Mit Mindestlohn in Zürich anfangen?

  • Hallo Zusammen,


    ich wohnen momemntan in Deutschland und verdiene ca. 1600 netto pro Monat als Rezeptionistin im Hotel, und das gleiche verdient mein Mann als Schichtleiter in KFC. Wir planen in die Schweiz zu auswandern, aber als wir keine Ausbildung haben, es ist schwieriger einen Job mit höherem Gehalt zu finden. Ich habe mich als Servicemitarbeiter für Vollzeit (die haben Zimmer für Personal) bewerbt und habe Antwort von Zürich bekommen und Einladung zur Vostellungsgespräch. Wahrscheinlich wird das Mindestlohn sein, also 3500 CHF oder 100-200 CHF mehr.
    Also Plan ist, dass ich zuerst anfange, und danach kommt mein Mann zu mir (weil ich aus EU bin und mein Mann nicht).
    Ist das sinnvoll so zu anfangen? Kann man einfach in Schweiz einsteigen? Oder trotz keine Ausbildung mehr als 4000-4500 CHF pro Monat zu bekommen?


    Vielen Dank im Voraus für ihre Antworten!

  • Liebe Arya


    Meine ganz persönliche Meinung dazu:
    Ich hab auch mal von 3500 CH gelebt. Meine Wohnung hat damals 765 CHF gekostet. Allerdings hatte ich die Möglichkeit in Österreich einzukaufen. Ich hab damals noch nicht bei ZH gelebt.


    in ZH stelle ich mir das sehr schwierig vor. Wie teuer wäre dann so ein Personalzimmer? Bedenke, dass auch die Krankenkasse komplett selbst zahlst.



    liebe Grüsse und alles Gute


    Monika

  • Also Plan ist, dass ich zuerst anfange, und danach kommt mein Mann zu mir (weil ich aus EU bin und mein Mann nicht).


    Ist das sinnvoll so zu anfangen? Kann man einfach in Schweiz einsteigen?

    Da muss man sehr vorsichtig sein! Wenn dein Mann kein EU/EFTA-Bürger ist, dann ist es sehr schwer für ihn eine Arbeitsbewilligung zu bekommen! Der Arbeitgeber muss quasi nachweisen, dass es keinen anderen geeigneten Kandidaten aus der sEU/EFTA gibt. Je nach Branche kann es sogar fast unmöglich sein, das gilt erst recht für Jobs, wo die "Stellenmeldepflicht" herrscht - das sind Berufe wo die Arbeitslosigkeit in der Schweiz über 5% beträgt. Bei Hotelrezeptionisten beträgt laut Liste die Arbeitslosenquote bei 10.4%.
    Andererseits hast du schon eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen.

  • Hi,


    mit einem Mindestlohn in Zürich wird das sehr knapp meiner Meinung nach! Wenn Du als EU-Bürgerin direkt eine B-Erlaubnis mi Erwerbstätigkeit erhältst, sprich Du hast einen unbefristeten Arbeitsvertrag vorliegen, erleichtert das einiges.


    Über den Familiennachzug erhält Dein Mann dieselbe Erlaubnis, was die Chancen bei der Jobsuche schon wesentlich steigert, da der Arbeitgeber nicht das administrative zu erledigen hat. Mit 2 Mindestlöhnen solltet ihr es schaffen über die Runden zu kommen, aber auch keine grossen Sprünge/Ersparnisse erwarten.


    Viel Erfolg

  • Hallo arya


    Grundsätzlich sehe ich es ähnlich wie meine Vorschreiber. Zu zweit würde ich das auf jeden Fall nicht riskieren. Das Risiko ist zu hoch.


    Wenn Du trotzdem in die Schweiz möchtest, würde ich Dir empfehlen, dass Du zunächst einmal alleine kommst und dann erstmal schaust, ob Du nicht zumindest den Sprung auf eine etwas besser bezahlte Stellte schaffst. Nach der Probezeit sollte das mit dem Familiennachzug dann kein Problem sein und das Risiko ist etwas moderater.


