• Hallöchen liebe Leute,


    Ein nettes Forum habt ihr hier :) ich habe bereits einige Beiträge gelesen und möchte gerne die Gelegenheit nutzen um auch ein paar Fragen zu stellen und euch unseren Plan vorzustellen.


    Wir haben vor kurzem den endgültigen Entschluss gefasst den Schritt zu wagen und uns auf das Abenteuer “wir ziehen in die Schweiz” einzulassen.

    “Wir” bestehen aus meiner Frau(34), meiner Tochter(2 1/2), ich(32) und unser Hund. Meine Frau ist Ärztin in Facharzt Weiterbildung und ich arbeite als studienkoordinator im Bereich der Arzneimittelforschung. Wir wohnen aktuell in NRW im Eigenheim (DHH, komplett bezahlt und soll dann erstmal vermietet werden)


    Wir sind mit unserer Planung aber aktuell noch ganz am Anfang und überlegen aktuell wie wir das ganze am besten angehen und wieviel Zeit wir uns dafür nehmen sollten. Da meine Frau noch die Taiwanische Staatsbürgerschaft(bereits seit 7J in DE) hat, müssen wir sowieso vorab einen Arbeitsvertrag nachweisen können bevor wir überhaupt den Schritt wagen können. Ich bin Deutscher, dementsprechend unproblematisch. Wir möchten gerne in den Kanton Solothurn ziehen, da bereits Bekannte von uns dort leben und es im Großraum auch viele Kliniken gibt, die unseren Bereich abdecken)


    Nachfolgend mal unserer Plan.


    1. Approbation meiner Frau in CH, sowie Visum beantragen (Deutsch C1 Zertifikat schon vorhanden)

    2. Bewerben(Stellenangebote bereits gefunden)

    3. Vorstellungsgespräche für Ende des Jahres planen und das ganze dann direkt auch mit 3 wöchigen Aufenthalt verbinden, inkl. Haus und Kita Besichtigungen.

    4. Sobald wir dann Arbeitsverträge haben -> in DE kündigen, Haus mieten und Kita Platz fest machen) * wie sieht es hierbei mit bonitätsnachweisen aus? Reicht ein Arbeitsvertrag aus? Ist es schwierig als Deutscher ein Mietvertrag für ein Haus zu bekommen? *

    5. Finalen Umzugs-Zeitpunkt planen und Firma für den Umzug suchen.

    6. Nötige Verträge wie KV, Internet etc. abschließen.

    7. Umzug


    Soweit zur Planung… gibt es Dinge die ihr anders machen würdet? Habe ich etwas vergessen?! :D


    Noch ein paar Fragen im Anschluss.


    a. Ich habe mal unseren voraussichtlichen Verdienst berechnet, stimmt der Multiplikator 1.5 / 1.7 ungefähr oder sind das Ammenmärchen? Aktuell in DE 160tsd Jahresbrutto -> CH 240tsd ?


    B. Die Kita Gebühren in der Schweiz sind natürlich eine Hausnummer, ich hatte jetzt gelesen das man eine teil der Gebühren steuerlich geltend machen kann, ist das korrekt?


    C. Ich fahre aktuell noch ein Leasing Fahrzeug welches Anfang 2023 abgegeben werden soll, habe ich das richtig verstanden das ich das Fahrzeug für ein Jahr in der Schweiz nutzen darf oder muss es zwangsläufig direkt nach Umzug umgemeldet werden?


    D. Wenn wir unser Haus in DE verkaufen und das Eigenkapital nach CH transferieren möchten, müssen dann steuern zahlen?



    So viele Frage und so viel Plan.. ich hoffe es ist nicht too much.. :grinning_face_with_sweat:


    Ich bedanke mich schon im Voraus für euren Input :)

  • Grüessech


    Ich denke, dass die meisten Solothurner keine Grüezini's sind ;)


    Dein Plan klingt doch gut. Wenn Du in der Schweiz einen Job hast, kann Deine Frau im Rahmen des Familiennachzugs auch mit, sofern der ausreichend bezahlt ist. Von daher ist das ziemlich unkritisch.


    Bei dem C1 Zertifikat musst du eben nachschauen, ob das in der Schweiz auch anerkannt wurde. Das meiner Frau wurde nicht anerkannt und sie hat dann eben schnell die Prüfung in der Schweiz nochmal gemacht (Goethe Institut geht in jedem Fall weltweit). Ist kein grosses Drama, aber muss man wissen.


