Schwanger oder in Elternzeit auswandern

  • Wenn das Arbeitsverhältnis tatsächlich während der Probezeit gekündigt werden sollte, kannst du danach m.E. Arbeitslosengeld in der Schweiz beziehen

    Ich halte diese Aussage für falsch. Ich gehe davon aus, dass innert der Rahmenfrist (24 Monate) gesamthaft 12 Monate sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nachgewiesen werden müssen.

  • Ich halte diese Aussage für falsch. Ich gehe davon aus, dass innert der Rahmenfrist (24 Monate) gesamthaft 12 Monate sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nachgewiesen werden müssen.

    Ich halte die Aussage für richtig. Die Beitragszeiten in Deutschland werden an die 12 Monate angerechnet. Voraussetzung ist natürlich, dass man zuvor in Deutschland die erforderliche Zeit arbeitstätig war. Davon bin ich jetzt einfach mal ausgegangen. Bitte hier lesen, auf S. 10 unten.

  • Natürlich sind Beitragszeiten in EFTA Staaten anrechenbar. Aber zum einen kannst du das nicht voraussetzen (viele kommen, weil sie eben Mühe haben einen Job zu finden und die Fragestellerin ist bei den Eltern gemeldet) und zum anderen wird natürlich der Lohn auch gemittelt. Sonst würde jeder zweite Chef vor der Entlassung den Lohn hochziehen, um ein gutes Gewissen zu haben.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Mittelung international nicht stattfindet. Und über Dinge die KiTa Kosten, Krankenkasse, Mutterschaftsurlaub und Elterngeld (D) habe ich mir noch nichtmal Gedanken gemacht. Ich würde auf dem Papier in Deutschland bleiben. Für werdende Mütter ist das erheblich sozialer.

  • Liebe Kathrin,


    ich habe gerade dieses Forum entdeckt und dann auch noch deinen Beitrag. Einfach nur genial, vielen Dank, dass du hier deine Erfahrungen und dein Wissen weitergibst.


    Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation, die mir wahrscheinlich auch noch unendlichen Aufwand bescheren wird. Ich bin Deutsche (Wohnsitz) und arbeite in Luxemburg (dort auch Krankenversichert). Mein Freund ist Schweizer und ich möchte mein Kind in der Schweiz bekommen und auch die Elternzeit in der Schweiz verbringen.


    Das Formular E106 habe ich mir schon besorgt. Jetzt bleibt noch die Frage ob ich zwingend meinen Wohnsitz in die Schweiz verlegen muss (oder Zeitwohnsitz?), oder ob es reicht eine temporäre Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz zu beantragen. Da ich ja weiter in de EU beschäftigt sein möchte und von dort aus auch Elterngelb bekomme und so weiter wäre es für mich am besten ich hätte keinen Wohnsitz in der Schweiz.


    Hat hier jemand Erfahrungen? Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!


    Herlichste Grüsse
    SKA

  • Hallo zusammen,


    der Beitrag Kat_hrin ist sehr hilfreich.


    Ich habe folgende Situation:
    Mein Mann lebt und arbeitet seit Januar in der Schweiz. Unser Kind und ich sind weiterhin in Deutschland und ich arbeite in Deutschland. Ich bin nun erneut schwanger. Ich werde bei meinem Arbeitgeber in D 3 Jahre Elternzeit einreichen. Das 2. Kind soll noch in D zur Welt kommen. Wir werden dazu zu meinen Eltern ziehen und auch dort einen Wohnsitz behalten.
    Gleichzeitig wollen die Kinder und ich dann aber ein paar Wochen nach der Geburt überwiegend in der Schweiz bei meinem Mann sein.


    Man findet echt so wenig Informationen.



    Habe ich es richtig verstanden, dass Elterngeld beziehen kein Problem ist?


    Bei der Krankenkasse ist unser 1. Kind bei mir momentan Familienversichert. Muss ich nun für mich das Formular E106 beantragen, sobald wir überwiegend in der Schweiz sind dort gemeldet sind und die beiden Kindern direkt in der Schweiz krankenversichern?


    Weiß jemand wie es sich in unserem Fall mit dem Kindergeld verhält? Für Kind 1 gibt es Kindergeld aus D, da ich ja in D arbeite und das Kind und ich auch nur in D einen Wohnsitz haben.


    Ich bin sehr dankbar für Antworten.
    Viele Grüße

  • Herzlichen Dank für die Antwort.


    Ich habe leider noch eine Rückfrage. Heißt das, dass mein Kind 1 bereits seit mein Mann im Januar in der Schweiz arbeitet, dort krankenversichert sein müsste? Momentan besteht von Kind 1 und mir ja noch gar kein Bezug in die Schweiz und er ist über mich familienversichert. Bisher hatten wir auch keine Info darüber, dass sich hieran etwas geändert hat.


    Oh man, ist das alles so kompliziert ....

  • Sobald Ihr Euch überwiegend in der Schweiz aufhaltet, also faktisch hier wohnt, müssen dann beide Kinder hier in der Schweiz krankenversichert werden. Denn die Familienversicherung von Dir (Elterngeldbezug bedeutet ja noch beschäftigt, in dem Fall im Ausland) gilt dann nicht, wenn das Kind im Ausland wohnt.