    Ich persönlich erachte die persönliche Kaufkraft in der Schweiz bei eher schlecht bezahlten Jobs allerdings für geringer als in Deutschland. Das liegt u.a. an den hohen Mieten und der Krankenkasse. Und zu zweit werdet ihr dann ja warhscheinlich eine eigene Wohnung bewohnen wollen, die dann wahrscheinlich irgendwo in einem Zentrum (Hotelnähe) liegt. Und das ist in Zürich dann kein (finanzieller) Genuss...


    Gruss,
    Jan

  • Grüß an euch,


    vielen Dank für eure Antworten.


    Wir sind eigentlich sehr sparsam. Wohnen wir in Frankfurt am Main und für Lebenskosten (Miete, Essen, Strom, Internet und alles weiteres) geben wir ungefähr 1500 euro raus. Deswegen ich dachte mir, falls das gleiche würde sein in Zürich, dass wir ein Gehalt fürs Leben rausgeben, würde schon besser sein als hier zu sparen.


    Die Kosten für Personalzimmer kenne ich noch nicht.


    Ist das wirklich so, dass ich für Familiennachzug erst beantragen kann, wann ich außer Probezeit bin? Eher nicht? Also falls Probezeit ein Monat bis drei Monate dauert, dass kein Problem ist. Aber gibt es auch Probezeit für 6 Monaten?


    Mein Mann hat schon wahrscheinliche Möglichkeit nach Thun zu kommen und arbeiten erst für 3500 CHF als Servicemitarbeiter (der potenzieller Arbeitgeber schaut nach Bewilligungsmöglichkeit) und danach nach kurze Ausbildung, die 3-6 Monaten dauert, als Schichtleiter wieder arbeiten für 4100 CHF. Die Preise für Wohnung sind dort auch hoch, und ich finde, dass Zürich mehr Jobsstelle zur Verfügung hat. Oder was denkt ihr?


    Liebe Grüße an euch, vielen Dank für eure Hilfe!

  • Das Leben in Zürich ist teurer als in Thun und das ist wiederum viel viel teurer als in FFM. Sparen werdet ihr bei den von euch genannten Gehältern nicht viel können. Und von Züri nach Thun (bin gerade von Dübendorf nach Spiez mit dem Zug gefahren - etwa Deine Strecke) ist’s auch nicht direkt in die Ecke - das kostet Zeit und Geld. Ich würde ehrlich gesagt eher in einer günstigeren Stadt als Züri suchen. Und dann natürlich eine, die für euch beide arbeitstechnisch gangbar ist.

  • Hoi Arya


    auch wenn ihr sparsam lebt - das ist je nachdem wo man wohnt in der Schweiz nicht so wirklich möglich.


    Ein paar Beispiele: Taschentücher, Zahnpasta und Toilettenpapier (ja auch das braucht man hier) kosten im Vergleich horrend - also die ganz alltäglichen Dinge ... Nudeln, Reis, Eier, Milch - teuer im Vergleich


    bestes Beispiel für mich... ich liebe Vienetta Eis :P Deutschland im Angebot 0,99 € - hier im Angebot 7.50 CHF


    Aber wir haben auch fast 2 Jahre nur von einem Lohn gelebt - das ist jetzt Gott sei Dank vorbei, am Montag startet meine Festanstellung (endlich geschafft) - Das Leben hier ist schöner... irgendwie


    Ihr schafft das, einfach versuchen und kämpfen
    Wünsche viel Erfolg


    Liebe Grüsse
    Kerstin :CH:

  • Ich würde bei den gängigen Wohnungssuchseiten wie https://www.immoscout24.ch/ schauen wieviel Geld man in deiner Wunschstadt für Miete ausgeben muss und bei https://www.lohncomputer.ch/ schauen was bei deinem erwarteten Wunschgehalt und Kanton als Nettogehalt herauskommt, davon dann noch die Krankenversicherungen abziehen. Und dann überlegen ob man sich vom Rest noch sinnvoll ernähren und kleiden kann.
    Und wenn ich es richtig verstehe muss man doch Arztrechnungen, Rezepte usw. erst einmal selbst bezahlen und dann das Geld von der KV zurückfordern? Ohne ein bisschen gespartes Geld wird das bestimmt schwierig.