    Zu Deinen Fragen: Ich denke ihr kommt über 240k raus, aber Solothurn ist auch kein Steuersparkanton. Du kannst einen Teil der Kita Gebühren geltend machen, aber wenn ihr beide 100% arbeiten wollt, stellt euch da auf eine saftige Hausnummer ein. Ich würde mit etwa 5000 CHF pro Monat für eine anständige Kinderbetreuung rechnen und nochmal rund 1200 CHF für dir Krankenkasse zu viert. Solange du vermietest, wird das Einkommen daraus satzbestimmend in der Schweiz berücksichtigt (Progressionsvorbehalt: euer Steuersatz steigt). Bei dem Verkauf habe ich keine Ahnung, aber solange das kein Spekulationsgeschäft ist würde ich in die Richtung tendieren, dass das steuerfrei sein dürfte (ist aber nur geraten!). Leasingfahrzeug ist immer mühsam. Ich würde hier eine Möglichkeit zur Abwicklung suchen.


    Viel Erfolg!

  • Guten Morgen Jan und vielen Dank für deine Antwort!


    Schon einmal gut zu wissen mit dem Grüezi :P dann unterlasse ich das besser, bevor es als Offerte angesehen wird :D


    Ob das Sprachzertifikat anerkannt wird, werde ich gleich mal recherchieren. Aber ein guter Tipp, alternativ ist es aber auch kein Thema erneut die Prüfung bei einem anerkannten Institut durchzuführen.


    Der Familien Zuzug ist also unabhängig von der Staatsbürgerschaft wenn ich dich richtig verstehe. Das ist natürlich schon eine Option, aber dennoch ist unsere bevorzugte Variante das wir erst gehen, sobald beide einen Vertrag vorweisen können.


    Zum Thema Kita. Ich habe mir schon ein paar Webseiten von Krippen in Solothurn angesehen und da standen auch Tariflisten bei und die Tarife wurden mit 1500 1/2 Tag und 2200 für den ganzen Tag angegeben oder wird das ganze schlussendlich anhand des Bruttogehalts berechnet?


    Geplant ist aber sowieso das ich maximal 60% arbeite in der Schweiz und die kleine somit auch nur halbtags in die Kita gehen soll.


    Da ich aktuell in Vollzeit ca. 65K brutto in DE verdiene. Werde ich dann wohl in Teilzeit in der Schweiz grob auf das gleiche kommen. Da meine Frau als Ärztin aber genug verdient, denke ich dass das ganze auch so ausreichend sein wird. Klar die Lebenshaltungskosten sind natürlich höher, auch kommen dann noch Kosten für Miete etc. dazu, aber naja grob überschlagen haben wir ca. 20K brutto pro Monat und ich denke dass wir damit auch mit den höheren kosten in der Schweiz damit gut Schweiz leben können.


    Bezüglich KV:

    Ich habe schon verschiedene Variante mit comparis kalkuliert und kam auf ca 700-800 chf inkl. Zusatzversicherung(Da ich aufgrund eines Unfalls ein künstlichen Hüfrgelenk habe, war mir Spital und Arzt Wahl sehr wichtig) die Francise bei mir auf 300, bei meiner Frau auf tausend und bei meiner Tochter auf 0 gesetzt. Glaube dass das Ganze die beste Variante ist.


    Das durch die Vermietung unser Steuersatz steigt ist natürlich semi optimal.. dann würde der verkauf vielleicht doch mehr Sinn machen. Spekulationensgeschäft wäre es wohl eher nicht, weil wir die Immobilie gekauft und seit 3 Jahren selbst bewohnen. Ich recherchiere das ganze noch einmal. Danke für den Tipp.



    Vielen lieben Dank noch einmal für deine Antwort.

  • Ach ja, das mit dem Leasing ist problematisch. Ich habe den Wagen Privat über Sixt geleast und mir mal meinen Vertrag durchgelesen und da ist die vorzeitige Beendigung/Rückgabe quasi ausgenommen. Dementsprechend bleibt mir nur die Möglichkeit den Wagen mitzunehmen oder aber in DE in einer Garage unterzustellen..


    Ich dachte dass ich irgendwo gelesen hatte dass man ein Fahrzeug auch für 12 Monate in der Schweiz fahren darf ohne dass dieser umgemeldet werden muss, dies wäre natürlich optimal. Da wir Anfang/Mitte 2022 auswandern wollen, könnte ich den Wagen dann Anfang 2023 in Deutschland abgeben und alles wäre top. Im Fahrzeugschein stehe ich als Eigentümer, der FahrzeugBrief liegt halt beim Leasingunternehmen, falls dass die Sachen ändern sollte.



    Edit: Habe mich gerade noch einmal durch PKW thread durch geklickt, also scheinbar wäre wohl die einzige Variante wenn ich in Deutschland mit Zweit Wohnsitz(bei meinen Eltern) gemeldet bleibe und den deutschen Führerschein zumindest bis Anfang 2023 behalte.

