Corona Epidemie: Informationsaustausch

  • Hallo zusammen,


    da ich das Thema nun schon etwas länger verfolge, wollte ich hiermit auch kurz meine bisherige Erfahrung dazu geben:

    Hallo, zunächst mal willkommen im Schweiz Forum :smiling_face: Seit wir diesen Virus-Thread haben "outen" sich immer mehr Leser mit Erstbeitrag hier im Bereich. :smiling_face: Fühl Dich wohl bei uns ...auch nach der C.-Zeit .

  • Hallo Zusammen


    Ich sollte meine neue Arbeitsstelle in der Schweiz am 1.6.2020 anfangen. Was kann ich nun tun damit ich die Aufenthaltsbewilligung beantragen kann? Ich würde mich über hilfreiche Tipps sehr freuen.

  • Leider nein, ich hatte eine carte de legitimation, die dann abgelaufen war, aber ich hatte noch zwei sehr weit gediehene Job-Interviews, die ich vor dem Umzug noch abgewartet habe und wollte dann unter dem Schengen-Abkommen umziehen :/. Deswegen überlege ich, das jetzt einfach mal unter dieser Mietvertragsklausel mal zu versuchen, bevor die wieder von der Webseite verschwindet.Edit: ab dem 11.5. werden auch vor allem die Bearbeitungen von Anträgen wieder aufgenommen, die Gruppe der Personen, die dann sofort zusätzlich einreisen darf ist gar nicht so groß, vor allem Familiennachzug wenn ich richtig verstanden habe.

    Kurze Erfolgs-Rückmeldung von mir: nach 15 Stunden Zugfahrten bin ich erfolgreich angekommen. Ich war am Basel Badischer Bahnhof, da müssen alle durch die Grenzkontrolle, hatte meinen dicken Ordner mit Unterlagen schon in der Hand. Alle anderen aus dem Zug hatten Schweizer Pässe oder Aufenthaltsgenehmigungen und gingen beim Vorzeigen einfach weiter und durch. Ich war der einzige "Sonder/Härtefall". Die Prüfung hat ca. 15 Minuten gedauert, und ich schätze, es hätte 50:50 ausgehen können. Ich hatte dabei als ausgedruckte Scans (keine Originale, die waren alle in CH geblieben): ursprünglicher Mietvertrag auf französisch, Verlängerung des Mietvertrags auf französisch, aktueller Mailwechsel mit der Hausverwaltung, Vertragsangebot an die Nachmieterin wo mein Name als aktueller Mieter drin stand. Das waren die Sachen, die angeguckt wurden. Geprüft wurde im Hinterzimmer ohne mein Beisein, ich vermute, weil so gut wie niemand französisch sprach, was evtl. kein Nachteil war. Aber ich würde es nicht nochmal versuchen wollen, es war glaube ich eine knappe Kiste, aber bin glücklich drin zu sein und alles für den Auszug vorbereiten zu können. Es ist generell nicht viel Raum, zu verhandeln. Man sagt zwei Sätze, die verschwinden mit allem, was man in der Hand hatte und kommen wieder und sprechen ein Urteil. Dann von Basel Badischer Bahnhof mit dem Bus nach SBB, von dort alles normal weiter. Viel Erfolg allen !

  • Schön, dass es bei dir geklappt hat! Hätte die Chancen auch nicht höher als 50:50 eingeschätzt.


    Ich habe auch eine Antwort vom Zoll erhalten:


    ‚Im Sinne eines Härtefalls zur Einreise berechtigt sind derzeit EU/EFTA-Arbeitnehmer/innen, die einen Arbeitsvertrag (abgeschlossen vor dem 25. März 2020) und einen unterzeichneten und gültigen Mietvertrag (spätestens gültig ab. 1 April) in der Schweiz vorweisen können. Eine Einreise nur mit einem Arbeitsvertrag ist derzeit leider nicht möglich.
    Gesuche um Grenzgängerbewilligungen von Erwerbstätigen aus einem EU- oder EFTA-Staat, die schon vor der Einführung der Einreisebeschränkungen (am 25. März 2020) eingereicht wurden, werden durch die Kantone ab dem 11. Mai 2020 wieder bearbeitet.
    Deshalb bitten wir Sie, sich bis zu der Bearbeitung Ihres Gesuchs zu gedulden.‘


    Mein Arbeitsvertrag ist vom 01.03. und der Mietvertrag vom 01.05. ‍ :upside_down_face:
    G-Bewilligung wurde immerhin am 17.02. beantragt.



