Umzug in CH und Eigentumswohnung in D

  • Ich besitze in D eine vermietete und eine selbst bewohnte Eigentumswohnung. Bei einem Umzug in die CH würde ich die vermietete Wohnung so weiterlaufen lassen (ich habe sie noch keine 2 Jahre, so dass ein Verkauf steuerlich auch ungünstig wäre, oder?). Die selbst bewohnte würde ich zunächst als "Lagerraum" für meine Sachen verwenden (ich kann meinen Wohnsitz aber trotzdem in D abmelden, oder?). Umziehen würde ich erst mal nur mit dem Nötigsten, den Rest dann nachholen wenn es sich in der CH gut eingespielt hat. Dann die Wohnung auch vermieten.

    Welche Nachteile würde das steuerlich für mich bedeuten? Mietgewinne mal aussen vor lassend, würde mein schweizer Gehalt mehr besteuert werden als ohne die Wohnungen? Wenn ja, wieviel macht das etwa aus?

  • Durch deine Wohnung in Deutschland wirst Du so besteuert:


    Das Welteinkommensprinzip besagt, dass die in einem Staat (z. B. aufgrund ihres Wohnsitzes) Steuerpflichtigen mit ihrem weltweiten Einkommen steuerpflichtig sind, unabhängig davon, wo die Einkünfte erzielt worden sind. Deutschland gehört zu den Staaten, die nach Welteinkommensprinzip besteuern.

  • Das ist grob falsch.


    Prinzipiell werden Immobilien im Belegenheitsstaat versteuert. D.h. Mieteinnahmen müssen in diesem Fall in Deutschland versteuert werden, der Wert der Wohnungen muss in der Schweiz bei der Vermögenssteuer satzbestimmend in Ansatz gebracht werden.


    Mit einer wirksamen Verlagerung der steuerlichen Ansässigkeit in die Schweiz entsteht eine "beschränkte Steuerpflicht" in Deutschland (§49.5 EStG sowie grundlegend im DBA Deutschland-Schweiz). Und hier nun eine Besonderheit des deutschen Steuersystems: Da in den Steuertabellen das steuerfreie Existenzminimum berücksichtigt wird, wird als "Ausgleich" der Grundfreibetrag (der für beschränkt Steuerpflichtige nicht gilt) satzbestimmend zu den Einnahmen hinzugerechnet. Man startet also ab 1 € Verdienst mit dem Eingangssteuersatz.


    Im Gegenzug ist der Ansatz von personen- oder familienbezogenen Aufwendungen nicht möglich. Werbungskosten können nur dann in Ansatz gebracht werden, wenn sie in Deutschland und in unmittelbarem Zusammenhang mit der Einkunftsart entstehen.


    I.d.R. führt das bei durchschnittlich vermieteten Wohnungen zu einer Steuer von über 25%, bei eingeschränkten Abzugsmöglichkeiten. Durch die nur schlecht in Ansatz bringbaren Kosten, braucht man i.d.R. einen Verwalter vor Ort. Und damit ist man dann bei 2 Wohnung schnell bei der Überlegung ob das weiter lohnt.


    Der geäusserte Plan, eine Wohnung erst mal noch als "Lager" unvermietet zu behalten bedeutet aus Sicht der deutschen Finanzbehörden das Vorhalten einer Wohnstätte. Das bringt in allen Fällen der nachlaufenden Besteuerung Nachteile.

  • Danke für die ausführliche Antwort. Was meintest du mit "nachlaufender Besteuerung"? Welche Nachteile (wie teuer?) wäre das? Ich kann nicht den Inhalt einer 3 Zimmerwohnung in 1 Zimmer quetschen...Somit brauche ich für den Anfang einen Lagerort.