  • Zum Thema Kita. Ich habe mir schon ein paar Webseiten von Krippen in Solothurn angesehen und da standen auch Tariflisten bei und die Tarife wurden mit 1500 1/2 Tag und 2200 für den ganzen Tag angegeben oder wird das ganze schlussendlich anhand des Bruttogehalts berechnet?

    Meist kommt eben noch Verpflegung & Co hinzu. Oder ein Aufschlag, wenn das Kind mal bis 18 Uhr bleiben muss. Musst Du Dir genau ansehen. Baar ist noch teurer als Bern. Solothurn kenne ich nicht.


    Und ich bin (wieso auch immer) bei Dir davon ausgegangen, dass Du zwei Kinder hast. Zu schnell gelesen, angetrunken... Keine Ahnung. Aber sowohl KiTa als auch KV sind dann natürlich deutlich günstiger. Wir zahlen zu Dritt 1007 CHF inkl. privater Zusatzversicherung und Franchise auf Maximum.

  • Na, dann soll er lieber aufpassen. Sonst schmeisst man ihn erst vom Weissenstein und danach in die Aare. Sobald er dann durch's nördliche Aargau treibt, sollte es mit dem Grüezi dann passen :CH:

  • Das mit dem PKW geht sicherlich gar nicht. Der Leasing-Vertrag gibt vermutlich keine Möglichkeit der üblichen Nutzung im Ausland. Zweitwohnsitz rettet bei der Verzollung auch nicht und die Versicherungen erwarten ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen die Zulassung am üblichen Nutzungsort. Hier gilt es sich nicht zu sehr auf Forenbeiträge zu verlassen (ausser sie stammen aus UNSEREM Auswanderungsforum :winking_face:) sondern besser schriftliche Abklärungen mit den betroffenen Stellen (Sixt, Zulassungsbehörden, Versicherer sowie Zoll) vorzunehmen. Alles andere kann teuer oder im Strafverfahren enden. ("Im Forum der Seppl hat aber gesagt das wäre bei ihm kein Problem" gilt dann nirgendwo.) Wichtig ist, dass z.B. dem Zoll völlig egal ist was die Zulassungsbehörde zum Führerschein sagt. Jeder muss da für seinen Bereich ein eigenständiges "Go" geben.


    Und da ich nicht in die Schweiz gezogen bin um irgendwelche Unkorrektheiten irgendwo umkommentiert zu lassen (Ich bin ein Bünzli...): Die Zulassungsbescheinigung Teil 1 weist Dich als Halter aber nicht als Eigentümer aus :face_with_tongue:


    Vermietung vom Haus in D: Würde ich von abraten. Der Aufwand ist selbst dann immens, wenn man Verwalter und Steuerberater für mehrere Liegenschaften einsetzt. Und Deutschland ist Weltmeister darin sich alle möglichen "Nettigkeiten" rund um die Anerkennung von Ausgaben und Freibeträgen bei Personen im Ausland einfallen zu lassen. (Bsp: Nur durch den EuGH wurde die Erfindung der fiktive Besteuerung erzwungen, bei Erbschaften läuft nun die zweite Klage am EuGH in Reihe, bei der alten Regelungen hatte D verloren und musste ändern, diese Änderung ist immer noch grob benachteiligend, daher EuGh Runde 2.) Wir haben in der Folge alle Liegenschaften in D verkauft. Und bei "echter" Auswanderung rate ich dazu alle Vermögenswerte aus Deutschland abzuziehen. Repatriieren kann man immer wieder.

  • Bezüglich KV:

    Ich habe schon verschiedene Variante mit comparis kalkuliert und kam auf ca 700-800 chf inkl. Zusatzversicherung(Da ich aufgrund eines Unfalls ein künstlichen Hüfrgelenk habe, war mir Spital und Arzt Wahl sehr wichtig) die Francise bei mir auf 300, bei meiner Frau auf tausend und bei meiner Tochter auf 0 gesetzt. Glaube dass das Ganze die beste Variante ist.

    Hoi


    Gut, das du schon so schön recherchiert hast. Warum hast du die Franchisen so gewählt ? Beim Kind verständlich, da ist 0 die beste Wahl.


    Es kann bei diversen Kassen auch durchaus bedeuten, das du mit einem "Unfall-Schaden" (abhängig von den möglichen Folgeerkrankungen) gar nicht in die Zusatzversicherung aufgenommen wirst, denn da haben alle Kassen das Bestimmungsrecht - also können dich ablehnen.


    Eigentlich kann man über Comparis auch nur die Grundversicherung rechnen, die Zusatzversicherungen sind so unterschiedlich in den Leistungen, das eine persönliche oder telefonische Beratung vorteilhaft wäre, biete mich da gern an.


    LG

    Kerstin