    Viel Erfolg!

  • Hm, interessant. Auf der Website https://www.sem.admin.ch/sem/d…einreiseverweigerung.html steht ja "EU/EFTA-Staatsbürger/innen, die einen vor dem 25. März 2020 abgeschlossenen Arbeitsvertrag oder und einen unterzeichneten und gültigen Mietvertrag, spätestens gültig ab. 1 April, in der Schweiz vorweisen können;", also eine etwas seltsame Formulierung mit dem "oder und", während sie Dir in Deiner Antwort ein "und" geschrieben haben. Interessanterweise ist es in allen drei anderen Sprachversionen der Seite (oben rechts auf Fr/It/En klicken) einheitlich ein ganz klares "oder". Ich hatte daher auch diese Seite in allen vier Sprachen ausgedruckt gehabt, die anderen Sprachen aber zum Glück nicht gebraucht (und sie hätten bei den schwyzer Grenzern glaube ich auch nichts gebracht).


    In Deinem Fall würde ich gucken, wie weit Du von der Grenze weg bist und ob die Logistik es erlaubt "es einfach mal zu probieren". Je länger die Anfahrt und je mehr Umzugswagen gemietet werden müssen, umso eher würde man es natürlich nicht versuchen, weil die Kosten im Falle des Nicht-Klappens zu hoch werden. Wenn man es auch nur mit einem Tagesrucksack und aus zwei Stunden Entfernung wagen würde, dann warum nicht.


    Ich wäre übrigens auch nicht überrascht, wenn ein paar Punkte dieser Ausnahme-Liste bald wieder von ihr verschwinden, wenn sie mit 1-2 Wochen Verzögerung merken, wie stark die Fallzahlen nach dem 11.5. wieder ansteigen werden.


    Viel Glück !

  • Stimmt, du hast recht! Und bei mir haben sie das ‚und‘ extra noch fett markiert...


    Vermutlich werde ich das auch ausdrucken, und es einfach am Montag versuchen.
    2,5h Autofahrt sind natürlich kein Vergleich zu 15h Zugfahrt.
    Vor 2 Wochen wurde ich am schweizer Zoll wieder nach Hause geschickt, da es einen abgelehnten Eintrag im System gab (90 Tage Aufenthalt) Das kann mir evtl. immer noch Probleme bereiten bei einem Systemcheck.


    Besten Dank

  • EU/EFTA-Arbeitnehmer/innen, die einen Arbeitsvertrag (abgeschlossen vor dem 25. März 2020)
    und einen unterzeichneten und gültigen Mietvertrag (spätestens gültig ab. 1 April) in der Schweiz
    vorweisen können;


    meine Freundin versucht die Tage mal über die Grenze zu kommen um sich endlich mal auf der Gemeinde anmelden zu können. Ich kann gern berichten ob es geklappt hat mit dieser Änderung.


    Ob dies auch etwas ist das diese Gesuche im Mai bearbeitet werden? I Hope so

  • Hallo Zusammen,


    Auf der Webseite und den FAQ steht es leider falsch:
    EU/EFTA-Staatsbürger/innen, die einen vor dem 25. März 2020 abgeschlossenen Arbeitsvertrag oder und einen unterzeichneten und gültigen Mietvertrag, spätestens gültig ab. 1 April, in der Schweiz vorweisen können;


    In der PDF Version die an die Behörden ging steht es korrekt:
    EU/EFTA-Arbeitnehmer/innen, die einen Arbeitsvertrag (abgeschlossen vor dem 25. März 2020) und einen unterzeichneten und gültigen Mietvertrag (spätestens gültig ab. 1 April) in der Schweiz vorweisen können.


    https://www.sem.admin.ch/dam/d…pp/weisung-covid-19-d.pdf


    Daher die Verwirrung. Daber vielleicht habt ihr ja Glück und erwischt einen Zöllner der sich von einem Ausdruck der FAQ überzeugen lässt.



