zwingend im Berner Oberland,

    dort hab ich nur meinen momentanen Sitz (angemietet).

    Mittlerweile hab ich eingesehen, dass Bern steuertechnisch nicht so ideal für meine Verhältnisse ist,

    auch wenn dort das Herz sitzt.


    Gruss

    Martin

  • Das Problem an Bern ist eben leider nicht (nur) die Steuer, sondern auch das vollkommen unternehmerfeindliche Umfeld. Mit den höheren Steuern kann man kalkulieren (das habe ich lange gemacht), aber mit irgendwelchen irrationalen Entscheidungen und mühsamen Auflagen macht es dann auf Dauer keinen Spass. So haben sie mich vor rund einem Jahr als Einwohner und Steuerzahler verloren. Das ist im Grunde ein Jammer, aber man steht sich da selber im Weg. Und bei internationalen Abklärungen kriegst du vom Bärenkanton eben auch gar keine Rückendeckung. Das ist in Zug eine ganz ganz andere Nummer. Zug ist da recht hart bei den Richtlinien (da muss man dann schlucken), aber danach liefern sie ab. Damit komme ich aktuell besser klar.

  • Ein Punkt im Ausschnitt von Jan ist wichtig: Abmeldung sowie Nachweis der steuerlichen Ansässigkeit.


    Das ist das was ich weiter oben schrieb: einfach eine Wohnung mieten und dann - ohne diese als alleinigen Hauptwohnsitz zu nutzen - eine Immobilie kaufen geht nicht, da man im Sinne des Gesetzes immer noch Person im Ausland ist. Und damit ist die Bewilligungspflicht des Kaufs zu prüfen.


    War bei uns ähnlich, wir haben die Prüfung durchlaufen und den Entscheid der Bewilligungsfreiheit erhalten. Hier lobe ich noch mal explizit die beteiligten Ämter, die waren extrem speditiv unterwegs: Vom Entscheid bis zur Rechtskraft war es nur eine Woche, da Gemeinde, Kanton und Bund innert weniger Tage Rechtsmittelverzicht zum Entscheid erklärt hatten. Es geht, muss aber abgeklärt sein.


    Daher nochmal: Klärt den Kram VORGÄNGIG mit den beteiligten Behörden ab. Aus meiner Erfahrung (über die Firmen in der Familie und den eigenen haben wir ein paar Erfahrungswerte) reagieren Schweizer Ämter immer dann eher zögerlich, wenn man mit Ansprüchen oder gar Forderungen bei ihnen aufschlägt. Besser man orientiert sich vorab im Dialog. Daher würde ich vom Versuch "Ich miete und will dann einfach kaufen" auch eher abraten. Im Zweifelsfall droht vom Gesetz eine "Wiederherstellung des ordnungsgemässen grundbuchlichen Zustands von Amtswegen". Das kann auch Jahre im Nachgang erfolgen, wenn vorher die Dinge nicht korrekt geklärt worden sind.


    Daher: Wer in der Schweiz eine Immobilie erwerben möchte (ausgenommen Ferienimmobilie) sollte seinen alleinigen Wohnsitz hier haben, inkl. der nachweisbaren steuerlichen Änsässigkeit. Oder das Verfahren über das Grundbuchinspektorat durchlaufen. Dann ist der Kauf gesichert möglich, ohne Überraschung.

  • Ja dann werde ich das so peu á peu in die Wege leiten... ich kann verstehen, dass dies nicht so einfach gehen soll.


    Danke für Eure Hinweise

    :light_bulb: Wenn Du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her

  • Daher: Wer in der Schweiz eine Immobilie erwerben möchte (ausgenommen Ferienimmobilie) sollte seinen alleinigen Wohnsitz hier haben, inkl. der nachweisbaren steuerlichen Änsässigkeit. Oder das Verfahren über das Grundbuchinspektorat durchlaufen. Dann ist der Kauf gesichert möglich, ohne Überraschung.

    Sofern die Wohnsitzvorschrift einem Berufsverbot gleichkommt, ist auch ein Wohnsitz im Ausland kein Problem. Aber diesen Teil muss man nachweisen. Ging nach Vorlage des polnischen Gesetzestext und passender Übersetzung problemlos.