Einen schönen guten Tag an alle

  • Hallo liebe Forummitglieder,


    Ich darf mich kurz vorstellen, bin die Kerstin, 53 Jahre alt und lebe in der Nähe von Gießen, Deutschland.


    Und sofort habe ich Fragen, die mich sehr umtreiben und bin froh, dieses Forum gefunden zu haben.

    Ich möchte gerne in die Schweiz auswandern, geplant war das mit meinem Partner, der hat mich jetzt aber sitzen lassen mitten in meiner Bewerbungsphase.


    Also, ein VG hätte ich in der Region Luzern, ich weiß aber so gar nicht womit ich finanziell rechnen soll. Vieles, was ich gefunden habe enthält den Konsens, man sollte mindestens Netto das doppelte haben wie in Deutschland um den Lebensstandard halten zu können. Seht ihr das auch so? Ich weiß noch nicht was ich verdienen würde, soweit ist die Verhandlung noch nicht, nach meinen jetzigen Berechnungen hätte ich Fixkosten von 3000 Franken. Wenn ich dann um die 1500 Franken rein zum Leben hätte im Monat, reicht das in dieser Gegend um auch noch was zu sparen? Ich bin kein Mensch der viel ausgeht, ich gehe normal einkaufen, kaufe mir ganz gerne Klamotten. Und natürlich würde ich Ausflüge machen um alles kennenzulernen um die Gegend zu genießen.


    Aaahhhh, ich befürchte ja, das meine Angst das alleine zu machen größer ist als der Wunsch, ich bin ein Sicherheitsmensch und ja auch nicht mehr die Jüngste…


    Danke fürs lesen und eure Antworten. Einen schönen Tag wünsche ich :grinning_face:


    Kerstin

  • Hallo Namenszwilling


    Willkommen im Forum - und mein Tipp - folge deinem Bauchgefühl. Ich bin auch mit über 50 hier angekommen und habe bisher keinen Tag bereut.

    Ok, ich bin mit Partner hier, aber der war arbeitstechnisch auch erst allein unterwegs und hat uns durchgebracht.


    Deine Fixkosten hören sich für eine Person ziemlich hoch an - aber ist wahrscheinlich abhängig von der Miete.

    Und mit 1500 CHF zum Leben im Monat ist für eine Person auch gut gerechnet.


    Was machst du beruflich?


    Ich wünsche dir viel Erfolg und ganz viel neue Eindrücke


    LG

    Kerstin

  • Aaahhhh, ich befürchte ja, das meine Angst das alleine zu machen größer ist als der Wunsch, ich bin ein Sicherheitsmensch und ja auch nicht mehr die Jüngste…

    Hallo Kerstin

    Ich bin mit 56 ausgewandert, man ist hoffentlich nie zu alt für neue Dinge, ich bin allerdings in die Nähe meiner Partnerin gezogen und der berufliche Wechsel war dank der Umstände auch sehr einfach.

    Allein umzuziehen ist natürlich eine Herausforderung mehr, ich bin jetzt nicht der offenste und kontaktfreudigste Mensch und nach meinen Erfahrungen drängen sich einem die Schweizer auch nicht unbedingt auf, dazu noch die allgemeine Corona-Lage. Ich selbst habe ausserhalb des Kollegenkreises und der direkten Nachbarn noch keine neuen Kontakte knüpfen können , es ist sicherlich einfacher wenn man sich gleich einen Verein, Chor, freiwillige Feuerwehr etc. sucht.

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Antworten.

    Ich arbeite als Werkstoffprüferin und die Tätigkeit wäre meiner jetzigen sehr ähnlich. Ansonsten gibt es wenige Jobangebote in diesem Beruf.

    Ich habe mal 1400 für Miete angesetzt inkl. Parkplatz, 50 Strom, 200 TV, Internet, Handy und Billag, 700 für Versicherungen (möchte eine niedrige Franchise), 300 für Autoabtrag, nochmal 200 für Sprit und Verkehrsabgabe und 150 für Säule 3.

    Ich setze lieber höher an als eine böse Überraschung zu erleben…


    Kontaktfreudig bin ich auch nicht, bin es aber hier schon gewöhnt viel alleine zu sein, das dürfte mein größtes Problem nicht sein. Ich möchte keine Reichtümer häufen, möchte mich aber auch nicht verschlechtern, deswegen meine Frage. Vielleicht stelle ich die Frage noch in einer anderen Rubrik ein.

    Hier habe ich nach Abzug aller Kosten 1100 Euro zur Verfügung, kann ich das mit 1500 Franken ungefähr gleichsetzen? Dann wüsste ich schonmal was ich als Gehaltsvorstellung angebe, bzw. wo meine Schmerzgrenze ist.