    PS: Habe auch einen Härtefall angefragt - Antwort vom SEM seht aber noch aus.


    Arbeitsvertrag vom 03.12.2019 und Mietvertrag geschlossen am 12.03.2020 aber Mietbeginn erst 01.05.2020 - mal schauen ob das reicht...

  • Update wie versprochen: Ausländerausweis des Migrationsamt Solothurn ist fertig!!
    Habe heute von der Schweizer Gemeinde die Info erhalten, dass ich meinen Ausländerausweis abholen darf gg Passbild und 65CHF. Mein Gesuch wurde also (entgegen jeder Erwartung) vom Migrationsamt Solothurn sehr rasch bearbeitet.
    Kurze Zusammenfassung:
    Bin seit
    16.3. in der Schweiz bei meinem Partner geblieben wegen Krankheit, arbeite in DE und habe den Ausländerausweis beantragt, weil ich künftig mehr Zeit als die 90 Tage bei ihm in CH verbringe.
    Habe am
    27.4. (also weit nach dem 25.3.!) die letzten Unterlagen zur Anmeldung bei der Gemeinde eingereicht, am
    4.5. kam die Meldebestätigung der Gemeinde per Post mit dem Hinweis, dass alles an das Migrationsamt zur Erstellung des Ausländerausweises weitergeleitet wird. Heute, am
    8.5. kam die Info, dass ich meinen Ausweis bei der Gemeinde abholen kann. Es ging alles per Mail und Post, nur zur Abholung darf ich jetzt persönlich. Ich freue mich und kann nur empfehlen, einfach den Antrag zu stellen, auch wenn es heißt, dass nichts was nach dem 25.3. einging, bearbeitet wird!
    P.S.: es ging ohne Bürgschaft, ich hatte in einem kurzen Anschrieben erklärt, dass wir über genügend finanzielle Mittel verfügen und unsere Einkommen genannt und freundlich gebeten, meinen Antrag zu bearbeiten, da ich bereits in der Schweiz bin und nach dem Urlaub ab 2.6. wieder zu meinem Arbeitsplatz in Deutschland pendeln möchte.
    Eingereichte Unterlagen (alles eingescannt):
    -Reisepass
    -Geburtsurkunde
    -Krankenversicherungsnachweis (DE)
    -Arbeitsvertrag (DE)
    -Untermietvertrag mit meinem Partner in CH ab 1.4.
    -Meldebestätigung meiner Gemeinde in DE
    -Gesuch um Befreiung der Schweizer Krankenversicherung
    -Anschreiben mit Schilderung meiner Situation.


    Ich drücke allen die Daumen!!!!

  • Hallo Zusammen


    Ich sollte meine neue Arbeitsstelle in der Schweiz am 1.6.2020 anfangen. Was kann ich nun tun damit ich die Aufenthaltsbewilligung beantragen kann? Ich würde mich über hilfreiche Tipps sehr freuen.

    Ich würde an deiner Stelle alle erforderlichen Unterlagen beim Migrationsamt einreichen mit einem freundlichen Anschreiben dazu, in dem du deine Situation schilderst. Scheinbar werden einige Anträge dann doch bearbeitet (wie bei mir gerade geschehen & habe hier auch von weiteren Ausnahmen -zb Kantone Zürich und Solothurn- gelesen.) Ich drücke dir die Daumen!!

  • Jetzt wird es spannend...


    „Auch Gesuche von Personen aus der EU/Efta mit einem Vertrag, der bereits vor der Krise abgeschlossen wurde, sollen geprüft werden.“

  • Sorry, ich weiß nicht wie ich hier verlinken kann aber du findest es zum Beispiel bei der aargauerzeitung.ch...


    Hab es aber auch noch in der Luzerner Zeitung gelesen.


    Der Bundesrat legt fest, wie er ab Montag die Grenzen zu den Nachbarländern öffnen will


    CH Media
    Zuletzt aktualisiert am 8.5.2020 um 14:49 Uhr

  • Hier von offizieller Seite:


    Einreise- und Zulassungsbeschränkungen werden schrittweise gelockert
    [...] Auch Gesuche von Personen aus der EU/EFTA mit einem Vertrag, der bereits vor der Krise abgeschlossen wurde, sollen geprüft werden. [...]