  • Und wenn ich es richtig verstehe muss man doch Arztrechnungen, Rezepte usw. erst einmal selbst bezahlen und dann das Geld von der KV zurückfordern? Ohne ein bisschen gespartes Geld wird das bestimmt schwierig.

    Das hängt ganz von der Krankenkasse und Deinem Modell ab ;) Aber je günstiger die Monatsprämien sein sollen, desto wahrscheinlicher ist Deine Aussage.


    Wir sind eigentlich sehr sparsam. Wohnen wir in Frankfurt am Main und für Lebenskosten (Miete, Essen, Strom, Internet und alles weiteres) geben wir ungefähr 1500 euro raus.

    Ich versuche mal die sparsamste Abschätzung für Zürich, für genau diese Punkte:

    • Miete: 2 Zimmer, ~50qm, Altbau => 1900CHF
    • Essen oder vielmehr Einkäufe: 2 Personen => ~600CHF
    • Strom: ~ 40CHF
    • Internet+Handy für 2 Personen: ~100CHF
    • Krankenkasse für 2 gesunde Erwachsene im Telmed Modell mit höchster Franchise: ~ 600CHF
    • ÖV Monatsabo für 2 Zonen: 85CHF/ Person

    In Summe: 3325CHF (für nur ein Monatsabo).


    Bedenke, dass das nur eine grobe Abschätzung ist, aber so siehst Du grob die Preisgestaltung in Zürich und weshalb es mit einem Mindestlohn, so gerade eben reichen würde, wenn keine grossen unerwarteten Kosten aufkommen. Ein normaler Arztbesuch bei einer Erkältung für eine Krankschreibung z.B. liegt bereits bei ~100CHF, die Ihr in den obengenannten Modell selbst bezahlen müsst plus Selbstbehalt bei verschriebenen etwaigen Medikamenten.

  • Die Rechnung von MotU ist realistisch. Daher mache ich mal Werbung für den ländlichen Raum:


    Statt in Zürich einfach hier wohnen:


    https://www.comparis.ch/immobi…atz/details/show/22307183


    70qm Neubau für viel weniger Geld. Die gesparten 530 CHF im Monat hierhin:


    https://www.sbb.ch/de/abos-bil…nte/ga/ga-erwachsene.html


    340CHF/pro Person (Gegenbeispiel Zürich: 530+85+85=700CHF)


    Ergebnis: Knapp weniger Geld ausgegeben, dafür aber ein GA, also Fahrten durch die gesamte Schweiz gratis, damit ein Sparpotential über das Jahr.


    Nachteil: Man pendelt 1 Stunde zum HBf Zürich hin und abends wieder zurück. Aber eine Stunde Fahrtzeit ist in der Schweiz nicht unüblich. (Die Zeit im ÖV kann man zur Weiterbildung nutzen, damit lässt sich das Gehalt nachhaltig steigern.)


    Vorteil: Mehr Platz (die verlinkte Wohnung ist ein Neubau, es geht also auch noch ein Stück günstiger, was einem dann mehr finanzielle Luft verschafft.) Und mehr Swissness als ein GA geht kaum.


    :CH:

  • Damit rechnet es sich noch besser. Und jenseits vom Wynental gibt es noch weitere günstige Wohngegenden.


    Z.B. hier, älteres, günstigeres Objekt aber nur 36-41 min nach Zürich HB


    https://www.comparis.ch/immobi…atz/details/show/22870304


    Es empfiehlt sich wirklich im weiteren Umland zu schauen. Dabei entlang der S-Bahnen in die Nebentäler suchen, die bringen einen ganz flott in die Städte.