Den Alltagstrott verlassen

  • Guten Abend/Nacht/Morgen liebe Leute,

    Einige haben vielleicht schon was von mir gelesen manche vielleicht nicht.

    Aber ich möchte mich auch kurz vorstellen.

    Wir sind ein Ehepaar beide 29 Jahre jung, sind aus dem Großraum Frankfurt am Main und nach reichlicher Überlegung möchten wir zum 1.3. in die Schweiz auswandern, da wir diesen Alltagstrott, in dem wir momentan gefangen sind, verlassen wollen.

    Ausschlaggebend war genau 1 von überhaupt nur einer geschriebenen Bewerbung bei einem Unternehmen im Kanton Luzern.

    Diese hatten mir nach mehreren Bewerbungsgesprächen und auch einem Vorstellungtag in der Schweiz ein gutes Angebot vorgelegt, welches ich angenommen habe.


    Wir sind momentan noch auf Wohnungssuche, welche uns zunehmend Sorge bereitet da wir ja schon in etwas mehr als einem Monat in die Schweiz wollen.

    Mein neuer Arbeitgeber unterstützt uns dabei jedoch haben wir da noch keine Erfolge zu verzeichnen.

    Wahrscheinlich werde ich diese oder nächste Woche 1 oder 2 Tage runter fahren um die Sache endgültig zu klären.


    Also ein herzliches Hallo miteinander.

  • Vielen Dank für eure Vorstellung. Herzlich Willkommen, dann an dieser Stelle im Forum. :grinning_face:


    Die Wohnungssuche ist in der Schweiz häufig nicht einfach, sicher gut wenn euch der Arbeitgeber dabei unterstützt. Alles Gute für euch.

    :CH:

  • Ich wollte ihn auch zurücklassen, aber: der Alltag ist mir bis in die Schweiz nachgelaufen!!! :face_savoring_food:

    I've been travelling a day, I've been travelling a year, I've been travelling a lifetime, to find my way home. Home is where my heart is. Inside of my self.

  • Bei mir ist es hier die Schichtarbeit die mich langsam mürbe macht. Am Anfang mit 18 dachte ich noch "bis zur Rente geht das so". Aber irgendwann kommt dann doch das "Alter" und in manchen Fällen auch die Weisheit. Und dann denkt man "bis zur Rente geht das so eben doch nicht".

    Dadurch sieht man auch seine Frau weniger und der Rest bleibt komplett auf der Strecke.

    Vermutlich war das der einzig logische Schritt. Weit weg vom alten Leben und dazu auch noch beruflich sehr zu verbessern.


    Meine Eltern hatten Anfangs nachdem wir es ihnen erzählt hatten ein paar Tage nicht mit uns geredet aber das ist schon wieder vergessen. 😅

  • Nach einem Umzug in ein anderes Land, selbst innerhalb eines Landes in eine andere Stadt, bringt immer Frische. Alles wirkt neu, viele neue Eindrücke, eine ganze Fülle neuer Eindrücke, die Gedanken sind zur Gänze damit beschäftigt das Neue zu erkunden, das Zurückliegende mit dem Neuen zu vergleichen. Doch dann kommt der Alltag, der kommt immer, holt einen immer wieder ein. Dazu gibt es die treffende Erkenntnis, "das ICH holt einen immer wieder ein." Aufgefallen ist mir, zwischen Bergen zu leben ist beim Thema Frische nachhaltiger, als am Meer zu leben. Die Berge sieht man täglich, mal mit Schnee, mal ohne Schnee. Im Tal ist noch die Herbstwärme, hingegen die Bergspitzen sind schon weiß. immer wieder aufs neue beeindruckend. Am Meer zu leben, da ist die Nachhaltigkeit etwa nach 2 Monaten verschwunden, zumindest erging es mir so. Und wenn meine damalige Freundin nicht alle 2-3 Wochen gedrängelt hätte, sie muss an den Strand um Muscheln zu sammeln, das würde sie beruhigen :face_with_rolling_eyes: , hätte ich das Meer ganz vergessen. Und jede Woche durch das immer gleiche Einkaufszentrum zu flanieren, es wird langweilig. Erst, wenn dann Besuch kommt und man zeigt den Hafen, das Meer, die Sehenswürdigkeiten und der Besuch schwärmt, du lebst ja toll hier, dann stellt man wieder fest - für einen Moment, wie schön man doch am neuen Ort lebt. Wie schön der neue Alltag ist. :grinning_face_with_smiling_eyes:

  • Klingt sehr schön 😁👍

    Wir freuen uns riesig auf die ganzen neuen Erfahrungen und die Berge. Und besonders auf das vielleicht Ski fahren lernen.

