Katastrophe mit Arbeitsvertragsverlängerung

  • Und genau das solltest du intensivieren. Vor diesem Hintergrund in der Tatsache, dass du gut ausgebildet scheinst und deine Branche ja gerade nicht gerade Personalüberschuss hat, wäre eine Freistellung doch nicht die schlechteste Sache. Und zwar für beide Seiten. Dann hast Du Zeit zum Suchen...

    Leider ist es nicht so einfach. Ich könnte mich ja auch bewerben, nach einem anderen Job schauen und kündigen. Nun ist es so, dass ich mir im vergangenen Jahr mit viel harter Arbeit etwas aufgebaut habe und es momentan eigentlich gut läuft. Ich habe gute Zahlen, nette Mitarbeiter, nette Patienten und fühle mich bis auf diese Vertragssituation sehr wohl. Also blende ich das mit dem Vertrag momentan aus und geniesse den Moment. Wohlwissend, dass es schnell vorbei sein kann wenn mein Arbeitgeber in der Vertragsangelegenheit die Geduld oder soll ich sagen den Verstand / Anstand verliert.


    An dieser Stelle noch mal ein grosses Dankeschön für deinen Input :thumbup:

  • Also ich habe jetzt das gemacht was mir empfohlen wurde:


    1) vor gut einer Woche habe ich dem Arbeitgeber per Einschreiben mitgeteilt, dass ich weiter gewillt bin und auch beabsichtige nach dem 6 Nov zu arbeiten - ich habe bis heute keine Antwort bekommen


    2) diese Woche werde ich dazu nochmals nachfragen, ob das die endgültige Entscheidung ist - und dann ist das hop oder top- Ich werde berichten


    3) ein befreundeter Anwalt, der aber sehr viel Geld kostet, hat sich meine Unterlagen angesehen und meint, dass ich bisher alles richtig gemacht habe und die Chance ist nach seinem Erachten mehr als 80% das meine erste Vertragsverlängerung gültig ist, Aber es kann dann zur Schlichtungsstelle gehen bzw. zu Gericht (Geldfrage und ich habe keinen Rechtschutz.


    Momentan kümmere ich mich um die Arbeitslosenmeldung. Wer da für einen Grenzgänger mit Wochenaufnthalt zuständig ist und wie ich das in der Covid Situation angehe, Bayern ist ja da Vorzeigeland. Ich habe ja hier in der Schweiz auch meine Wohnung und beabsichtige auch mir sofort eine andere Stelle hier in der IT zu suchen. Bin zwar schon im Alter wo vorne die sechs steht, bin mir aber sicher auch die alten Hasen werden hier gebraucht. 20 Bewerbungen habe ich dieses Wochenende bereits versendet.


    @honigbiene111 - auch ich habe mir Geld für eben diese Situation gespart und werde das jetzt wohl gebrauchen ....

  • Hallo Luka,


    vielen Dank für das Follow up.
    Die Personalabteilung wird meines Erachtens von Deinem persönlichen Einschreiben und den Nachfragen unbeeindruckt bleiben.
    Ich in deinem Fall würde denen mit einem Brief meines befreundeten Anwalts klarmachen, dass sie Dich nicht so einfach abziehen können. Ein Brief eines Anwalts kann ja nicht so teuer sein und die Vertragssituation so wie Du sie geschildert hast ist jetzt keine Raketenwissenschaft.
    Ein guter Anwalt sollte bei einem Vergleich für Dich was rausholen können. Da müsste doch noch was übrig bleiben für Dich auch wenn Du hohe Anwaltskosten investieren solltest.


    Ja, es ist nicht schön zu lesen wie Dein Arbeitgeber sich verhält ohne das Du einen wirklichen Kündigungsgrund geliefert hast. Eventuell liegt es ja doch an Deinem Alter und sie wollen einfach Ihr Team verjüngen?


    Ich wünsche Dir viel Erfolg und Durchhaltevermögen!

