Ausländerausweis und Mietvertrag

  • Hallo,


    ich habe meinen Arbeitsvertrag in der Schweiz schon so gut wie in der Tasche, deshalb bin ich jetzt schon auf Wohnungssuche. Meine Frage ist, ob ich einen Ausländerausweis benötige um einen Mietvertrag zu bekommen? Da man in vielen Anmeldungen für Wohnungen ankreuzen muss welchen Ausländerausweis man besitzt. Das zweite Problem ist, dass ich noch garnicht wirklich weiß in welchem Kanton ich überhaupt wohnen werde, da ich mir Wohnungen in Luzern und Aargau angucke. Könnte mir da bitte einer weiterhelfen?


    Mit Freundlichen Grüssen
    Lennart

  • Hallo Lennard


    Wenn ich mich noch richtig erinnere war das bei mir vor 4 Jahren so, dass zunächst der Arbeitsvertrag Priorität hat bei der Wohnungssuche und für den Mietvertrag. Mit Arbeitsvertrag kannst Du meines Wissens nach auch erst den Ausländerausweis beantragen, der dann sicherlich B sein wird.


    Wirst Du in einem der beiden Kantone arbeiten oder kannst Du Dich nur nicht entscheiden, wo Du wohnen möchtest?
    Ich fühle mich inzwischen im schönen Aargau und auf dem Land sehr wohl. Zur Arbeit fahre ich mit dem Bus in die "grosse" Stadt Brugg.


    Viele Grüsse und Glückwunsch zum Arbeitsvertrag
    :CH:

  • Hallo Lennard
    Erst würde ich den Arbeitsvertrag von beiden Seiten unterschreiben lassen und damit gehst Du dann auf Wohnungssuche. Du kannst die Bewilligung dann bei der Wohnungssuche getrost ankreuzen..auch wenn Du sie noch nicht besitzt.Bewilligung kannst Du erst beantragen,wenn Du gezügelt bis in Deinem Wohnkanton.
    Gruss Honigbiene

  • Aus meiner aktuellen Erfahrung heraus ist es sehr schwer von außerhalb eine Wohnung zu mieten, da der Grundsatz "gemietet wie gesehen" gilt.
    Das bezieht sich auf offizielle ausgeschriebene Wohnungen.


    Ich bin daher den Umweg der Zwischenmiete über eine Privatperson gegangen und suche dann jetzt vor Ort weiter. Da ich eine Anreisezeit von über 5h gehabt hätte, war es mir nicht möglich zu Sammelterminen zu erscheinen.

  • Hallo Lennart


    Ohne Wohnung kannst du noch keine Aufenthaltsbewilligung besitzen. Es reicht völlig, wenn du ankreuzt welche Bewilligung du Aufgrund des Arbeitsvertrags erhalten wirst. Entscheidend dafür ist die Laufzeit des Arbeitsvertrages. Bereits von Honigbiene angesprochen, unbedingt solange warten bis Arbeitsvertrag unterschrieben ist.


    Schöne Grüsse
    Maik

  • Auf jeden Fall erst mal einen unterschriebenen Arbeitsvertrag in der Tasche haben, dann auf Wohnungssuche gehen. Dann kann man sich bei der Gemeinde anmelden und die Aufenthaltsbewilligung beantragen.


    Ohne unterschriebenen Mietvertrag keine Anmeldung bei der Gemeinde und keine Aufenthaltsbewilligung.
    Auf dieses Henne-Ei Problem wirst du noch ein paar Mal treffen!


    Wenn du Kaution oder Miete überweisen sollst bevor du ein CHF Konto hast würde ich dir Transferwise Nahe legen. Ist ein Überweisungsdienstleister der deutlich (!!!) weniger Gebühren verlangt als die üblichen Banken.


    Ich bin daher den Umweg der Zwischenmiete über eine Privatperson gegangen und suche dann jetzt vor Ort weiter. Da ich eine Anreisezeit von über 5h gehabt hätte, war es mir nicht möglich zu Sammelterminen zu erscheinen.

    Kann ich so jetzt nicht bestätigen.
    In der Schweiz gibt es momentan, je nach Region, recht viel Leerstand. Wir haben innerhalb von einem Wochenende 7 Wohnungen angeschaut und hätten alle sofort beziehen können bis auf eine, die damals noch im Rohbau war. Teilweise sind jetzt fast 9 Monate später noch die Wohnungen inseriert.

  • Wenn Du im Grenzgebiet Aargau/Luzern suchst hat es massenhaft Leerstände in der Region Wynental. Von da ist die Stadt Luzern in weniger als 30 Minuten erreichbar, bei deutlich günstigeren Mieten, ebenso Aarau. (Oder Du sagst uns wo Dein Arbeitsort ist und ob Du mit dem ÖV zur Arbeit fahren willst, dann kann man das flott eingrenzen wo es sich lohnt zu suchen.)