  • Ich bin zwar längst nicht so häufig und vor allen Dingen so weit gezügelt wie Amadeus, aber ich kann das bestätigen. Mir fällt das besonders auf wenn ich mal wieder ein paar Tage in Deutschland bin.

    Interessanterweise kenne ich diese Heimatgefühl nicht, wenn ich nach einem Umzug schon kurze Zeit später an den Ursprungsort zurück bin, dann hatte ich schon dieses "du gehörst hier nicht mehr hin" Gefühl :flushed_face: . Heimweh hatte ich noch nie, manchmal vermisse ich ein paar Dinge wie die Frankfurter Skyline oder Westfälische Spezialitäten, aber das war es dann schon. Vielleicht hat das mit meiner Sozialisierung als Flüchtlingskind zu tun, auch wenn ich meine "Heimat" nur aus Erzählungen meiner Eltern und Verwandtschaft kenne.

  • Ja, der Alltagstrott kommt überall mit hin, früher oder später.

    Es ist nur eine Frage, was man daraus oder mit ihm macht :winking_face:

    Am Wochenende hat man ihn selber in der Hand. Bei der Arbeit eher weniger.

  • Bei der Arbeit eher weniger.

    Hallo Anja :red_heart: Auf der Arbeit wird man wohl als erstes feststellen, das gleich in welchem Land man/frau ist, es nette, hilfsbereite und freundliche Kollegen gibt und gleichfalls auch doofe und missgünstige Kollegen. Mühsam ist dann im neuen Unternehmen, das man sich in der vorhandenen Hackordnung erneut justieren und positionieren muss. Im Ausland habe ich gelernt, dass doofe Arbeitskollegen kein deutsches Alleinstellungsmerkmal ist. :face_with_rolling_eyes:

  • Hallo Amadeus

    Generell, in jeder Lebenssituation, in jedem Land, jeder Nationalität oder einfach in jedem von uns steckt ein

    CHARAKTER oder mehrere! Charaktere lassen sich nicht ändern! Egal welcher Art sie sind.

    Auf der Suche nach Glück, Frieden und Zufriedenheit muss in erster Linie jeder zunächst bei sich selber anfangen, bevor er jemand anderen dafür verantwortlich macht, wenn etwas im Leben falsch läuft oder gelaufen ist.


    Egal ob die Unannehmlichkeiten am Arbeitsplatz, in der Familie oder generell im Leben jeder kann lernen mit den Dingen, die man nicht ändern kann, so umzugehen, dass sie einem nicht Energie und Lebensqualität rauben.

    Das ist tatsächlich so. Probieren geht über studieren!

    Ich habe in den letzten 3 Jahren soviel über mich selber und die Menschheit an sich gelernt, dass ich froh darüber bin, so anders zu sein :smiling_face_with_halo: Man muss manchmal eben doch rebellisch sein, um zu überleben :slightly_smiling_face: :upside_down_face: :slightly_smiling_face:

    Bücher lesen, den Konsum der neuen Medien zu reduzieren und raus in die Natur hilft übrigens auch.

  • Egal ob die Unannehmlichkeiten am Arbeitsplatz, in der Familie oder generell im Leben jeder kann lernen mit den Dingen, die man nicht ändern kann, so umzugehen, dass sie einem nicht Energie und Lebensqualität rauben.

    Diesem Satz stimme ich zu :grinning_face: Aber auch hier sind es meist die schleichenden Prozesse. Da gibt es das eine Extrembeispiel: Dein Nachbar im Hausgang quer gegenüber hat Dich zum Feind erklärt, macht Dir ständig mit Lärm und Hausverwaltung Stress und jeden Tag nach der Arbeit, wenn Du Deine Wohnungstür aufschließt steht Dein Nachbar mit Schrotflinte an seiner Tür gelehnt und schaut Dich richtig mies an. :grimacing_face: Die Alltagsbeispiele hingegen, täglich ärgerst Du Dich einige Minuten nach der Arbeit, weil irgendeiner mal wieder auf Deinem bezahlten Parkplatz parkt. Oder, das Beispiel mit den Bäckereien hatten wir hier oft: Dich jeden Morgen beim Bäcker nicht mal die Verkäuferin freundlich grüßt - obwohl Du täglich kaufst, und dann noch bissig fragt "haben Sie es nicht passend?!" - " Oder die Arbeitskollegin, die jeden Tag ihr ganzes benutztes Geschirr in der kleinen Firmenküche überall herumstehen lässt, anstatt es direkt immer in den Spüler zu stellen; und sie wurde schon dutzend mal darauf hingewiesen. All die vielen kleinen Dinge, die immer ein bisschen Energie "abzapfen" und alles das und einiges mehr fliest dann in die Analyse: Lebensqualität.