    (Ich konnte bei Beschäftigung in Luxemburg mein Kind das in Deutschland bei mir gewohnt hat nicht in die Familienversicherung mit aufnehmen, auch nicht meine Frau. Die mussten anders versichert werden.)

  • Das kommt auf den Fall an. Mein Sohn ist bei mir in Deutschland familienversichert, genau wie ich über die kvg versichert.
    da kein Elternteil von ihm hier erwerbstätig ist. Vater lebt in Deutschland. Meine Tochter wiederum mussten wir hier versichern.

  • sobald du und das kind euch in der Schweiz anmeldet.....werdermt ihr von der KVG angeschrieben mit einem Fragebogen zu den Daten, u. a. Berufstätigkeit, Wohnsitz etc.. (übrigens wird die KVG in regelmäßigen Abständen immer wieder schriftlich den Stand der Dinge bei euch erfragen). Und dann bekommt ihr den Bescheid, schriftlich, dass das Kind, sobald ein Elternteil in der Schweiz arbeitet (und ihr in der Schweiz lebt), das Kind definitiv ohne Ausnahmen in der Schweiz zu versichern ist.

  • Vielen Dank für die Antworten. Leider sehr verspätet. Eure Antworten sind sehr hilfreich.
    Die ganzen Formalitäten will ich im Mutterschutz vorbereiten.
    Die Corona-Situation mit arbeiten, schwanger und kleinem Kind, das betreut werden musste, blieb einiges auf der Strecke.
    Mittlerweile haben wir eine Wohnung in der Schweiz gefunden, in die mein Mann Anfang Juli zieht. Ich bleibe aber dabei, erst nach der Geburt von Kind 2 in die Schweiz zu ziehen und Hilfe von meiner Familie in Deutschland in den den letzten Wochen vor und nach der Geburt in Anspruch zu nehmen.
    Ich freue mich aber schon sehr wenn es dann irgendwann soweit ist, dass wir als Familie und der Schweiz leben.

  • Liebe Alle,
    danke für die hilfreichen Informationen. Hat jemand Erfahrung mit Mutterschaftsentschädigung?
    Wenn ich aus Deutschland neu in die Schweiz ziehe (schwanger) mit Vertrag erfülle ich das Kriterium nicht, dass ich mind. 9 Monate in die AHV eingezahlt habe, habe aber die Jahre davor und bis zum Vertragsbeginn des Schweizer Vertrags immer ins deutsche Sozialsystem eingezahlt. Bedeutet das, dass jeglicher Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung/Mutterschaftsgeld entfällt, oder kann ich an einem der beiden Orte trotzdem einen Anspruch geltend machen?
    Vielen Dank, jeglicher Kommentar ist hilfreich!

  • Liebe Alle,
    danke für die hilfreichen Informationen. Hat jemand Erfahrung mit Mutterschaftsentschädigung?
    Wenn ich aus Deutschland neu in die Schweiz ziehe (schwanger) mit Vertrag erfülle ich das Kriterium nicht, dass ich mind. 9 Monate in die AHV eingezahlt habe, habe aber die Jahre davor und bis zum Vertragsbeginn des Schweizer Vertrags immer ins deutsche Sozialsystem eingezahlt. Bedeutet das, dass jeglicher Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung/Mutterschaftsgeld entfällt, oder kann ich an einem der beiden Orte trotzdem einen Anspruch geltend machen?
    Vielen Dank, jeglicher Kommentar ist hilfreich!

    sobald du deinen deutschen Arbeitsvertrag in DE kündigst, entfällt dann aucv die Mutterschaftsleistungen. Du bist doch dann wahrscheinlich auch nicht mehr in DE gemeldet denke ich.

  • Hallo zusammen,
    meine Kinder und ich sind letzte Woche endlich nachgezogen. Den Rest der Elternzeit (also bis September 2023) wollen auf jeden Fall hier verbringen.
    Bei der Elterngeldstelle habe ich den Umzug gemeldet. Jetzt meinen die, ich müsste meinen ständigen Wohnsitz in Deutschland haben und wollen auch eine Meldebescheinigung. Zudem muss ich von meinem Arbeitgeber etwas ausfüllen lassen.
    Musste das von euch auch jemand?



    Danke vorab und vielen Grüße

  • Jein,


    Zu Elterngeld direkt kann ich leider nichts kommentieren, aber eventuell ist das ähnlich zum Kindergeld und hier habe ich dieselbe Erfahrung gemacht wie Du: Ich lebte in der Schweiz und meine Frau mit Kind noch in Deutschland. Der Anspruch richtete sich nach den Aufenthaltsort des Kindes, aber es war trotzdem mega kompliziert und ein Papierkrieg.
    In dem Moment, dass meine Familie nachgezogen ist ging jeglicher Anspruch verloren, da die Schweizer Behörden ab jetzt zuständig seien, was auch verständlich ist.


    Vielleicht hat noch jemand konkretere Informationen zum Eltrngeld, aber ich befürchte, dass das stimmt.

  • Danke für deine Antwort. Bei dem Kindergeld ist es so, weil es in der Schweiz eine vergleichbare Leistung gibt.


    Beim Elterngeld dachte ich, dass das deutsche Beschäftigubgsverhältnis ausreicht. Da die Schweiz kein Elterngeld kennt, hätte ich dann Anspruch aus D.
    Das Gesetzt selbst spricht aber auch nur von Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt.



    schönen Freitag