    Grüße, Kerstin

  • Hallo Kerstin

    Ich bin mit 50 alleine ausgewandert. Lebe und arbeite jetzt mehr als 5 Jahre in der Schweiz.

    Fixkosten (Miete, Handy, Internet, ÖV-Abo, Krankenkasse, Fernseh- und Rundfunkgebühr, Strom...) habe ich monatlich ca. 2000 Franken. Dazu kommen im Jahr noch ca. 700 Franken für Versicherungen. Ein Auto habe ich nicht. Den grössten Teil der Kosten macht die Miete aus. 1400 Franken (inkl. Nebenkosten) für eine 2.5 Zimmer Wohnung, 66 qm mit Riesenbalkon.

    Für die restlichen Lebenshaltungskosten gebe ich monatlich zwischen 500 und 600 Franken aus. Ich habe die höchste Franchise bei der Krankenkasse.

    Ins Verhältnis gesetzt bleibt bei prozentual gesehen genauso viel vom Nettoverdienst zum Leben übrig, wie in Deutschland. Damals war es ca. die Hälfte. Hier ist es ähnlich. Zwar ist der Bruttolohn höher, jedoch geht vom Netto noch die Krankenkasse ab.

    Die ersten 5 Jahre mit der Quellensteuer sind noch recht angenehm. Seit Mai habe ich die C-Bewilligung, zahle keine Quellensteuer mehr. Ich darf in diesem Jahr noch 3250 Franken Steuer zahlen. Ich hatte erst im nächsten Jahr mit der Steuerzahlung gerechnet. Da ist nichts mit in die 3. Säule einzahlen... Ausserdem verschlingen die Steuern, das 13. Monatsgehalt. Mitunter soll das bei manchen nicht mal mehr reichen, sondern 1.5 Monatslöhne müssen dafür gerechnet werden.

    Trotzdem komme ich gut zurecht mit meinem Geld. Egal wie viel oder wenig ich (Netto) verdiene, es ist alles meins, ich muss niemanden etwas abgeben, habe mein Auskommen und das ist gut so. Reichtümer anhäufen bringt ja eh nichts :winking_face:


    Obwohl ich ganz gut mit mir allein zurecht komme. Viel alleine unterwegs bin, in der Freizeit oder am Wochenende, konnte ich mir wieder ein kleines soziales Umfeld aufbauen. Die Überzahl sind Schweizer, da ihre Mentalität meiner eher entspricht, mal so unter uns gesagt.


    In welche Region wird es Dich denn ziehen?

  • Hallo Anja,


    das hört sich jetzt nicht so erstrebenswert an für mich. Mein Ziel wäre schon gewesen mich zu verbessern, wie man das so anstrebt bei einer beruflichen Veränderung. Verschlechtern möchte ich mich nicht. Es wäre der Kanton Luzern gewesen, aber da es finanziell nicht passt werde ich meine Pläne aufgeben, es war ja ursprünglich zu zweit geplant und ich möchte nicht auf jeden Rappen achten müssen, das muss ich hier auch nicht. Aber ganz herzlichen Dank für deine Ausführungen.

  • Hallo Kerstin

    Das verstehe ich und kann es nachvollziehen. Manchmal wundere ich mich selber, wie ich die letzten 5 Jahre Schweiz alleine gestemmt habe . Ohne Mann!!! Das ist sogar schon den Schweizer Männern aufgefallen :smiling_face_with_halo:

    Es geht, allerdings musst Du immer einen Notgroschen dabei haben. Für den Fall der Fälle. Ich habe zum Beispiel am 1. September eine neue Stelle angefangen, arbeite auf Stundenlohnbasis und bekomme mein 1. Gehalt am 25. Oktober! Das heisst 2 Monate vom Ersparten leben, bis das 1. Gehalt kommt. Und die Steuer natürlich nicht vergessen, denn die ist auch Ende Oktober fällig.


    Man kann es schaffen, wenn man klein anfängt. Als ich in die Schweiz gekommen bin, habe ich 70% Pensum gearbeitet, hatte eine kleine Wohnung, 2.5 Zimmer 40qm für 900 Franken inkl. Nebenkosten.

    Weniger ist manchmal mehr. Freizeit ist mir schon immer wichtiger gewesen, als das Geld... Jetzt arbeite ich 100% Pensum und möchte wieder reduzieren, damit die Lebensqualität nicht flöten geht.

  • Hallo die Damen, ich seit Oktober eine Wohnung hier am Vierwaldstätter See, noch steht sie öfter leer, weil ich zwischen Stuttgart und Nähe Stans pendele… zB verlängertes WE jetzt hier und dann wieder 10 Tage in D….

    Wenn ich was unterstützen kann, dann bitte hier oder unter willyok@gmx.de anschreiben.

    Ich bin 65 - auch allein und wage diesen Schritt…. nur Mut

    :light_bulb: Wenn Du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her