  • Team verjüngern ist gut
    Kosten sparen trifft mehr zu.Schade sowas.Ich weiss wie schwer das ist, aber zeig Ihnen die Hake..und hole Dir wenigstens eine gute Abfindung raus, sollten sie Dich nicht weiterbeschäftigen. Meist suchen sie eh Fehler und machen einem das Arbeitsleben mürbe. War bei uns in der Reha Rheinfelden auch so.Dann durfte derjenige bestimmte verichtungen nicht mehr machen, es gab immer mehr persönliche Gespräche und wieder eine Verichtung die Du nicht machen durftest.Dazu kamen dann noch diebimmer frecheren Kollegen usw.
    Also entpannt muss es dann nicht bleiben,selbst wenn Du recht hast und auch bekommst.
    Bleibe ernüchternd.
    Gruss Honigbiene

  • Aus gegebenen Anlass weil ich vermehrt Anfragen bekomme von Jobsuchenden im Gesundheitswesen. Es scheint ja schon was dran zu sein, dass man mit einem Job im Gesundheitsbereich am unteren Ende steht was Löhne und Arbeitsbedingungen angeht.


    @ Honigbiene und AnjaB
    Ich danke Euch für Eure Beiträge hier in der Diskussion


    Ich hoffe immer noch das die Covid-Krise zu einem Umdenken in unserer Gesellschaft bezüglich Werte und was ist wichtig im Leben führt.


    Eigentlich unfassbar, dass die reichsten Länder der Erde wegen Personalmangel in den Kliniken zu mittelalterlichen Methoden greifen müssen und einen weiteren Lockdown beschliessen ?(


    War aber schon immer so: Gier frisst Hirn!

  • ...und spannend wird: mein Anwalt meint, wenn ich weiter nichts von der Firma höre - und davon gehen alle aus - dann muss ich am Montag an meinem Arbeitsplatz erscheinen. Wird mir da der Zutritt verwehrt oder ich werde weggeschickt, muss ich das der Firma schriftlich per Einschreiben mitteilen. Damit habe ich gezeigt, dass ich weiter arbeiten möchte und es wird mir zum positiven ausgelegt. So, danke derweil und ich lege los......

  • Lass es Dir auf jeden Fall von Deinem Vorgesetzten schriftlich bestätigen das er Dich nachhause schickt und mache es am Besten unter Zeugen. Ich denke sie werden Dir ja nächste Woche eh die Schlüssel abnehmen, Passwörter, eMail und Zugangscodes sperren. Dami thast Du ja dann praktisch auch den "Beleg".
    So sehen auch Deine Kollegen was Ihnen in Zukunft blühen könnte.


    Hast Du schon mal im Kollegenkreis oder bei Ex-Kollegen gefragt wie es bei Ihnen vertraglich aussieht? Eventuell gibt es ja noch Mitstreiter?

  • DAS ZWEIMAL SO EIN FEHLER PASSIERT BEZWEIFEL ICH


    Yes Luka
    Ich bin bei Dir.Lass Dich nicht an der Nase herumführen.



    Das mit dem erfragen ist sehr wichtig, muss man allerdings vorsichtig machen.Damals in der Reha waren es noch 2 Kollegen denen es änlich gingen wie mir. Am Ende wurden dann 18 Leute vor die Tür gesetzt. Wie ich gehört habe ( ein Kollege ist noch da) machen sie aber immer noch weiter...
    Ich kann mir denken, dass viele neue Deutsche gleich wieder zurück gehen und die Schweiz nie wieder angehen nach so einem schlimmen Erlebnis wie ich es erlebt habe.
    Gruss Honigbiene

  • Lass es Dir auf jeden Fall von Deinem Vorgesetzten schriftlich bestätigen das er Dich nachhause schickt und mache es am Besten unter Zeugen.

    Also die Vorgesetzten dort scheinen ja nicht die hellsten Kerzen auf der Torte zu sein. Aber selbst, wenn man das Pulver nicht erfunden wird, wird wohl niemand so blöd sein und in einer solchen Situation irgendetwas schriftlich bestätigen. Ich habe schon von vielen Idioten gehört - aber in solchen Situationen behält jeder seinen Stift bei sich.