    Und um einen weiteren Weg aufzuzeigen: Insofern Du einen Arbeitsvertrag hast (nicht so gut wie sondern wirklich vorhanden), kannst Du mit dem Migrationsamt (meine Erfahrung bezieht sich auf den Kanton Aargau) Kontakt aufnehmen und Dir bereits im Vorfeld eine Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung ausstellen lassen. Das ist der Aufenthaltsbewilligung gleichgestellt, kann also sowohl für eine Anmietung als auch für Vertragsabschlüsse verwendet werden. (Also: Swisscom, Bankkonto usw.) Zusätzlich kannst Du sie beim Zoll am Zügeltag vorlegen, das reduziert u.U. Nachfragen ob man denn nun tatsächlich den Wohnsitz verlagert usw.


    Bei uns hat das Migrationsamt die Dossiers schon im Vorfeld an die Wohngemeinde übermittelt, unsere "Anmeldung" bestand dann lediglich in einer Unterschrift weil alles bereits parat war.

  • Hallo,


    falls es jemanden, der aktuell (2022) von Deutschland auch in die Schweiz zieht, interessiert:

    Wir haben die gleiche Konstellation (Arbeitsvertrag bereits vorhanden/ unterzeichnet).

    Allerdings wird seitens des Migrationsamts des Kantons Aargau keine "Zusicherung" der Aufenthaltsbewilligung mehr ausgestellt.

    Wir haben gerade mit einer sehr freundlichen und netten Dame vom Migrationsamt telefoniert. :smiling_face_with_smiling_eyes:

    Zwar war die Aussage, das die Aufenthaltsbewilligung B als Deutscher mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag kein Problem darstellen sollte.

    Aber es gibt erst nach Abmeldung in D und bei Anmeldung vor Ort (mit Arbeitsvertrag UND Mietvertrag UND Reisepass UND Abmeldebescheinigung D) eine Aufenthaltsbewilligung.

    Je nach Gemeinde kann die Anmeldung -ihrer Aussage nach- eventuell auch online möglich sein.

    Ein Hotel oder AirBnb Zimmer wird zudem NICHT als "Mietvertrag" bzw. Aufenthaltsadresse akzeptiert.

    Ich hoffe, dass sich dennoch Vermieter finden, die auch ohne Aufenthaltsbewilligung B einen Mietvertrag anbieten...

  • Hallo,


    hier nochmal ein Nachtrag, nachdem wir direkt mit der Gemeinde (immer noch Kanton Aargau) in Kontakt getreten:

    Diese haben uns eine etwas andere Auskunft gegeben, sie benötigen den Pass, den Mietvertrag und den Arbeitsvertrag.

    Von einer Abmeldung ist nichts erwähnt worden.

    Dort erhält man dann die Meldebestätigung und diese leiten die Unterlagen für den Ausländerausweis / Aufenthaltsbewilligung an das Amt für Migration weiter.

  • Hallo Freedom


    Danke dir für deinen Nachtrag. Ob eine Abmeldung aus Deutschland verlangt wird, wird je nach Gemeinde sehr unterschiedlich gehandhabt. Manche bestehen darauf. Manche interessiert es gar nicht.


    Schöne Grüsse
    Maik

  • Ich wollte im nördlichen Graubünden in eine WG und bin bei der Suche nur auf unkomplizierte Vermieter gestoßen. Keiner fragte weiter (oder wollte einen Nachweis) nachem ich sagte, dass ich bald meine Arbeitsstelle antrete. Ich war etwas verbflüfft, dass ich schnell mehrere Angebote hatte, in Deutschland hingegen war ich noch im Münchner Einzugsgebiet und lebte praktisch die letzten 2 Jahre in Ferienwohnungen weil sich nichts anderes auftat...


    Über das Prinzip "für dieses Dokument brauchen sie erst jenes" werde ich mich hier wohl noch öfter amüsieren können...


    Es ist in diesem Lehrvideo echt gut dargestellt: https://www.youtube.com/watch?v=VCmWuav86CI

  • Hi

    Also Zug kanton, einwohneramt sagte, Bewilligung für Wochen Aufenthalter soll direkt bei Migration Amt und hat mit einwohneramt nix zu tun

    Luzern sagte, doch erstmal einwohneramt nachher migrationamt

    Was gilt was ist richtig, bin nicht sicher

  • Wird in jedem Kanton und Gemeinde etwas anders gehandhabt. Kantönligeist nennt sich das. :winking_face: Wird dir immer wieder begegnen. Wenn du dich bei der Gemeinde anmeldest, werden sie dir aber genau sagen, wie sie es gern hätten und was sie dafür brauchen. Bei vielen Ämtern in der Schweiz wird einem sehr freundlich weitergeholfen.