    Von daher hat der Anwalt des TEs schon recht: Erscheinen und dann per Einschreiben (Aufgabe am gleichen Tag!) auf den "Annahmeverzug des Arbeitgebers" hinweisen. In dem Schreiben bitte unbedingt deutlich machen, dass man jeder Zeit gewillt ist weiter zu arbeiten und seinen Vertrag erfüllen möchte.


    Wenn einem der Arbeitgeber das vor Ort unterschreibt oder aber Zeugen dabei sind: Noch besser. Aber das einer solchen Situation wird er mehr oder weniger entspannt aus dem Weg gehen.

  • ..und es geht weiter damit:


    - heute habe ich den ersten Termin bei meinem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht und
    - gestern kam das E-Mail zum "offboarding" für diesen Freitag, 18:30Uhr. "offboarding" heisst alles abgeben, Konten im Active Directory sind ab diesen Augenblick gesperrt und damit hast Du keinen Zugriff mehr auf einen Computer in der Firma


    Mehr dann die Tage werde aber genau das machen was jan82 schreibt....

  • @Luka
    Ich hoffe, dass Dein Anwalt das Beste für DICH raus holt. Das mindeste wäre, dass die Firma Dir eine "Abfindung" zahlt, schliesslich hat die Dein Dilemma verbockt.
    Auf jeden Fall musst Du, Dich so schnell wie möglich arbeitslos melden, falls Du es noch nicht getan hast.
    Spreche aus eigener Erfahrung in Deutschland, wie in der Schweiz.


    Eine Bekannte, Schweizerin 55 Jahre, erzählte mir letztens, dass sie nach vielen Arbeitsjahren die Kündigung bekommen hat. Wegen einer Lebenskrise hat sie sich erst später arbeitslos gemeldet. 2 Jahre hat sie kein Arbeitslosengeld bekommen!


    Mein 1.Fall:
    Als ich bemerkt habe, dass zwischen mir und meinem damaligen Chef die Chemie nicht stimmt, mir das arbeiten ohne Team nicht bekommt, habe ich angefangen Bewerbungen zu schreiben. Ich musste kämpfen, dass ich für Vorstellungsgespräche oder Schnuppertage frei bekomme. Der Arbeitgeber hat mir sogar noch vorgeschrieben, wann ich Schnuppern gehen darf!
    Hinter meinem Rücken, obwohl noch ein Gespräch offen war, hat er ein Stelleninserat geschaltet, von dem ich erst erfahren habe, als eine Dame angerufen hat. Anschliessend, in der Mittagspause bekam ich meine Kündigung.
    Nach einem Vorstellungsgespräch und auf anraten der Personen, die mich dort völlig aufgelöst erlebt haben, habe ich meine Sachen aus der Praxis geholt, den Praxisschlüssel abgegeben und einen Termin bei meinem Hausarzt vereinbart. Darüber habe ich den Chef informiert, per WhatsApp, so hatte ich auch einen Beweis. Daraufhin, bekam ich von ihm einen Brief per Einschreiben, dass wenn ich nicht auf Arbeit erscheine, er mein Vorgehen als fristlose Kündigung durch mich sieht! Obwohl ich ihm ein Arztzeugnis von meinem Hausarzt unverzüglich zugestellt habe.


    Am Ende hatte ich 2 Kündigungsschreiben vom Arbeitgeber, einen neuen Arbeitsvertrag schon in der Tasche, war arbeitslos gemeldet, hatte 2 Monate kein Einkommen (Sanktion von der Arbeitslosenkasse), weil nach Prüfung des Sachverhaltes aus deren Sicht, die Arbeit für mich zumutbar gewesen wäre, bis zur ordentlichen Kündigungsfrist!


    2. Fall:
    Folgte gleich im Anschluss. Nach den 3 Monaten Probezeit wurde mir wegen zu guten Benehmens gekündigt. Zum Feierabend musste ich bei der Chefin antreten, ein Zeuge war dabei, der mir nicht vorgestellt wurde, erst als ich ihn gefragt habe, wer er denn ist! Ich bekam meine Kündigung, musste die Praxis sofort verlassen, meinen Schlüssel abgeben. Ich konnte mich gerade noch von den Kolleginnen verabschieden, die mich fassungslos angesehen haben, für die allerdings dieses Benehmen nicht neu war! Ich wurde regelrecht heraus geschmissen, denn ab diesem Tag hatte ich auch Praxisverbot!
    Immerhin konnte ich noch etwas Menschlichkeit der ganzen Sache abgewinnen, ich bekam für die 3 Monate Kündigungsfrist mein volles Gehalt. Schliesslich bin ich für den scheinbaren "Traumjob" damals erneut umgezogen! Endlich in den Kanton Aargau, wo ich eigentlich von Anfang an hin wollte.


    Meine Rechtsschutzversicherung werde ich zum nächstmöglichen Termin kündigen. Ich streite mich nicht gerne, vor Gericht schon garnicht. Bisher hat das ganz gut funktioniert und so soll es auch bleiben.



    War aber schon immer so: Gier frisst Hirn!

    Da bin ich ganz Deiner Meinung. Beobachte ich Tag täglich. Deshalb lebe ich meinen Minimalismus weiter aus hier in :CH:

  • Ich komme eben vom Arbeitsrechtler, welcher mein Mandat hat und er sagt mir, so wie das hier gesagt wurde und wie das mir auch meine Freunde sagten, ich habe einen gültigen Arbeitsvertrag bis 2021. Am Montag muss ich also wieder in die Firma und ihnen sagen, dass ich weiter arbeite und zwar bis August 2021. Bis Montag wird das die Firma auch schriftlich von seiner Seite haben (sollte bereits morgen bei denen ankommen).


    Unabhängig davon, sie können mir den Zugang verwehren oder mich weiter arbeiten lassen - die Wahl hat die Firma - muss meine Bezahlung bis August 2021 erfolgen und wird wenn nötig eingeklagt.


    Ich werde Montag also arbeiten und danach weiter berichten. Gefühle darf man da nicht mehr haben.

  • das ist ja Spitzenklasse...Dann liegt es jetzt an Ihnen..Super..Du bist dann raus...bleibst freundlich aber bestimmt. Nur wie sollst Du mit dem Freitäglichen Offboarding umgehen?
    Kannst Du mir sagen, ob Du bei einer öffentlichen Stelle warst oder bezahlst Du es aus eigener Tasche?
    Ich muss auch mal etwas klären.
    Honigbiene

  • Ich musste kämpfen, dass ich für Vorstellungsgespräche oder Schnuppertage frei bekomme.


    Schnuppertage, die Suche auf Jobportalen oder das Zusammenstellen von Bewerbungsunterlagen muss IMHO auch nicht während der bezahlten Freistellung erfolgen. Ich gebe in solchen Fällen gesamthaft 3 Tage pro Monat bezahlt frei. Darüber hinaus kann der Mitarbeiter weitere 3 Tage unbezahlt fern bleiben. Es spielt dabei übrigens keine Rolle wer von beiden gekündigt hat.
    Der Gesetzgeber empfiehlt gesamthaft 2 Tage pro Monat (AGer. ZH JAR 1999 201). Die Stückelung ist dabei nicht relevant. Da der AN den AG nicht darüber informieren muss wo er sich bewirbt (OGer LU JAR 1989 178) kann der AG ohnehin nicht nachvollziehen, ob es nun ein Schnuppertag oder ein Bewerbungsgespräch ist. Aber klar ist natürlich, dass die Termine abgesprochen werden müssen. Weder kann ich meinen Mitarbeitern morgen 3 Wochen Urlaub "befehlen" noch können Sie morgen 3 Wochen Urlaub "verlangen". Dabei gab es bei mir aber nie irgendwelche Probleme. Bei der Zeit hingegen schon. Ein Mitarbeiter von mir wollte eine Woche zu Hause bleiben, um sich zu bewerben - nachdem er gekündigt hatte. Der Freistellung hatte ich vorher nicht zugestimmt, weil er sein Projekt abschliessen sollte. Dabei bleibt dann immer ein komisches Gefühl. Hat im übrigen nicht geholfen: Der Mitarbeiter war dann 6 Wochen krank. Ich bin damals nicht dagegen vorgegangen.


    Hinter meinem Rücken, obwohl noch ein Gespräch offen war, hat er ein Stelleninserat geschaltet, von dem ich erst erfahren habe, als eine Dame angerufen hat. Anschliessend, in der Mittagspause bekam ich meine Kündigung.

    Also nur damit ich das richtig verstehe: Du hast also freie Zeit verlangt, obwohl Du noch gar nicht gekündigt hattest? Das ist meiner Meinung nach nicht durch Art. 329 Abs. 3 OR (Dem Arbeitnehmer sind im Übrigen die üblichen freien Stunden und Tage und nach erfolgter Kündigung die für das Aufsuchen einer anderen Arbeitsstelle erforderliche Zeit zu gewähren.) abgedeckt. Und ich bin mir auch wirklich unsicher wie Du Dir das vorstellst: Wenn Du als AG von Deinem Mitarbeiter hörst, dass er kündigen möchte, suchst Du Ersatz (Mitarbeiter). Und wenn Du als AN hörst, dass dein AG Dich kündigen möchte, suchst Du ebenfalls Ersatz (Stelle). Es tut mir auch Leid, dass dich das so belastet hat. Aber wenn die Chemie nicht stimmt, Du einen Job suchst und Dir dafür noch Zeit "erkämpfst", kann es passieren, dass man die Kündigung bekommt, wenn es eine neue Bewerberin gibt. Jeder ist da leider egoistisch. Mich hat bisher auch noch nie ein Mitarbeiter gefragt, ob er kündigen darf - leider. Ein paar Mal hätte ich durchaus "nein" gesagt.


    Und zu dem Teil mit dem Arztzeugnis äussere ich mich lieber nicht wertend - das kommt hier noch schlechter an als der Rest. Das Problem ist aber, dass man eben kaum das "aus Frust fernbleiben" vom "nicht in der Lage sein zu Arbeiten" unterscheiden kann. Und das kann der Hausarzt vermutlich auch nicht immer (ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen Hausärzten) und dieser würde das vermutlich weniger oft attestieren, müsste er die Kosten tragen ;)


    In jedem Fall freut es mich aufrichtig, dass Du nun zufrieden bist. Bedenke aber immer, dass das Spiel mit dem Kündigen zwei Seiten hat. Eine Kündigung ist in der Regel für beide Seiten nicht optimal. Und niemand stellt jemanden an, um ihn loszuwerden. Und niemand nimmt eine Stelle an, um wieder zu kündigen. Wichtig ist, dass beide Seite da halbwegs aufrecht rauskommen.

  • @jan82
    Ich war bei diesem Arbeitgeber 100% Pensum, zum Lohn einer Berufsanfängerin (mit 11 Arbeitsjahren in Deutschland ) und als einzige Mitarbeiterin angestellt! An einem Freitag habe ihn höflich gefragt, ob ich mein Pensum auf 80% reduzieren könnte, für den selben Lohn, aus rein privaten Gründen, da wusste er noch garnicht was ich vor hatte.
    Wir wollten am Montag darüber reden, wie wir eine Lösung finden, so sind wir an jenem Tag auseinander gegangen. Das Gespräch hat nie statt gefunden. Das Inserat also hinter meinem Rücken!
    Die Kündigung habe ich mit Wohlwollen hin genommen! Nun musste ich mich offiziell um einen Job kümmern, aber wie bei 100% Pensum? Wenn der Chef frei hatte, hiess das nicht, dass ich auch frei hatte.
    Dass ich zu diesem Vorstellungsgespräch gehen, dafür eine Stunde eher Feierabend machen durfte, hat er mir schweren Herzens erlaubt. Das habe ich mir sogar schriftlich von ihm geben lassen, obwohl klar war, dass er das rechtlich gesehen tun muss, wenn er mich kündigt!
    Mein Hausarzt hat mich auf meinen Wunsch hin nur für ein paar Tage "krank" geschrieben, keine 6 Wochen, solange bis ich einen neuen Arbeitsvertrag in der Tasche hatte. Genau an dem Tag, als ich den unterschrieben hatte, habe ich meine Kündigung persönlich in die Praxis gebracht. So war es dann im gegenseitigen Einvernehmen und mir war klar, dass ich dann Sanktionen bekomme. Habe mich trotzdem bei der RAV gemeldet, fleissig Bewerbungen geschrieben obwohl ich schon einen Arbeitsvertrag hatte und in der Hoffnung auf Gerechtigkeit.
    Mein Hausarzt hat mir erklärt, was ich hätte tun können, um für die 2 Monate bis zum neuen Job Arbeitslosengeld zu bekommen. Psychiatrisches Gutachten usw. Das kostet Zeit, Geld und Nerven, womöglich hätte ich den neuen Job dann nicht bekommen und wäre abgestempelt gewesen... Der Preis war mir zu hoch.


    Mal sehen, was noch kommt ;) Auf jeden Fall wird es nie langweilig bei mir, in meinem neuen Leben. Es geht immer weiter irgendwie :CH:

  • Hallo Anja
    Danke für Deinen Tip..
    Das mit den öffentlichen Rechtsauskünften weiss ich...jedoch würde ich gerne wissen, ob die sich unterscheiden. Mir scheint es so als ob der Luka bei einem längeren Termin war, da aussagekräftiger..vielleicht kann der Luka etwas dazu sagen?
    Meist hat man bei den öffentlichen nur 15 min und ich denke es gibt nur eine vage Richtung.
    Beste Grüsse Honigbiene

  • Hallo Anja


    Ich möchte da gar nicht Schiedsrichter spielen. Geht auch gar nicht: war nicht dabei. Mir geht es nur darum, dass es einfach immer zwei Seiten gibt. Und ob er nun wusste was du vorhast oder nicht: Ihr habt beide hinter dem Rücken des anderen gemacht/geplant. Was davon jetzt schlimmer ist: keine Ahnung. Aber das Verhalten ist doch beidseitig vollkommen normal - wenn auch nicht perfekt. Wer ist denn in solch einer Situation 100% transparent? Ich vermutlich nicht. Jeder minimiert sein Risiko. Jeder prüft sein Recht/seine Optionen. Alles vollkommen legitim und normal.
    Und auch die Vertragsbestandteile spielen das für mich persönlich keine Rolle. Ein Vertrag ist ja nunmal eine gegenseitige Übereinkunft: Leistung und Gegenleistung. Wer da zustimmt, muss erfüllen. Das gilt für den Mitarbeiter und den Arbeitgeber gleichermassen. Wenn man damit nicht einverstanden ist, muss man nachverhandeln (Änderungskündigung) oder kündigen. Dass das in der Theorie einfacher als in der Praxis ist, weiss ich leider auch.
    Ich finde es in der Wahrnehmung der Leute einfach interessant, dass es vollkommen normal ist, wenn ein Arbeitnehmer kündigt. Das ist dessen gutes Recht (stimmt!). Dann wird gesagt: ja gut, der Arbeitnehmer verdient mehr, hat mehr Urlaub, kürzeren Arbeitsweg oder was auch immer. Wenn aber der Arbeitgeber den Arbeitnehmer kündigt, weil er günstigere/bessere/schnellere/weniger kranke Arbeitnehmer gefunden hat, dann ist das immer gleich asozial. Ich persönlich finde das übrigens auch nicht gut. Mich wundert aber die extrem unterschiedliche Wahrnehmung in der Gesellschaft. Oftmals kann eine Firma einen fehlenden Mitarbeiter und auch die wirtschaftlichen Folgen besser kompensieren. Das ist bestimmt so. In Kleinstbetrieben muss aber auch das nicht stimmen.